Home Hundewissen von A bis ZHundegesundheit Bindehautentzündung beim Hund

Bindehautentzündung beim Hund

von Michael Hein
0 Kommentar
Kostenloses E-Book Welpen 1x1 zum Download

Wie auch bei uns Menschen sind die Augen sehr empfindlich. Manche Hunde sind sogar sehr anfällig und leiden häufig unter tränenden, entzündeten und geschwollenen Augen. Mit diesem Problem ist nicht zu spaßen. Stark tränende und gerötete Augen können natürlich schnell zu Hause mit einer Creme oder Tropfen behandelt werden. Besser ist es jedoch, zuvor mit dem Vierbeiner zum Tierarzt zu gehen. Eine Augenentzündung kann viele unterschiedliche Gründe haben und diese sollten direkt an der Wurzel behandelt werden. Du musst Dir bei zeitnaher Behandlung jedoch kein allzu großen Sorgen machen. Eine Bindehautentzündung beim Hund gehört zu den häufigsten Problemen, die auftreten können. Warum es dazu kommt, wie die Bindehautentzündung beim Hund zu behandeln ist und warum es so wichtig ist, einen Tierarzt aufzusuchen, auch wenn du vielleicht noch Tropfen oder eine Creme vom letzten Mal zu Hause hast, wollen wir in diesem Artikel beantworten.

Bindehautentzündung/Konjunktivitis (Hund): Krankheitssteckbrief

Was ist eine Bindehautentzündung?

Die Bindehautentzündung beim Hund wird auch Konjunktivitis genannt. Manche Hunderassen sind erblich vorbelastet und neigen vermehrt zu entzündeten Augen. Zu diesen Rassen zählen unter anderem Doggen, Boxer und Cocker Spaniel. Aber auch Chihuahuas und andere Rassen mit besonders groß gezüchteten Augen sind vermehrt anfällig.

Bei manchen Hunden kommt die Entzündung immer wieder durch eine Fehlstellung des Augenlids. Man spricht hier von einem sogenannten Roll-Lid. Auch wenn die Lidspalte zu nahe am Auge liegt oder verkleinert ist, kommt es immer wieder zu einer Bindehautentzündung beim Hund. Viele Vierbeiner leiden auch unter einem Cherry Eye und dieses wird ebenfalls immer wieder von einer Bindehautentzündung begleitet. Diese kann aber auch simpel von Haaren ausgelöst werden, die dem Tier ins Auge wachsen.

Durch konsequente und aufmerksame Pflege der Haare rund um die Augen kann eine Gefahrenquelle schnell aus der Welt geschafft werden. Wer bei der Auswahl seines Hunds auch auf einen seriösen Züchter gezählt hat, kann das Risiko einer erblichen Vorbelastung ebenfalls minimieren. 

Verantwortungsbewusste Züchter nehmen Elterntiere, die unter chronischen Bindehautentzündungen leiden aus der Zucht. So kann diese nicht weiter vererbt werden. Hunde von sogenannten Vermehrern und Hinterhof-Züchtern leiden tendenziell stärker unter Augenproblemen. 

Ist eine Bindehautentzündung beim Hund gefährlich?

Gefährlich ist die Konjunktivitis nicht, solange sie schnell behandelt wird. Die Bindehautentzündung ist für den Hund aber sehr unangenehm und auch schmerzhaft. Wird die Entzündung im Auge nicht behandelt, so kann es zu gravierenden Problemen führen.

Die verschiedenen Formen einer Bindehautentzündung

Beim Hund unterscheidet man zwischen einer akuten Konjunktivitis und einer chronischen Konjunktivitis. Zusätzlich wird auch unterschieden, ob es sich um eine infektiöse oder nicht infektiöse Bindehautentzündung handelt. Eine infektiöse Bindehautentzündung ist ansteckend.

Leidet Dein Hund unter dieser Krankheit, so ist es wichtig, dass ihr auf absolute Hygiene achtet. Vor allem die Applikatoren von Creme oder Tropfen müssen sauber und steril gehalten werden. Ansonsten würde sich der Hund immer wieder selbst anstecken. Auch muss der Rest der Medikation nach Verwendung und Abklingen der Entzündung entsorgt werden. Diese Creme und Tropfen dürfen nicht aufgehoben und wieder verwendet werden. Auch hier würde die Gefahr bestehen, dass sich auf den Applikatoren noch Keime und Bakterien befinden.

Hund Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung ist für den Hund sehr unangenehm und auch schmerzhaft.

