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Hund pinkelt in Wohnung

von Michael Hein
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Bei einem Welpen passiert zu Beginn immer wieder ein kleines Missgeschick. Das ist ganz normal und jeder Hundehalter sollte sich dessen bewusst sein. Damit der Welpe stubenrein wird, ist viel Geduld notwendig. Was aber, wenn der Hund wieder in die Wohnung pinkelt, obwohl er eigentlich schon stubenrein ist? Was kann da passiert sein und warum macht der Vierbeiner das? Es können viele unterschiedliche Ursachen dahinter stecken. Genau mit diesen wollen wir uns in diesem Beitrag beschäftigen und verraten Dir, was Du dagegen unternehmen kannst.

 

Ein Welpe muss nach jedem Nickerchen, nach dem Spielen, nach dem Essen, nach dem Trinken und auch nachts, wenn er aufwacht raus an die Luft, damit er sich lösen kann. Dafür sind Herrchen und Frauchen verantwortlich. Meist geht es dann ganz schnell und der kleine Hund zeigt sehr deutlich, wann er hinaus muss. Bei Welpen dauert die Phase unterschiedlich lange. Manche Welpen sind quasi von Anfang an stubenrein, während andere erst mit sechs Monaten so richtig ihre Blase unter Kontrolle haben.

Der Hund pinkelt wieder in die Wohnung – Mögliche Ursachen

Wenn es bis jetzt mit der Stubenreinheit perfekt geklappt hat und plötzlich immer wieder kleine Missgeschicke passieren, dann solltest Du Dich auf die Suche nach der Ursache machen. Es ist wichtig, dass zuerst eine Krankheit ausgeschlossen werden kann. Hier kann eine ganz leichte Blasenentzündung Schuld sein, dass Dein Hund auf einmal sein Pipi nicht mehr halten kann. Der Tierarzt erkennt dies schnell, verschreibt ein Antibiotikum und nach wenigen Tagen ist wieder alles in Ordnung. Auch nach einer Kastration kann es sein, dass Hunde plötzlich undicht werden. Hier solltest Du die Sache ebenfalls vom Tierarzt abklären lassen. Bei älteren Hunden kann auch eine beginnende Demenz verantwortlich dafür sein, dass der Hund wieder in die Wohnung pinkelt. Ein Tumor oder ein eingeklemmter Nerv können ebenfalls dazu führen, dass der Vierbeiner seine Blase schlecht kontrollieren kann. Es kann auch ein Anzeichen für Probleme mit der Niere sein oder eine Diabetes-Erkrankung ankündigen. In beiden letzteren Fällen kannst Du zugleich auch ein verändertes Trinkverhalten bemerken. Meist trinken die Hunde dann bedeutend mehr. Daher ist es wichtig, dass zuerst eine Krankheit ausgeschlossen wird. 

Fakt ist, grundlos pinkelt kein Hund wieder in die Wohnung, wenn er zuvor schon stubenrein war. Es ist nun auch wichtig, dass du nicht falsch reagierst. Schimpfen und schreien wirkt hier kontraproduktiv und Du stresst Deinen Hund damit zusätzlich.

Warum pinkelt ein stubenreiner Hund plötzlich in die Wohnung?

Hier können psychische, aber auch gesundheitliche Probleme die Ursache sein. Beobachte Deinen Vierbeiner und notiere Dir, in welchem Zusammenhang und unter welchen Umständen er in die Wohnung pinkelt.

Weitere Gründe könnten sein:

  • Mangelnde Sauberkeits-Erziehung
  • Markieren im Revier
  • Unsicherheit
  • Stress
  • Verhaltensstörung
  • Trennungsangst
  • Gesteigerte Emotionen

Mangelnde oder falsche Sauberkeits-Erziehung

Mangelnde oder falsche Sauberkeits-Erziehung sind die häufigsten Ursachen, wenn der eigentlich stubenreine Hund immer wieder in die Wohnung pinkelt. Es ist leider so, das manche Hundehalter einfach zu faul sind und nicht immer mit dem Hund Gassi gehen. In diesem Fall lassen sie den Hund einfach in die Wohnung pinkeln und wischen die Misere später einfach weg. In diesem Fall darf sich niemand wundern, wenn der Hund sich immer wieder im Haus erleichtert. Er hat es nicht anders gelernt.

