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Französischer Vorstehhund

von Marcel Hammerich
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Hundefreunde, die an Jagdhunden oder Jagdhelfern interessiert sind, gibt es viele. Ein Französischer Vorstehhund ist für Jäger die richtige Wahl. Das ruhige und liebenswerte Tier zeigt sich lehrhaften Händen gegenüber positiv und verspielt. Was bei dem vierbeinigen Franzosen zu beachten ist, verrät das Rasseportrait. Ein Französischer Vorstehhund gehört zur FCI-Gruppe 7 der Vorstehhunde. Er ist der Sektion 1 zugeordnet.

Französischer Vorstehhund im Steckbrief

Steckbrief
Größe: bis 69 cm
Gewicht: 17-25 kg
FCI-Gruppe: 7: Vorstehhunde
Sektion: 1.1: Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque
Herkunftsland: Frankreich
Farben: Kastanie, Kastanie-Weiß, Kastanie-Lohfarbig
Lebenserwartung: 13 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Hüte-, Begleit- und Familienhund
Sportarten:
Charakter: Gelehrig, Ruhig, Anhänglich, Aktiv, Liebenswürdig, Verspielt
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens: moderat
Pflegeaufwand: eher gering
Fellstruktur: Fein, Kurz
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Der Französische Vorstehhund stammt vermutlich von italienischen oder spanischen Bracken ab. Als ausgezeichneter Jagdhelfer zählt die Rasse zu den ältesten Vorstehhunden Frankreichs. Bis in das 19.Jahrhundert hinein herrschte das körperliche Format der schweren Vorstehhunde der Oysel und der Gascogne vor. Züchter begannen schließlich mit der Selektion, woraus sich im Laufe der Zeit zwei Varietäten herausgebildet haben: der Englischen Settern ähnelnde Pyrenäen-Typ und der Gascogne-Typ. Sie sahen nicht mehr wie klassische Brackenhunde beziehungsweise Lauf- und Meutehunde aus. Zudem waren sie leichter, schneller und kleiner.

Französischer Vorstehhund im Sitzen

Der französische Vorstehhund ist in Typ Pyrenäen und Typ Gascogne zu unterscheiden.

Den heutigen „Braque Français“ nannte man in seinem Heimatland früher „Braque du Pays“. Lange Zeit wurde die Rasse auch „Braque Charles X“ genannt, da Charles von Frankreich, Graf von Artois (1757-1836), oder auch einfach König Karl genannt, eine Vorliebe für den exzellenten Jagdbegleiter hatte.

Die Jagd mit Vorstehhunden war schon im 16. Jahrhundert das ausschließliche Vorrecht des Adels. Besonders prägte sich die Leidenschaft der Jagd auf Vögel aus. Nicht nur Hunde kamen dabei zum Einsatz, sondern auch Falken. Konnte ein Falke größeres Geflügel nicht alleine bändigen, half ihm der Vierbeiner. Darüber hinaus war es die Aufgabe der speziell ausgebildeten Jagdhunde, so nah wie möglich bei Wachteln und Rebhühnern vorzustehen.

Der Französische Vorstehhund ist eine vom kynologischen Dachverband FCI offiziell anerkannte Vorstehhunderasse.

Wesen & Charakter vom Französischen Vorstehhund

Französische Vorstehhunde kommen noch heute bei der Jagd zum Einsatz. Selten wird der Hund als reiner Begleithund gehalten. Anders als andere Jagdhunderasse verhalten sie sich ihrer sozialen Gruppe gegenüber als anhänglich. Von Einzelgängertum kann bei diesem Hund nicht die Rede sein. Sein Wesen entspricht dem eines ausgeglichenen und ruhigen Gesellen, der sich anderen Menschen und Tieren gegenüber als freundlich erweist. Er verhält sich weder ängstlich noch aggressiv. Allerdings braucht es seine Zeit, ehe man das Vertrauen gewinnt.

Die Rasse entfaltet ihr gesamtes Potential am besten bei der Jagd. Dabei zeigt sich das Tier als versierter und zuverlässiger Jagdbegleiter. Der Bracke ist treu und loyal. Die Intelligenz der Hunderasse erfordert stets neue Herausforderungen, die das Tier mit seiner ihm zugeteilten Arbeit bekommt.

Aufgrund seines ursprünglichen und heutigen Aufgabengebietes ist der Hund die Nähe zu seinem Besitzer gewohnt – Lange alleine bleiben kann die anhängliche Fellnase nicht. Mehrere Stunden allein führen zu unerwünschten Verhaltensweisen. Trotz dieser Anhänglichkeit neigt das Tier dazu, seinen Jagdinstinkt durchgehen zu lassen. Hält man den französischen Vorstehhund als Begleithund, kann er auch mal kurz ausreißen.