Eine akute Konjunktivitis wird meist durch Zugluft, Fremdkörpern wie Sand, Pollen oder Staub, Sonnenlicht, Wimpern und einwachsenden Haaren ausgelöst. Auch Creme, Shampoo und andere Pflegeprodukte, Reinigungsmittel und Parfum können eine akute Bindehautentzündung beim Hund auslösen.

Die chronische Bindehautentzündung beim Hund wird hauptsächlich durch Probleme mit dem Augenlid, zu groß gezüchteten Augen, Cherry Eyes oder einwachsenden Wimpern und Haaren ausgelöst. Meist sind Hunde, die unter chronischer Konjunktivitis leiden, erblich vorbelastet.

Ist eine Bindehautentzündung beim Hund ansteckend?

Es gibt ansteckende und nicht ansteckende Varianten der Bindehautentzündung beim Hund.

Symptome einer Bindehautentzündung beim Hund

Wenn Dein Hund Probleme mit den Augen hat und sich eine Bindehautentzündung ankündigt, so ist dies meist sehr schnell erkennbar. Wenn der Vierbeiner permanent blinzelt und sich am Auge reibt und kratzt, dann solltest Du sofort nachsehen. Meist sind die Augen auch bereits gerötet und tränen. Die Hunde sind auch besonders lichtempfindlich. Wenn er beim Spazieren jault, jammert und den Kopf von der Sonne wegdreht und die Augen zusammen kneift, solltest du bemerken, dass etwas nicht stimmt.

Hat sich bereits eine Tränenstraße im Fell unter dem Auge gebildet, dann leidet der Vierbeiner bereits einige Zeit unter Augenproblemen. Auch wenn Eiter oder Sekrete aus dem Auge austreten, dürfte der Vierbeiner bereits seit einiger Zeit eine Bindehautentzündung haben. Meist ist bei einer Konjunktivitis lediglich ein Auge betroffen. Sind beide Augen gerötet oder tränen, so liegt auch eine Allergie nahe. Daher sollte der nächste Weg unbedingt zum Tierarzt führen, damit ihr das Problem abklären könnt.

Nahaufnahme einer Bindehautentzündung beim Hund

Es gibt ansteckende und nicht ansteckende Varianten der Bindehautentzündung beim Hund.​

Behandlung einer Bindehautentzündung beim Hund

Wenn der Tierarzt eine Konjunktivitis des Hundes diagnostiziert hat, so wird er sofort eine Creme oder Augentropfen verschreiben. Es gibt hierfür unterschiedliche Präparate, die exakt auf die Art der Bindehautentzündung abgestimmt werden müssen. Daher ist es wichtig, dass diese der Tierarzt verschreibt und du nicht irgendeine Creme oder Tropfen aus der Apotheke besorgst. Die Tropfen oder Cremen können entzündungshemmend, antibiotisch, schmerzstillen, befeuchtend oder pflegend sein. Auch antivirale Tropfen oder antifungale Cremen müssen im Fall der Fälle verschrieben werden, falls Viren oder Pilze die Auslöser für die Entzündung im Auge sind. 

Wurde die Entzündung durch einen Fremdkörper ausgelöst, so wird dieser zuerst vom Tierarzt entfernt. Der Tierarzt kontrolliert nun auch ganz genau, ob zusätzlich noch eine Verletzung der Hornhaut vorliegt. In diesem Fall werden häufig spezielle Gels verschrieben, welche länger auf der Augenoberfläche halten und als Schutz dienen.

Es kann auch passieren, dass die Entzündung durch eine Wimper oder durch Haare ausgelöst wurde. Der Tierarzt wird Dir nun zeigen, wie Du Wimpern und Haare in Zukunft besser kürzen kannst, damit dies nicht mehr vorkommt. Falls die Wimpern falsch wachsen und immer wieder ins Auge dringen würden, so kann auch überlegt werden, diese Wimpern dauerhaft zu entfernen.

Was tun bei Bindehautentzündung beim Hund mit Hausmittel?

Augentrost ist ein altes Hausmittel, das gut gegen leichte Entzündungen im Auge hilft. Die Tropfen aus der Pflanze sind in jeder Apotheke erhältlich, die homöopathische Medikamente führt.

Hausmittel bei einer Konjunktivitis beim Hund

Ein altes Hausmittel bei Problemen mit den Augen ist Augentrost. Diese Pflanze kann sowohl beim Menschen, als auch beim Tier verwendet werden. In der Apotheke sind Tropfen mit Augentrost frei erhältlich. Sie sollten aber wirklich nur bei leichten Beschwerden verwendet werden, oder zur Überbrückung dienen, bis ihr zum Tierarzt gelangt.

Hausmittel gegen Bindehautentzündung beim Hund

Augentrost ist ein altes Hausmittel, das gut gegen leichte Entzündungen im Auge hilft.

