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Blasenentzündung beim Hund: Symptome & Behandlung

von Felix Ortmann
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Muss Dein Hund plötzlich mehr raus als sonst? Wenn er Wasser lässt, kommt aber gar nichts? Dann könnte er an einer Blasentzündung (Zystitis genannt) leiden. Bei der Blasenentzündung beim Hund handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der unteren Harnwege. Diese schmerzhafte Erkrankung kann akut, chronisch oder durch schubweise wiederkehrende Entzündungen auftreten.

Blasenentzündung beim Hund – Was ist das?

Jeder kennt sie, die Blasenentzündung – beim Menschen. Da stellt sich dann die Frage: Wie äußert sich diese beim Hund und was ist zu beachten?

Die Blasenentzündung beim Hund betrifft meist mehrere Organe der unteren Harnwege, vor allem die Harnröhre (Urethra) und die Harnblase (Vesica urinaria). Sie wird hervorgerufen durch eine körpereigene Reaktion auf schädliche Reize, in der Regel durch Bakterien. Sie kann auch durch Pilze, Viren oder Parasiten ausgelöst werden. Dieser Fall ist jedoch eher selten. Hunde jeden Geschlechts und jeden Alters können an einer Blasenentzündung erkranken. Auch Welpen können betroffen sein. Dennoch sind vor allem (kastrierte) Hündinnen und ältere Tiere gefährdeter.

Grundsätzlich werden zwei Formen der Blasenentzündung beim Hund unterschieden:

  • Akute Zystitis  : unmittelbare meist plötzliche Entzündung, häufig durch bakterielle Ursachen
  • Chronische Zystitis  : immer wiederkehrende Entzündung

Akute Blasenentzündung

Die akute Blasenzündung taucht in der Regel schnell und plötzlich auf und ist meist eine bakterielle Ansteckung (infektiöse, bakterielle Zystitis).

Chronische Blasenentzündung

Man spricht von einer chronischen Blasenentzündung, wenn diese mehr als zweimal innerhalb von sechs Monaten oder häufiger als dreimal im Jahr auftritt. Oft wird es auch revidierende Zystitis genannt. Hier werden die rezidive Blasenentzündung und die Reinfektion unterschieden.

Bei der rezidiven Variante überleben die Erreger im unteren Harntrakt, insofern sie vorher nicht richtig behandelt wurden. Grund können hier falsche oder zu niedrig dosierte Medikamente oder multiresistente Keime sein. Die Behandlung muss überdacht werden. Ein geschwächtes Immunsystem der Vierbeiner kann zur Reinfektion führen, indem neue Keime immer weitere Infektionen hervorrufen.

Bei einer chronischen Blasenentzündung sollten detaillierte Untersuchungen durchgeführt werden, um den genauen Auslöser zu identifizieren. Gegebenenfalls muss die Behandlungsform angepasst oder geändert werden.

Was tun, wenn der Hund eine Blasenentzündung hat?

Wichtig ist, direkt einen Tierarzt zu kontaktieren. Dieser kann die genaue Diagnose stellen und Medikamente verschreiben. Was Du tun kannst, ist, Deinen Hund im Warmen zu halten und ihm ausreichend Wasser zur Verfügung zu stellen. Auch Hausmittel wie Blasentees oder Cranberrys können bei der Genesung helfen.

Schäferhund in der Natur

Wenn man den Verdacht hat, dass der Hund unter einer Blasenentzündung leider, sollte man umgehend den Tierarzt kontaktieren.

Was sind die Ursachen für eine Blasenentzündung?

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entzündung. Für eine Erkrankung kommen infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen in Frage. Die Ansteckungen aufgrund infektiöser Erreger kommen häufiger vor als die durch nicht-infektiöse Erreger ausgelösten Entzündungen. Zu den infektiösen Erregern gehören:

  • Bakterien
  • Parasiten
  • Pilze
  • Mykoplasmen (Bakterien ohne Zellwand)

Bakterielle Blasenentzündung

In den meisten Fällen wird eine Blasenentzündung beim Hund durch Bakterien hervorgerufen. Diese gelangen über die Harnröhre in die Blase. Es handelt sich hierbei oft um Darmbakterien, die sogenannten Escherichia coli. Diese sind auch bekannt unter dem Namen Kolibakterium und kommen natürlicherweise im Darm vor. Aber auch andere Bakterien wie z.B. Staphylokokken, Streptokokken, Proteus mirabilis oder Klebsiellen können eine Blasenentzündung hervorrufen.

