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Gascon Saintongeois

von Marcel Hammerich
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Der Gascon Saintongeois ist ein geschätzter Jagdhund aus Frankreich, der vor allem zur Flintenjagd genutzt wird. Ähnlich wie beim Pudel teilen sich die zwei unterschiedlichen Größen-Varianten des Gascon Saintongeois einen gemeinsamen Rasse Standard. So findet sich in dem FCI Standard einmal der Große Gascon Saintongeois und zum anderen der Kleine Gascon Saintongeois, da beide Varianten als eine Rasse gelten. Der Standard findet sich in der FCI-Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen, Großer Gascon Saintongeois Sektion 1.1 Große Laufhunde mit Arbeitsprüfung, Kleiner Gascon Saintongeois Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde mit Arbeitsprüfung und der Standardnummer 21.

Gascon Saintongeois im Steckbrief

Steckbrief
Größe: Groß: 62-72 cm, Klein: 54-62 cm
Gewicht: Groß: 30-32 kg, Klein: 25 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.1: Große Laufhunde (Bei der kleiner Version: 1.2: Mittelgroße Laufhunde)
Herkunftsland: Frankreich
Farben: Weiß-Schwarz
Lebenserwartung: 10-12 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Familien- und Begleithund
Sportarten:
Charakter: Ruhig, Anhänglich, Gehorsam, Gelehrig
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: kurz und dicht
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunftsgeschichte des Gascon Saintongeois beginnt mit seinem Vorfahren, dem Chien de Saintonge. Dieser war ein beliebter Jagdhund des französischen Mittelalters, der vor allem von Wildhütern und dem Landadel gehalten wurde. Leider geriet die Rasse sehr in Vergessenheit und stand kurz vor dem Aussterben.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich der französische Graf Joseph de Carayon-Latour entschlossen die seltene Rasse zu retten und versuchte, mit dem verbliebenen Bestand die Zucht wiederzubeleben. Hierfür musste er den Chien de Saintonge mit anderen Jagdhundrassen kreuzen. Hierfür nutzte er die Rassen des Bleus de Gascogne und die Rasse des Baron de Ruble. Er hatte nur einen Teilerfolg mit seinen Bemühungen. Es gelang ihm eine neue Hunderasse zu züchten, die später als Großer Gascon Saintongeois in den FCI aufgenommen wurde. Die Rasse des Chien de Saintonge, welche der Graf ursprünglich retten wollte, starb durch die Einkreuzungen jedoch aus.

Der Kleine Gascon Saintongeois entstand geraume Zeit später. Bei der Zucht des Kleinen Gascon Saintongeois ging es hauptsächlich um die Eignung als Jagd- und Meutehund. Circa in der Mitte des 20. Jahrhunderts begannen Jäger aus den Gebieten des Südwestens von Frankreich den Gascon Saintongeois in erster Linie für die Hasenjagd zu nutzen und nicht mehr für die Flinten und Meutejagd. Dies bedeutete auch, dass die Jäger vor allem die kleinen Hunde aus den Würfen bevorzugten, da diese besser bei der Jagd auf Hasen geeignet waren. Da die Jäger immer wieder die kleinsten Hunde aus dem Wurf auswählten und diese auch untereinander verpaarten, bildete sich eine zweite Variante des Gascon Saintongeois – der Kleine Gascon Saintongeois. Bis auf die Größe unterscheidet sich dieser jedoch nicht vom Großen Gascon Saintongeois. Besonders Charakter und Wesen der Hunde sind gleich, weshalb auch der FCI den Kleinen Gascon Saintongeois nur als zusätzliche Variante im Rassenverzeichnis eingetragen hat.

Wesen & Charakter vom Gascon Saintongeois

Das Wesen des Gascon Saintongeois ist sehr von seiner Nutzung als Jagd- und Meutehund geprägt. Er ist ein sehr sozialer Hund. Dies liegt in erster Linie daran, dass er oft in einer Meute eingesetzt wird. Er kann sich sehr gut in eine Gruppe von Hunden einordnen und beherrscht die Kommunikation zwischen Hunden. Der französische Vierbeiner ist weder ängstlich noch dominant und eigentlich immer freundlich und offen gegenüber anderen Hunden. Auch bei Menschen verhalten sie sich freundlich und offen, bei der eigenen Familie sind die Gascon Saintongeois anhänglich und verschmust. Die Hunde ordnen sich schnell unter und lassen sich gut von ihrem Menschen führen. Daher ist ein Training sehr einfach zu gestalten, dennoch braucht der Gascon Saintongeois eine gute Erziehung und Sozialisierung, um seinen Jagdtrieb zu kontrollieren. Durch seine sehr sanfte Art, ist er gut für Hundeanfänger geeignet, die sich allerdings auf einen Jagdhund einstellen müssen.

