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Lurcher

von Michael Hein
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Beim Lurcher handelt es sich nicht um eine eigene Hunderasse, sondern um einen Hybridhund oder Designhund. Die Hunde werden bewusst jeweils aus einem Windhund und einem Nicht-Windhund gezüchtet, um die besten Eigenschaften beider Rassen zu kombinieren. Kreuzungen aus zwei Windhundrassen werden dagegen als Longdogs bezeichnet. Der Lurcher wird als Rasse noch nicht international von der FCI anerkannt. Es gibt die Mix-Hunde in zahlreichen verschiedenen Farb- und Felltypen. Ihnen allen gemeinsam sind der schlanke Körper eines Windhundes, die enorme Schnelligkeit beim Rennen und ihre jagdlichen Fähigkeiten. Einige Züchter versuchen derzeit, sich auf einheitliche Rassestandards zu verständigen.

Lurcher im Steckbrief

Steckbrief
Größe: bis zu 76 cm
Gewicht: 27-32 kg
FCI-Gruppe: Nicht vom FCI anerkannt
Sektion:
Herkunftsland: Großbritannien und Irland
Farben: alle erdenklichen Farben
Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Geeignet als: Haus-, Begleit-, Jagd-, Familienhund
Sportarten: Windhundrennen
Charakter: geduldig, gelassen, freundlich, anhänglich
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential
Stärke des Haarens hoch
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur:
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Der Lurcher entstand seit dem Mittelalter in Großbritannien und Irland. Um seine Geschichte ranken sich diverse Theorien und Legenden, wahrscheinlich wurden aber die ersten Lurchers von „Fahrendem Volk“, den sogenannten „Kesselflickern“ gezüchtet, die sie zum Wildern verwenden konnten. Der Ausdruck „to lurch“ aus dem Anglonormannischen, der ins Mittelenglische eingegangen ist, bedeutet lauern oder herumschleichen. Nach einer anderen Ansicht stammt der Name vom Begriff „Lurch“ aus der alten Gaunersprache ab, in der der Begriff für Dieb steht. Die Haltung von Windhunden war per Gesetz den Adligen vorbehalten. Das einfache Volk, das ebenfalls in den Genuss frisch erlegten Wilds kommen wollte, musste sich daher mit Mischlingshunden behelfen und illegal jagen. Da Königin Elizabeth I. der Bevölkerung nicht nur den Besitz von Windhunden verboten hatte, sondern auch keine Kreuzungen duldete, sollten die früheren Lurchers den Windhunden nicht allzu ähnlich sehen. Heute dürfen sie legal bei der Jagd helfen und haben sich optisch ihren edlen Vorfahren wieder stärker angeglichen.

Als Eltern der Lurcher werden auf der Seite der Windhunde meistens Greyhounds oder Whippets ausgewählt, die mit einem Hirtenhund wie einem großen Terrier oder einem Collie gekreuzt werden. Ob der so entstandene Mix-Hund zur weiteren Zucht verwendet wird, hängt davon ab, ob er seine Funktionen als Jäger zur Zufriedenheit erfüllt. Die Mehrheit der Züchter bemüht sich aber um eine breite genetische Basis, indem immer wieder erneut reinrassige Eltern gekreuzt werden. Dabei experimentieren sie auch stetig mit neuen Rassen weiter, die ihnen geeignet erscheinen.

Wesen & Charakter vom Lurcher

Je nach den beteiligten Elternrassen können sich auch die Charaktereigenschaften der einzelnen Hunde voneinander unterscheiden. Alle Lurchers aber können enorm schnell laufen und haben die Fähigkeit, stumm hinter ihrer Beute herzujagen. Die flinken und ausdauernden Jäger kommen noch heute gern bei der Hasenhetze zum Einsatz. Dabei arbeiten die Hunde zu zweit oder zu dritt zusammen und verfolgen den aufgescheuchten Hasen nach Sicht statt nach Geruch.

Sein Temperament hat der Lurcher von zwei aktiven Elternrassen geerbt, deshalb braucht dieser große Hund viel Freilauf und möchte keinesfalls in einer Wohnung eingesperrt sein. Ein Lurcher kann zum anhänglichen Begleiter werden, der seiner Menschenfamilie ewig die Treue hält. Allerdings muss er von klein auf als vollwertiges Familienmitglied betrachtet werden. Der intelligente und sehr feinfühlige Hund kann jede Geste und jede Äußerung seines Halters deuten. Er möchte stets höflich behandelt und als ebenbürtiger Partner respektiert werden. Kindern gegenüber ist ein Lurcher ausgesprochen geduldig, selbst wenn sie laut und etwas wild mit ihm spielen, bleibt er stets gelassen und freundlich.

Wie groß wird ein Lurcher?

Ausgewachsene Lurchers sind Hunde mit einer Widerristhöhe von 69 bis 76 cm. Sie gehören zu den großen Hunderassen.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Lurchers

Der Jagdhund erreicht eine Widerristhöhe von bis zu 76 cm und ein Gewicht zwischen 27 und 32 kg. Er zählt folglich zu den großen Hunderassen.

