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Hund hat Schluckauf – Was tun?

von Maren Kleymann
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Das kennt wahrscheinlich jeder Hundebesitzer: Der Vierbeiner hat gerade gefressen oder getrunken oder liegt ruhig auf seinem Platz, und plötzlich gibt er seltsam glucksende Geräusche von sich. Wenn der Hund Schluckauf hat, ist dies oft ganz lustig anzusehen, wenn es die Fellnase so plötzlich immer wieder kurz durchschüttelt und ein Hicksen zu hören ist. In aller Regel ist das kein Grund zur Beunruhigung, denn genau wie bei uns Menschen ist der Schluckauf bei Hunden meist eine völlig harmlose Erscheinung. In diesem Artikel erfährst Du alles über Schluckauf bei Hunden.

Warum bekommen Hunde Schluckauf?

Um die Entstehung eines Schluckaufs zu verstehen, ist ein kurzer Ausflug in die Anatomie des Hundes hilfreich:

Zwischen der Brust- und der Bauchhöhle liegt ein dünner, aber flächig-breiter Muskel, das Zwerchfell. Es ist der wichtigste Atemmuskel – zieht er sich zusammen, strömt Luft in die Lunge, dehnt er sich aus, wird die Luft wieder herausgepresst. Wird diese regelmäßige Bewegung des Zwerchfells nun gestört, etwa weil ein voller Magen dagegen drückt oder ein anderer plötzlicher Nervenreiz einsetzt, zieht sich der Muskel ruckartig zusammen und Luft wird in die Lunge gesaugt. Gleichzeitig schließt sich aber die Stimmritze am Kehlkopf reflexartig, die einströmende Luft prallt auf ein Hindernis, und es kommt zum deutlich hörbaren Hicksen. Nun ist die sonst so regelmäßige Atmung für eine Weile „aus dem Trott“, der Schluckauf hält an und beruhigt sich erst, wenn auch die Atembewegungen sich wieder normalisieren.

Häufige Gründe, die zum Schluckauf bei Hunden führen, sind:

  • Sehr hastiges Fressen oder Trinken (dabei wird viel Luft geschluckt)
  • Ein sehr voller Magen, der gegen das Zwerchfell drückt
  • Trinken von sehr kaltem Wasser
  • Aufregung oder angeregtes Spiel mit beschleunigter Atmung
  • Stress oder Angst kann ebenfalls einen Schluckauf auslösen

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Warum hat mein Hund so oft Schluckauf?

Bei Welpen und jungen Hunden ist es normal, dass sie häufiger Schluckauf haben, vor allem wenn sie gerade gefressen und dabei viel Luft geschluckt haben. Ist der Hund schon älter und hat immer noch oder plötzlich wieder häufig Schluckauf, sollte der Tierarzt nach einer möglichen Ursache suchen.

Schluckauf bei Welpen

Je jünger ein Hund ist, desto häufiger wird er meist von Schluckauf heimgesucht. Bei ganz jungen Welpen, die noch von der Mutterhündin gesäugt werden, passiert das besonders häufig. Zum einen schlucken sie beim Trinken immer auch etwas Luft mit, die den Magen aufgast, der dann gegen das Zwerchfell drückt. Zum anderen spielen Welpen auch sehr viel mehr als ältere Hunde, sodass durch die hektischen Spielbewegungen ebenfalls Luft in den Magen geraten kann. Sobald der kleine Hund dann zur Ruhe kommt und sich die Atmung wieder normalisiert, ist der Schluckauf wieder weg.

Hund hat Schluckauf: Welpe liegt auf Sofa

Je jünger ein Hund ist, desto häufiger wird er meist von Schluckauf heimgesucht.

Tatsächlich bekommen sogar ungeborene Welpen im Mutterleib bereits ab und zu einen Schluckauf. Eventuell sind das bereits erste Vorübungen zur späteren selbstständigen Atmung, denn in diesem Stadium werden die Föten noch über die Nabelschnur mit Sauerstoff aus dem Blut der Mutter versorgt und atmen nicht selber. Durch den Schluckauf-Reflex wird die später so wichtige Atemmuskulatur aber bereits trainiert.

Ein starker Befall mit Würmern, wie er vor allem bei Welpen aus Massenhaltungen oder unter schlechten hygienischen Bedingungen vorkommt, kann auch zu vermehrter Gasbildung im Magen führen und so theoretisch auch einen Schluckauf auslösen. Häufiger zeigen stark verwurmte Welpen aber Symptome wie Husten, Würgen oder Erbrechen, schlimmstenfalls können sie auch ernsthaft erkranken oder gar versterben.

Wie hört sich Schluckauf beim Hund an?

Genau wie beim Menschen auch, wird das Schluckauf-Geräusch bei Hunden dadurch verursacht, dass sich die Atemmuskulatur des Zwerchfells reflexartig zusammenzieht, während gleichzeitig die Stimmritze am Kehlkopf geschlossen wird. Die eingeatmete Luft prallt förmlich gegen ein Hindernis und verursacht so das typische Hicksen.

Ist ein Schluckauf beim Hund gefährlich?