Die Rasse kann auch als Wachhund eingesetzt werden. Eindringlinge oder Veränderungen signalisiert der vierbeinige Franzose durch lautes Bellen. Allerdings wirkt sein Erscheinungsbild nicht wirklich einschüchternd.

Wie ist das Wesen des Französischen Vorstehhundes?

Die Hunderasse gilt als verspielt, ruhig, gelehrig und liebenswürdig.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Französischen Vorstehhundes

Französischer Vorstehhund im Liegen

Der französische Vorstehhund ist ein treuer Jagdbegleiter.

Ein Französischer Vorstehhund wird bis zu 69 cm groß, wobei das Gewicht nicht festgelegt ist. Folglich gehört der Vierbeiner zu den großen Hunderassen. Das üppige Haar ist kurz und liegt eng an und je nach Varietät kann es feiner ausfallen. Als Fellfarben kommen Braun und Weiß mit Tüpfelung oder ohne, Braun oder Braun mit entsprechend weißen Abzeichen vor. Obwohl der typisch brackenartige Hund aus Frankreich vom Erscheinungsbild nicht schwer wirkt, ist er kräftig. Dabei hat der Körper die Form einer noblen Statur. Der Hund kann braune oder dunkelgelbe Augen haben.

Erziehung & Haltung des Französischen Vorstehhundes – Das gilt es zu beachten

Der Vorstehhund aus Frankreich will Frauchen und Herrchen stets gefallen. Mit diesem Antrieb zeigt er sich folgsam und gelehrig und lernt gerne neue Dinge dazu. Vor allem für Jäger, die noch am Anfang stehen, ist der Hund sehr gut geeignet. Die leichte Erziehbarkeit macht es aber nicht nur dieser Gruppe einfach. Auch Anfänger, die den Hund als reinen Begleithund halten möchten, kommen mit seinem Wesen zurecht. Für einen Hund, der gewohnt ist als Jagdhelfer zu arbeiten, ist das ungewöhnlich. Viele Jagdhunderassen sind für Anfänger nicht geeignet, weil der ausgeprägte Jagdinstinkt und eine große Portion Eigensinn die Erziehung nicht leicht machen.

Beim Französischen Vorstehhund muss man auch nicht mit Hinterlist rechnen. Der Charakter entspringt einer ehrlichen Natur, die nicht darauf aus ist, gut gemeinte Nachgiebigkeiten auszunutzen. Dennoch sollte auch der Anfänger schon am Anfang der Erziehung Konsequenz walten lassen. Gleichzeitig ist der respektvolle und liebevolle Umgang Voraussetzung für eine funktionierende Beziehung. Anfängern ist geraten, eine kompetente Hundeschule zu besuchen und einen Hundesport, bei dem sich Gehorsam und Folgsamkeit verbessern lassen.

Zu jedem Zeitpunkt es wichtig, dem Französischen Vorstehhund keine Unsicherheiten zu zeigen. Hunde werten ein solches Verhalten oftmals als Inkompetenz. Schnell sehen sie, dass sich der Mensch nicht durchsetzen kann. Daraus entstehen Verhaltensweisen, die den Anfänger überfordern könne. Die Verteilung der Rollen innerhalb des Rudels muss also klar sein.

Die Hunderasse kann sowohl in Haus als auch in der Wohnung gehalten werden. Große Platzansprüche hat das Tier nicht.

Wie viel kostet ein Französischer Vorstehhund?

Für einen Welpen müssen Interessenten mit 700 bis 950 Euro rechnen.

Ernährung des Französischen Vorstehhundes

Ein Französischer Vorstehhund verträgt sowohl Nass- als auch Trockenfutter. Bei Futter aus dem Fachhandel sollte dennoch immer ein Blick auf die Inhaltsstoffe geworfen werden. Nicht immer ist das drin, was drin sein soll. Steht ein hoher Fleischanteil an erster Stelle der Deklaration, handelt sich um qualitativ hochwertiges Hundefutter. Darüber hinaus sollten Zucker, künstliche Aromastoffe, Getreide als Füllstoff oder Konservierungsstoffe nicht enthalten sein. Diese Inhaltsstoffe gehören nicht zu einer gesunden Hundeernährung. Um eine proteinreiche Nahrung zu gewährleisten, sollten mindestens 70 bis 80 Prozent Fleischanteil enthalten sein. Gefüttert werden kann der französische Braque francais auch mit halbfeuchtem Futter.

