Griechische Bracke

Die Griechische Bracke, in ihrem Heimatland auch Hellinikos Ichnilatis oder Griechischer Laufhund genannt, wird in die FCI-Gruppe 6 der Laufhunde und Schweißhunde in die Sektion 1.2 der mittelgroßen Laufhunde eingeordnet. Die Standardnummer der Griechischen Bracke ist die 214.

Griechische Bracke im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 45-55 cm
Gewicht: 17-20 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Griechenland
Farben: Schwarz-Lohfarbig
Lebenserwartung: 10-14 Jahre
Geeignet als: Jagdhund
Sportarten:
Charakter: Scharfsinnig, Lebhaft, Kräftig
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: eher gering
Fellstruktur: kurz, dicht, hart, glatt und anliegend
Kinderfreundlich: eher nein
Familienhund: eher nein
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Die Griechischen Bracke wurde aus der Kreuzung ursprünglicher griechischer Laufhunde, wie dem Kritikos Lagonikos, mit der italienischen Hunderasse Segugio Italiano und dem Jura Laufhund gezüchtet. Der Kritikos Lagonikos wurde bereits vor 4.000 Jahren auf den griechischen Inseln für die Jagd verwendet und weist eine Verwandtschaft mit Windhunden aus dem Mittelmeerraum auf. Auch beim Segugio Italiano handelt es sich um eine sehr alte Hunderasse, die schon in der Antike bekannt war und ursprünglich aus Ägypten durch Händler in den Mittelmeerraum gebracht wurde.

Der Hellinikos Ichnilatis ist die einzige Hunderasse aus Griechenland, die von der FCI im Jahr 1959 anerkannt wurde. Es handelt sich um eine seltene Hunderasse, die auch in Griechenland bis heute nicht sehr oft anzutreffen ist. Allerdings gibt es einige Mischungen der Griechischen Bracke in Griechenland, die häufiger vorkommen können als die reine Rasse.

Diese griechischen Jagdhunde wurden oftmals in einer Meute eingesetzt. Sie sind jagdlich sehr aktiv und können sich auch im felsigen Gelände gut und schnell bewegen. Bis heute werden Griechische Bracken in Griechenland für die Jagd eingesetzt. Leider werden sie oft das ganze Jahr über unter schlechten Bedingungen in Zwingern oder an Ketten gehalten und nur im Herbst, wenn die Jagdsaison beginnt frei gelassen, um ihre Arbeit zu erledigen.

Wesen & Charakter vom Griechischen Bracke

Der Hellinikos Ichnilatis ist ein sehr eigenständiger aber auch sehr sozialer Hund. In seinem Verhalten gegenüber Menschen ist die Griechische Bracke sehr anhänglich und treu und verträgt sich auch gut mit ihren Artgenossen.

Griechische Bracken haben einen sehr starken Jagdtrieb und fein ausgebildete Sinne. Was das Bellen betrifft, so sind diese Hunde dabei sehr laut und ausdauernd. Diese Eigenschaft besitzen sie, weil sie bei der Jagd dem Jäger die Beute in den steinigen, schlecht einsehbaren, griechischen Bergen durch Bellen anzeigen mussten.

Fremden gegenüber ist die selbstständige Hunderassse in ihrem Charakter zwar nicht schüchtern, aber trotzdem etwas misstrauisch gestimmt. Der lebendige Hund ist sehr wachsam und eignet sich daher auch gut als Wachhund. Der Hellinikos Ichnilatis ist ein robuster, ausdauernder, neugieriger und mutiger Hund, der sich Menschen gegenüber normalerweise nicht aggressiv verhält und auch sehr verspielt sein kann.

Wie ist das Wesen der Griechischen Bracke?

Das Wesen der Griechischen Bracke ist grundsätzlich freundlich, aktiv und anpassungsfähig. Diese Rasse besitzt aber gleichzeitig ein starkes Temperament und einen bemerkenswerten Dickkopf.

Aussehen des Griechischen Bracke

Griechische Bracke in der Natur
Die Griechische Bracke ist die einzige von der FCI anerkannte griechische Hunderasse.