Hund macht in die Wohnung

Schnell ist es passiert: ein Fauxpas mitten in der Wohnung.

Pee-Pads

Eine weitere Ursache können sogenannte Pee-Pads sein. Diese sind sicher für Welpen, alte oder kranke Hunde oft ganz praktisch, doch kann es dadurch zu Problemen mit der Stubenreinheit kommen. Der Hund pinkelt zwar brav auf das Pee-Pad, aber häufig auch auf Handtücher, Teppiche, T-Shirts oder andere Textilien, die am Boden liegen. Auch hier steckt keine böse Absicht dahinter und der Hund ist auch nicht ungelehrig. Er hat ja gelernt, dass er auf das Stück Textilie in Form des Pee-Pads pinkeln darf. Für Tiere ist es schwierig, die richtigen von den falschen Textilien zu unterscheiden. 

Markieren im Revier

Um das Revier zu markieren, pinkeln ebenfalls manche Hunde in die Wohnung. Dies kommt meist bei Rüden vor, aber auch Hündinnen können diese Unart ausbilden. Meist passiert dies, wenn ein zweiter oder ein neuer Hund ins Rudel kommt. Dies legt sich meist sofort wieder, sobald die Rangordnung unter den Tieren geklärt ist. Bis dahin solltest Du die Hunde gut überwachen und bei den kleinsten Anzeichen zum Pinkeln die Situation sofort unterbinden.

Was tun, wenn der Hund in der Wohnung markiert?

Hier solltest Du das Verhalten sofort unterbinden. Meist kündigt sich das Markieren bereits einige Sekunden zuvor an und mit einem "Nein" oder "Aus" kannst du es verhindern. Schicke Deinen Hund anschließend in sein Körbchen oder an seinen Platz. Reinige alle Textilien mit einem Enzymreiniger, damit dein Hund keine verlockenden Gerüche mehr an Teppich und Co wahrnehmen kann.

Unsicherheit

Unsicherheit kann sich bei manchen Hunden ebenfalls durch das Pinkeln in den eigenen vier Wänden äußern. Diese Missgeschicke passieren meist dann, wenn Du Deinen Hund etwas schärfer ansprichst oder ihn für etwas tadelst. Der Hund könnte sich auch aus Unsicherheit einpinkeln, wenn ein anderer Hund aus dem Rudel massiv dominant gegen ihn auftritt. Hier hilft es, wenn Du sein Selbstbewusstsein stärkst.

Stress und Verhaltensstörungen

Stress und Verhaltensstörungen sind ebenfalls psychische Belastungen, die durch irgendein Vorkommnis ausgelöst wurden. Man spricht hier auch gerne von einem Trauma. 

Eventuell haben sich die Lebensumstände massiv verändert. Das kann durch einen Umzug geschehen oder passieren, wenn ein neuer Partner kommt oder eine Trennung vollzogen wurde. Auch wenn ein neues Baby in die Familie kommt kann dies Hunde so sehr stressen, dass sie wieder Schwierigkeiten mit der Stubenreinheit haben. Der Hund braucht nun viel Zuwendung und Du solltest ihm zeigen, dass sich in eurer Beziehung nichts verändert hat.

Welpe pinkelt in Wohnung

Mangelnde Sauberkeitserziehung ist der häufigste Grund, weshalb unsere Fellnasen in die Wohnung pinkeln.

Trennungsangst

Trennungsangst kann sich ebenfalls durch kleine Lacken äußern, die Du vorfindest, wenn Du wieder nach Hause kommst. Viele Hunde haben schreckliche Verlustängste, wenn sie alleine zu Hause bleiben müssen. Wenn er aus Angst vor dem Alleine sein in die Wohnung pinkelt, musst Du das Alleine bleiben langsam und eventuell auch mit einem Hundetrainer mit ihm neu lernen. Wenn der Hund natürlich zu lange alleine zu Hause bleiben muss und dadurch die Blase nicht mehr halten konnte, so ist es nicht die Schuld des Tieres.

Gesteigerte Emotionen

Gesteigerte Emotionen wie übermäßige Freude und Aufregung veranlassen vor allem junge Hunde dazu, ein Bächlein fließen zu lassen. Du kennst das sicher. Du kommst nach Hause, der Hund wackelt mit dem ganzen Körper, freut sich, Dich zu sehen und schon ist es passiert. Hier hilft es, wenn Du die Begrüßung betont ruhig gestaltest. Feiere keine Party mit Deinem Vierbeiner, sondern komm nach Hause, als wärst Du nur im anderen Zimmer gewesen.

