Kleinspitz

Der Kleinspitz gehört zu den deutschen Hunderassen und ist ein sehr beliebter Familienhund. Dies liegt vor allem an seinem fröhlichen Erscheinungsbild, welches durch das plüschige Fell immer an ein Stofftier erinnert und an seinem aufgeweckten und freundlichen Charakter. Eine Zeit lang war der Kleinspitz in Deutschland und den anderen europäischen Ländern ein Modehund und er schaffte es sogar bis nach Japan, wo mit ihm eine neue Rasse gegründet wurde. Im FCI wird der Kleinspitz zu den anderen deutschen Spitzen gezählt und wird in der FCI-Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 4 Europäische Spitze ohne Arbeitsprüfung mit der Standardnummer 97 geführt.

Kleinspitz im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 23-29 cm
Gewicht: 3,5-4,5 kg
FCI-Gruppe: FCI-Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion: 4 Europäische Spitze ohne Arbeitsprüfung
Herkunftsland: Deutschland
Farben: schwarz, braun, weiß, orange und schwarz
Lebenserwartung: 14-15 Jahre
Geeignet als: Begleit-, Wach-, Familienhund
Sportarten: Agility, Trickdogging
Charakter: aufgeweckt, wachsam, selbstbewusst. fröhlich, verspielt
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential
Stärke des Haarens gering
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: lang, plüschig
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Der Kleinspitz gehört zur Gruppe der Spitze, um genauer zu sein der deutschen Spitze. Der Spitz war früher ein sehr beliebter Hund und übernahm diverse Aufgaben bei seinen Besitzern. Gerade im Mittelalter gab es beinahe in jedem größeren Haus und in jedem Anwesen ein Spitz, der die Waren bewacht und Transporte begleitet. Die Hunderasse gehört zu den Hunden des Urtyp und stammt vermutlich vom steinzeitlichen Torfhund ab, der in Fachkreisen Canis familiaris palustris Rüthimeyer genannt wird. Später wurden aus diesen Torfhunden die Pfahlbauspitze, sie sind die ältesten Hunde Europas. Es finden sich Abbildungen der frühen Spitze in nahezu allen Zeiten und Völkern, so gibt es bei den Römern und den Griechen genaue Beschreibungen des Spitzes.

Da der Spitz eine der frühsten Hunderassen ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass die gezielte Zucht der Tiere in Vereinen ebenfalls sehr früh begann. So wurde vom FCI festgelegt, dass alle Varianten des deutschen Spitzes unter einen Rassestandard zusammengefasst werden und innerhalb dieses Standards die fünf verschiedenen Spitzarten einzeln aufgeführt werden. Hier werden die Spitze nochmal anhand ihrer Größe unterschieden, wobei der Wolfsspitz die größte Spitz-Variante in Deutschland ist. Darauf folgen der Großspitz, der Mittelspitz, der Kleinspitz und der Zwergspitz. Der Zwergspitz wurde nach England importiert und dort nochmal kleiner gezüchtet und als eigene Rasse anerkannt wurde. Dies ist der kleine Pomeranian.

Vom Charakter her sind sich die unterschiedlichen Spitze recht ähnlich, denn sie wurden alle als treue Begleiter und Wachhunde gehalten. Sie sind sehr standorttreu und haben keinen Jagdtrieb, was sie zu den idealen Haushunden der einfachen Landbevölkerung machte. Die Spitze und besonders die kleinen Kleinsitze und Zwergspitze waren als Begleiter so beliebt, dass sie schnell ihren Weg in andere Länder fanden und dort ebenfalls die Herze der Menschen eroberten. So wurde der Spitz bald zu einem regelrechten Modehund, wodurch auch einige unseriöse Züchter auftraten, daher sollte jeder interessierte Spitz-Fan sehr genau auf die Herkunft seines Hundes achten

Wesen & Charakter vom Kleinspitz

Weißer Kleinspitz im sitzen
Kleinspitze neigen bei Aufregung zu überschwänglicher Freude

Der Kleinspitz hat ein sehr aufgewecktes Wesen und schließt sich eng an seinen Menschen an. Durch seine Verbundenheit ist in den meisten Fällen ein Freilauf kein Problem, da er sich nur ungern weit von seinem Besitzer entfernt. In seinem eigenen Revier neigt der Kleinspitz zur Wachsamkeit und meldet Besucher mit lautem Bellen. Allgemein kann der Kleinspitz zum Bellen neigen, wenn dies nicht früh trainiert wird. Trotz seines beinahe stofftierähnlichen Erscheinungsbildes ist der Kleinspitz ein aufgeweckter, selbstbewusster und ausdauernder Hund. Daher sollte er nicht unterschätzt und für einen niedlichen Couchhund gehalten werden.