Der Jagdhund eignet sich sehr gut für eine Rohfütterung. Rohes Fleisch bekommt dem Hundemagen am besten. Damit das Tier auch vitaminreiche Nährstoffe und Mineralien zu sich nimmt, sollten Gemüsesorten und etwas Reis beigemischt werden.

Die Fütterung orientiert sich an bestimmten Ernährungsfaktoren. Dazu zählen Alter, Gewicht, Größe, der Grad der Aktivität und mögliche Krankheiten oder Allergien. Hinsichtlich des Alters gibt es Abstufung in Welpen, Junior, Adult und Senior. Welpen bekommen bis zu vier Mahlzeiten am Tag, erwachsene Hunde hingegen brauchen nur zweimal Futter täglich. Dabei sind die Dosierungsangaben von Fertigfutter nur grobe Richtwerte.

Zudem darf nicht mehr gefüttert, als nötig ist. Ein Französischer Vorstehhund hat durch seine Jagdarbeit einen hohen Energieverbrauch. Die Mengen richten sich nach dem Grad der tatsächlichen Aktivität.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die französische Fellnase kann ein Lebensalter von 13 Jahren erreichen. Die Rasse ist kaum anfällig für Krankheiten. Von Natur aus ist der Hund gesund und robust. Seine gesunde Herkunft darf beim Hundehalter aber nicht zu Vernachlässigungen in anderen Bereichen führen, denn Krankheiten können auch durch falschen Ernährung und zu wenig Bewegung entstehen.

Gerade bei der Rohfütterung (Barf) kann es zu einer Mangelernährung kommen. Fehlen dem Hund auf Dauer wichtige Vitamine und andere Nährstoffe, kann es zu Fehlfunktionen der Organe kommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich einen Ernährungsplan vom Tierarzt erstellen. Alternativ muss sich der Hundefreund mit der Futtermittelkunde auseinandersetzen.

Auch Überfütterung beeinträchtigt die Gesundheit. Bewegt sich ein Französischer Vorstehhund zu wenig, sollten die Futtermengen angepasst werden. Damit vermeiden Besitzer zu viel Pfunde auf den Hüften ihres Tieres. Übergewicht belastet die Gelenke und beeinträchtigen auf lange Sicht die Bewegungsfähigkeit des Tieres. Dazu kommen oftmals Herz- und Atemprobleme. Nicht selten kämpft der Hund später auch mit Diabetes. Die Bracke neigt aber nicht zu Übergewicht.

Der Französische Vorstehhund wurde schon immer vornehmlich für die Jagd eingesetzt. Dabei spielten Wind und Wetter keine Rolle. Die Robustheit der Vorfahren hat sich auf die heutigen Varianten französischer Vorstehhunde übertragen. Kälte- und nässeempfindlich ist der Körper des Vierbeiners nicht. Vor Hitzewellen sollte der Hund allerdings geschützt werden.

Wie alt wird ein Französischer Vorstehhund?

Ein Französischer Vorstehhund kann bis zu 13 Jahre alt werden.

Pflege des Französischen Vorstehhundes

Das Fell des Französischen Vorstehhundes bedarf keiner intensiven Pflege. Es reicht, wenn das Fell regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich gebürstet wird. Diese Pflegeroutine hält das Haar und die Haut gesund. Bei nassem Schmutz reicht es, wenn das verschmutzte Haarkleid trocknet. Danach lässt es sich einfach ausbürsten.

Die routinierte Fellpflege reduziert auch zu viel Haare in Haus oder Wohnung, doch an sich verliert die Rasse Haare nur im moderaten Umfang Haare. Wer das auch nicht möchte, greift öfters zur Bürste. Dem Hund schadet es nicht – ganz im Gegenteil. Das Tier merkt, dass sich Frauchen und Herrchen kümmern und das stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund. Wer sich ein wenig mehr Zeit nehmen möchte, verwöhnt den Franzosen mit Wellness-Einheiten. In Zeiten des Fellwechsels verliert das Tier viel Haare. Das ist bei fast jeder Hunderasse, die ihr Fell wechseln, der Fall. Um lose Haare aus dem Fell zu entfernen, sollte das Tier zu diesen Zeiten täglich gebürstet werden.