Wo darf ein Hund urinieren?

Du alleine legst fest, wo Dein Hund urinieren darf. In der Wohnung sollte es dem Vierbeiner generell nicht erlaubt sein. Auch wenn es bei Welpen und alten oder kranken Hunden oft praktisch ist, ein Pee-Pad oder eine Hundetoilette zu benutzen, so sollte dies nur der letzte Ausweg sein. Um das Markieren in der Wohnung zu vermeiden, kann es auch hilfreich sein, wenn Du Deinen Vierbeiner auch im Freien nicht überall markieren lässt. So muss es nicht sein, dass der Hund an jede Hausmauer oder jeden Autoreifen markiert. Unterbinde dieses Verhalten und das Tier lernt schnell, dass er nicht überall seine Duftnoten hinterlassen darf.

So trainierst Du Deinem Hund das In-die-Wohnung-pinkeln ab – Tipps & Tricks

Der erste Schritt ist, den Grund herauszufinden. Es muss zuerst abgeklärt werden, warum es Deinem Vierbeiner immer wieder passiert. Nachdem Du den gesundheitlichen Aspekt beim Tierarzt abgeklärt hast, beobachtest Du das Verhalten Deines Tieres. Schnell wird sich herauskristallisieren, warum das Pinkeln in der Wohnung passiert. Wie bereits erwähnt darfst Du Deinen Hund auf keinen Fall schimpfen, bestrafen oder gar schlagen. So würdest Du sein Selbstbewusstsein noch mehr zerstören und in traumatisieren. Das Problem würde sich mit Sicherheit noch verstärken, anstatt besser zu werden.

Es kann hilfreich sein, wenn die Beziehung zwischen Hund und Halter verstärkt wird. Dadurch erhält der Vierbeiner ein besseres Selbstbewusstsein. Das klappt, wenn ihr zum Beispiel miteinander neue Spiele spielt, Tricks lernt oder eventuell einer Hundesportgruppe beitretet. Oft kann es auch helfen, wenn ihr eine Hundeschule besucht. Schildere dem Hundetrainer Dein Problem und er kann explizit auf das Bedürfnis Deines Hundes eingehen.

Zeige Deinem Hund, dass sich für ihn nichts verändert hat, auch wenn ein neuer Partner im Haus ist. Tröste Deinen Hund, wenn er Deinen Partner vermisst und gib ihm eine extra Portion Zuneigung, damit er sich nicht so verlassen fühlt. 

Falls der Hund sehr stark markiert hat, ist es wichtig, dass Teppiche und Textilien in der Wohnung sehr gut gereinigt werden. Solange der Geruch für den Hund immer noch riechbar ist, wird dieser ihn immer wieder zum Markieren animieren. Hier reicht es nicht, den Teppich mit Wasser und Seife zu säubern. Um den Uringeruch wirklich aus den Fasern zu bringen, solltest du einen speziellen Enzymreiniger verwenden. Diesen erhältst Du im Fachhandel oder auch online. 

Oft hilft es auch, wenn ihr zum Beispiel eine kleine Gassirunde mehr in eure tägliche Routine einbaut. Dies muss kein langer Spaziergang sein. Es reicht, wenn ihr einfach 10 Minuten ums Haus marschiert, damit sich der Vierbeiner zwischendurch in Ruhe lösen kann.

Hund pinkelt in Wohnung: Wann muss ich einen Tierarzt aufsuchen?

Wenn das Problem plötzlich auftritt und Du Dir nicht erklären kannst, was der Auslöser für das Pinkeln in der Wohnung sein könnte, solltest Du zur Sicherheit einen Tierarzt aufsuchen. Lass eine Urinprobe machen. So kann ausgeschlossen werden, dass der Hund an einer Blasenentzündung leidet. Auch wenn der Vierbeiner plötzlich viel mehr trinkt, gleichzeitig aber auch schlapp oder geistesabwesend ist, sollte der Weg ebenfalls zum Tierarzt führen. Wenn Du Deinen Hund gut kennst und ihn beobachtest, so merkst Du schnell selbst, ob es sich um ein psychisches, oder um ein gesundheitliches Problem handelt.

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