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Grand Bleu de Gascogne

von Marcel Hammerich
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Die Hunderasse Grand Bleu de Gascogne stammt, wie der Name bereits erahnen lässt, ursprünglich aus Frankreich. Die FCI ordnet den Grand Bleu der Gruppe 6 zu. Diese umfasst die Lauf- und Schweißhunde. Desweiteren wird er in Sektion 1.1 kategorisiert. Sektion 1 beinhaltet die Laufhunde, 1.1 steht für die großen Laufhunde, zu denen diese Rasse aufgrund ihrer ausgeprägten Körpergröße gehört.

Grand Bleu de Gascogne im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 62-72 cm
Gewicht: 35-39 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.3: Kleine Laufhunde
Herkunftsland: Frankreich
Farben: Dreifarbig, Schwarz-Weiß, Blau-Schwarz, Slate Blue
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Jagdhund
Sportarten:
Charakter: Stur, Aktiv, Intelligent
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, recht dick, sehr dicht
Kinderfreundlich: eher nein
Familienhund: mittel
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Die Rasse des Grand Bleu de Gascogne gilt als sehr alte Laufhunderasse aus dem Südwesten Frankreichs. Erstmal erwähnt wird die französische Rasse im 14. Jahrhundert in Abhandlungen zur Jagd von einem gewissen Gaston Pheobus. Dieser brachte von einem Feldzug einige der belgischen Sankt-Hubertus-Hunde mit und kreuzte diese mit anderen Jagdhunderassen. So entstand vermutlich der Grand Bleu de Gascogne und Pheobus legte den Grundstein für eine der erfolgreichsten Jagdhunderassen Frankreichs, die sich auch heutzutage noch großer Beliebtheit bei Jägern erfreut.

Eingesetzt wurde der begnadete Jagdhund in vergangenen Zeiten überwiegend zur Jagd auf Wölfe, wo sie zu wichtigen Helfern wurden. Auch vor anderen Großtieren, wie Wildschweinen oder sogar Bären, machte der Grand Bleu keinen Halt und jagte unerschrocken Seite an Seite mit dem Menschen. Als die Jagd auf diese Tiere an Wichtigkeit verlor, wurden die Hunde auf die Jagd von Hasen und anderen Kleintieren umgeschult.

Bereits in der großen Jagdmeute von König Heinrich dem IV., der im 16. Jahrhundert gelebt hat, sollen diese Hunde mit auf Wolfsjagd gegangen sein. Der amerikanische Präsident George Washington bekam während seiner Amtszeit sogar gleich sieben Vertreter dieser Rasse von einem französischen General geschenkt. Es lässt sich also festhalten, dass die Grand Bleus es so einigen Berühmtheiten angetan haben.

Wesen & Charakter vom Grand Bleu de Gascogne

Die Rasse des Grand Bleu de Gascogne gilt als sehr aufgeweckt, neugierig, beharrlich und dem Menschen gegenüber durchaus freundlich und aufgeschlossen. Allerdings sollte stets beachtet werden, dass dieser Hund ursprünglich für die Jagd gezüchtet wurde. Das Temperament und die Intelligenz des Grand Bleu sollten nicht unterschätzt werden. Bei rassegerechter Auslastung und Beschäftigung zeigen sich Grand Bleus jedoch als gut gelaunte, verschmuste und auch kinderfreundliche Hunde.

Zudem ist diese Rasse durch die frühere Haltung in großen Meuten sehr sozial veranlagt. Sie brauchen den Kontakt und Bezug zu einer Meute. Diese kann entweder aus anderen Hunden bestehen oder in Form der menschlichen Familie auftreten, die dem Grand Bleu als Bezugsgrößen dienen.

Der Charakter dieser Rasse manifestiert sich in einem sehr selbstständigen Auftreten. Gepaart mit ihrer Intelligenz kann es daher passieren, dass der Grand Bleu die an ihn gestellten Anforderungen und Aufgaben gerne mal auf ihre Sinnhaftigkeit hin hinterfragt. Hier ist Geduld das benötigte Werkzeug, das hilft, die Ausbildung dieser Rasse erfolgreich zu meistern und ihre Fähigkeiten in die richtigen Bahnen zu lenken.

Welchen Charakter hat ein Grand Bleu de Gascogne?