Sein Jagdtrieb ist vereint mit einer sehr feinen Nase, die ihm jede Spur im Wald und auf der Wiese aufzeigt. Da er jedoch ein sehr gehorsamer Hund ist, kann er mit ausreichend Training sogar frei laufen. Denn er bindet sich eng an seinen Menschen und bleibt in dessen Nähe. Allgemein ist der Gascon Saintongeois ein aktiver Hund, der leicht zu motivieren ist, im Haus jedoch sehr ruhig und ausgeglichen sein kann. Er braucht eine sinnvolle Aufgabe und sollte trotz seines ruhigen Wesens regelmäßig ausgelastet werden.

Der vielseitige Franzose kann diverse Sportarten ausführen und ist auch ein zuverlässiger Rettungshund, besonders durch seine ruhige und menschenfreundliche Art. Beide Varianten des Gascon Saintongeois unterscheiden sich im Charakter nicht, sind gute Anfängerhunde und sehr loyale und treue Begleiter, die auch mit Kindern keine Probleme haben. Aufgrund des Jagdtriebes sollten sie an andere Tiere wie Hasen oder Katzen sehr früh gewöhnt werden, dann klappt auch hier das Zusammenleben ohne Probleme. Auch an andere Hunderasse müssen sich gewöhnt werden.

Wie ist das Temperament des Gascon Saintongeois?

Der Gascon Saintongeois ist ein ausgeglichener Hund, der einen sanften und gutmütigen Charakter hat und sich dennoch gut für verschiedene Aktivitäten motivieren lässt. Er ist bei seinen Menschen sehr anhänglich und hat auch mit anderen Hunden keine Probleme.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Gascon Saintongeois

Gascon Saintongeois von der Seite

Der Große Gascon Saintongeois und der Kleine Gascon Saintongeois unterscheiden lediglich in ihrer Größe.

Der Hauptunterschied beim Aussehen der beiden Varianten ist in erster Linie die Größe der Hunde. So liegt die Widerristhöhe des Großen Gascon Saintongeois bei den Rüden zwischen 65 – 72 cm und bei den Hündinnen zwischen 62 – 68 cm. Damit sind sie deutlich größer als die Kleinen Gascon Saintongeois, die eine Widerristhöhe bei den Rüden von 56 – 62 cm und bei den Hündinnen: 54 – 59 cm haben. Somit gehören auch die Kleinen zu den mittelgroße Hunderassen, die dementsprechend Auslastung und Beschäftigung brauchen.

Beide Varianten haben einen edlen Ausdruck und besitzen eine harmonische Mischung zwischen Kraft und Eleganz – dies schreibt sogar der Standard des FCI vor. Ihre ruhige Art spiegelt sich in dem treuen und sanften Blick der dunklen Augen.

Das Haarkleid ist kurz und dicht, mit nur sehr wenig Unterwolle. Die Fellfarben sind vom FCI genau festgelegt, ebenso die Farbverteilung. Die Grundfarbe ist immer weiß, hierauf sind schwarze Flecken oder auch Tüpfel erlaubt, diese sollten jedoch nur mäßig vorhanden sein. Alle Hunde haben typischerweise zwei schwarze Flecken an der Kopfseite. Diese Flecken gehen über den Behang und fassen die Augen mit ein, die Flecken enden auf der Höhe der Backen. Die Backen selbst sollten blass oder lohfarben sein, wobei die Blässe im Standard bevorzugt wird. Über den Augenbrauen befinden sich ebenfalls zwei Abzeichnungen, die als Vieraugenfleck bezeichnet werden und lohfarben sein sollten. Ebenfalls lohfarben sollte die Innenseite des Behangs sein, indes können lohfarbene Tüpfel an den Gliedmaßen verlaufen. Als weiteres klares Kennzeichen der Rasse sollte im unteren Bereich des Oberschenkels ein Fleck in der Farbe von verwelktem Laub zu finden sein. Dieser Fleck ist in Fachkreisen als Rehfleck bekannt.

