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Hund trinkt nicht – Ursachen, Folgen & Lösungen

von Simone Heitmann
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Ausreichend sauberes Trinkwasser ist ebenfalls für unsere Hunde existenziell überlebenswichtig. Denn unsere Fellfreunde bestehen wie wir Menschen auch zu 70 % aus Wasser. Jede Körperzelle muss ausreichend mit Wasser versorgt werden, damit Organe, Immunsystem, Kreislauf und überhaupt der ganze Körper funktioniert. Dein Hund trinkt nicht oder zu wenig? Lies in diesem Artikel nach, welche Ursachen und gesundheitliche Folgen das haben kann und was Du tun kannst, wenn Dein Hund nicht trinkt.

Hund trinkt nicht (Hund): Krankheitssteckbrief

So viel sollten Hunde trinken 

Hunde benötigen täglich ausreichend frisches Wasser, damit die Organe, der Kreislauf, der Stoffwechsel und das Immunsystem ihre Funktion gesund ausführen können und die Nährstoffe vom Blut im ganzen Körper verteilt werden können. Zusätzlich reguliert Wasser auch die Körpertemperatur beim Hund, da Hunde nicht schwitzen können.

Um beurteilen zu können, ob Dein Hund zu wenig beziehungsweise die richtige Menge trinkt, kannst Du eine Berechnung aufstellen. In der Regel sollte ein Hund durchschnittlich am Tag um die 60 bis 100 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken. Das bedeutet, ein Hund, der 10 kg wiegt, sollte wenigstens 600 ml Wasser am Tag trinken, um seinen Körper ausreichend mit der lebenswichtigen Flüssigkeit zu versorgen. Ein Hund, der 20 kg wiegt, sollte mindestens 1200 ml trinken, – also mehr als ein Liter Wasser am Tag. Diese Berechnung ist aber nur als durchschnittlicher Wert zu verstehen. Selbstverständlich benötigt ein Hund an heißen Tagen oder bei erhöhter körperlicher Anstrengung mehr frisches und sauberes Wasser. Auch übergewichtige Hunde trinken in der Regel mehr Wasser.

Hund trinkt aus Napf

Hunde benötigen täglich ausreichend frisches Wasser, damit die Organe, der Kreislauf, der Stoffwechsel und das Immunsystem ihre Funktion gesund ausführen können.

Einen entscheidenden Einfluss auf das Trinkverhalten und die Wassermenge hat ebenso die Ernährung. Ein Hund, der mit Trockenfutter gefüttert wird, benötigt sehr viel mehr Wasser als ein Hund, der gebarft wird oder Nassfutter erhält.

Gelegentlich kommt es bei jungen Hunden vor, dass wenn sie aufgeregt sind, weil zum Beispiel etwas Neues gelernt werden soll oder weil Besuch ins Haus kommt, vermehrt Wasser aufgenommen wird. Dies ist aber kein Grund zur Sorge, meist handelt es sich dabei um eine sogenannte Übersprungshandlung und legt sich im Lauf eines Hundelebens wieder.

Tipp: Nimm schon an Tagen ab 20 Grad Außentemperatur immer eine Flasche Leitungswasser und einen faltbaren Trinknapf für deinen Hund mit. Wenn du keinen faltbaren Napf hast, kannst du unterwegs auch einen sauberen Gassibeutel in ein Trinkgefäß umwandeln.

Was passiert, wenn ein Hund zu wenig trinkt?

Der Hund dehydriert und schwebt dann in Lebensgefahr, weil sein Kreislauf und seine Organe Schaden nehmen.

Ursachen – Warum trinkt mein Hund nicht?

Wenn ein Hund zu wenig oder gar kein Wasser mehr aufnimmt, dehydriert er, was schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. Warum ein Hund zu wenig trinkt, kann viele Ursachen haben. Wir haben hier die häufigsten Auslöser zusammengeschrieben:

Stress

Leider eine der häufigsten Ursachen, dass ein Hund nicht trinken möchte, kann Stress sein. Stress bei Hunden kann sehr viele individuelle Auslöser haben. Nicht artgerecht ausgelastet, zu viel ausgelastet, Umwelteinflüsse wie Lärm, unerzogene Kinder, streitende Menschen. All dies und viel mehr kann belastend und stressig auf einen Hund wirken, was sich negativ auf sein Trinkverhalten auswirken kann.

