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Nachhaltig leben mit Hund: So gelingt’s!

von Rica Kenning
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Nachhaltigkeit: ein Thema, das in unserer heutigen Zeit wichtiger ist, als je zuvor. Spätestens seit „Fridays for Future“ sind die Aspekte Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den Medien und auch in unserem Alltag jederzeit präsent. Weltweit gehen jede Woche tausende Menschen auf die Straßen, um sich für ein stärkeres Handeln im Zuge des Klimaschutzes und der Eindämmung der Erderwärmung einzusetzen. Dass dies dringend notwendig ist, belegen zahlreiche Studien. Auch in der Hundewelt kommt der Ruf nach Nachhaltigkeit langsam, aber sicher an. Immer mehr Hundebesitzer fragen sich, wie sich das umsetzten lässt. Wie Du Deinen kleinen Teil zu diesem Thema beitragen kannst, den Alltag im Zusammenleben mit unseren geliebten Vierbeinern etwas nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten, zeigen wir Dir in diesem Ratgeber.

Nachhaltigkeit — was bedeutet das eigentlich?

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft: angesichts einer Rohstoffkrise forderte ein sächsischer Förster im Jahr 1713, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie auch gleichzeitig wieder nachwachsen konnte.

Auch die heutige Verwendung des Begriffs entspricht dieser Forderung noch immer in etwa. Laut einer offiziellen Definition soll eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen, dass sowohl die gegenwärtigen Bedürfnisse der Menschen als auch die Bedürfnisse von nachfolgenden Generationen erfüllt werden können. Das beinhaltet also zum Beispiel, dass der Weltbevölkerung auch in Zukunft noch ausreichend Ressourcen und bewohnbarer Lebensraum zur Verfügung stehen sollen.

Grundsätzlich geht es also um einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen!

Und diese Verantwortung kann jeder Mensch ganz einfach in seinen Alltag integrieren: sei es der (gelegentliche) Verzicht auf Fleisch, die bewusste Auswahl von Produkten mit nachhaltiger und sozial gerechter Zukunft oder auch ein grundsätzlicher Konsumverzicht. Es gibt viele kleine Stellschrauben, mit deren Hilfe Du als Hundehalter den ökologischen Pfotenabdruck deines Vierbeiners etwas reduzieren kannst!

Hundehaltung und Nachhaltigkeit — wie passt das zusammen?

Hund mit Tau

Plastik vermeiden ist eins der großen Themen, wenn es um Nachhaltigkeit geht

Wer mit Hund nachhaltig leben möchte, dem wird die Sache alles andere als leicht gemacht. Jede Menge Plastiktüten, Kunststoffspielzeug in Plastikverpackungen sowie Futter mit hohem Fleischanteil in Aluminumdosen klingen schließlich alles andere als nachhaltig.

Eine Schweizer Studie, die erst kürzlich veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass sich insbesondere die Art der Fütterung sowie Autofahrten, die mit dem Hund zu Freizeitzwecken unternommen werden, auf die Umweltbilanz unserer Vierbeiner auswirken.

Grundsätzlich gibt es jedoch viele kleine Stellschrauben, mit denen Du Schritt für Schritt Dein alltägliches Leben mit Hund nachhaltiger und umweltfreundlicher gestalten kannst. In den folgenden Tipps und Tricks erläutern wir, wie Du das am besten angehen kannst!

Wie kann man Nachhaltigkeit im Alltag mit Hund praktisch umsetzen?

Kleine Veränderungen können bereits Großes bewirken. Wer als Hundebesitzer nachhaltiger leben möchte, muss nicht von jetzt auf gleich alles auf den Kopf stellen. Oft sind es schon die kleine Dinge im Alltag, die zu Plastikerspanissen und Ressourcenschonung führen. Wichtig ist es vor allem, ein Bewusstsein für den eigenen Konsum zu entwickeln und Schritt für Schritt nachhaltigere Alternativen auszuprobieren.

Tipps & Tricks für mehr Nachhaltigkeit im Alltag mit Hund

Nachhaltiges Hundefutter

Hundefutter ist das, was wir für unsere Lieblinge am häufigsten kaufen. Auch hier gibt es nachhaltige Alternativen. Dabei solltest Du vor allem auf die Herstellung, Tierhaltung und weitere Zutaten achten. Wähle ein Hundefutter von guter Qualität, das unter umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt wurde.