In den meisten Fällen ist der Schluckauf beim Hund harmlos und verschwindet ganz von alleine wieder. Es gibt aber auch einige Krankheiten oder gesundheitliche Beeinträchtigungen, die zu häufigem Schluckauf auch bei älteren Hunden führen können. Meist treten dann aber auch noch andere Symptome auf. Ist das der Fall, sollte der Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Folgende krankhafte Veränderungen können unter anderem zu häufigem Schluckauf führen:

  • Tumorerkrankungen (vor allem im Bauchraum bzw. in Zwerchfellnähe)
  • Atemwegserkrankungen (auch Lungenentzündung oder Asthma)
  • Nervenerkrankungen (z.B. eine Entzündung des Nervus phrenicus, der durch das Zwerchfell führt)
  • Erkrankungen des Gehirns oder der Hirnhäute
  • Magengeschwüre oder Magenschleimhautentzündungen
  • Erkrankungen des Herzens
  • Vergiftungen
  • Hiatushernie (d.i. eine Missbildung des Zwerchfells, bei der der Magen ganz oder teilweise in die Brusthöhle gerät
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Ist es gefährlich, wenn Hunde Schluckauf haben?

In den meisten Fällen ist der Schluckauf beim Hund harmlos und geht in der Regel nach kurzer Zeit von alleine wieder weg. Hat ein ausgewachsener, älterer Hund aber häufig und länger anhaltend Schluckauf, kann auch eine Erkrankung der Grund dafür sein. In diesen Fällen sollte der Hund vom Tierarzt untersucht werden.

Diagnose und Behandlung von häufigem Schluckauf

Besteht der Verdacht, dass der häufige Schluckauf bei einem Hund krankhaft bedingt ist, wird der Tierarzt eine gründliche Anamnese (Befragung des Hundebesitzers nach der Vorgeschichte), klinische Untersuchung des Hundes und weiterführende Diagnostik durchführen.

Bei der klinischen Allgemeinuntersuchung können größere Umfangsvermehrungen im Brust- oder Bauchbereich oft schon ertastet werden. So können Tumoren, aber auch entzündliche Prozesse wie ein Abszess oder eine Pankreatitis als Anfangsverdacht weiter abgeklärt werden. Über die Erstellung eines Blutbildes lassen sich im Labor zum Beispiel bestimmte Entzündungsparameter nachweisen, die etwa bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder anderen Entzündungsprozessen im Körper vermehrt auftreten.

Hund hat Schluckauf: Hand liegt auf Hundekopf auf Kissen

Besteht der Verdacht, dass der häufige Schluckauf bei einem Hund krankhaft bedingt ist, wird der Tierarzt eine gründliche Anamnese, klinische Untersuchung des Hundes und weiterführende Diagnostik durchführen.

Genauere Verfahren wie die Untersuchung mittels Ultraschall oder Röntgen geben weiteren Aufschluss über die möglichen Ursachen. Auch einen Bruch des Zwerchfells (Hernie) kann der Tierarzt so erkennen oder eben ausschließen.

Um eine Erkrankung des Nervenapparates oder Gehirns festzustellen, sind neben der Prüfung der normalen Reflexe und Bewegungsabläufe des Hundes unter Umständen auch spezielle Untersuchungen wie eine Überprüfung der Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit notwendig. Hierfür sollte ein spezialisierter Tierarzt hinzugezogen werden.

Wie bekommt man den Schluckauf weg?

In den meisten Fällen hört der Schluckauf nach kurzer Zeit von ganz alleine wieder auf. Du kannst versuchen, Deinen Hund abzulenken, indem Du ihn vorsichtig anpustest – oft normalisiert sich durch das kurze Innehalten die Atmung des Hundes wieder, und der Schluckauf ist vorbei.

Kann der Schluckauf beim Hund verhindert werden?

Wenn ein medizinischer Grund für den häufig auftretenden Schluckauf beim Hund gefunden wurde, muss natürlich die krankhafte Ursache behandelt werden. Dabei richtet sich die Therapie nach der Art der vorliegenden Grunderkrankung. Im Falle eines dauerhaften, unstillbaren Schluckaufs, der den Hund erheblich beeinträchtigt und auch die normale Atmung massiv erschwert, kann der das Zwerchfell stimulierende Nerv vorübergehend mittels Medikamenten außer Kraft gesetzt werden.

Hund hat Schluckauf vor Futternapf

Sowohl Futter als auch Wasser sollten immer leicht temperiert und nicht frisch aus dem Kühlschrank gereicht werden.

Handelt es sich aber um einen ganz normalen Schluckauf, dem keine andere Grunderkrankung zugrunde liegt, ist eine Behandlung nicht nötig, da dieser bereits nach kurzer Zeit von selber wieder verschwindet. Bei Welpen und jungen Hunden kann durch die Gabe von mehreren kleineren Futterportionen über den Tag verteilt verhindert werden, dass sie zu hektisch fressen oder sich den Magen zu voll füllen und dabei auch noch Luft schlucken. Sowohl Futter als auch Wasser sollten immer leicht temperiert und nicht frisch aus dem Kühlschrank gereicht werden. Auch ein gezieltes Training kann helfen, dem Hund beizubringen, sein Futter oder Wasser langsamer aufzunehmen.

Hat der Schluckauf dennoch wieder einmal zugeschlagen, helfen ähnliche Tricks, wie wir sie für uns Menschen gerne ausprobieren: Ablenkung führt zum kurzen Innehalten, die Atemmuskulatur kann sich entspannen, und der Schluckauf ist vorbei. Eine freundliche Massage des kleinen Welpenbauches und/oder des Brustkorbes, ein vorsichtiges Anpusten des Hundes hinter dem Ohr oder im Nackenbereich wirkt oft schon, um den Vierbeiner aus der Situation herauszuholen und den leidigen Hicks zu beenden.

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