Weil sich die Stöbernase gern im Wald aufhält, sollten Hundeführer das Fell stets nach Zecken oder Flöhen absuchen. Zu gern suchen sich die ungebetenen Gäste den Weg durch das Fell auf die Haut. Um das zu verhindern, kann das Fell auch vorbehandelt werden. Spezielle Mittel gibt es entweder beim Tierarzt oder im Fachhandel.

Französischer Vorstehhund – Aktivitäten und Training

Französischer Vorstehhund von der Seite

Wir der französische Vorstehhund nicht jagdlich geführt eignet sich Hundesport als Alternative.

Die französische Bracke braucht viel Bewegung. Hunderassen dieser Art sind körperliche und geistige Auslastung durch ihr Aufgabengebiet gewohnt. Auf einen längeren täglichen Spaziergang sollte daher nicht verzichtet werden. Am wohlsten fühlt sich das Tier in der Natur. Im Wald oder im Rahmen weitflächiger Landschaften können Ausflüge das Hundewesen glücklich machen. Die Empfehlung gilt besonders für die Interessenten, die den Französischen Vorstehhund als Begleithund halten und nicht für die Jagd einsetzen. Unausgeglichenheit führt zu unerwünschten Verhaltensweisen. Fühlt sich der Vierbeiner gelangweilt, leiden schnell Möbel und anderen Gegenstände darunter.

Wer selbst gerne mit seinem treuesten Freund in Aktion tritt, besucht einen Hundesport. Der Französische Vorstehhund ist auf jeden Fall für diverse Hundesportarten geeignet. Agility steht für viele Hundefreunde an erster Stelle, weil der Hundeparcours viel Abwechslung bereit hält. Tunnel, überspringbare Hindernisse, Slalom-Übungen, Reifen und vieles mehr müssen Hunden mit Geschick und Schnelligkeit überwinden. Dabei kommt es auf Fehlerfreiheit an. Frauchen oder Herrchen sind bei den Übungen nah dabei und begleiten das Tier mit motivierenden Worten. Bei jeglichen Hundesportarten ist Teamwork gefragt. Auch für Canicross oder Caniwandern ist das Tier geeignet. Entweder Mensch und Tier sind über eine Leine miteinander verbunden und laufen eine vorgegebene Strecke ab oder sie wandern diese.

Wozu wird der Französische Vorstehhund eingesetzt?

Vornehmlich wird das Tier zur Jagd eingesetzt und kaum als Begleithund. Mit viel alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten kann der Vierbeiner aber auch als Begleithund geführt werden.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Französische Vorstehhundes

Der Französische Vorstehhund ist trotz seiner jagdlichen Herkunft ein umgängliches und folgsames Tier, das auch für Anfänger geeignet ist. Nicht bei allen Jagdhunden ist das der Fall.

Lange Zeit war das Tier in der Geschichte der Liebling diverser Adelsgeschlechter.

Nachteile des Französischen Vorstehhundes

Da sich der Französische Vorstehhund einer robusten Gesundheit erfreut und sich charakterlich umgänglich zeigt, sind keine Nachteile mit der Haltung des Tieres verbunden. Interessenten müssen aber mit viel Anhänglichkeit rechnen. Lange alleine lassen sollten sie den treuen Vierbeiner nicht.

Passt der Französische Vorstehhund zu mir?

Der Französische Vorstehhund ist wegen seiner Anhänglichkeit durchaus zu ausgiebigen Kuscheleinheiten bereit. Fürs stundenlange Verweilen auf der Couch ist das Tier aber nicht gemacht. Wird das verspielte Tier in einer Wohnung gehalten, sollte auf einen längeren Spaziergang oder den Ausflug auf eine Hundewiese nicht verzichtet werden. Ein Haus mit Garten wäre optimal, weil man einen Französischen Vorstehhund auch mal unbeaufsichtigt in den Garten lassen kann. Gerne beschäftigt sich der Hund zwischenzeitlich auch mit Hundespielzeug. Auf seine Lieblingsmenschen möchte der treuen Freund aber nicht lange verzichten müssen.

Französischer Vorstehhund im Liegen

Der französische Vorstehhund ist ein toller Familienhund.

Interessenten müssen viel Zeit für diese Hunderasse mitbringen. Wenn er nicht durch die Jagd ausgelastet wird, sollte der Besuch eines Hundesports eingeplant werden können. Das bietet körperliche Abwechslung und fördert die Intelligenz.

Ein Französische Vorstehhund ist ein toller Familienhund. Der kleine Franzose liebt Kinder und ist ihnen eine hervorragender Spielgefährte. Auch kommt der Hund für noch aktive Senioren in Betracht.