Der Kleinspitz ist sehr intelligent und neugierig, dies sollte der Besitzer nutzen, um den Kleinspitz nicht nur die Grundkommandos beizubringen, sondern auch für einen Hundesport, der den energiegeladenen Hund auslastet. Ohne eine passende Auslastung kann der kleine Hund schnell Probleme verursachen, mit der passenden Auslastung ist er ein angenehmer und fröhlicher Begleiter. Dabei ist er sehr kinderlieb und versteht sich mit einer guten Sozialisierung auch mit anderen Hunden. Er braucht eine gute Erziehung, da er mit seiner Energie schnell zu überschwänglichem Verhalten, wie Bellen, Hochspringen und überdrehten Herumspringen neigt. Er lernt unheimlich gerne und möchte auch seinem Besitzer gefallen, dabei kann er jedoch nicht gut alleine bleiben und braucht eine Betreuung, wenn er nicht mit zur Arbeit kann. Allgemein ist er ein fröhlicher Familienhund, der auch ein guter Begleiter für Senioren ist und ein guter sportlicher Begleiter ist.

Wie viel kostet ein Kleinspitz?

Der Kleinspitz sollte nur bei einem seriösen Züchter geholt werden, der sich für das Wohl der Tiere einsetzt und seine Welpen nur den passenden Besitzer vermittelt. Dadurch kann ein Kleinspitz bei einem guten Züchter durchaus 1600 bis 1800 Euro kosten. Wenn der Kleinspitz eine besondere Farbe besitzt, kann er durchaus auch einmal 2000 Euro kosten.

Aussehen des Kleinspitzes

Der Kleinspitz hat ein sehr typisches Erscheinungsbild. Dass er zur Gruppe der deutschen Sitze gehört, sieht man dem kleinen plüschigen Hund direkt an. Mit einer Widerristhöhe von 23 bis 29 cm ist der Kleinspitz noch deutlich größer als der Zwergspitz und der besonders kleine Pomeranian. Zwischen den Geschlechtern gibt es keinen nennenswerten Größenunterschied. Der Körperbau des Spitzes ist erstaunlich robust und sollte schlank sein, auch wenn dies unter dem plüschigen und abstehendem Fell kaum zu erkennen ist.

Im Standard sind für die Hunderasse folgende Fellfarben erlaubt: schwarz, braun, weiß, orange und schwarz mit lohfarbener Maske. Es gibt noch einige Sonderfarben, wie beispielsweise creme. Diese sind jedoch nicht im Rassestandard festgelegt. Das Fell des Kleinspitz besteht aus einem doppeltem Haarkleid. Zum einen das sehr dichte und weiche Unterfell, das den Hund vor allem Witterungen schützt und beinahe wie Watte wirkt. Und das lange abstehende Deckhaar, welches für den plüschigen Eindruck beim Spitz sorgt. Das lange Fell bedeckt den gesamten Körper des Hundes mit Ausnahme des Kopfes und der unteren Vorderseite der Pfoten. Die Schnauze des Kleinspitz ist schmal und spitz zulaufend. Die runden Augen sind dunkel und blicken immer freudig und aufgeweckt in die Welt.

Erziehung & Haltung des Kleinspitzes – Das gilt es zu beachten

Der Kleinspitz braucht trotz seiner geringen Größe eine gute Erziehung, bei der vor allem lernt, seine überschüssige Energie zu bändigen und sich zurückzunehmen. Auch die Sozialisierung mit anderen Hunden sollte möglichst früh erfolgen, damit die Rasse die Hundesprache lernt und sich mit seinen Artgenossen versteht. Die Erziehung wird Zeit brauchen und fordert einiges an Geduld, denn der Kleinspitz ist sehr verspielt. Es kann ihm manchmal schwer fallen sich auf ruhige Übungen zu konzentrieren. Da er jedoch ein sehr kluger Hund ist und seinem Besitzer gefallen möchte, wird er mit der nötigen Geduld alle Befehle lernen und sich auch schnell für einen Hundesport begeistern.

Hundeanfänger sollten sich für die Erziehung des Kleinspitzes eventuell Unterstützung bei einem Hundeverein oder einer guten Hundeschule suchen. Diese kann den neuen Hundebesitzern einige Tipps und Tricks auf den Weg geben, mit denen sie den Kleinspitz sinnvoll auslasten und beschäftigen können. Ein gut erzogener und sozialisierter Kleinspitz ist ein angenehmer Begleiter, der sich ohne Probleme in der Stadt oder auf dem Land halten lässt. Er ist anpassungsfähig und kommt auch gut mit Hektik und Stress zurecht. Da er sich eng an seine Menschen bindet, wird ein Freilauf in der Regel kein Problem sein. Durch seine verspielte Art kann er gut einen Hundesport, wie Trickdogging und sogar Agility lernen und diesen auch sehr erfolgreich ausüben.