Die Hunde dieser Rasse gelten gemeinhin als schlau, freundlich, aufmerksam, sozial und gutmütig.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Grand Bleu de Gascogne

Ihr äußeres Erscheinungsbild ist rustikal, sie sind optimal für den Einsatz im Freien ausgestattet. Hunde dieser Rasse sind weder besonders kälte- noch hitzeempfindlich und können so jeglichen Witterungen, wie Regen, Schnee oder Sonne, trotzen.
Der Grand Bleu ist allgemein recht kräftig gebaut, sein optisches Auftreten wird häufig als edel und kraftvoll wahrgenommen. Sie strahlen zudem eine würdevolle Ruhe aus. Der Kopf dieser Rasse ist relativ schmal aufgebaut, die Lefzen hängen ein wenig herunter. Ihr Speichelfluss ist dennoch verhältnismäßig gering.

Grand Bleu de Gascogne im Rassenportrait

Grand Bleu de Gascogne als Welpe

Die Augen des Grand Bleu sind braun und oval und es liegt viel Ausdruck in ihnen. Die dunklen Ohren sind dünn, verjüngen sich nach unten hin und hängen als Schlappohren am Kopf herab. Die breite Brust und der lange, kräftige Rücken, sorgen für ein ausgewogenes Körperbild, das mit einer gut bemuskelten Hinterhand abschließt. Die Größe des Grand Bleu de Gascogne liegt durchschnittlich zwischen 62 cm und 72 cm, wobei Rüden meist etwas größer und kräftiger gewachsen sind als Hündinnen. Im Durchschnitt bringen die großen Hunde in gesundem Zustand ungefähr 30 bis 35 Kilo auf die Waage. Das Fell des Grand Bleu wächst sehr dicht und dick, die Haarlänge ist jedoch kurz. So sind sie auch bei kalten Temperaturen optimal geschützt.

Die Grundfärbung dieser Rasse ist schwarz-weiß getupft mit einem schieferblauen Schimmer, dem auch die Bezeichnung „Bleu“ im Rassenamen geschuldet ist. Es können zudem große, gänzlich schwarze Bereiche, sogenannte Platten, im Fell auftreten, meist im Bereich von Brust und Kopf. An Beinen, Rute und ebenfalls am Kopf können zudem lohfarbene Abzeichen vorhanden sein. Insgesamt sind die Hunde dieser Rasse optisch sehr bunt und vielfältig aufgestellt. Jedes Tier überzeugt mit einer individuellen Zeichnung.

Wie groß wird ein Grand Bleu de Gascogne?

Rüden erreichen eine Widerristhöhe von ca. 65-72cm, Hündinnen sind mit knapp 62-68cm etwas kleiner.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Grand Bleu de Gascogne – Das gilt es zu beachten

Der Charakter eines Jagdhundes ist tief in dieser Rasse verankert, weshalb ihre Erziehung einiges an Arbeit, Zeit und Geduld benötigt. Sie sind durch ihren ausgeprägten Jagdtrieb und die anspruchsvollen Forderungen, die sie an ihre Haltung stellen, nicht unbedingt für Anfänger geeignet, auch wenn sie sich Menschen gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen verhalten. Eine jagdliche Führung dieser Rasse ist sehr zu empfehlen, damit die optimale Auslastung geboten ist und der Grand Bleu de Gascogne der ihm angezüchteten Bestimmung nachgehen kann. Grand Bleus sind äußerst bewegungsfreudig und aktiv. Sobald sie draußen in der Natur unterwegs sind, sind sie stetig mit der Nase am Boden unterwegs und erschnüffeln sich die vor ihnen liegende Welt. Witterungen machen ihnen grundsätzlich sehr wenig aus, solange die körperliche und mentale Auslastung stimmen.

In ihrer Erziehung benötigen sie liebevolle Konsequenz und einiges an Geduld. Ihr eigener Kopf wird jedoch bei allem stets mitarbeiten, so dass ein blind folgsamer Hund bei dieser Rasse eher nicht erwartet werden sollte. Durch ihre Intelligenz lernen sie sehr schnell, ihr Jagdtrieb sollte von klein auf kontrolliert werden. Besonders der zuverlässig funktionierende Rückruf ist bei dieser Rasse enorm wichtig, da sie sonst schnell mal von ihren Trieben übermannt werden und einer Kleintierfährte im Wald nachjagen gehen.

Was kostet ein Grand Bleu de Gascogne?

