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Zahnwechsel beim Hund – Was Du alles beachten solltest

von Rica Kenning
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Hundewelpen kommen wie Babys zahnlos auf die Welt. Erst allmählich wachsen ihre Milchzähne, die beim Zahnwechsel durch die „Erwachsenen“-Zähne ausgetauscht werden. Was beim Zahnwechsel des Hundes genau passiert, welche Probleme auftreten können und wie Du Deinem Welpen den Zahnwechsel erleichterst, erfährst Du in diesem Artikel.

Das Gebiss des Welpen und seine Entwicklung

Etwa ab der dritten oder vierten Lebenswoche beginnen Welpen zu zahnen. Dann dauert es circa acht Wochen bis sie ihr vollständiges Milchgebiss mit normalerweise 28 Zähnen besitzen. Die kleinen, dünnen Milchzähnchen der Hunde sitzen jeweils hälftig in Ober- und Unterkiefer und sind sehr spitz. So kann nach dem Spielen und Raufen mit dem kleinen Hund schon mal das ein oder andere Loch in der Kleidung des menschlichen Spielgefährten zu finden sein Zwischen ihrem vierten und siebten Lebensmonat erleben die Welpen dann ihren Zahnwechsel hin zum bleibenden Gebiss.

Der Zahnwechsel setzt bei kleineren Hunden später ein als bei größeren Hunderassen und dauert auch etwas länger. Die bleibenden Zähne eines Hundes bestehen aus insgesamt 42 Zähnen. Davon sind 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Der Vierbeiner hat in Ober- und Unterkiefer jeweils sechs Schneidezähne, jeweils zwei Eckzähne (auch Fangzähne genannt), jeweils acht scharfkantige Backenzähne (sogenannte Prämolaren) sowie vier weitere Backenzähne (sogenannte Molaren) ganz hinten im Oberkiefer beziehungsweise sechs im Unterkiefer.

Damit die Fellnase optimal mit ihren Zähnen fressen kann und sich die Zähne gleichmäßig abnutzen, ist ein Scherengebiss wünschenswert. Dabei stehen bei geschlossenem Maul die Oberkiefer-Zähne leicht vor den Unterkiefer-Zähnen.

Ab wann beginnt der Zahnwechsel bei einem Welpen?

Der Zahnwechsel findet zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat statt.

Was passiert beim Zahnwechsel?

Beim Zahnwechsel fallen die Milchzähne des Welpen aus und werden meistens von den Hunden verschluckt. Nur selten finden Tierliebhaber ein Zähnchen, das sie als Erinnerung aufbewahren können. Allmählich wachsen die bleibenden Zähne, bis der Hund etwa nach drei Monaten sein vollständiges Gebiss besitzt.

Wie merke ich, dass mein Welpe zahnt?

Der Welpe kann vermehrt sabbern, sich auffällig oft über Zähne und Maul lecken, das Futter verweigern oder schlimmstenfalls die Möbel anknabbern, wenn er keinen Kauersatz bekommt. Auch Fieber, Durchfall, Antriebslosigkeit können Begleiterscheinungen des Zahnens sein. Eindeutiges Zeichen, dass der Welpe zahnt, ist ein ausgefallener Milchzahn.

Das solltest Du beim Zahnwechsel beim Hund beachten

Welpe mit Ball

Während des Zahnwechsels ist weiches Spielzeug für den Welpen ideal.

Die Milchzähne der Hunde sind sehr zerbrechlich, da sie nur von einer dünnen Schmelzschicht überzogen sind. Daher sollte man der Fellnase in der Zeit des Zahnwechsels kein allzu hartes Futter geben. Trockenfutter sollte vor dem Füttern eingeweicht und harte Kauknochen überhaupt nicht gegeben werden. Auch Zerrspielchen oder Apportieren sollte man während des Zahnwechsels unterlassen, denn dabei kann leicht ein Milchzahn schmerzhaft verloren gehen. Der Hund wird eventuell den Schmerz mit dem Spiel beziehungsweise Apportieren assoziieren und deshalb in Zukunft meiden.

Während des Zahnwechsels sollten Hundebesitzer des Öfteren den Mundraum des Zahnenden untersuchen. Denn es kann durchaus passieren, dass ein bleibender Zahn bereits durchkommt, bevor der Milchzahn ausgefallen ist oder sich das Zahnfleisch entzündet. Dann sollte mit dem Hund auf alle Fälle ein Tierarzt aufgesucht werden.

Probleme und Beschwerden beim Zahnwechsel

Wie Kleinkinder können auch Welpen Schmerzen oder einen Juckreiz beim Zahnen empfinden. Am häufigsten bereitet das Durchbrechen der Fangzähne Probleme. Um dieses unangenehme Gefühl des Zahnens loszuwerden, suchen sich die kleinen Hunde oft Dinge zum Anknabbern. Dem fällt auch schon mal das Hausinventar zum Opfer. Nagt Dein junger Hund also sehr viel an, kann es auf den eintretenden Zahnwechsel hindeuten.

Wenn die Welpen durch das Zahnen Schmerzen haben, kann sich das in unruhigem oder kraftlosem Verhalten sowie schlechtem Durchschlafen äußern. Manche verweigern sogar ihr Futter. Gerade hartes Trockenfutter kann Probleme beim Fressen bereiten. Da hilft ein circa zehnminütiges Einweichen mit Wasser, damit der junge Hund es besser fressen kann. Bei Appetitlosigkeit sollte man den Welpen öfter wiegen, um sicher zu gehen, dass er nicht an Gewicht verliert.

