Thai Ridgeback

Der Thai Ridgeback gehört innerhalb der von der FCI gelisteten Hunderassen mit der Nummer 338 in die Gruppe 5 der Spitze und Hunde vom Urtyp und in die Sektion 7 der Urtyp-Hunde zur Verwendung in der Jagd.

Thai Ridgeback im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 56-66 cm
Gewicht: 16-34 kg
FCI-Gruppe: 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion: 7: Urtyp Hunde zur jagdlichen Verwendung
Herkunftsland: Thailand
Farben: Rot, Weiß, Blau, Schwarz, Kitz, Brindle, Kastanienrot, Silber
Lebenserwartung: 12-13 Jahre
Geeignet als: Begleit-, Wach-, Familien- und Jagdhund
Sportarten: Apportieren, Agility
Charakter: Loyal, Liebevoll, Familiär, Intelligent, Fürsorglich, unabhängig
Auslaufbedürfnisse: mittel
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz und glatt
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft und die Geschichte des Thai Ridgebacks ist ziemlich unklar. Als einziger Hund neben dem Rhodesian Ridgeback trägt auch der Thai Ridgeback als unverwechselbares Erkennungszeichen ein so genanntes „Ridge“, einen Haarkamm auf dem Rücken. Einige Berichte stellen Theorien über die Herkunft der Rasse auf. Um diese zu verifizieren, müssten vielleicht genetische Untersuchungen angestellt werden, die bisher aber nicht erfolgt sind.

Thai Ridgeback von der Seite
Der Thai Ridgeback stammt vermutlich aus dem Osten Thailands

Die Hunderasse soll aus dem Osten Thailands stammen, wo sie größtenteils von anderen Hunderassen isoliert über eine lange Zeit existierte. Vertreter der Rasse wurden in thailändischen Dokumenten schon vor 350 Jahren erwähnt. Die Hunde sollen wohl zur Jagd verwendet und als Wachhunde eingesetzt worden sein. Vermutlich liegt der Ursprung des Thai Ridgebacks auf Phu Quoc, einer Insel im thailändischen Golf, die heute zu Vietnam gehört.

Die Vermutung, dass es eine Verwandtschaft mit dem Rhodesien Ridgeback geben könnte, konnte nicht bestätigt werden, da aus Asien auch andere Hunde mit dem charakteristischen Haarkamm bekannt sind.

Erstmalig bekannt wurde der Thai Ridgeback in den 1980er Jahren und etwas später als der Japan Kennel Club im Jahr 1990 einen Rassestandard heraus brachte. Zunächst bekam der Thai Ridgeback 1993 nur eine vorläufige Anerkennung der FCI, die erst weitere 10 Jahre später bestätigt wurde. Die Bezeichnung „Hunde vom Urtyp“, zu denen der Thai Ridgeback gehört, fasst Hunderassen zusammen, die in ihrem Verhalten und ihrem Charakter sehr unterschiedlich sein können.

Hunde vom Urtyp können aus ganz unterschiedlichen Regionen der Erde stammen und auch ihre Verwendung kann stark variieren. Rassen, die in dieser Gruppe eingeordnet werden, haben nur gemeinsam, dass sie sich seit Jahrhunderten kaum verändert haben. Die meisten von ihnen besitzen stehende Ohren und eine geringelte Rute. Vertreter dieser Gruppe können sowohl Jagdhunde, Wachhunde, Hütehunde, Begleithunde, aber auch Schlittenhunde sein. Normalerweise sind alle diese Hunde sehr willensstark, schwer zu erziehen, sind wenig anhänglich und zeigen ein starkes territoriales Verhalten.

Seit einigen Jahren kümmert sich in Deutschland der Club für exotische Rassehunde um die Zucht dieser seltenen Tiere. Es gibt aber bis heute nur sehr wenige Züchter, bei denen ein Thai Ridgeback Welpe zu bekommen ist. Im Jahr belaufen sich die Zahlen der Neuregistrierungen dieser Hunderasse auf höchstens 20 Welpen im Jahr.

Wesen & Charakter vom Thai Ridgeback

Der Thai Ridgeback ist ein robuster und lebhafter Hund. Seine hohe Lauffreude wird durch ein gutes Sprungvermögen ergänzt. Der äußerst wendige Hund ist neugierig, verfügt über feine Sinne, besitzt einen starken Jagdtrieb und ein ausgeprägtes Temperament. Was seinen Gehorsam angeht, so bleibt er eindeutig hinter den klassischen Begleithundrassen zurück.

