Großspitz

Leider sind Großspitze heute vom Aussterben bedroht. Dabei handelt es sich um eine Hunderasse, die sehr gute Charaktereigenschaften hat und sich wunderbar als Anfängerhund, Familienhund, Wachhund und vieles mehr eignet. Es wäre deshalb sehr wünschenswert, wenn wieder mehr Menschen diese Hunde halten würden.
Der Großspitz kommt aus Deutschland und hat die FCI-Nummer 97. Hier gehört er zur FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp sowie zur FCI Sektion 4: Europäische Spitze.

Großspitz im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 42-50 cm
Gewicht: 20-27 kg
FCI-Gruppe: 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion: 4: Europäische Spitze
Herkunftsland: Deutschland
Farben: Weiß, Schwarz, Grau, Loh, Braun, Orange
Lebenserwartung: 12 Jahre
Geeignet als: Gesellschaft-, Familien- und Therapiehund
Sportarten: Agility, Dogdancing
Charakter: Gelehrig, Klug, Vielseitig, Aufmerksam, Unbestehlich, Anhänglich, Erziehbar
Auslaufbedürfnisse: mittel
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: eher gering
Fellstruktur: langes, abstehendes Deckhaar und kurze, dicke, wattige Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: mittel

Herkunft und Rassegeschichte

Der Ursprung der Großspitze wird in Deutschland vermutet. Sicher ist, dass diese Hunderasse schon seit Jahrhunderten in ganz Europa gezüchtet wurde und früher alle Spitze in sämtlichen Größen weit verbreitet waren. Im Mittelalter waren Spitze aller Größen sehr beliebt, darunter auch der Großspitz. Vermutlich gab es Spitze schon vor mehr als 4.000 Jahren, aber sicher belegt ist das nicht.

Noch im 19. Jahrhundert waren der Großspitz und seine kleineren Verwandten die am meisten gehaltene Hunderasse in Deutschland. Vor allem als Wachhund war diese Hunderasse zu dieser Zeit sehr beliebt. Andere Aufgaben erfüllten Großspitze als Jagdhunde, Schlittenhunde und einfach nur als Gefährten.

Seit 1899 gibt es den Verband Deutsche Spitze, allerdings für alle Größen. Heute sind diese durch die Bank mit guten Eigenschaften ausgestatteten Hunde vom Aussterben bedroht, was sehr schade ist. Seit 2003 befinden sich die Großspitze auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen. Das ist besonders schade, weil diese Hunderasse über sehr viele gute Eigenschaften verfügt. Das bezieht sich nicht nur auf den Charakter, sondern auch auf die Gesundheit, die Lebenserwartung, die Familientauglichkeit und mehr.
Die meisten Züchter bieten heute Großspitz-Welpen in den Farben Schwarz und Weiß an, es gibt aber auch bereits wieder welche in der Farbe Braun, wenn auch sehr selten.

Wesen & Charakter vom Großspitz

Brauner Großspitz
Der Großspitz hat ein sehr liebes Wesen und ist gut für Anfänger geeignet.

Großspitze sind intelligente, bewegungsfreudige und ausgesprochen freundliche Hunde. Betrachtet man ihr Wesen, dann eignen sich diese Hunde für Vieles. Besonders bei der Erziehung der Welpen ist es möglich darauf hinzuarbeiten, was ein Hund später für Eigenschaften haben sollte. Diese klugen Hunde lassen sich sehr leicht beeinflussen und in eine bestimmte Richtung formen. Wichtig ist hier eine freundliche Konsequenz.

Weil diese Hunde so intelligent sind, lassen sie sich als junge Hunde zunächst einmal sehr gut erziehen und sind deshalb auch für Anfänger gut geeignet. Wenn der Hund in seiner Umgebung nicht viel bellen soll, sollte ihm dies bereits im Welpenalter beigebracht werden. Dann klappt das auch.

Der Großspitz wurde früher oft als Schutzhund gehalten. In dieser Funktion war es erwünscht, dass er bellt. Diese Hunderasse eignet sich aber genauso gut als Familienhund oder sogar Therapiehund. Die Tiere sind sehr kinderlieb und freundlich zu anderen Haustieren in der Familie.