Die Griechische Bracke kann eine Größe von bis zu 55 Zentimeter erreichen und ein Gewicht von bis zu 20 Kilo. Das Fell dieser Hunde ist glatt, kurz und dicht und in seiner Farbe Lohfarben mit Schwarz. Kleine weiße Abzeichen auf der Brust sind dabei keine Seltenheit. Die Rute ist hoch angesetzt und kräftig und wird in der Form eines Säbels getragen.

Auch die für einen Jagdhund typischen hängenden Ohren sind hoch angesetzt. Der Kopf des Hundes besitzt eine längliche Form und weist eine breite Stirn auf. Der Körperbau des Hellinikos Ichnilatis ist kräftig und robust, die Augen sind braun.

Wie groß wir die Griechische Bracke?

Die Griechische Bracke erreicht eine Größe von bis zu 55 Zentimetern.

Erziehung & Haltung des Griechischen Bracke – Das gilt es zu beachten

Die Griechische Bracke führte als griechischer Jagdhund schon immer ein anderes Leben als unsere nordeuropäischen Jagdhunde. Bei uns ist Folgsamkeit und gute Erziehung für einen Jagdhund schon seit Jahrhunderten oberstes Gebot. Nicht so in Griechenland. Die Hunde werden dort größtenteils sich selbst überlassen und haben wenig Kontakt zu Menschen. Bei der Jagd verlassen sich die Halter größtenteils auf die angeborenen Instinkte dieser Hunde. Das hat zur Folge, dass diese recht ursprünglich gebliebene Hunderasse aufgrund ihrer Selbstständigkeit schwerer zu erziehen ist als so manche andere Arten von Jagdhunden.

Trotzdem ist der Hellinikos Ichnilatis in seinem Wesen aber ein lieber Hund, der gerne bei seinem Menschen ist und ihm auch gefallen will. Nur eben nicht immer. Die Griechische Bracke ist nämlich auch in der Lage, die Entscheidungen seines Menschen anzuzweifeln und die Dinge so zu machen, wie es ihm sinnvoller erscheint.

Bei der Haltung des Hellinikos Ichnilatis sollten auf jeden Fall seine gut ausgebildeten Instinkte im Vordergrund stehen. Dieser Hund benötigt viel Bewegung und will beschäftigt sein, denn es handelt sich um ein reines Arbeitstier. Für den Hundesport eignet sich diese Rasse nur bedingt. Die Griechische Bracke wird zwar einer Beschäftigung, die der Jagd ähnlich ist, gerne nachgehen, ist aber ein eher ernsthafter Hund, der nicht an jeder Art von Beschäftigung seinen Spaß finden kann.

Griechische Bracken können gute Familienhunde sein, denn sie mögen Kinder gerne und gehen gut mit ihnen um. Voraussetzung dafür ist aber, dass in der Familie genug Zeit für die artgerechte Auslastung des Hundes bleibt. Für Hundeanfänger ist diese Rasse nicht geeignet, denn sie besitzt einen starken Jagdtrieb und ist nicht gerade leicht zu erziehen.

Wie viel Auslauf braucht die Griechische Bracke?

Sehr viel Auslauf. Dieser aktive Hund muss mehrere Stunden am Tag in der freien Natur verbringen können.

Ernährung des Griechischen Bracke

Der Energieverbrauch des griechischen Jagdhundes ist aufgrund seiner Aktivität und hohen Bewegungsfreude entsprechend hoch. Ansonsten stellt der robuste Hund keine speziellen Ansprüche an sein Futter. Es gibt spezielle Trockenfuttermischungen für sehr aktive Hunde, die einen höheren Nährstoffgehalt aufweisen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass das Futter keine krank machenden Zusatzstoffe enthält.

Hunde benötigen vor allem Eiweiß in Kombination mit Fett, um aus dem Futter genug Energie ziehen zu können. Daher bietet es sich auch an, das Futter ab und zu mit hochwertigen Pflanzenölen anzureichern, denn diese machen dem Hund auch ein schönes Fell. Außerdem kann ein hochwertiges Trockenfutter auch ab und zu mit Nassfutter oder gekochtem und ungewürztem Gemüse angereichert werden.