Verpackungsmüll reduzieren

Achte, insbesondere bei Trockenfutter, auf die Verpackung und entsorge diese richtig. Der Großteil des Futters kommt leider immer noch in Plastiksäcken — es gibt aber auch viele Hersteller, die ihre Produkte bereits in Papiersäcken verkaufen. Papier kann um einiges besser recycelt werden als Kunststoff! Daher ist es vor allem bei Kunststoffverpackungen besonders wichtig, dass diese richtig entsorgt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass sie tatsächlich recycelt und nicht verbrannt werden.

Die Konservendosen, wie wir sie beim klassischen Nassfutter vorfinden, sind übrigens gar nicht so umweltschädlich, wie es auf den ersten Blick scheint: das Weißblech kann bei richtiger Entsorgung nämlich beliebig oft wieder aufgearbeitet werden. Dennoch sollten wir uns mit Dosen aus gesundheitlichen Gründen eher zurückhalten: die Kunststoffbeschichtung im Inneren vieler Konserven ist BPA belastet, was unter anderem Krebs erregend wirkt.

Viele Leckerchen und Kauartikel bekommst Du im Fachhandel sogar lose — als sogenanntes „Bull Food“. Außerdem kannst Du die Leckerlis für Deinen Vierbeiner auch ganz einfach selber backen. Schon aus jeweils 150 Gramm Weizenmehl, Weizenvollkornmehl und Roggenmehl lassen sich zum Beispiel richtig leckere Sesam-Ernussbutter-Kekse für Hunde zaubern.

Zudem bietet es sich immer an, auch mal Essensreste zu verfüttern. Übrig gebliebene Kartoffeln ergeben mit einer alternativen Proteinquelle wie Quark, Frischkäse, Tofu oder gestampften Bohnen, etwas saisonalem Gemüse sowie einem Schuss Pflanzen- und Fischöl eine ausgewogene Mahlzeit. Bleibt Gemüse übrig, kann man das mit Haferflocken als Energiequelle, einer Proteinquelle und Öl gemischt zu einem guten Futter verarbeiten.

Worauf sollte man beim Kauf von nachhaltigen Produkten achten?

Besonders wichtig ist, es auf langlebige Produkte von guter Qualität zu setzen. Außerdem solltest Du auf ressourcenschonende, möglichst plastikfreie und am besten regional hergestellte Produkte achten!

Nachhaltige Kotbeutel verwenden

Mindestens 1000 Kotbeutel pro Jahr benutzt man in der Regel als Hundehalter. Die landen dann in der Müllverbrennungsanlage oder werden im schlimmsten Fall einfach auf die Straße geworfen — und das auch noch auf unbestimmte Zeit. Denn Plastik verrottet nicht, weshalb Plastikmüll in der Umwelt auch zu den größten ökologischen Herausforderungen der Menschheit zählt. Ein NoGo für eine nachhaltige Hundehaltung. Eine Lösung bieten hier biologisch abbaubare Kotbeutel aus recyceltem Papier oder Maisstärke.

Ausflüge mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto

Müll sammeln bei Gassirunde

Wie wäre es denn mit einer Müllsammelaktion während Deiner Gassirunde?

Nach Feierabend noch schnell noch für die Gassirunde in den Wald fahren, am Wochenende zum Wandern oder in die Hundeschule. Das Auto ist zweifelsohne ein bequemes Hundetransportmittel — und daher die zweitwichtigste Stellschraube in Sachen nachhaltiges Hundeleben. Gerade für kürzere Strecken kann das Auto oftmals durch das altbekannte Fahrrad ausgetauscht werden. Zudem bietet es sich natürlich an, immer wieder neue Gassistrecken rund um das eigene Zuhause zu erkunden oder die gewohnte Runde mit Suchspielen abwechslungsreicher zu gestalten.

Sollte Deine Wahl auf das Fahrrad fallen, tust Du nicht nur der Umwelt was Gutes, sondern auch Deiner eigenen Gesundheit. Eine win-win Situation!