Thai Ridgebacks sind eigensinnig und willensstark und alles nur nicht faul und gemütlich. Wer es schafft, dem Hund Souveränität zu zeigen, wird ihn leicht führen können. Er ist seinem Menschen dann treu ergeben und gilt als überaus emphatisch.

Sind Thai Ridgebacks aggressiv?

Grundsätzlich nicht. Es ist aber wichtig, die Hunde entsprechend ihrer Anlagen und ihrer hohen Energie auszulasten, damit es nicht zu aggressiven Zwischenfällen kommen kann.

Aussehen des Thai Ridgeback

Die mittelgroße thailändische Hunderasse besitzt einen eleganten und muskulösen Körperbau, der durch sein dünnes Fell und seine straffe Haut unterstrichen wird. Rüden werden zwischen 56 und 61 cm groß, Hündinnen sind mit 51 bis 56 cm etwas kleiner. Thai Ridgebacks können zwischen 23 und 35 kg schwer werden.

Thai Ridgeback im Portrait
Der Thai Ridgeback hat einen sehr eleganten und muskulösen Körperbau

Der Thai Ridgeback hat ein glattes und samtiges Fell und das charakteristische „Ridge“ auf dem Rücken. Im Bereich des Ridges wachsen die Haare in die entgegengesetzte Richtung. Die Haarwirbel sind dabei gleichmäßig verteilt, sodass ein regelmäßiger Haarkamm entsteht. Das charakteristische Merkmal beginnt im Bereich der Schultern und zieht sich über den ganzen Rücken bis zur Hüfte.

Das Fell des Thai Ridgebacks kann rot, grau, hell falbfarben oder schwarz sein. Rote Exemplare besitzen eine schwarze Maske. Die Hunderasse ist mit stehenden Ohren ausgestattet, die eine mittlere Größe haben und seitlich am Kopf ansetzen. Seine Rute, die am Ansatz etwas dicker ist, als am Ende, trägt der Thai Ridgeback vertikal.

Erziehung & Haltung des Thai Ridgeback – Das gilt es zu beachten

Der Thai Ridgeback ist intelligent und freut sich, wenn er Neues lernen darf. Das würde ihn eigentlich als gut erziehbaren Hund qualifizieren. Was allerdings gegen diese Tatsache spricht, ist sein hoher Jagdtrieb, der schwer zu kontrollieren ist und sein Dickkopf. In den meisten Fällen wird sich dieser eigenständige Hund wohl für die Jagd und gegen sein gutes Benehmen entscheiden.

Um den Thai Ridgeback erfolgreich zu führen, benötigt es die Hand eines Besitzers mit viel Erfahrung. Der Thai Ridgeback ist also kein Hund für Anfänger. Die Führung muss zwar stark sein, allerdings ohne Druck erfolgen. „Stark“ ist in der Hundeerziehung immer mit „souverän“ gleichzusetzen. Da diese Rasse sehr empfindsam ist, können diese Hunde mit Druck nicht umgehen. Der Thai Ridgeback sollte immer mit Hilfe von positiver Verstärkung geführt werden. Diese Strategie wird zu schnellen Lernerfolgen führen, wie es bei allen intelligenten Hunderassen der Fall ist.

Der Besuch einer Welpenschule ist mit dem Thai Ridgeback zu empfehlen, um ihn angemessen zu sozialisieren, denn die Rasse kann mitunter kommunikative Missverständnisse mit anderen Hunden produzieren. Der Grund dafür ist, dass Hunde vom Urtyp subtiler kommunizieren als viele andere Rassen. Eine gute Sozialisierung beugt also Missverständnissen vor und schult den Ridgeback im Umgang mit seinen Artgenossen.

Thai Ridgebacks haben eine hohe Wahrnehmung und lassen sich schneller ablenken als so manch anderer Hund. Zudem sind sie auch schneller reizüberflutet und überfordert. Sie sind lauffreudig und lebhaft und kurze Spaziergänge genügen ihnen nicht. Auf langen Spaziergängen gilt es dann, den Jagdtrieb des Vierbeiners zu unterbinden bzw. ihn umzuleiten. In einem städtischen Umfeld sollten diese Tiere nicht gehalten werden. Ein Haus auf dem Land mit einem großen, gut eingezäunten Garten wäre ideal.

Der Thai Ridgeback wird zwar oft als guter Familienhund angesehen, allerdings tut er sich im Umgang mit Kindern etwas schwerer als Hunde anderer Rassen. Geduld ist nicht unbedingt eine Stärke dieses Hundes.

Sind Thai Ridgebacks als Familienhund geeignet?