Die Preise können variieren, mit 800 bis 1200 Euro ist beim Kauf eines Grand Bleu de Gascogne Welpen zu rechnen. Den genauen Preis kannst Du bei einem Züchter erfahren.

Ernährung des Grand Bleu de Gascogne

Durch ihre Größe benötigt diese Rasse eine dementsprechende Menge an Futter. Wichtig ist hierbei die passende Verteilung aller benötigter Nähr- und Mineralstoffe, die durch Fleisch, Gemüse, Reis, sowie Nudeln und ähnlichem abgedeckt werden können. Die gebotenen Möglichkeiten sind hier vielfältig, für die korrekte Ermittlung der Nährstoffmengen sollte ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Tierarzt geführt werden. Dieser kennt den Hund und kann anhand von Alter, Gesundheitszustand und einigen anderen Faktoren am besten bestimmen, welche Fütterung nötig ist.

Für welche Art von Futter man sich entscheidet, hängt dann schlussendlich davon ab, wie gut welche Futtervariante im Alltag für die Besitzer umsetzbar ist. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit Nass- oder Trockenfutter zu geben oder nach der BARF-Methode mit Frischfleisch die Bedürfnisse des eigenen Hundes abzudecken. Jede Methode der Fütterung kann durch Selbstgekochtes ergänzt unter erweitert werden. Generell ist die Rasse des Grand Bleu nicht empfindlich was das Futter angeht. Durch die viele geforderte Bewegung neigen sie nicht zu Übergewicht. Auch der Magen des Grand Bleu ist nicht auffällig empfindlich.

Hast Du das ideale Futter für Deinen Hund gefunden, welches ihm schmeckt und mit dem er gesund ist, solltest Du das Futter auch in dieser Form beibehalten. Häufige Futterumstellungen können im Magen-Darm-Trakt für Verwirrung und Unruhe sorgen und zu Verdauungsproblemen führen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die durchschnittliche Lebenserwartung des Grand Bleu de Gascogne liegt bei ungefähr zwölf Jahren. Eine ausgewogene Ernährung und die artgerechte, körperliche Auslastung sind für das Erreichen dieses Alters von ausschlaggebender Bedeutung. Grundsätzlich gilt die Rasse durch den klaren und ausgeglichenen Körperbau als unempfindlich für Gelenkserkrankungen. In der Zucht wird viel Wert auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit dieser Hunde gelegt, weshalb eingesetzte Zuchttiere strengen Kontrollen unterliegen, um die Verbreitung von bekannten Erbkrankheiten zu minimieren.

Die langen Schlappohren der Grand Bleus sind jedoch relativ anfällig für Erkrankungen, da unter ihnen durch fehlende Belüftung häufig ein feuchtwarmes Klima herrscht. Dieses begünstigt die Vermehrung von Pilzen und Bakterien, die den Hörapparat der Hunde langfristig schädigen können. Daher sollten die Ohren, genauso wie die Zähne, die Krallen und die Augen, immer gewissenhaft kontrolliert werden. Es empfiehlt sich einen regelmäßigen Gesundheits-Check-Up beim Tierarzt machen zu lassen, um etwaige Probleme und Krankheiten ausreichend früh erkennen und behandeln zu können. Zuhause kannst Du Deinem Grand Bleu de Gascogne die Ohren regelmäßig mit einem weichen Tuch säubern, um das Risiko einer Infektion zu verringern.

Wie alt werden Grand Bleu de Gascogne?

Ein Grand Bleu de Gascogne hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von ungefähr zwölf Jahren.

Pflege des Grand Bleu de Gascogne

Das kurze Fell dieser Hunderasse ist sehr pflegeleicht – gelegentliches Ausbürsten mit einer weichen Bürste genügt als Pflege. Dadurch werden Schmutz, lose Haare und abgestorbene Hautpartikel aus dem Haarkleid entfernt. Generell ist das raue Fell jedoch auch alleine sehr gut schmutzabweisend. Die Augen und Ohren sollten alle ein bis zwei Tage mit einem weichen, feuchten Tuch ausgewischt und die Krallen kurzgehalten werden.

Grand Bleu de Gascogne – Aktivitäten und Training

Der ausgeprägte Bewegungsdrang dieser Rasse sollte mit ausgiebigen Spaziergängen befriedigt werden. Mindestens zweimal am Tag möchte der Grand Bleu für mehr als eine Stunde durch die Natur ziehen und die Welt entdecken.