Erziehung & Haltung des Gascon Saintongeois – Das gilt es zu beachten

In der Erziehung ist der Gascon Saintongeois recht einfach. Durch sein folgsames Wesen und seine kluge Art, wird er die Grundkommandos in kurzer Zeit lernen und auch verlässlich ausführen. Dabei gelingt es auch einem Hundeanfänger sehr leicht den treuen Jagdhund zum Training zu motivieren und ihm die Grundlagen des Gehorsams beizubringen. Neben den Grundkommandos sollte der Besitzer seinem sanften Hund alle Alltagsdinge früh zeigen, damit dieser gelassen damit umgehen kann. Besonders geübt werden muss das Alleine bleiben, da er ungern mit von seinem Besitzer getrennt ist. Er sollte dies langsam lernen und im Alltag nicht zu lange alleine sein müssen.

Mehr Trainingszeit wird auch die Kontrolle des Jagdtriebes brauchen. Da der französische Gascon Saintongeois ein aktiver Jagdhund ist, kann es sein, dass ein Hundeanfänger Hilfe braucht. Darüber hinaus wird ein Antijagd Training empfohlen. Deshalb ist eine Hundeschule hilfreich und sollte früh in Anspruch genommen werden. Wichtig beim Training ist es, den sensiblen Franzosen immer mit einer positiven Bestärkung zu führen und niemals mit einer harten Hand. Nur so kann die Beziehung zwischen Menschen und Hund wachsen und er wird zum treuen und gehorsamen Begleiter in der Stadt und auf dem Land.

Obwohl er ein ruhiger und ausgeglichener Hund ist, braucht er viel Beschäftigung. Ein Hundesport ist daher sinnvoll, um die täglichen Spaziergänge zu ergänzen und dem Hund die Möglichkeit zu bieten, sich artgerecht auslasten zu können. Besonders Sportarten, die die Nase betreffen, sind gut geeignet für die Rasse. Aber auch aktive Sportarten wie Agility und Hoopers können ihm und seinem Besitzer viel Spaß bereiten.

Wie viel kostet ein Gascon Saintongeois Welpe?

Ein Welpe von einem seriösen Züchter kostet in der Regel zwischen 1600 und 1800 Euro, es gibt auch ältere Hunde in Tierheimen oder bei Tierschutzvereinen, die sehnsüchtig auf neue Besitzer warten und meist mit einem geringeren Schutzbetrag abgegeben werden.

Ernährung des Gascon Saintongeois

Die Ernährung des Gascon Saintongeois ist unkompliziert. Es gibt zwar bei der Rasse eine leichte Anfälligkeit für eine Gluten-Allergie, jedoch vertragen die meisten Vertreter der Rasse alle hochwertigen Futtersorten, da in diesen sowieso kein Getreide und damit auch kein Gluten enthalten ist. Generell sollte ein hochwertiges Hundefutter gegeben werden, da dies die beste Nährstoffabdeckung für den Hund gewährleistet und ihm damit ein langes und gesundes Leben ermöglicht.

Bei der Wahl des Hundefutters sollte der Besitzer immer ein Futter wählen, welches als Hauptbestandteil Fleisch hat. Dies lässt sich sehr leicht anhand der Inhaltsstoffe auf der Verpackung erkennen. Die Liste der Inhaltsstoffe ist immer in absteigender Reihenfolge geführt, sprich die erste Zutat ist auch der Hauptbestandteil des Hundefutters. Bei schlechten Hundefuttermitteln ist meist Getreide oder Soja enthalten. Diese Stoffe sind Füllstoffe, die den Hund zwar schnell satt machen, jedoch keinen Mehrwert für den französischen Vierbeiner bieten und oft sogar Allergien bei empfindlichen Hunden auslöst. Deshalb sollte hierauf ebenso verzichtet werden wie auf Salz oder Zucker im Futter.

Neben diesen Aspekten ist es ratsam, das Hundefutter auf das Alter des Tieres abzustimmen. Gerade Welpen und Junghunde brauchen in den Wachstumsphasen mehr Unterstützung für die Gelenke und den Knochenbau als erwachsene Tiere und sollten daher bis zu ihrem 6. Lebensmonat Welpenfutter bekommen. Im Alter hingegen müssen die inneren Organe und das Herz-Kreislauf-System unterstützt werden, hierfür gibt es spezielle Seniorenfuttersorten, die ab dem 7. Lebensjahr gegeben werden können.

Nach der Fütterung muss immer eine Stunde Pause sein, bevor er wieder aktiv ist. Denn ansonsten kann es schnell zu einer Magendrehung kommen, diese kann sogar lebensgefährlich für den Hund werden und sollte daher auf jeden Fall vermieden werden.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

An sich hat die Rasse eine gute Gesundheit und einen robusten Körper. Es gibt innerhalb der Rasse nur wenige Erkrankungen, darunter fallen vor allem Hauterkrankungen und bei den Großen Gascon Saintongeois auch teilweise Probleme mit der Hüftdysplasie und der Ellbogendysplasie. Diese kommt wie bei allen großen Hunderassen vor, insbesondere durch eine zu frühe Belastung der Gelenke oder durch ein zu schnelles Wachstum des Hundes. Dies zeigt, dass der Hund in jungen Jahren nicht zu viel springen sollte oder auch nur wenige Treppen laufen sollte.

