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Pollenallergie beim Hund – Symptome, Vorbeugung & Behandlung

von Felix Ortmann
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Die Pollenallergie beim Hund zählt zu häufigsten Allergien von Vierbeinern. Dabei gibt es einige Methoden, die dabei helfen, deinem Hund bei einer Pollenallergie Abhilfe zu schaffen. Wie Du eine Pollenallergie beim Hund erkennst und welche Behandlungsmethoden besonders effektiv sind, erfährst Du in diesem Beitrag.

Was versteht man unter einer Pollenallergie beim Hund?

Die Pollenallergie beim Hund ist eine der häufigsten Allergien der Vierbeiner. In Amerika wird davon ausgegangen, dass ca. 10% der Haustiere an einer Gräser- und Pollenallergie leiden. Deshalb müssen sich immer mehr Hundebesitzer mit diesem zunächst ungewöhnlichen Thema auseinander setzen. Wie bei uns Menschen auch, ist die Pollenallergie beim Hund auf eine Fehlreaktion des Immunsystems zurückzuführen und der Körper wehrt sich fälschlicherweise gegen Pollen und Gräser. Die Allergiesymptome treten deshalb hauptsächlich zwischen Februar und September auf.

Was ist eine Pollenallergie beim Hund?

Eine Pollenallergie beim Hund ist auf eine Fehlreaktion des Immunsystems zurückzuführen, wodurch der Körper sich fälschlicherweise gegen Pollen und Gräser wehrt.

Woran erkennt man eine Pollenallergie beim Hund? – Typische Symptome

Die Symptome der tierischen Pollenallergie unterscheiden sich teilweise von denen der menschlichen. Es gibt jedoch typische Symptome die häufig auftreten:

1. Juckreiz / Hautausschlag

Ein Hautausschlag oder Juckreiz lässt sich daran erkennen, dass der Hund sich ständig kratzt und an verschiedenen Stellen juckt. Vor allem die Bauchseite oder Achselhöhlen sind im Falle einer Pollenallergie betroffen. Durch das ständige Kratzen steigt das Risiko, dass der Hund sich blutig juckt und die Haut sich entzündet. Außerdem können Ausschläge und Hautirritationen anhand von Symptomen wie Pfotenlecken, Wälzen und Reiben an bestimmten Stellen erkannt werden.

2. Atemprobleme

Beginnende „Pfeif“- Geräusche der Hundeatmung können auf Probleme der Atemwege hindeuten. Hunde, die unter Atemwegsproblemen, leiden können häufig aufgrund verengter Atemwege schlechter atmen. Dies geschieht nicht selten durch eine allergische Reaktion auf Pollen. Es besteht das Risiko, dass bei einer allergischen Reaktion die Atemwege komplett zuschwellen. In einem solchen Falle droht dann Lebensgefahr. Sobald der Hund untypische lautere Atemgeräusche hat oder nach Luft ringt, sollte Kontakt mit einem Tierarzt aufgenommen werden.

Hund steht vor Gräsern

Eine Pollenallergie beim Hund ist auf eine Fehlreaktion des Immunsystems zurückzuführen, wodurch der Körper sich fälschlicherweise gegen Pollen und Gräser wehrt.

Wie erkennt man eine Pollenallergie beim Hund?

Verschiedene Symptome können auf eine Pollenallergie beim Hund hinweisen- Diese sind: vermehrtes Jucken und Kratzen, Hautausschläge, Ohrenentzündungen, Atemwegsprobleme, tränende Augen oder Bindehautentzündungen.

3. Tränende Augen / Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Lichtempfindliche, gerötete Augen oder ein vermehrtes Kratzen des Hundes an den Augen weisen häufig auf eine Entzündung der Bindehaut hin. Diese kann durch eine allergische Reaktion auf Pollen, die ins Hundeauge gelangen, ausgelöst werden. Betroffene Hunde können häufig noch schlecht die Augen offen halten oder blinzeln vermehrt. Wenn die Bindehautentzündung fortgeschritten ist, kann es zu eitrigem Ausfluss an den Augen kommen. In einem solchen Fall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

4. Auffälligkeiten am Körper des Hundes

Des Weiteren kann man eine mögliche Pollenallergie anhand der folgenden Symptome erkennen: Eine gerötete und oder laufende Nase, übermäßiges Reiben oder Lecken einer bestimmten Hautstelle, geschwollene Pfoten oder ein erkennbarer Hautausschlag. Ebenso kann eine Ohreninfektion auf eine Pollenallergie beim Hund hindeuten. Letzteres lässt sich daran erkennen, dass der Hund sich vermehrt den Kopf schüttelt oder diesen schief hält. Außerdem weist ein unangenehmer Geruch der Ohren auf eine Entzündung hin. Hunde die unter einer Ohrenentzündung leiden, lassen sich ebenso ungerne an den betroffenen Stellen anfassen oder kraulen.