Die Rasse eignet sich nur bedingt und unter bestimmten Voraussetzungen als Familienhund. Dazu gehören viel Erfahrung in der Hundehaltung, eine gute Auslastung des Hundes und Geduld. Zudem tun sich Thai Ridgebacks im Umgang mit Kindern schwerer als viele andere Hunderassen.

Ernährung des Thai Ridgaback

Thai Ridgebacks benötigen Nahrung mit einem hohen Anteil an Proteinen, daher sollten ihre Mahlzeiten hauptsächlich aus Fleisch bestehen. Welpen sollten immer mit dem gleichen Futter gefüttert werden, das sie schon beim Züchter bekommen haben. Soll das Futter umgestellt werden, ist es empfehlenswert dies langsam und Schritt für Schritt zu tun. So können Überempfindlichkeitsreaktionen auf neues Futter vermieden werden. Welpen sollten zwischen drei und vier Mahlzeiten am Tag bekommen, für einen ausgewachsenen Thai Ridgeback reichen zwei.

Thai Ridgeback Welpe
Die Mahlzeiten des Thai Ridgeback sollten hauptsächlich aus Fleisch bestehen

Jeder Hund sollte immer erst nach der erfolgten Bewegung gefüttert werden, dies gilt insbesondere für aktive Hunde. Wer in der Hundeernährung alles perfekt machen möchte, sollte sich mit der Rohfütterung auseinandersetzen. Eine gute Alternative mit sehr viel weniger Aufwand ist ein gutes Trockenfutter, das auch mit Selbstgekochtem oder zum Beispiel mit Speiseölen oder Eiern ergänzt werden kann. Wer etwas für den Hund kocht, sollte immer darauf achten, dass die Speisen nicht gewürzt werden dürfen. Nassfutter darf ab und zu gegeben werden, sollte aber lediglich als geschmackliche Ergänzung für den Hund dienen.

Wer sich für ein hochwertiges Trockenfutter entscheidet, findet empfohlene Mengenangaben auf der Packung. Hier handelt es sich nur um Richtwerte. Beim Thai Ridgeback ist es aufgrund seines schlanken Körperbaus und seines kurzen Fells ziemlich leicht zu bemerken, wenn er ein paar Kilos zu viel hat. In diesem Fall sollten die Futterrationen verkleinert werden. Weniger Futter zu geben ist dabei besser als spezielles Light-Futter.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Ein thailändischer Ridgeback gilt als robust und wenig anfällig für Gendefekte. Er hat eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren. Da es sich um große Hunde handelt, können sie zu Hüftdysplasien neigen. Eine typische Krankheit der Rasse ist die Dermoid Sinus. Dabei handelt es sich um die Bildung einer Zyste, die operativ entfernt werden muss, da sie sonst eine lebensbedrohliche Entzündung verursachen kann.

Große Hitze verträgt der Thai Ridgeback genauso schlecht wie die meisten seiner Artgenossen und auch für die Kälte ist er mit seinem dünnen Fell nicht besonders gut ausgestattet. Trotzdem gilt aber auch für diese Rasse, dass Hunde generell weniger schnell frieren als wir Menschen.

Pflege des Thai Ridgeback

Das kurze Fell dieser Hunderasse ist sehr pflegeleicht. Es kann mit einer weichen Bürste wöchentlich gestriegelt werden, um überschüssige Haare zu entfernen. Der Haarausfall ist relativ gering.

Dieser Hund muss nicht gebadet werden, wenn er sehr schmutzig ist, denn getrockneter Schmutz lässt sich ganz leicht aus seinem Fell bürsten. Viele Hunde mögen es zwar sehr gerne in einen See oder einen Fluss zu springen, die meisten lassen sich aber vom Menschen nicht so gerne baden. Wenn der Thai Ridgeback trotzdem ab und zu gebadet werden soll, sollte er bereits im Welpenalter an die Prozedur gewöhnt werden.

Außerdem ist es bei allen Hunden sehr wichtig, dass parfümfreie Shampoos verwendet werden, da Hunde einen ganz anderen und viel ausgeprägteren Geruchssinn haben als wir Menschen. Wenn der Hund sich genug bewegt, ist es normalerweise nicht nötig, die Krallen zu schneiden, trotzdem sollten sie aber genauso wie die Ohren regelmäßig kontrolliert werden.

Verlieren Thai Ridgebacks viele Haare?

Nein, der Haarausfall eines Thai Ridgebacks ist nur gering.

Thai Ridgeback – Aktivitäten und Training

Den Thai Ridgeback zu 100% abrufbar zu machen, ist aufgrund seines hohen Jagdtriebes sehr schwierig. Trotzdem kann ein Anti-Jagd-Training Sinn machen, denn der Hund wird daran Spaß haben und mit Hilfe dieses Trainings kann sein Jagdtrieb eventuell umgelenkt werden.