Hund trinkt aus einem Napf auf Laub

Wenn ein Hund zu wenig oder gar kein Wasser mehr aufnimmt, dehydriert er, was schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann.

Angst

Tatsächlich können Hunde auch Angst vor dem Trinknapf haben. Wenn dieser zum Beispiel aus blankem Metall ist und sie sich im Boden des Napfes in dem Augenblick spiegeln, wenn sie sich drüber beugen. Oder der Metallnapf rutscht oder scheppert beim Trinken. Ein Trinknapf aus Keramik könnte da zum Beispiel Abhilfe schaffen. Auf Plastiknäpfe sollte wegen sich lösender Micropartikel und Weichmacher verzichtet werden. Ebenso kann auch der Ort, wo der Wassernapf aufgestellt wurde, unangenehm für den Hund sein. Zum Beispiel wenn er am brummenden Kühlschrank steht oder an einer Stelle, wo ständig Trubel ist oder wo es zieht wie Hechtsuppe.

Gewohnheit

Du hast vielleicht Deine Wohnung umgestellt und den Futterplatz an eine andere Stelle verlegt? Oder gibt es vielleicht neue Näpfe? Auch dies kann ein Grund sein, warum der Liebling plötzlich nicht mehr trinkt. Unserer Hunde sind ebenso Gewohnheitstiere und Änderungen können sie irritieren. Also doch lieber wieder alles rückgängig machen.

Wie erkenne ich, ob mein Hund zu wenig trinkt?

Nimm die Nackenfalte deines Hundes zwischen Zeigefinger und Daumen und zieh sie nach oben. Fällt sie beim Loslassen nicht sofort in sich zusammen, ist dies ein Zeichen, dass der Hund bereits viel zu wenig Wasser im Körper hat – es besteht Lebensgefahr.

Ein neuer Mitbewohner im Haus

Möglich ist auch, dass sich durch einen neuen tierischen Mitbewohner die Rudelstruktur verändert hat. Ein dominanter Blick vom Neuen, wenn der ältere Hund sich dem Trinknapf nährt, kann schon ausreichen, dass der Ältere das lebenswichtige Elixier meidet. Hier muss der Mensch entschieden eingreifen. Oft helfen schon zwei weit voneinander getrennte Futter- und Trinkplätze.

Futterumstellung

Wenn ein Hund mit Trockenfutter ernährt wird, braucht er sehr viel zusätzliches Wasser, um seinen Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Wird ein Trockenfutter-Hund auf Nassfutter oder auf die Barf-Methode umgestellt, erhält er nun wesentlich mehr Wasser mit der Nahrungsaufnahme. Er brauch nun also nicht mehr ganz so viel Wasser zusätzlich aufnehmen. Selbstverständlich ist aber auch dann ein stets voller Wassernapf obligatorisch im Hundehaushalt.

Liebestoll

Und auch die Hormone können einen unkastrierten Rüden vom Trink- und Fressnapf fernhalten, wenn eine läufige Herzdame in der Nähe wohnt.

Wie viel Wasser braucht ein Hund pro Tag?

Die Faustregel sagt: 60 bis 100 ml pro Kilogramm. Ein 10 kg schwerer Hund brauch also mindestens 600 ml bis ein Liter Wasser am Tag.

Operation, Zahnpflege und Narkose

Aus medizinischen Gründen muss ein Hund auch mal in Narkose gelegt werden. Bei Operationen oder auch bei der Zahnsteinentfernung erhält der Hund eine Infusion, damit der Kreislauf nicht zusammenbricht. Diese extra Flüssigkeitszufuhr kann sich noch ein, zwei Tage später bemerkbar machen und der Hund trinkt dann weniger als normal.

Übelkeit, Magen-Darm und andere Erkrankungen

Ebenso können auch Erkrankungen beim Hund dazu führen, dass er zu wenig trinkt. Dramatisch wird es dann, wenn der Hund dehydriert, was bei Übelkeit, Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden sehr schnell passieren kann, besonders bei Welpen. Hier darf nicht zu lange gewartet werden. Der Tierarzt muss dann eine Infusion legen, damit der Kreislauf nicht zusammenbricht und/oder Organe lebensbedrohlich geschädigt werden.

