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Hund zittert: Krankheit oder unbedenklich?

von Michael Hein
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Der Hund zittert. Das bedeutet aber nicht immer, dass er krank ist. Vielleicht ist er nur aufgeregt, oder er empfindet die Kälte als unangenehm. In diesem Artikel erfährst Du alles über mögliche Gründe, bedenklichen Ursachen und einem möglichen Vorgehen, wenn der Hund zittert.

Hund zittert: Normales Zittern/unbedenkliche Gründe

Ein Hund zittert in verschiedenen Situationen. Er hört ein lautes Geräusch und ist verunsichert und ängstlich. Schließlich könnte ja eine Gefahr drohen. Stress löst fast immer Zittern aus, da der Hund durch das Zittern die Anspannung abbauen kann. Hat sich der Vieberiner auf dem Spaziergang oder beim Training zu stark angestrengt, zittern seine Muskeln. Anspannung und Entspannung der Muskeln wechseln in einem schnellen Rhythmus, da der Hund aufgrund fehlender Energiereserven die Muskelspannung nicht lange halten kann. Der Hund zittert.

Hunde mit kurzem Fell sind kaum vor der Kälte geschützt. Regen und Schnee durchnässen die Haut. Der Hund zittert, weil ihm kalt ist. Durch das Zittern erzeugen die Muskeln Energie, die zu einem leichten Anstieg der Körperwärme führen.

Hund zittert unter Bettdecke

Kleine Hunde mit dünnem und kurzem Fell wie Chihuahuas oder die größeren Whippets neigen zum Zittern.

Der Hund zittert auch bei Erregung. Dabei muss er nicht immer ängstlich sein. Auch Freude über die Rückkehr des Besitzers oder Aufregung bei einem Spiel kann das normale Zittern auslösen. Einige Hunde zittern im Schlaf vor Freude oder Angst und bewegen die Pfoten.

Auch absichtliches Zittern ist möglich. Der Hund hat in früheren Situationen gelernt, dass er zur Beruhigung ein Leckerli erhält, wenn er zittert. Immer, wenn der Hund Zuwendung oder ein Leckerli möchte, zittert er.

Zittert der Hund vor allem beim Einatmen, steckt meistens Aufregung dahinter. Die Situation kann dabei positiv oder negativ sein. Der Hund versucht durch das Zittern seine innere Unruhe zu lösen und den Stress abzubauen.

Welche Hunderassen zittern von Natur aus?

Hunde, die gestresst sind und immer unter Hochspannung stehen, zittern häufig. Zu diesen Hunden gehört der Jack Russel Terrier. Auch kleine Hunde mit dünnem und kurzem Fell wie Chihuahuas oder die größeren Whippets neigen zum Zittern.

Hund zittert: Bedenkliche Gründe und Krankheiten

Ein Hund kann auch bei schweren Erkrankungen zittern.

Neurologische Infektionskrankheiten

Staupe ist eine Erkrankung, die durch ein Virus verursacht wird. Das Morbilli-Virus schädigt nicht nur den Darm, sondern wandert auch entlang der Nerven bis in das Gehirn. Dort verursacht es eine Entzündung. Überlebt der Hund die Krankheit, können Ticks und andere neurologische Symptome wie Zittern zurückbleiben. Manchmal ist das Zittern so stark, dass der Hund den Kopf nicht ruhig halten und auch nicht fressen kann.

Epilepsie

Bei einer Epilepsie kommt es zu einem überschießenden Signalfeuer der Nervenzellen. Einige Hunde zittern als Anzeichen, bevor der Krampfanfall einsetzt. Nach dem Ende des Anfalls sind die Hunde geschwächt. Sie stehen wacklig auf den Beinen und zittern.

Hund zittert bei Kälte

Nicht immer muss das Zittern mit einer Krankheit zusammenhängen.

Schmerzen

Hunde verbergen Schmerzen möglichst lange, um eine Erkrankung oder Schwäche vor den anderen zu verstecken. Schwache Tiere werden leicht zur Beute von stärkeren Jägern. Trotzdem kann man erkennen, wann ein Hund Schmerzen hat. Der Hund zittert und nimmt verschiedene Schonhaltungen ein. Auch eine Magendrehung verursacht starke Schmerzen und einen Kreislaufschock.

Ist Zittern bei Hunden gefährlich?

Zittern muss nicht immer mit einer Erkrankung zusammenhängen. Der Hund zittert auch, wenn er träumt und aufgeregt oder ängstlich ist. Auch Kälte verursacht bei Hunden mit kurzem Fell Zittern.

Hund zittert wegen Schwäche

Ist ein Hund durch eine Krankheit oder schlechtes Futter geschwächt, können auch die Muskeln durch zu wenig vorhandene Energiereserven nicht richtig reagieren. Der Hund zittert.