Gefüttert werden sollten gerade aktive Hunde wie die Griechische Bracke immer nach getaner Arbeit, damit sie dann auch genug Zeit haben, sich auszuruhen. Gerade Hunde, die einen hohen Futterbedarf haben, sollten eher in zwei kleineren Portionen am Tag statt nur ein einziges Mal gefüttert werden. Dabei ist wichtig zu wissen, dass nicht die Menge des Futters den hohen Nährstoffgehalt ausmachen sollte, sondern die Qualität und die Inhaltsstoffe.

Der Hellinikos Ichnilatis kann natürlich auch komplett mit Selbstgekochtem oder mit Rohfütterung ernährt werden. Die Rohfütterung ist die gesündeste Art der Ernährung für den Hund, weil sie die natürlichste ist. Der Halter sollte sich dabei aber ausgiebig über die richtige Zusammensetzung des Futters kundig machen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Griechische Bracke hat eine sehr hohe Lebenserwartung von bis zu 14 Jahren. Dies zeigt, dass es sich um eine Rasse mit sehr guter Gesundheit handelt. Rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt und auch zu Übergewicht neigt der Hellinikos Ichnilatis aufgrund seines hohen Aktivitätslevel eher nicht, obwohl die meisten Rassevertreter durchaus verfressen sind.

Die Hunde vertragen sowohl Hitze als auch Kälte besser als viele andere Hunderassen. Obwohl der Hellinikos Ichnilatis zwar ursprünglich aus dem warmen Griechenland kommt, kann er theoretisch auch bei uns das ganze Jahr im Freien leben.

Wie alt wird die Griechische Bracke?

Eine Griechische Bracke kann bis zu 14 Jahre alt werden.

Pflege des Griechischen Bracke

In der Fellpflege ist der griechische Jagdhund sehr unkompliziert. Ab und zu kann er gebürstet werden. Die wenigen Haare, die diese Hunde verlieren, lösen sich aber oft auch schon während ausgiebiger Streicheleinheiten.

Die Zähne des Hundes sollten regelmäßig mit Kauknochen und anderer fester Nahrung gepflegt werden, damit der Hund keinen Zahnstein bekommt und auch die Ohren müssen bei Bedarf gereinigt werden, damit das Risiko einer Entzündung vermieden wird. Die Krallen des Hellinikos nutzen sich normalerweise während der Bewegung ausreichend ab. Trotzdem sollten sie kontrolliert werden, damit sie nicht zu lang werden und der Hund sich dadurch verletzen kann.

Griechische Bracke – Aktivitäten und Training

Für den Hellinikos Ichnilatis eignen sich vor allem Beschäftigungsarten, die der Jagd ähnlich sind. Auf der Fährte ist die Griechische Bracke mit ihrer fein entwickelten Nase in ihrem Element. Das gleiche gilt fürs Mantrailing, also die Menschensuche mit der Nase.

Ansonsten liebt der Hellinikos Ichnilatis alle Beschäftigungsarten, bei denen er sich viel bewegen kann, wie zum Beispiel CaniCross oder vielleicht auch Agility. Auch als Begleiter beim Joggen, Wandern oder Radfahren eignet sich dieser Hund bestens. Ob die Griechische Bracke eine Beschäftigungsart korrekt und motiviert durchführt, liegt allerdings zu einem guten Teil im Ermessen des Hundes.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Griechischen Bracke

Welpen des Hellinikos Ichnilatis gibt es nicht einfach zu kaufen. In Deutschland finden sich keine Züchter der Rasse und auch in Griechenland dürfte sich die Züchter-Suche etwas schwierig gestalten, da die Zucht in Griechenland oft im Privaten abläuft und die Hunde dann untereinander getauscht werden.

Es kann allerdings hilfreich sein, über einen Tierschutzverein, der in Griechenland aktiv ist, nach einer Griechischen Bracke zu suchen. Oft kennen die Mitarbeiter solcher Vereine Menschen vor Ort, die weiterhelfen können. Auch in Griechenland leben mittlerweile viele Deutsche, die dabei behilflich sein können, einen Hund zu vermitteln und Sprachbarrieren zu überwinden. Es kann auch gut sein, dass in einem griechischen Tierheim ein hübscher Mischling schon auf ein neues Zuhause wartet.