Manchmal entzündet sich das Zahnfleisch sogar und es kommt zu leichten Blutungen. Durch die Entzündung im Mundraum kann der Hund auch einen üblen Mundgeruch verbreiten. Ebenso ist es möglich, dass der Hund vermehrt sabbert oder sich ständig über Zähne und Maul leckt, um die wackelnden Milchzähnchen zu beseitigen. Auch kann der Welpe von Durchfall oder Fieber geplagt werden.

In der Zeit des Zahnens sollte man des Öfteren das Maul des „Zahnkindes“ untersuchen. Bei Unsicherheiten gibt der Tierarzt mit Sicherheit gerne nützliche Tipps. Spätestens nach dem sechsten Lebensmonat sollte sich der kleine Hund sowieso beim Tierarzt vorstellen, um sein Gebiss kontrollieren zu lassen.

Können Komplikationen auftreten?

Komplikationen können durch Zahnfleischentzündungen oder abgebrochene Milchzähne entstehen. Ebenso kann es zu Problemen kommen, wenn die bleibenden Zähne bereits durchbrechen, bevor die Milchzähne ausgefallen sind.

Kleine Hunderassen haben häufiger Probleme

Kleine Hunderassen brauchen für den Zahnwechsel oftmals länger als große Hunde und haben häufiger Probleme damit. Es kann sogar zu richtigen Komplikationen kommen. Bei kleineren Hunden wie bei Chihuahuas zum Beispiel sind die Milchzähne oft vereinzelt noch da, wenn die Erwachsenenzähne schon durchbrechen. Dies bezeichnet man als persistierende Milchzähne. Dann sollte man dringend einen Tierarzt aufsuchen, der die Milchzähne des Hundes ziehen muss. So haben die neuen Zähne Platz und es kommt zu keiner Zahn-Fehlstellung oder einem Fehlbiss. Ein abgebrochener Milchzahn ist auch gefährlich, da er erstens das Wachstum des neuen Zahns blockiert und zweitens sich dort leicht Bakterien ansiedeln – Dies zieht oft eine Entzündung nach sich.

Generell empfiehlt es sich, mit einer kleinen Hunderasse bereits ab dem 5. Lebensmonat den Tierarzt bezüglich des Zahnwechsel aufzusuchen.

Welche Rassen sind häufig betroffen?

Probleme beim Zahnwechsel haben überwiegend kleinere Hunderassen wie beispielsweise der Chihuahua.

Tipps, wie Du Deinem Welpen den Zahnwechsel erleichterst

Während des Zahnwechsels sollte der Vierbeiner seine Kaulust durch weiches Spielzeug zum Kauen oder weiche Kausticks befriedigen können. Das schont auch die Möbel seines Besitzers. Das Spielzeug ist idealerweise aus Naturkautschuk wie zum Beispiel Zahnpflegebälle oder ein Kong. Hilfreich kann auch ein kühlender Kong sein. Dazu füllt man das Kauspielzeug mit einer Masse, die der Vierbeiner gerne frisst, wie Apfelmus, Leberwurst oder Nassfutter zum Beispiel. Dann legt man den gefüllten Kong für einige zeit ins Gefrierfach. Durch das Kauen auf dem kühlenden Kong wird der durch die durchbrechenden Zähne verursachte Schmerz gelindert.

Wird der Hund von Schmerzen geplagt, dann sollte man ihm auf jeden Fall die Möglichkeit geben, sich an einen stillen, abgeschirmten Platz zurückzuziehen. Denn Schmerzen bedeuten Stress für die Fellnase. Auch homöopathische Globuli kann man zur Unterstützung geben.

Da die Zähne zum Wachsen Kalzium benötigen, sollte darauf geachtet werden, dass das Futter genug Kalzium enthält. Keinesfalls sollte man dem Welpen auf Verdacht zusätzlich Kalzium verabreichen, ohne dies vorher mit dem Tierarzt abgesprochen zu haben. Denn es kann durchaus zu einer Überversorgung an Kalzium kommen.

Was tun, wenn es zu Problemen beim Zahnwechsel kommt?

Bei Problemen beim Zahnwechsel sollte man den Tierarzt um Rat fragen.

Das ist nach dem Zahnwechsel zu beachten

Damit der Hund auch nach dem Zahnwechsel lange seine bleibenden Zähne hat, sollte sein Besitzer regelmäßige Zahnpflege mit ihm betreiben. Dazu gibt es Hundezahnbürsten und -zahnpasta. Besonders beliebt bei Hunden ist die Zahnpasta mit Leberwurstgeschmack. Am besten gewöhnt man kleine Fellnasen schon sehr früh an die Zahnpflege, im Idealfall schon direkt in den ersten Lebensmonaten der Hunde. Ansonsten kann es im Erwachsenenalter schon zu Unverständnis und Problemen kommen, wenn sich eines Tages Herrchen oder Frauchen am Gebiss des Vierbeiners zu schaffen macht. Beliebter bei Vierbeinern ist die Zahnpflege mittels Kauknochen. Durch das Kauen wird der Zahnsteinbildung entgegengewirkt. Einen Knochen sollte man zusätzlich zum Zähneputzen geben.

Auch Trockenfutter von sehr guter Qualität ist gut für die Zähne. Denn das Kauen reibt Zahnbelag ab und stärkt die Kiefermuskulatur des Hundes. Es gibt auch zahlreiche Spielzeuge für Hunde, die gut für die Zähne sind. Die richtige, frühe Zahnpflege erspart später Hundesenioren das schmerzhafte Ziehen von mit Karies befallenen Zähnen.

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