Da alle Symptome eher uneindeutig sind, sollte bei Verdacht auf eine Allergie ein Haut- bzw. Bluttest beim Tierarzt durchgeführt werden. Allergietests können bestimmen, auf welche Pflanzen der Hund allergisch reagiert, sodass weitere Schritte eingeleitet werden können.

Was hilft gegen Pollenallergie beim Hund?

Hund juckt sich an der Schnauze

Bei schwereren Fällen kann der Tierarzt eine Hyposensibilisierung, häufig bekannt als Desensibilisierung einleiten.

Hat der Tierarzt eine Allergie gegen Gräser und/oder Pollen festgestellt, können Medikamente Abhilfe schaffen. Bei schwereren Fällen kann der Tierarzt eine Hyposensibilisierung, häufig bekannt als Desensibilisierung einleiten. Eine Hyposensibilisierung ist eine langwierige Therapie. Dem Tier werden steigende Dosen des Allergens gespritzt, um den Körper zunehmend an die allergenen Stoffe zu gewöhnen. Diese Dosis wird niedrig gehalten, sodass gefährliche Reaktionen ausgeschlossen werden können.

Eine solche Therapie erfolgt, indem der Tierarzt über einen längeren Zeitraum geringe Mengen der Allergene unter die Haut des Hundes spritzt. Erhöht wird diese Dosis über mehrere Wochen, Monate oder Jahre hinweg. Das Immunsystem des Hundes wird durch die Therapie Stück für Stück an die Allergene gewöhnt. Sobald eine gewisse Höchstdosis erreicht wurde, wird fortführend diese Menge gespritzt. Eine Hyposensibilisierung kann allergische Reaktionen des Hundes auf Pollen mit der Zeit abschwächen und Allergiesymptome verbessern. Trotz dessen ist es unwahrscheinlich, dass eine Pollenallergie komplett geheilt werden kann.

Was können Hundebesitzer tun? Die wichtigsten Tipps

1. Ein Blick auf den Pollenkalender

Um sich auf allergische Reaktionen des Hundes rechtzeitig vorbereiten und präventive Maßnahmen ergreifen zu können, hilft der Blick auf einen sogenannten Pollenkalender. Auf diesem kann man ablesen, in welchen Monaten, mit dem Umherfliegen von welchen Pollen zu rechnen ist. Der Kontakt mit Pollen und Gräsern lässt sich vor allem im Frühling nicht vermeiden. Spaziergänge sollten unternommen werden, wenn der Pollenanteil in der Luft eher gering ist. Dies ist auf dem Land eher abends der Fall. In städtischer Umgebung ist die Luft früh morgens weniger mit Pollen belastet.

2. Zum richtigen Zeitpunkt die Wohnung lüften

Damit in der Wohnung die Pollenbelastung möglichst gering bleibt, empfiehlt sich das Lüften früh morgens, spät abends oder nach Regenschauern. Wenn in der Wohnung eine Klimaanlage vorhanden ist, kann es helfen diese nachts laufen zu lassen. Vorhandene Allergene aus der Luft können dadurch gefiltert werden.

Was hilft bei einer Pollenallergie beim Hund?

Der Tierarzt kann mittels einer Desensibilisierung über einen längeren Zeitraum die Symptome bei einem Heuschnupfen lindern. Es empfiehlt sich eher morgens und abends Spaziergänge zu unternehmen. Außerdem sollte  auf Hygiene in der Wohnung geachtet werden, um die Pollenkonzentration gering zu halten. Natürliche Pflegeprodukte und Heilmittel können ebenso Abhilfe schaffen.

3. Auf Hygiene achten

Um die Belastung für den Hund zu minimieren, sollten Fell und Pfoten nach dem Spaziergang mit einem feuchten Tuch gesäubert werden. Ebenso empfiehlt es sich, die eigene Kleidung nach einem Spaziergang gut auszuschütteln oder zu wechseln. Es empfiehlt sich außerdem, die Wohnung regelmäßig zu saugen. Das Waschen der Hundesachen, wie dem Spielzeug, der Hundedecken und Handtücher sowie des Hundebetts ist zu empfehlen. Pollen, Gräser und Samen sammeln sich dort vermehrt an. Dem Hund helfen alle Maßnahmen, um die Konzentration der Pollen in der Wohnung möglichst niedrig zu halten.