Egal ob es sich um einen Welpen oder einen ausgewachsenen Hund handelt – Wer ein Tier zu sich nach Hause holt, das im Mittelmeerraum geboren ist, sollte immer darauf achten, dass eine Untersuchung auf die bekannten Mittelmeerkrankheiten stattfindet. Die meisten davon sind relativ gut heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt werden und auch das Schreckgespenst unter den Mittelmeerkrankheiten, die Leishmaniose, kann in den meisten Fällen gut medikamentös in Schach gehalten werden, sodass der Hund ein ganz normales Leben führen kann.

Nachteile des Griechischen Bracke

Als Nachteile der Griechischen Bracke sind der starker Jagdtrieb und die teils sture Art zu nennen. Diese beiden Dinge machen Erziehung dieser griechischen Hunderasse ein wenig schwer. Hundebegeisterte sollten sich daher vor der Anschaffung eines solchen Vierbeiners darüber im Klaren sein, dass es sich um einen ursprünglichen Hund handelt, der kein bedingungsloser Befehlsempfänger ist und durchaus seinen eigenen Kopf haben kann.

Passt die Griechische Bracke zu mir?

Eine Griechische Bracke passt nur zu Menschen, die sehr sportlich und dazu bereit sind, viel Zeit mit ihrem Hund zu verbringen und ihn artgerecht auch geistig auszulasten. Zudem sollte bereits ein gewisses Maß an Hundeerfahrung vorhanden sein und die Bereitschaft, sich mit dem Starrkopf dieses Hundes auseinander zu setzen. Halter sollten niemals vergessen, dass die Griechische Bracke ein ursprünglicher Jagdhund mit sehr guten Instinkten ist und dass instinktives Verhalten nur schwer zu kontrollieren ist.

Als Familienhund ist der Hellinikos Ichnilatis bedingt geeignet. Er hat zwar ein sehr sanftes und liebes Wesen und kommt auch mit Kindern und Artgenossen gut klar, braucht allerdings einiges an Aufmerksamkeit und Zeit. Aus diesem Grund könnte dieser Hund in Familien Probleme bereiten, wenn sie nicht sehr gut organisiert sind.

Griechische Bracke von der Seite
Die Griechische Bracke benötigt eine hohe körperliche Auslastung aber auch geistige Beschäftigung darf nicht zu kurz kommen.

Natürlich ist diese Rasse als klassischer Arbeitsgehilfe für Jäger am besten geeignet. Allerdings sind Griechische Bracken auch sehr anpassungsfähig und können sich auch auf Aufgaben einstellen, die keine jagdlichen sind.

Ein Hellinikos Ichnilatis sollte auf jeden Fall auf dem Land in einem Haus mit einem großen Garten leben. Der Garten sollte dabei gut eingezäunt sein, denn wenn der Hund eine Spur in die Nase bekommt, kann es ansonsten gut sein, dass er sich selbstständig aus dem heimischen Garten entfernt und sich auf die Jagd begibt.

Die Rasse ist dabei auch als Wachhund gut geeignet, denn sie begegnet Fremden mit einer gesunden Skepsis und vor allem auch mit großem Mut. Die Griechische Bracke kann durchaus für mehrere Stunden alleine bleiben, wenn er zuvor ausreichend ausgelastet wurde. Falls nicht, wird er sich eine Beschäftigung im Haus suchen und anfangen Sachen zu zerstören.

Hundeanfänger sollten sich von der Griechischen Bracke eher fern halten, denn sie werden sich wahrscheinlich schwer tun, den starken Jagdtrieb des Hundes zu kontrollieren und ihm die konsequente Erziehung zukommen zu lassen, die die Rasse aufgrund ihrer sturen und eigenständigen Art benötigt. Aus diesem Grund werden auch Menschen, die einen bedingungslosen Gehorsam von ihrem Hund erwarten mit dieser Rasse nicht glücklich. Das gleiche gilt wohl für die meisten Senioren.

Mit dem Hellinikos Ichnilatis ist es durchaus möglich auf Reisen zu gehen, wenn der Hund gut sozialisiert ist. Gerade ursprüngliche Hunderassen tun sich oft in der menschlichen Zivilisation schwerer als die klassischen Haushunde. Eine gute Sozialisierung sollte auch im Zusammenleben mit beispielsweise einer Katze erfolgen, denn die Griechische Bracke könnte sie sonst als Beutetier ansehen.

Schenke diesen Hunden ein Zuhause

Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

Ähnliche Beiträge

Nächster Beitrag