In 80% der Fälle kann die Entzündung auf eine Bakterienart zurückgeführt werden. Die restlichen 20% entstehen durch Mischinfektionen. Die Bakterien gelangen von den Genitalien über die Harnröhre in die Blase, in der sie sich einnisten und vermehren. Dabei sind dann lediglich die Schleimhaut (Urozystitis) oder die gesamte Blasenwand (Panzystitis) der Harnblase betroffen.

Bei einem geschwächten Immunsystem entsteht schneller eine Entzündung der Harnwege als bei einem gesunden Tier. Nicht immer muss eine Infektion vorliegen. Auch können Harnsteine eine Blasenentzündung auslösen. Hierbei bilden sich im Urin kleine Kristalle, die sich dann zusammenschließen. Sie reizen sowohl die Blase als auch die Harnwege. Tumore innerhalb des ableitenden Harnwegs sind ebenfalls ein Auslöser für eine Blasenentzündung. Zusätzlich können eine Verengung der Harnröhre oder eine Fehlstellung der harnableitenden Organe eine Entzündung der Blase begünstigen.

Blasenentzündung Hund: Welpe guckt traurig nach oben

Eine Blasenentzündung wird in den meisten Fällen durch Bakterien hervorgerufen.

Blasenentzündungen treten besonders häufig auf, wenn Hunde eine längere Zeit unterkühlt sind. Das kann im Winter, nach dem Spaziergang, dem Herumtoben im Schnee oder nach dem Schwimmen der Fall sein. Achte darauf, dass Dein Hund nicht allzu lange ungeschützt den kalten Temperaturen ausgesetzt ist.

Vermehrt betrifft diese Krankheit ältere Hunde oder kastrierte Hündinnen. Hündinnen erkranken häufiger an einer Blasenentzündung, da sie im Vergleich zum Rüden eine kürzere und breitere Harnröhre haben. Dadurch gelangen die Bakterien schneller in die Blase. Außerdem ist der Abstand des Afters zur Harnröhrenöffnung gering, dadurch gelangen die Bakterien leichter in die Blase. Der Östrogenspiegel bei kastrierten Hündinnen ist niedriger, was die Verbreitung der Bakterien ebenfalls begünstigt.

Die Schutzfunktion der Hormone fällt wesentlich geringer aus als bei nicht-kastrierten Hündinnen. Zudem kann der Schließmuskel der Blase bei kastrierten Hündinnen geschwächt sein und dadurch die eindringenden Bakterien nicht ausreichend abhalten. Auch Hunde, die unter Diabetes mellitus leiden, sind verstärkt betroffen. Der Zuckergehalt im Urin fördert das Bakterienwachstum.

Herrscht Ansteckungsgefahr?

Wer einen zweiten oder dritten Hund besitzt, fragt sich nun: Ist eine Blasenentzündung beim Hund ansteckend? Theoretisch ja! Praktisch gestaltet sich dies jedoch etwas kompliziert. Die Erreger müssten von dem erkrankten Hund direkt in die Nähe der Harnröhre des anderen Hundes gelangen. Das kann durch Belecken, beim Schwimmen oder beim Deckakt passieren. Grundsätzlich ist es also möglich, dass die Hunde sich gegenseitig anstecken, jedoch ist das eher unwahrscheinlich.

Symptome: Woran erkenne ich eine Blasenentzündung beim Hund?

Es gibt eine Reihe von Symptomen, die auf eine Blasenentzündung hindeuten können. Allerdings deuten sie nicht nur speziell auf die Blasenentzündung hin. Sie können auch Anzeichen für andere Krankheiten sein, weswegen sich immer ein Tierarzt den erkrankten Hund anschauen sollte. Erkennen lässt sie sich dennoch häufig an Rötungen, Schmerzen und funktioneller Einschränkung. Hier siehst Du alle Symptome im Überblick:

  • Verstärkter Harndrang
  • Mäßiger Urinabsatz
  • Unruhe
  • Hund muss häufiger raus und ist nicht mehr stubenrein
  • Hund versucht, Urin herauszupressen
  • Aufgewölbter Rücken
  • Schmerzlaute
  • Veränderte Farbe (getrübt oder rötlich mit Blut), Konsistenz und strenger Geruch
  • Bei schwerer Infektion:  Fieber, Müdigkeit und Schwäche
Shiba Inu in der Natur

Erkennen lässt sich eine Blasenentzündung häufig an Rötungen, Schmerzen und funktioneller Einschränkung.

Ein typisches Symptom einer Blasenentzündung ist der verstärkte Harndrang. Dein Hund muss dann viel öfter raus und versucht, Urin abzusetzen. Dies gelingt ihm meist nicht. Bei einer starken Entzündung zeigen die Hunde beim Urinieren Schmerzen. Beispielsweise laufen sie mit einem aufgewölbten Rücken oder geben Schmerzlaute von sich.