Ansonsten handelt es sich beim Thai Ridgeback um einen sehr sportlichen Hund, der dabei auch eine große Begeisterung an den Tag legt. Er eignet sich also für viele Arten von Hundesport, wie zum Beispiel Dog Frisbee, Agility oder auch Dog Dancing. Da es sich um einen Jagdhund handelt, wird er aber auch auf der Fährte und beim Mantrailing seinen Spaß haben. Hier könnte der intelligente Hund allerdings anfangs ein wenig mehr Zeit benötigen, da es ihm etwas schwer fällt, sich zu konzentrieren.

Da der Thai Ridgeback einen ausgeprägten eigenen Willen hat, kann es von Vorteil sein, den Hund seine Lieblingsbeschäftigung selbst aussuchen zu lassen. Woran er am meisten Spaß hat, das wird er auch mit großer Motivation betreiben.

Thai Ridgeback beim Auslauf
Der Thai Ridgeback ist ein sehr aktiver und sportlicher Hund

Gut zu wissen: Besonderheiten des Thai Ridgeback

Beim Thai Ridgeback handelt es sich um eine sehr seltene Rasse. Deshalb sind Welpen oder auch erwachsene Hunde manchmal schwer zu bekommen. Wer sich einen Thai Ridgeback wünscht, könnte auch mit einem Rhodesian Ridgeback glücklich werden, von denen sich leider viele in Tierheimen befinden. Nicht nur reinrassige, sondern auch einige schöne Mischlinge.

Vom Thai Ridgeback gibt es nur sehr wenige Exemplare, die als erwachsene Hunde ein neues Zuhause suchen, denn sie befinden sich meist in den Händen von Liebhabern der Rasse. Wer mit dem Gedanken spielt, einen erwachsenen thailändischen Ridgeback zu adoptieren, sollte sich allerdings gut über die Vorgeschichte des charakterlich nicht ganz einfachen Hundes informieren.

Der „Ridge“, der charakteristische Haarkamm, den die Rasse auf dem Rücken trägt, war ursprünglich ein Gendefekt, der beim Menschen dem Krankheitsbild eines offenen Rückens entsprechen würde.

Was kostet ein Thai Ridgeback?

Wer einen Thai Ridgeback Welpen kaufen möchte, muss mit einem Preis ab 1.500 Euro aufwärts rechnen.

Nachteile des Thai Ridgeback

Als ein Nachteile der Rasse können ihre hohe Sensibilität, ihre Sturheit und ihre subtile Art der Kommunikation gesehen werden. Diese Eigenschaften machen den Umgang mit dem Hund schwieriger als mit anderen Rassen. Das gleiche gilt für den ausgeprägten Jagdtrieb, den diese Rasse besitzt und der es schwierig macht, den Hund ohne Leine zu führen.

Passt der Thai Ridgeback zu mir?

Was äußere Bedingungen betrifft, so sind Thai Ridgebacks zwar recht anspruchslos, trotzdem sollten sie aber nicht in kleinen Wohnungen und auch nicht in einem städtischen Umfeld gehalten werden.

Menschen, die kein Problem haben, sich viel mit dem Hund zu beschäftigen und die dazu bereit sind, seine spezielle Art und den Umgang mit ihm kennen und lieben zu lernen, können mit dem Thai Ridgeback sehr glücklich werden. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, was die jagdlichen Instinkte des Hundes an Problemen mit sich bringen können und wie darauf zu reagieren ist. Zudem ist die Rasse auch dafür bekannt, dass sie gute Wächter sind. Ein Thai Ridgeback kann nur als Familienhund gehalten werden, wenn er gut sozialisiert und erzogen wird und wenn die körperliche Auslastung gegeben ist.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es würde sich beim Thai Ridgeback um einen „Kampfhund“ handeln, denn er sieht ein wenig aus wie eine Mischung aus Staffordshire Terrier und Dobermann und zumindest in der Schweiz wird er teilweise auch als Listenhund und somit als vermeintlich gefährlich aufgeführt. Deshalb kann es sein, dass die Haltung in manchen Regionen verboten ist.

Wer sich einen Thai Ridgeback anschaffen möchte, sollte sich sicher sein, dass er genug Erfahrung besitzt, den Hund führen zu können, mit seiner Dickköpfigkeit klar zu kommen und ihn ausreichend beschäftigen zu können. Für Senioren und Anfänger eignet sich dieser Hund eher nicht.

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Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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