Durch seine mutige Art, ist er anderen Hunden gegenüber meist selbstbewusst und offen, ohne Angst oder gar Aggression. Der kleine Spitz liebt es mit anderen Hunden zu spielen und sollte auch regelmäßig die Chance dazu haben. Er braucht die Beschäftigung und Bewegung und sollte immer mit positiver Bestärkung trainiert werden, so lernt er am schnellsten und wird auch immer vertrauensvoll gegenüber seinem Besitzer bleiben.

Wann ist das Gebiss des Kleinspitz ausgeprägt?

Der Wechsel von den Milchzähnen zum normalen Gebiss des Kleinspitzes beginnt in etwa mit der 16. Lebenswoche der Welpen und kann bis zu seinem 9. Lebensmonat dauern, die meisten Kleinspitze haben jedoch bereits mit sieben oder acht Monaten ihr normalen Gebiss.

Ernährung des Kleinspitzes

Der Kleinspitz hat einen robusten Magen und ist in der Regel auch ein guter Esser. Dennoch gibt es bei der Ernährung des Hundes ein paar Dinge zu beachten. Obwohl der Kleinspitz nicht wirklich an einen Verwandten des Wolfes erinnert ist er es dennoch und noch dazu gehören die deutschen Kleinspitze zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Dies bedeutet, sie haben auch die selben Ansprüche an ihre Ernährung wie ihre wilden und ursprünglichen Vorfahren. Der Kleinspitz braucht daher ein hochwertiges Hundefutter, welches eine Fleischsorte als Hauptbestandteil des Futters hat. Auf meist unverträgliche Füllstoffe wie Getreide oder Soja sollte im Hundefutter verzichtet erden. Diese Stoffe nutzen Hersteller gerne, da sie günstig sind, doch der Hund kann diese nur schwer oder meist gar nicht verdauen und sie können Allergien und Unverträglichkeiten beim Hund auslösen.

Hinzu kommt noch, dass das Hundefutter auch an das Alter des Hundes angepasst ist. Kleinspitz-Welpen sollten bis zu ihrem 6. Lebensmonat noch ein hochwertiges Hundefutter bekommen. Da Welpen noch im Wachstum sind, haben sie zu dieser Zeit einen anderen Nährstoffbedarf als erwachsene Hunde. Das Welpenfutter deckt diesen speziellen Nährstoffanspruch optimal. Wenn Kleinspitze ins Seniorenalter kommen, stellt sich auch hier der Nährstoffbedarf um. Ein älterer Hund braucht oftmals Unterstützung für seine inneren Organe, besonders der Nieren und eine Unterstützung für das Herz-Kreislauf-System. Hochwertige Futtersorten für Senioren können ab dem 7. Lebensjahr gegeben werden.

Neben einem hochwertigen Hundefutter braucht der deutsche Kleinspitz auch einmal die Woche einen Kauartikel wie einen Ziemen oder Rinderohren. Das Kauen auf diesen harten getrockneten Stücken fördert die Zahngesundheit des Hunden, beschäftigt ihn und hilft auch der Magen und Darmflora im Gleichgewicht zu bleiben.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Kleinspitz im Schnee
Kleinspitz im Schnee

Der Kleinspitz ist ein robuster und sehr aktiver kleiner Wirbelwind. Seine Gesundheit hängt sehr stark vom Züchter des Tieres ab. Ein guter Züchter vermeidet alle potenziellen Erbkrankheiten, indem er bereits die Elterntiere auf ihre Gesundheit untersuchen lässt. Hier sind vor allem Hauterkrankungen und Augenerkrankungen zu testen. Welpen von einem guten Züchter werden frei von Erbkrankheiten sein und können mit einer guten Haltung eine sehr lange Lebenserwartung von rund 15 Jahren haben.

Bei der Haltung muss der Besitzer darauf achten, seinem Kleinspitz immer genügend Beschäftigung und Bewegung zu gewährleisten, damit er ein langes Leben haben kann. Denn ohne ausreichend Bewegung wird der deutsche Kleinspitz sehr schnell an Übergewicht leiden, das Herz und Kreislaufsystem stark belastet und sogar bis zu Tod führen kann.

Wann ist ein Kleinspitz ausgewachsen?