Wie wäre es denn mit einer Müllsammelaktion, während Du mit Deinem Liebling unterwegs bist? Eine tolle Win-Win Situation – Dein Hund bekommt seinen Auslauf und Du kannst, etwas für die Umwelt tun!

Nachhaltige Fellpflege

Geht es um die korrekte Fellpflege, tappen viele Tierfreunde oft in die Kauffalle. Angesichts der großen Auswahl an Bürsten und Shampoos ist schnell das Falsche gekauft. Indem Du Dich vorab über den Pflegebedarf Deines Vierbeiners und dazu passende Produkte informierst, kannst Du schon Deinen Teil beitragen, den ökologischen Pfotenabdruck deines Hundes zu verringern. Häufig genügen bereits jeweils ein gutes Shampoo sowie ein Utensil. Beide sollten bestenfalls umweltfreundliche Produkte sein. Hier bietet sich besonders lose zu kaufende Hundeseife anstelle eines in einer Plastikflasche abgefüllten Shampoos. Außerdem lässt sich die altbekannte Plastikürste gegen eine langlebige Holz-Hundehaarbürste aus heimischen Wäldern austauschen. Natürlich kannst Du auch Dein eigenes Shampoo oder eine Hundeseife herstellen!

Ebenfalls sollte nicht vergessen werden einen Blick auf die Inhaltsstoffe sowie die Herkunft des Produktes zu werfen, um lange Transportwege, Mikroplastik, Palmöl und weitere bedenkliche Inhaltsstoffe zu vermeiden.

Nachhaltiges Hundezubehör

Dein Hund braucht Beschäftigung. Auch beim Spielzeug und bei Denkaufgaben kannst Du Nachhaltigkeit groß schreiben. Wie wäre es mit einem ewig haltbaren und abwaschbarem Kauknochen aus Naturkautschuk oder einfach mit einem Tau? Achte beim Kauf auf möglichst umweltfreundliche Herstellungsprozesse und kurze Transportwege, um Luftverschmutzung und Klimawandel nicht weiter zu fördern.

Des Weiteren kannst Du auch beim Körbchen einen wichtigen Schritt machen. Auch hier solltest Du dafür handgemachte und regional produzierte Körbe aus Weidengeflecht oder Jute einem Plastikkörbchen vorziehen. Liebt es Dein vierbeiniger Freund in einer Hütte zu entspannen? Dann versuche doch einfach mal aus altem, aufbereitetem Holz selbst eine zu bauen! 

Ebenfalls zur Grundausstattung gehört definitiv ein stabiler und langlebiger Napf. Hier solltest Du bevorzugt auf Edelstahl oder Keramik setzen und auf Kunststoff verzichten. Im Idealfall ist der Napf sogar noch handgemacht und aus regionaler Herstellung.

Gleiches gilt für den Kauf eines langlebigen Halsbands sowie einer nachhaltigen Leine. So vermeidest Du ebenfalls einen ständigen Neukauf. Wenn dieser jedoch unausweichlich ist, probiere doch einfach Dinge in upgecycelter Form zu kaufen.

Abschließend genügt oftmals bereits das Hinterfragen des eigenen Konsums. Ist das wirklich notwendig? Brauche ich das wirklich? Denn der nachhaltigste Konsum ist der, der gar nicht erst entsteht!

Zusammengefasst kannst Du sehen, dass es gar nicht immer kompliziert oder teuer sein muss, um etwas für die eigene Umweltbilanz zu tun. Schon einige kleine Änderungen im alltäglichen Konsumverhalten sowie ein stärkeres Bewusstsein können bereits wichtige Schritte in Richtung einer nachhaltigen Zukunft sein! Es gibt unzählige Möglichkeiten und Du auch auf keinen Fall alles auf einmal umsetzen! Versuche einfach, jeden Tag ein bisschen besser zu werden – auch als Hundehalter.

Ist nachhaltig leben mit Hund teuer?

Auf keinen Fall! Langfristig gesehen ist es sogar günstiger. Macht man bewusste Kaufentscheidungen, indem man langlebige Produkte von guter Qualität kauft und seinen Konsum auf das Nötigste beschränkt, merkt man, wie viel Geld diese Vorgehensweise auf Dauer spart.

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