Trotz ihrer Größe und Ausdauer eignen sich Grand Bleus häufig nicht unbedingt als Begleitung für Jogger, da sie nicht die schnellsten Hunde sind. Apportierspiele sollten vermieden werden, da diese den ohnehin starken Jagdtrieb noch fördern können. Such- und Nasenspiele hingegen bieten sich für die Beschäftigung des Grand Bleu hingegen an, da sie über einen tollen Geruchssinn verfügen und äußerst gerne mit ihrer Nase arbeiten. Die jagdliche Führung dieser Rasse empfiehlt sich.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Grand Bleu de Gascogne

Ihre Unerschrockenheit zeichnet diese Rasse aus. Sie ermöglichte ihren Einsatz bei der Jagd auf große Säugetiere, bei der anderen Jagdhunderassen ihrer Angst im Wege stand. Der Grand Bleu lebt für das Aufspüren und Fährten lesen und gilt in Fachkreisen als hochgeschätzter Jagdbegleiter mit unglaublichen Riechfähigkeiten.

Zudem verfügt der Grand Bleu de Gascogne über ein sehr lautes, tiefes Bellen, was gut geeignet ist, um ihrem Führer auch auf weite Entfernungen erbeutete Tiere anzeigen zu können. Bei der Haltung als Familienhund im Haus oder der Wohnung kann diese laute Stimme jedoch für Stress mit den Nachbarn sorgen, falls der Hund zuhause häufig bellt.

Nachteile des Grand Bleu de Gascogne

Die bereits erwähnte laute und tiefe Stimme des Grand Bleu de Gascogne kann zu Problemen führen, wenn der Hund aus verschiedenen Gründen, wie fehlender Auslastung oder Einsamkeit, häufig im Haus oder in der Wohnung anschlägt. Nachbarn könnten sich hierdurch gestört fühlen.

Zudem ist der ausgeprägte Jagdtrieb eine Eigenschaft, die von Welpenalter an kontrolliert werden sollte, um ungewollte Ausflüge und unangenehme Situationen vermeiden zu können. Wird dieser Jagdtrieb nicht so gut es geht abtrainiert und der Rückruf von Dir und Deinem Hund nicht perfekt beherrscht, kann es passieren, dass es ihn bei einem gemeinsamen Spaziergang überkommt und er einem Kaninchen oder ähnlichem Kleintier nachjagt.

Passt der Grand Bleu de Gascogne zu mir?

Die Haltung eines Grand Bleu de Gascogne erfordert einiges an Erfahrung und Zeit. Die Rasse benötigt viel Bewegung. Dazu kommt der Jagdtrieb, der eine Haltung als Jagdhund im Einsatz sehr begünstigt. Für Jäger ist diese Rasse also nahezu perfekt geeignet, als Familienhund für Anfänger eignet sich ein Grand Bleu nicht. Ist bereits etwas Erfahrung in der Erziehung, idealerweise auch Vorerfahrung mit Jagdhunden, sowie die nötige Zeit vorhanden, kann die freundliche Art dieser Rasse durchaus auch eine Familie bereichern. Grundsätzlich sollten aufgrund der Größe dieser Hunde empfehlenswerter Weise keine Kleinkinder in der Familie leben, da diese gegen die reine Körperkraft der Hunde nicht gewappnet sind und auch lieb gemeinte Gesten des Hundes zu Unfällen führen können.

Generell gilt es vor dem Kauf eines Hundes, egal welcher Rasse, einiges zu beachten. Hunde benötigen täglichen Auslauf, große Laufhunderassen wie der Grand Bleu besonders viel. Auch die Erziehung und das mehrmals täglich zu festigende Training von Kommandos, muss in Deinen Alltag integrierbar sein. Zu guter Letzt ist auch der Kostenpunkt immer ein wichtiger Faktor bei der Entscheidungsfindung. Tierarzt, Futter, Hundeschule und Ausrüstung sind nicht unbedingt günstig und summieren sich in monatlichen Kosten. Auch wenn der einmalige Anschaffungspreis eines Welpen problemlos geleistet werden kann, sollte für die gesamte Zeit der Lebenserwartung Deines Hundes gesichert sein, dass es ihm an nichts fehlen wird. Ein Hund ist ein Lebewesen, welches sich an Dich bindet und auf Dich verlässt, somit sollte die Verantwortung gegenüber Deinem Hund oberste Priorität haben.