Bindehautentzündung beim Hund vorbeugen

Hygiene und die richtige Pflege tragen dazu bei, dass eine Bindehautentzündung beim Hund vermieden werden kann. Die Augen sollten stets sauber gehalten werden. Hunde neigen dazu, morgens etwas Sekret im Auge zu haben. Diese muss immer ordentlich entfernt werden. Auch Staub und anderer Schmutz gehören immer sofort weggewischt. So können diese das Auge nicht reizen und auch nicht kitzeln. Kitzelt etwas den Hund am Auge, so wird er versuchen, dies mit den Pfoten wegzuwischen. Dadurch kann er sich verletzen und sich eine Entzündung zuziehen.

Ebenfalls musst Du darauf achten, dass dem Vierbeiner niemals die Haare oder Wimpern ins Auge wachsen. Die Kontrolle dafür sollte zur regulären Fellpflege-Routine gehören. Zudem ist es wichtig, dass Du Deinen Hund niemals mit Shampoo oder Duschgel für Menschen badest. Diese sind für das Tier zu scharf. Wenn diese ins Auge gelangen, so kann es gereizt werden und sich entzünden.

Wie gebe ich meinem Hund Augensalbe?

Bei der Gabe der Augensalbe ist Hygiene sehr wichtig. Die Augen des Hundes und Deine Hände müssen steril gereinigt werden. Danach fixierst Du den Hund, hältst den Kopf des Tieres nach oben und träufelst Creme oder Tropfen ins leicht gespreizte Auge. Vorsicht: Der Applikator darf das Auge nicht berühren.

Tipps wie man Hunden Augentropfen oder Augensalbe gibt

Am besten ist es, wenn Du Dir das Auftragen der Salbe oder das Eintropfen der Augentropfen vom Tierarzt zeigen lässt. Zu Hause solltest Du Dich immer strikt an die Anweisungen im Beipackzettel halten. Bevor die Medizin aufgetragen wird, müssen die Augen mit einer sterilen Lösung gesäubert und Deine Hände ordentlich gewaschen werden. Es ist immer am besten, wenn zwei Menschen zusammenarbeiten. Einer kann den Vierbeiner fixieren, während sich der andere auf das Eintropfen der Medizin konzentriert. Falls Du es alleine meistern musst, lässt Du Deinen Vierbeiner zwischen den Knien absitzen und fixierst ihn nun mit Deinen Knien. Der Hund sollte dabei aber nicht gestresst werden. Achte darauf, dass Du ihm beim Festhalten nicht weh tust. Lege Dir für hinterher auch gleich ein Leckerli zurecht. Mit einer Hand wird nun ein Schnauzengriff durchgeführt. So richtest Du den Kopf des Hundes nach oben. Mit dem Finger derselben Hand wird nun das Auge ganz leicht aufgespreizt. Mit der anderen Hand träufelst Du nun die Creme oder die Tropfen ins Auge. Der Applikator darf niemals das Auge selbst berühren. Falls dies der Fall war, solltest Du sofort ein neues Fläschchen besorgen, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden. Nun lässt du den Hund los. Er darf ruhig blinzeln, so verteilen sich Creme oder Tropfen optimal. Er darf sich aber nicht am Auge kratzen. Davon hältst du ihn am besten mit einem besonderen Leckerli ab.

Kann man Bepanthen Augensalbe für Hunde nehmen?

An und für sich kann die Bepanthen Augensalbe auch für Hunde verwendet werden. Dies solltest Du jedoch nur bei einer leichten Entzündung tun und auch nur als Überbrückung, bis Du es mit Deinem Hund zum Tierarzt schaffst. Auch wenn Du Dir sicher bist, dass es sich um keine infektiöse Entzündung handelt, kannst Du diese Creme anwenden.

Bindehautentzündung beim Hund – Fazit

Eine Bindehautentzündung beim Hund kann immer wieder schnell vorkommen. Wird diese zeitnah behandelt, verschwindet sie auch wieder schnell und der Hund muss mit keinen Konsequenzen rechnen. Wichtig ist jedoch, dass Du immer einen Tierarzt aufsuchst, und dem Vierbeiner die richtigen Medikamente verschreiben lässt. Durch regelmäßige Fellpflege und Hygiene lassen sich Entzündungen am Auge jedoch vermeiden. Dass etwas mit den Augen Deines Vierbeiners nicht stimmt, erkennst Du ziemlich deutlich. Wenn der Hund vermehrt am Auge reibt, es gerötet ist, tränt oder anschwillt, dann sollte euch der nächste Weg zum Tierarzt führen. Mit der richtigen Behandlung ist die Konjunktivitis sehr schnell zu heilen.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.