Sehr wichtig in Bezug auf das Wesen vom Großspitz ist, dass Du ihn nicht lange alleine lassen darfst. Der Hund wäre dann sehr unglücklich. Er eignet sich deshalb nicht für Zwingerhaltung und auch nicht für Menschen, die stundenlang von zu Hause abwesend sind und wo niemand da wäre, sich in dieser Zeit um den Hund zu kümmern. Dieser Hund möchte mit Herrchen, Frauchen oder der ganzen Familie zusammen sein.

Trotz seiner Größe kannst Du einen Großspitz deshalb durchaus auch in einer Stadtwohnung halten, wenn Du für genug Bewegung und Abwechslung sorgst. Das ist ein großer Vorteil bei dieser Hunderasse, die nicht bei allen größeren Hunden vorhanden ist.

Aussehen des Großspitzes

Großspitz von der Seite
Ein Großspitz wird ca. 46-50 cm groß und 20-27 kg schwer.

Ein Großspitz erreicht eine Größe von ungefähr 46 bis 50 cm und wiegt dabei ungefähr 20 bis 27 Kilogramm. Diese schönen Hunde haben spitze Ohren, eine spitze Nase, aufmerksame Augen und langes Fell. Trotz dieses schönen Fells sind sie besonders pflegeleicht und machen gar nicht viel Arbeit. Anders als Wolfsspitz, Mittelspitz, Kleinspitz oder Zwergspitz ist das Fell beim Großspitz meistens weiß oder schwarz und selten noch braun. Momentan werden wegen der sehr wenigen Züchter noch viele weiße und schwarze Großspitze angeboten, aber auch die braunen sind wieder im Angebot.

In der Farbe weiß wird dieser Hund zuweilen mit dem Samojeden verwechselt. Der Unterschied ist hier aber, dass der Samojede ein Schlittenhund ist und dem Großspitz nur optisch sehr ähnlich sieht. Die Charaktereigenschaften sind deshalb in keiner Weise dieselben wie beim Samojeden. Die Samojeden sind zwar mit den Spitzen verwandt, aber im Laufe der Zeit haben sich ihre typischen Charaktereigenschaften sehr gewandelt und sie haben sich an ihre Umgebung im hohen Norden und ihre Aufgabe als Schlittenhunde angepasst.

Anders als Großspitze sind Wolfsspitze immer graugewolkt. Diesen Farbton findet man auch bei Mittelspitzen, Kleinspitzen und Zwergspitzen, bei denen aber auch noch die Farbtöne orange und andersfarbig vorhanden ist. Der Begriff andersfarbig wird beim Spitz auch häufig als neufarben bezeichnet. Es können sogar Spitze vorkommen, die gescheckt sind. Das ist beim Großspitz nie der Fall.

Erziehung & Haltung des Großspitzes – Das gilt es zu beachten

Ein typischer Großspitz lässt sich, wie bereits gesagt, leicht erziehen. Da dieser Hund sehr schnell lernt, ist es am besten, ihm alles, was später für ihn wichtig ist, bereits im Welpenalter beizubringen. Dies sollte mit einer freundlichen Konsequenz erfolgen, dann hat man viel Freunde an dem Hund.

In Bezug auf die Haltung ist es wichtig, dass jemand zu Hause ist, denn Großspitze mögen es nicht, wenn sie alleine gelassen werden. Ob nun Haus mit Garten, Bauernhof oder aber auch nur Stadtwohnung ist beim Großspitz alles möglich. Wichtig ist nur genug Gesellschaft und Bewegung für dieses Tier. Es ist wichtig, sich vor dem Kauf so eines Hundes darüber klar zu sein.

Wie viele Welpen bekommt ein Großspitz?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, weil es nur noch sehr wenig Züchter von Großspitzen und auch entsprechend wenig Zuchttiere gibt. Diese Hunderasse ist momentan vom Aussterben bedroht. Im Schnitt findet man zur Zeit Würfe zwischen vier und fünf Welpen, aber auch weniger mit nur zwei oder drei Welpen.