Weitere Symptome sind die Veränderung der Farbe und des Geruchs des Urins. Der Harn kann blutig verfärbt, getrübt oder leicht schaumig sein. In diesem Stadium kann es dazu kommen, dass die Blase nicht mehr vom Hund kontrolliert werden kann und sie ungewollt Urin verlieren. Ist die Krankheit weit vorgeschritten kann sich das Nierenbecken entzünden und der Hund zeigt weitere Symptome wie verringertes Leistungsvermögen, Fieber oder Abgeschlagenheit. Dein Hund wirkt dann sehr abgeschlagen und nicht mehr so voller Lebensfreude.

Woran erkenne ich eine Blasenentzündung beim Hund?

Du erkennst eine Blasenentzündung beim Hund daran, dass er sehr häufig den Drang danach verspürt, Wasser zu lassen. Er ist nicht mehr stubenrein. Häufig kommt trotzdem kein Urin. Außerdem könnte er Schmerzlaute von sich geben und einen Buckel machen, da er versucht, Urin herauszupressen. Der Urin könnte sich zusätzlich verfärben und die Konsistenz könnte verändert sein.

Diagnose & Behandlung: Was tun, wenn der Hund eine Blasenentzündung hat?

Die Diagnose

Wichtig ist: Wenn der Verdacht besteht, dass eine Blasenentzündung vorliegt, sollte immer ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Dieser kann mit seinem fachlichen Wissen die genaue Diagnose stellen und hilfreiche Medikamente verschreiben. Wenn eine Blasenentzündung nicht behandelt wird, dann können die Bakterien bis in die Nieren vordringen und dort eine gefährliche Nierenbeckenentzündung auslösen.

Er untersucht Deinen Hund möglichst genau und nimmt dann eine Urinprobe. Der Urin wird mithilfe einer bakteriologischen Untersuchung geprüft. Bestenfalls wird er mithilfe einer sterilen Entnahme direkt aus der Blase punktiert. Dieser sogenannte Zystozenteseurin ist besser zu beurteilen als aufgefangener Urin, da er nicht durch Keime der Genitalien verunreinigt ist. Unter einem Mikroskop und mithilfe eines Harnteststreifens können verschiedene Parameter erkannt werden. Beispielsweise sind hier der pH-Wert, Bakterien, Entzündungszellen, Blut oder Harnkristalle zu erkennen.

Nach Abschluss der Untersuchung sowohl des Patienten als auch seines Urins kann der Tierarzt die endgültige Diagnose stellen. Manchmal kann eine Blutuntersuchung notwendig sein, wenn die Urinuntersuchung keine klaren Befunde liefert. Falls Du selbst eine Urinprobe zum Tierarzt mitbringst, sollte sie in einem sauberen Gefäß gelagert und nicht älter als ein bis drei Stunden sein.

Bei Bedarf werden ebenfalls Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen der betroffenen Bereiche und vor allem der Blase vorgenommen.

Die Behandlung

Je nach Ursache und Befund verordnet der Arzt Deinem Hund eine passende Behandlung. In der Regel bekommen die Hunde ein Antibiotikum und bei Bedarf ein schmerzstillendes Medikament. Die Schmerzen beim Urin absetzen lassen nach und die Entzündung klingt ab.

Blasenentzündung: Hund liegt auf dem Parkettboden

In der Regel bekommen die Hunde ein Antibiotikum und bei Bedarf ein schmerzstillendes Medikament.

Das Antibiotika solltest Du immer für den gesamten vorgegebenen Zeitraum verabreichen. Ansonsten kann der Vierbeiner Resistenzen entwickeln! Dieser kann bei einer akuten Blasenentzündung zwischen 10 und 14 Tagen betragen. Bei einer chronischen Zystitis kann der Zeitraum 3 bis 4 Wochen lang sein, um eine erfolgreiche Therapie zu gewährleisten und weitere Rückfälle zu vermeiden.

Unterstützend kann dem Hund ein homöopathisches Mittel geben, die den Genesungsprozess positiv beeinflussen können. In der Regel erholt sich der Hund bei einer passenden Behandlung schnell und ohne Folgen. Eine unbehandelte Blasenentzündung kann zu Komplikationen wie eine Nierenbeckenentzündung, Harnsteine oder Prostataentzündung (beim Rüden) führen.

Welches Antibiotikum hilft gegen Blasenentzündung beim Hund?