Ausgewachsen ist der Kleinspitz mit etwa fünf bis sechs Monaten. In dieser Zeit ist der gilt der Kleinspitz dennoch als Junghund und steckt gerade voll in der Hundepubertät.

Pflege des Kleinspitzes

Der Kleinspitz hat ein sehr üppiges abstehendes Fell, welches etwas mehr Pflegeaufwand braucht, als bei kurzhaarigen Hunden. Dennoch ist die Pflege des Kleinspitzes gut zu bewältigen und wird auch Hundeanfänger nicht überfordern. So sollte der Kleinspitz einmal am Tag gebürstet werden, damit sein Fell nicht verfilzt und immer ordentlich gepflegt wirkt. Während des Fellwechsels wird er seine Unterwolle verlieren und in dieser Zeit deutlich mehr Fell lassen. Das auskämmen wird dann wesentlich länger dauern als normalerweise.

Der Besitzer sollte zudem nach jedem Spaziergang das dichte Fell nach Zecken absuchen, da diese sonst unbemerkt den Hund beißen und im schlimmsten Fall Krankheiten übertragen können. Die weitere Pflege des Kleinspitzes ist sehr simpel. Der Besitzer sollte nur darauf achten, dass die Augen immer klar und frei von Ausfluss sind und dass die kleinen Ohren nicht gerötet oder verschmutzt sind. Die Krallen sollte sich der Kleinspitz bei ausreichender Bewegung selbst ablaufen.

Kleinspitz – Aktivitäten und Training

Der Kleinsitz liebt es aktiv zu sein. Er ist trotz seiner kleinen Körpergröße ein sehr aktiver und agiler Hund. Daher braucht er auch jeden Tag ausreichend Beschäftigung und Training. Der Kleinspitz sollte dreimal am Tag für jeweils eine Stunde Spazieren gehen. Dabei will er meist mit seinem Besitzer spielen und toben.

Neben den Spaziergängen sollte noch ein Hundesport für den kleinen Hund ausgesucht werden, der mindestens einmal die Woche stattfinden sollte. Agility für kleine Hunde, Obedience und Trickdogging bieten sich besonders gut für die sportliche Aktivität mit dem Kleinspitz an.

Kleinspitz an der Leine
Der Kleinspitz braucht viel Bewegung

Gut zu wissen: Besonderheiten des Kleinspitzes

Der deutsche Kleinspitz gehört zu den Spitzen und ist eine der ältesten Hunderassen in Europa. Die kleinen aktiven Begleithunde sind nahezu immer fröhlich und schaffen es mit ihrer offenen Art schnell das Herz der Menschen zu erobern. Daher sind sie auch sehr gute Begleiter für Senioren, die sich einsam fühlen. Allgemein ist der Kleinspitz ein selbstbewusster und aktiver Hund, der nicht unterschätzt werden sollte.

Nachteile des Kleinspitzes

Der Kleinspitz wird von vielen Ersthundebesitzern schnell als Couchhund verkannt. Diese sind dann von der Aktivität und dem Bewegungsdrang des Kleinspitzes stark überfordert und können ihm nicht gerecht werden. Dadurch wird der unterforderte Kleinspitz unerwünschtes Verhalten zeigen und sich selbst Beschäftigungen suchen.

Passt der Kleinspitz zu mir?

Der Kleinspitz ist ein aktiver und verspielter Hund, der sich eng an den Menschen bindet und diesem auch treu folgt. Dennoch passt der Kleinspitz nur in Familien, die sportlich aktiv sind und auch mit dem Hund zusammen arbeiten wollen. Mit Kindern kommt er gut zurecht und genießt das gemeinsame Toben und Spielen mit den Kindern. Wer sich die Zeit nimmt, den Kleinspitz gut zu erziehen und zu sozialisieren, wird mit einem verlässlichen und folgsamen Hund belohnt, der sich sowohl in der Stadt als auch auf dem Land wohl fühlt. Wer nur einen ruhigen Hund für die Couch sucht, mit dem man nur einmal eine Runde um den Block gedreht werden muss, sollte sich keinen Kleinspitz holen.

Wann ist ein Kleinspitz geschlechtsreif?

Mit etwa sechs Monaten werden die meisten Kleinspitzdamen das erste mal läufig. Auch die Geschlechtsreife beim Rüden tritt in etwa zu dieser Zeit ein. Die genaue Zeit ist jedoch von Tier zu Tier verschieden, es gibt oft Hunde die bereits mit vier oder fünf Monaten läufig werden oder auch wesentlich später. Wenn die Hündin also noch nicht läufig war, sollte sich der Besitzer nicht direkt Sorgen machen.

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