Ernährung des Großspitzes

Der Großspitz gehört zu den langlebigen und von Natur aus sehr gesunden Hunderassen und ist in Bezug auf seine Ernährung vollkommen unkompliziert. Jede Art von gutem Futter reicht aus. Welpen sollten natürlich altersgerecht gefüttert werden.

Auch der erwachsende Hund benötigt ein gutes Futter, das vorrangig aus Fleisch und tierischen Produkten bestehen sollte. Eine ausgewogene Mischung der essentiellen Nährstoffe, Mineralien, Vitamine und Spurenelemente sind eine gute Grundlage für ein langes und gesundes Hundeleben. Ebenfalls spielt die Menge des Futters eine erhebliche Rolle. Generell sollte die täglich benötigte Futterration auf zwei Portionen verteilt werden, morgens und nachmittags oder früher Abend. Wie viel der Hund bekommt, richtet sich neben der Futtersorte auch nach dem Aktivitäts- und Gesundheitszustand des Hundes, nach seinem Lebensalter und seiner individuellen Nährstoffverwertung.

Ob man sich für die Fütterung von hochwertigem Nass- oder Trockenfutter entscheidet, spielt dann nicht die entscheidende Rolle. Auch eine ausgewogene Rohfütterung (BARF = Biologisch Artgerechte Rohfütterung) ist für den Großspitz gut geeignet, erfordert aber vom Hundehalter mehr Zeitaufwand und ausreichende Kenntnisse, damit alle notwendigen Nährstoffe in der richtigen Zusammensetzung im Futter vorhanden sind. Hat man sich für eine Futterart und -sorte entschieden, die der Hund auch gut verträgt, so sollte man dabei bleiben und diese an die jeweilige Lebensphase des Hundes anpassen. Häufige Futterwechsel sind unnötig und führen eher zu Magenproblemen und Unverträglichkeiten bei vielen Hunden. Frisches Trinkwasser muss dem Hund ständig zur freien Aufnahme angeboten werden.

Wann ist ein Spitz ausgewachsen?

Bei allen Hunden ist es so, dass kleine Hunde schneller ausgewachsen sind als Große. Das Wachstum dauert bei sehr kleinen Hunderassen oft nur acht Monate, bei sehr großen Hunden bis zu zwei Jahren. Beim Spitz wird das Wachstum je nach Größe also variieren.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Wenn Du Dich für einen Großspitz entscheidest, dann bekommst Du einen von Natur aus sehr langlebigen und gesunden Hund. Diese Hunde werden im Durchschnitt 13 bis 15 Jahre alt. Sie leiden nicht an rassetypischen Krankheiten. Es besteht deshalb eine gute Chance, dass Du lange viel Freunde an diesem Hund haben wirst und er Dir selten Sorgen bereitet.

Wie alt wird ein Großspitz?

Ein Großspitz kann trotz der Tatsache, dass es sich um einen recht großen Hund handelt, ziemlich alt werden. Diese Hunde werden im Durchschnitt zwischen 13 und 15 Jahre alt.

Pflege des Großspitzes

Obwohl Großspitze so wuscheliges Fell haben, ist die Pflege dieser Hunde nicht schwierig. Das schöne Fell ist wetterfest und neigt nicht zum Verfilzen. Es muss und sollte nicht geschoren werden. Damit beraubt man dem Hund nur die natürliche Schutzfunktion. Wenn der Hund nicht gerade im Fellwechsel ist, dann genügt es normalerweise, ihn einmal in der Woche gründlich zu bürsten. Im Fellwechsel sollte das häufiger passieren.

Großspitz – Aktivitäten und Training

Großspitz im Auslauf
Der Großspitz ist ein sehr aktiver Hund und benötigt viel Auslauf und Bewegung.

Wie hier bereits gesagt wurde, ist der Großspitz ein sehr intelligenter, lernfähiger und aktiver Hund. Er benötigt viel Bewegung, das sollte beim Training und den Aktivitäten mit diesem Hund unbedingt berücksichtigt werden.