Zittern durch mangelnde Energie tritt bei sehr kleinen Hunderassen wie Teacup Chihuahuas oder Teacup Yorkshires auf. Die Hunde wiegen als Erwachsene maximal zwei Kilogramm. Bei so kleinen Hunden läuft der Stoffwechsel sehr schnell ab. Die Hunde können kaum genügend Energie mit dem Futter aufnehmen, um alle Funktionen aufrechterhalten zu können.

Genetisch bedingtes Zittern

Hunde, die mit dem White Dog Shaker Syndrom geboren wurden, zittern ständig. Auch die Augen sind von dem Zittern betroffen. Sie bewegen ihren Körper schnell von links nach rechts. Die Hunde sind kaum in der Lage, ihre Umgebung wahrzunehmen und sich zu orientieren. Von dieser genetischen Erkrankung sind vor allem Hunde mit einem weißen Fell betroffen.

Was soll man tun, wenn der Hund zittert?

Liegt ein harmloses Zittern vor, hilft eine Verhaltenstherapie. Damit der Hund in der kalten Jahreszeit nicht friert, gibt es funktionale Hundemäntel, die Kälte und Wind von der Haut abhalten. Zittert der Hund aufgrund einer Erkrankung, sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden.

Morbus Addison

Bei Morbus Addison handelt es sich um eine hormonell bedingte Erkrankung. Da die Nebennieren nicht ausreichend funktionieren, wird zu wenig Aldosteron und Kortisol produziert. Die Hunde zittern und leiden unter Bauchschmerzen. Durch das Zittern entsteht eine Muskelschwäche in den Beinen. Die Vierbeiner trinken sehr viel.

Vergiftung

Einige Gifte lösen auch ein Zittern der Muskulatur aus. Das Symptom Vergiftung tritt aber nie allein auf, sondern ist immer auch mit Erbrechen, Fieber und Durchfall verbunden.

Wichtig: Suche auf jeden Fall schnell einen Tierarzt auf, wenn Du eine Krankheit als Ursachen für das Zittern Deines Hundes vermutest.

Kranker Hund wird gestreichelt

Liegt ein krankhaftes Zittern vor, muss der Vierbeiner unbedingt von einem Tierarzt untersucht werden.

Wie kann Zittern von einem epileptischen Anfall unterschieden werden?

Wenn der Hund zittert, ist er bei Bewusstsein. Er ist ansprechbar und kann bei beängstigenden Situationen abgelenkt werden. Auch Hunde, die wegen Schmerzen zittern, reagieren auf die Stimme des Hundehalters. Bei einem epileptischen Anfall ist der Vierbeiner nicht ansprechbar. Er liegt auf der Seite und hat das Bewusstsein verloren. Vor dem Mund ist schaumiger Speichel zu sehen, da auch die Kaumuskulatur von den Krämpfen betroffen ist. Die Beine des Hundes sind gestreckt und durch den erhöhten Tonus der Muskeln steif. Während des Krampfanfalls verliert der Vierbeiner unbewusst Harn und Kot, da die Kontrolle über die Schließmuskeln nicht mehr vorhanden ist. Nach dem Anfall hat der Hund Probleme, sich zu orientieren.

Was löst epileptische Anfälle beim Hund aus?

Ein epileptischer Anfall beim Hund kann durch verschiedene optische, akustische Reize oder Berührungsreize ausgelöst werden. Bei einer angeborenen Epilepsie oder einem Tumor im Gehirn treten die Anfälle auch ohne äußeren Reiz auf.

Hund zittert: Vorgehen bei krankhaftem Zittern

Liegt ein krankhaftes Zittern vor, muss der Vierbeiner unbedingt von einem Tierarzt untersucht werden, um die Ursache für das Zittern abzuklären. Vorher sollte der Hundehalter beobachten, wann das Zittern vor allem auftritt. Sind vielleicht bestimmte Anzeichen, Auslöser oder Symptome vorhanden? Weiters ist es wichtig, ob der Hund am ganzen Körper zittert, oder ob nur einzelne Bereiche von dem Zittern betroffen sind.

Der Tierarzt untersucht den Hund klinisch und neurologisch. Um die ordnungsgemäße Funktion von Organen und der Nebenniere abzuklären, wird Blut abgenommen und in ein Labor geschickt. Eventuell muss für eine exakte Diagnose noch ein Ultraschall, ein CT und ein MRT angefertigt werden. Erst wenn alle Ergebnisse vorliegen, kann eine individuell auf die Grunderkrankung des Hundes abgestimmte Behandlung erfolgen.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Schmerzen hat?

Der Hund zittert und versucht durch Schonhaltungen die Schmerzen zu verringern. Er zieht den Rücken hoch oder entlastet eine Extremität.

Was tun bei nicht krankhaftem Zittern?

Zittert der Hund aus Angst, kann ein Verhaltenstherapeut helfen. Der Hund wird langsam an den auslösenden Reiz gewöhnt und verknüpft die Situation nach einiger Zeit mit positiven Dingen wie einem Leckerli. Stress baut sich nicht mehr auf.

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