Golden Retriever bei Sonnenuntergang vor einem Feld

Golden Retriever gehören zu den Hunderassen, die besonders häufig von einer Pollenallergie betroffen sind.

4. Natürliche Pflegeprodukte und Heilmittel verwenden

Um dem Hund die Pollenallergie-Saison zu erleichtern, kann die Anwendung einiger natürlicher Pflegeprodukte helfen. Vor der Anwendung sollte mit einem Tierarzt Rücksprache gehalten werden.

  • Aloe Vera: Aloe Vera ist für seine entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt und kann gegen den häufigen Juckreiz von Hunden in der Pollenzeit helfen. Aloe Vera sollte in Gelform verwendet und auf die juckende Stelle aufgetragen werden. Aloe Vera kann eine Pollenallergie nicht heilen, jedoch zur Linderung der Symptome beitragen.
  • Apfelessig: Apfelessig ist durch seine antibakteriellen Eigenschaften ein vielseitig einsetzbares Lebensmittel. Im Falle eines Heuschnupfens beim Hund kann dieser ein Jucken des Hundes verringern. Bei einer allergischen Reaktion auf Pollen jucken sich Hunde häufig mit den Pfoten an verschiedenen Körperteilen. Die Reinigung der Pfoten mit Hilfe von Apfelessig kann in einem solchen Falle hilfreich sein. Dazu kann man eine kleine Menge Apfelessig mit Wasser verdünnt auf ein feuchtes Tuch geben und damit die Pfoten abwischen. Sollte der Hund Risse oder Wunden an den Pfoten haben, sollte Apfelessig nicht zum Einsatz kommen. Der Essig kann ein unangenehm brennendes Gefühl auf der Haut auslösen.
  • Kokosöl: Das Kokosöl gilt als zunehmend bekannte Wunderwaffe, die im Falle einer Pollenallergie bei Hunden zum Einsatz kommen kann. Durch seine anitbakteriellen Eigenschaften kann es gut gegen einen Juckreiz bei Hunden helfen. Zum Einsatz kommt es, indem man eine kleine Menge Kokosöl als Futterzusatz zur täglichen Mahlzeit des Hundes gibt.
  • Homöopathische Mittel und Akupunktur: Ebenso kann eine Symptom Linderung durch die Gabe homöopathischer Mittel oder durch eine Akupunktur Behandlung eintreten. Dazu können Hundebesitzer einen Termin bei einem Tierheilpraktiker ausmachen, um eine geeignete Behandlung herauszufinden.

Diese natürlichen Möglichkeiten zur Bekämpfung der Symptome bei einem Heuschnupfen können Hunden die Pollenzeit erleichtern. Jedoch kann keine der Anwendungen eine Erfolgsgarantie über eine Linderung der Symptome liefern. Alternativ ist dem Hund im Falle akuter Symptome bereits geholfen, wenn man ihm ein kühles Bad (mit hypo-allergischem Shampoo) gönnt.

Welche Hunderassen leiden häufig an einer Pollenallergie?

Häufig betroffen von einer Pollenallergie sind die Rassen Deutscher Schäferhund, Englische Bulldogge, Französische Bulldogge, Golden Retriever, Mops, Shar-Pei und Terrier.

Pollenallergie beim Hund: Welche Hunderassen leiden besonders häufig daran?

Grundsätzlich kann jede Hunderasse im Laufe der Zeit von Heuschnupfen betroffen sein. Häufig tritt eine Allergie, wie uns Menschen auch, nicht in den ersten Lebensjahren auf, sondern zeigt erst nach ein paar Jahren erste Symptome. Es gibt bestimmte Hunderassen, welche anfälliger für Heuschnupfen und Allergien sind als andere. Rassen, bei denen man von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit ausgeht, im Laufe des Lebens daran zu erleiden, sind:

Vor allem Rassen mit platten oder kurzen Nasen leiden durch die verkürzten Atemwege häufiger unter Problemen mit der Atmung. Diese sind anfälliger für eine Allergie. Bei solchen Rassen kommt es im Falle einer Pollenallergie häufig vor, dass betroffene Hunde schlapp und träge sind. Um eine eventuelle Pollenallergie diagnostizieren und dem Tier helfen zu können, sollte ein Tierarzt zur Unterstützung herangezogen werden.

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