Die Haltung spielt also eine sehr wichtige Rolle für die Gesundheit des Hundes. So sollte der Hund auch nie unter Übergewicht leiden. Denn zu viel Gewicht schadet dem Herz-Kreislauf-System und belastet die Knochen und Gelenke. Eine weitere Voraussetzung für ein langes und gesundes Leben ist natürlich auch der Züchter. Nur ein guter Züchter kann den Welpen einen guten Start ins Leben geben. Ein guter Züchter lässt bereits die Elterntiere auf Erkrankungen untersuchen und schließt kranke Tiere von der Zucht aus.

Wenn der Gascon Saintongeois von einem guten Züchter stammt und eine gute Haltung erfahren hat, hat er eine recht hohe Lebenserwartung von 12 bis 13 Jahren. Im Alter wird der Franzose nochmals deutlich ruhiger und wird sich vor allem in der Nähe seiner Menschen wohlfühlen.

Wie alt wird der Gascon Saintongeois?

Wenn der Hund von einem guten Züchter stammt und der Halter auf eine gute Gesundheit achtet, kann der Gascon Saintongeois zwischen 12 und 13 Jahre alt werden.

Pflege des Gascon Saintongeois

Aufgrund des sehr kurzen und dichten Felles ist die Pflege des Gascon Saintongeois sehr einfach und braucht nur wenige Minuten am Tag. So sollte der Körper nach jedem Spaziergang auf Zecken untersucht werden. Die kleinen Parasiten können Krankheiten übertragen und sogar auf den Menschen krabbeln. Ansonsten reicht es einmal die Woche über das Fell zu kämmen, damit sich lose Haare besser entfernen lassen. Der Besitzer sollte auch die Schlappohren des Hundes regelmäßig kontrollieren, denn in Schlappohren herrscht ein feucht-warmes Klima, das die Bildung von Pilzen und Infektionen fördern kann.

Gascon Saintongeois – Aktivitäten und Training

Da der Gascon Saintongeois eine feine Nase besitzt, ist es ratsam mit dem klugen Hund Fährtenarbeit oder Suchspiele zu machen. Apportieren und auch sportliche Aktivitäten wie Agility, Longieren und auch THS können den Hund gut auslasten und seine Bedürfnisse erfühlen. Daneben muss der Hund aber auch jeden Tag mindestens drei mal für jeweils eine Stunde raus gehen und mit seinem Besitzer aktiv sein.

Wozu wird der Gascon Saintongeois eingesetzt?

Er ist ein französischer Jagdhund und wird in erster Linie zur Flintenjagd und zur Meutejagd eingesetzt. Aufgrund seines freundlichen Wesens eignet er sich auch gut als Familienhund.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Gascon Saintongeois

Das Besondere an der Rasse ist, dass es ihn in zwei unterschiedliche Größen-Varianten gibt – den Großen Gascon Saintongeois und den Kleinen Gascon Saintongeois, die unter einem Standard zusammengefasst wird..

Nachteile des Gascon Saintongeois

Der Gascon Saintongeois ist ein Jagdhund und dessen Jagdverhalten kann einem unerfahrenen Hundeführer schon einmal zum Problem führen. Obwohl der Franzose sehr leicht zu führen ist, kann der Jagdtrieb schon einmal mit dem klugen Hund durchgehen, ein gutes Training ist hier sinnvoll und notwendig.

Passt der Gascon Saintongeois zu mir?

Der Gascon Saintongeois ist ruhiger und sanfter Jagdhund. Sein Jagdtrieb ist prägend für das Wesen des Hundes, dennoch ist er sehr anhänglich und gut für Hundeanfänger geeignet. Diese müssen sich aber mit dem Jagdverhalten und den Bedürfnissen des Hundes auseinandersetzen, um diese wirklich erfühlen zu können. Er ist ein guter und verlässlicher Familienhund und kann auch für Senioren geeignet sein, wenn diese noch fit genug sind, dem Hund gerecht zu werden. Wichtig ist, dass ausreichend Platz für den Hund vorhanden ist. In einer kleinen Stadtwohnung fühlt er sich nicht wohl, sodass er im Idealfall ein Haus mit Garten benötigt.