Hund trinkt nicht wegen Krankheit

Erkrankungen können eine Ursache dafür sein, dass der Hund nicht trinkt.

Dehydration beim Hund prüfen – der Test mit der Falte

Es gibt einen kleinen Test, denn Du auch zu Hause machen kannst, um zu kontrollieren, ob Dein Hund bereits zu wenig Wasser im Körper hat.

  1. Leg den Hund in die Seitenlage
  2. Nimm die Haut zwischen Nacken und Schulter und zieh sie hoch
  3. Nach dem Loslassen sollte sich die Falte sofort zurückbilden
  4. Bildet sich die Falte nicht zurück, muss der Hund umgehend zum Tierarzt gebracht werden, da Lebensgefahr besteht
  5. Bildet sich die Falte nur langsam zurück, muss der Hund ebenfalls umgehend zum Tierarzt gebracht werden.

Wie kann ich einen Hund zum Trinken animieren?

Versuch, das Wasser im Napf mit etwas Würstchenwasser aufzupimpen. Oder leg ihn Obst ins Wasser, das er gerne mag.

Hund zum Trinken animieren – Tipps & Tricks

Zur Routine und Hygiene eines jeden Hundehalters gehört es, die Näpfe täglich zu säubern und den Trinknapf stets ausreichend und leicht zugänglich mit frischem, kühlem Wasser zu füllen. Selbst wenn Dein Hund Deiner Meinung nach zu viel trinkt, ist der Trinknapf immer gefüllt und die Aufnahme von Wasser nicht zu begrenzen. Stell den Hund dann lieber der/dem Tierärztin/Tierarzt vor.

Nimmt Dein Hund zu wenig Wasser zu sich, kannst Du zunächst versuchen, das Defizit über das Fressen auszugleichen. Gieß das Fressen zusätzlich mit Wasser auf, sodass eine Konsistenz in der Art einer Gulaschsuppe entsteht.

Du kannst aber auch das Trinkwasser im Napf geschmacklich etwas auf Pimpen, indem Du zum Beispiel Wasser von Wienerwürstchen aus dem Glas oder etwas Thunfischwasser (ohne Öl) aus der Dose zusätzlich dazu gibst. Oder wenn Dein Hund Obst mag wie Blaubeeren, Himbeeren oder Mango leg ihm etwas davon in den Trinknapf. Wenn er sich die Stücke rausfischt, nimmt er automatisch auch Wasser auf. Du kannst auch mehrere unterschiedlich gepimpte Wassernäpfe an verschiedenen Orten aufstellen, so kann sich der Hund je nach Gusto einen auswählen. Aber vergiss nicht, auch einen Napf mit nur ganz normalem Trinkwasser aufzustellen. An warmen Sommertagen wird von vielen Hunden auch gern ein Stück Wassermelone genommen. Achte aber darauf, dass keine Kerne mehr im Fruchtfleisch sind. Die können Bauchschmerzen verursachen.

Was sollte ein Hund nicht trinken?

Nach einem Regen entstehen Pfützen, die für viele Hunde quasi ein Wellnesspool darstellen. Besonders wasseraffine Hunde wie Retriever lassen keine Gelegenheit aus, sich darin zu wälzen und ihren Spaß zu haben. Aufpassen musst du allerdings, wenn dein Liebling davon trinken will. Gerade Pfützen, die schon etwas länger stehen, sind meist voll von Larven, Parasiten, Bakterien und Viren, die schwerwiegende bis tödliche Krankheiten beim Hund auslösen können. Das Bakterium Leptospira interrogans führt sogar meistens zum Tod des Hundes, wenn er nicht gegen Leptospirose geimpft wurde.

Auch Meerwasser, Schnee und nicht fließende Gewässer können zu schweren Magen-Darm-Störungen und Erbrechen beim Hund führen. In Gebieten, wo auf Feldern Pestizide aufgebracht werden, sollte unter allen Umständen das Trinken aus Pfützen, Bächen oder Seen unterbunden werden. Es besteht Vergiftungsgefahr!

Tipp: Nimm am besten zu jedem Ausflug, den du mit deinem vierbeinigen Freund unternimmst, eine eigene Hundewasserflasche mit. Auch kann Dein Hund zur Not mal von Deinem Mineralwasser trinken. Es sollte aber ohne Kohlensäure sein.

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