Dieser Hund eignet sich gut für die verschiedensten Hundesportarten und auch zum Therapiehund. Wähle etwas aus, dass sowohl zu Dir als auch Deinem Hund am besten passt. Wichtig ist dabei, dass diese Hunderasse nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert wird.

Haus und Garten oder ein Bauernhof sind zwar optimal für diese Hunde, aber nicht zwingend notwendig. Eine Wohnung und genug Zeit für entsprechende Aktivitäten können auch ausreichen. Die Hauptsache ist die Beschäftigung und viel Bewegung.

Lange Spaziergänge sind gut für den Hund, aber reichen nicht aus. Diese Hunde müssen auch von ihrer Intelligenz her gefördert werden, um sich wirklich wohlfühlen zu können.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Großspitzes

Großspitz Welpe
Der Großspitz gehört zu den vom Aussterben bedrohten Hunderassen.

Der Großspitz gehört leider zu den vom Aussterben bedrohten Hunderassen, was sehr schade ist. Wenn Du einen in Deine Familie aufnimmst, wirkst Du dem entgegen.

Es gibt einige Prominente, die Großspitze sehr geliebt haben. Dazu gehörten Michelangelo und Mozart. Wilhelm Busch beschrieb diese Hunde in seinem Buch „Max und Moritz“, das inzwischen auch verfilmt wurde. In Fall dieses Kinderbuches könnte es auch eine kleinere Variante der Rasse gewesen sein, das lässt sich schwer feststellen.

Nachteile des Großspitzes

Ein Großspitz hat nicht viele Nachteile, sondern eher Vorteile. Diese Tiere sind freundlich, lernfähig, pflegeleicht und von Natur aus gesund und langlebig.

Ein Nachteil kann sein, dass diese Hunderasse viel Bewegung und Aufmerksamkeit braucht. Der Hundehalter sollte also viel Zeit für den Vierbeiner haben.
Ein weiterer Nachteil ist, dass ein Großspitz nicht lange allein gelassen werden darf. Er wäre dann sehr unglücklich. Er braucht die Gesellschaft und es muss jemand für das Tier da sein.

Wenn ein Großspitz als Welpe zum Wachhund erzogen wurde, neigt er zum Bellen, weil das in dem Fall wichtig ist. Das kann in einer Etagenwohnung ein Nachteil sein.

Passt der Großspitz zu mir?

Wie bei jedem anderen Hund auch, ist es vor der Anschaffung immer wichtig, sich gründlich zu überlegen, ob das Tier auch zu einem passt. Denke also noch einmal darüber nach. Du holst Dir mit diesem Hund ein sehr lebhaftes Tier ins Haus, das viel Bewegung und Aufmerksamkeit braucht, denn nur spazieren gehen reicht nicht aus.

Außerdem möchte der Hund geistig gefordert werden, am besten durch eine Hundesportart oder etwas Ähnliches. Dieser Hund mag nicht alleine sein, er braucht Gesellschaft. Kannst Du ihm das bieten oder gibt es eine Familie, die das kann?

Ansonsten bekommst Du mit dieser Hunderasse ein sehr friedliches und freundliches Tier, denn dieses nette Wesen ist rassetypisch für diese Hunde. Sie sind kinderlieb und freundlich zu anderen Haustieren und deshalb ideale Familienhunde. Das sind alles große Vorteile. Auch die gute Gesundheit und der geringe Pflegeaufwand sind Vorteile bei diesem Hund.

Lass das nun alles noch einmal Revue passieren und entscheide Dich dann in aller Ruhe, ob diese Hunderasse zu Dir und Deinen Lieben passt.

Wie viel kostet ein Großspitz?

Bei reinrassigen Großspitz-Welpen liegen die Preise bei ungefähr 1.800 Euro. Bereits erwachsende Großspitze werden zuweilen im Handel auch etwas günstiger angeboten.

Schenke diesen Hunden ein Zuhause

Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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