Ein Antibiotikum sollte stets vom Tierarzt verschrieben werden. Dieser kann eine genaue Diagnose stellen, welcher Erreger der Grund für die Blasenentzündung ist. Daraufhin wird er Dir das passende Antibiotikum verschreiben.

Hausmittel gegen eine Blasenentzündung beim Hund

Wer eine Blasenentzündung erkennt, der kann bereits mit ein paar Kleinigkeiten seinem Vierbeiner helfen, gesund zu werden. Um eine Überdosierung jedoch zu vermeiden, sollte trotzdem Rücksprache mit einem Tierarzt gehalten werden. Ob der Hund auf die Hausmittel anspricht, ist individuell bei allen Hunden anders. Die einen sprechen gut darauf an, andere leider eher weniger.

Zu diesen Hausmitteln gehören

  • Blasentees (z.B. Eibisch, Schachtelhalmkraut, Bärentraubenblätter, Brennnessel, Wacholderbeere, Birke)
  • Cranberrys (als Saft oder getrocknet)

Um seinen Hund in der Genesung zu unterstützen, können folgende Dinge aufgegriffen werden:

  • Hohe Flüssigkeitsaufnahme

Durch kontinuierliche Flüssigkeitsaufnahme und dadurch häufiges Urinieren werden die Bakterien schneller mit ausgeschieden. Durch Zugabe von Wasser im Trockenfutter oder Brühe im Trinkwasser wird das Trinken für den Hund schmackhafter gestaltet.

  • Warmer Untergrund
  • Durchnässung und Unterkühlung vermeiden

Kalter Untergrund und generell Unterkühlung des Hundes fördern die Entstehung einer Blasenentzündung. Sorge dafür, dass Dein Hund einen warmen und trockenen Schlafplatz hat und lege beispielsweise Decken oder ein Schafsfell auf seinen Platz. Schütze ihn bei Spaziergängen zusätzlich durch Hundemantel oder Pullover. Im Haus sollte darauf geachtet werden, dass Zugluft vermieden wird.

  • Körperliche Beanspruchung sollte vermieden werden

Gönne Deinem Hund ein paar Tage Ruhe. Das tägliche Gassi gehen muss sein, aber auf andere Aktivitäten sollte verzichtet werden. Hier zeigt Dir Dein Hund selbst, ob er sich bewegen möchte. Leidet er unter Schmerzen, so wird er nicht gerne raus gehen wollen.

  • Bedarfsgerechte Ernährung des Hundes hilft die körpereigene Immunabwehr zu stärken und trägt zur Gesundheit zu

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Gönne Deinem Hund ein paar Tage Ruhe. Das tägliche Gassi gehen muss sein, aber auf andere Aktivitäten sollte verzichtet werden.

Vorbeugung: So vermeidest Du eine Blasenentzündung beim Hund

Vorbeugen ist besser als Heilen. Deshalb geben wir Dir jetzt ein paar Tipps, was Du für Deinen Hund tun kannst, um eine Blasenentzündung zu vermeiden.

Bei Hunden wie auch bei Menschen gilt: Immer viel trinken! So wird die Blase des Hundes regelmäßig durchgespült und Keime können ausgeschieden werden. Es fällt ihnen unter Anderem schwerer, sich einzunisten. Ihm sollte daher auch immer die Möglichkeit gegeben werden, seine Blase häufig zu entleeren. Wenn er zu lange einhalten muss, können sich die Bakterien in der vollen Blase stark vermehren.

Dennoch kannst Du Deinen Hund nicht grundsätzlich vor einer Entzündung schützen, aber mit einigen Maßnahmen verringerst du das Risiko einer Erkrankung. Deswegen sollten Hunde mit kurzem Fell sich bei schlechtem Wetter weniger hinsetzen und bestenfalls einen Hundemantel tragen. Generell sollten Hunde nicht unterkühlen. Achte deshalb generell darauf, dass Dein Hund bei kaltem und nassem Wetter nicht allzu lange sitzen oder liegen muss. Wenn Dein Hund gerne im Wasser spielt, solltest Du ihn danach immer trocken rubbeln. Dann kühlt er nicht aus und das Risiko einer Zystitis wird reduziert.

Außerdem ist ein Schlafplatz im Warmen und ohne Zugluft ratsam. Hier kann er dann in Ruhe komplett trocknen, falls er direkt nach dem Spaziergang nicht ganz trocken zu rubbeln ist. Isolierende Matten und Betten eignen sich gut.

Generell gilt: Solange Dein Hund optimal versorgt ist, bleibt seine Immunabwehr intakt. Deswegen sollte die Ernährung ausgewogen sein und auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmt sein.

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