Wegen der unterschiedlichen Einkreuzungen kann das Fell in allen erdenklichen Farben von kurz bis mittellang daherkommen und sowohl glatt als auch gewellt sein. Typisch für diesen Hybridhund sind seine zu den Seiten hin abstehenden Ohren, die er aufgestellt oder herabhängend tragen kann. Außerdem fällt seine schmale Taille im Verhältnis zum muskulösen, breiten Brustkorb auf. Insgesamt gleicht das Erscheinungsbild des Lurcher mit der langen, spitzen Schnauze und dem athletischen Körperbau dem eines Windhundes. Er hat einen ebenso geringen Körperfettanteil und zugleich eine stark ausgeprägte Muskulatur.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Affenpinscher – Das gilt es zu beachten

Wer einen Lurcher als Familienhund sozialisieren möchte, sollte ihn von Anfang an gut sozialisieren – mit Menschen und Hunden. Dann entwickelt er eine enge Bindung zu seinen Menschen, die lebenslang bestehen bleibt. Der Lurcher braucht Familienanschluss. Wenn er nicht direkt bei Herrchen oder Frauchen schlafen darf, sollte er wenigstens seinen Platz auf dem nahe gelegenen Sofa einnehmen dürfen. Der kälteempfindliche Windhund Nachfahre ist keinesfalls für die Haltung in einer Hundehütte oder einem Zwinger geeignet. Wenn das Tier heranwächst, wird die Nähe zum Menschen nach und nach unwichtiger. Dann hat sich die Bindung bereits entwickelt und der Hund gewöhnt sich daran, die Nacht allein an seinem warmen Plätzchen zu verbringen. Er muss dennoch immer das Gefühl haben, ein Mitglied der Familie zu sein.

Trotz seiner freundlichen Art ist ein Lurcher nicht für Anfänger geeignet. Denn er braucht klare Vorgaben und eine geduldige Erziehung. Zwar lernt dieser schlaue Hund sehr schnell, aber er lässt sich nicht unterwerfen, sondern nur als Freund gewinnen. Wenn er in der Jugend nicht richtig erzogen wird, sucht er sich selbstständig Bestätigungen und begibt sich auf Abenteuersuche. Kann er nicht nach draußen, zerlegt er womöglich das Mobiliar. Einige Besuche in der Hundeschule sollten daher während der ersten Lebensjahre auf dem Programm stehen. Besonders wichtig ist, dass die Erziehung des Lurcher schon in der frühesten Lebensphase einsetzt. Schon im Alter von acht Wochen kann der Welpe mit dem Lernen beginnen. Gerade dann ist er noch besonders aufnahmefähig. Ein Welpe ohne Sozialisation kann bereits in den ersten Monaten unerwünschte Charaktereigenschaften ausbilden, die sich dann nur noch mit großer Anstrengung oder gar nicht mehr korrigieren lassen.

Was ist ein Lurcher?

Ein Lurcher ist eine Gebrauchskreuzung aus einem Windhund (vorwiegend Greyhound oder Whippet) und einem Nicht-Windhund, zumeist einem Hütehund. Er wird bevorzugt bei der Hasenhetze eingesetzt, eignet sich aber auch als Familienhund. Je nachdem, welche Einsatzgebiete der Züchter für den Hund vorgesehen hat, kreuzt er zum Beispiel einen Collie oder einen großen Terrier ein.

Ernährung des Lurchers

Lurcher, die einen ähnlichen Bewegungslevel und Kalorienverbrauch wie Windhunde haben, brauchen für ihre schnellen Sprints viel Energie. Fett ist für sie ungeeignet, da die Umwandlung zu lange dauert. Kohlenhydrate dagegen werden sofort verarbeitet und liefern schnell die nötige Kraft. Um seine Muskeln optimal zu versorgen, braucht der Lurcher außerdem Proteine, allerdings kann sich eine Überversorgung schädlich auf seine Nieren auswirken. Seine Nahrung sollte daher nicht aus purem Eiweiß bestehen, sondern eine ausgewogene Mischung aus magerem Fleisch mit Gemüse und Kartoffeln sein.

Bei der Ernährung eines Lurcher ist außerdem zu beachten, dass eine hohe Wasserkonzentration im Futter wahrscheinlich Durchfallerkrankungen begünstigt. Der Rennhund sollte daher anstatt von Barf oder Nassfutter bevorzugt Trockenfutter bekommen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Lurchers haben eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Bei einigen Hunden dieser Mix-Rasse treten Magendrehungen auf, außerdem sind sie anfällig für Muskelverletzungen. Von Ihren Vorgängern, den Greyhounds, haben sie die Veranlagung zur sogenannten Greyhound-Sperre geerbet, einer Muskelverletzung, die bei untrainierten Hunden durch Überlastung hervorgerufen werden kann. Außerdem tendieren die Rennhunde zu Fußverletzungen und gerissenen Zehennägeln.

Da Lurchers leicht Zahnstein bilden, sollten ihre Zähne regelmäßig vom Tierarzt gereinigt werden. Die britischen Jagdhunde verfügen nicht über ein wärmendes Unterfell und sind besonders kälteempfindlich. Sie sind als Innenhunde allein für die Haltung im Haus vorgesehen und müssen im europäischen Winter draußen ein Mäntelchen tragen. Aber auch Hitze kann ihnen zu schaffen machen. Bei sommerlichen Temperaturen darf der Lurcher nicht rennen, sondern muss sich oft an einem kühlen Plätzchen ausruhen, um keinen Hitzschlag zu erleiden.

Wie alt wird ein Lurcher?

Lurchers haben eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Sie gelten als relativ gesunde Kreuzung, auch wenn sie von ihren Ahnen auf der Windhundseite einige Anfälligkeiten geerbt haben.

Pflege des Lurchers

Wie viel Fellpflege ein Lurcher braucht, hängt davon ab, ob er von seinen Eltern kurzes, unkompliziertes Fell oder eine längere Mähne geerbt hat. Viele dieser Hybridhunde haben nur ein kurzes Haarkleid, das sie saisonal abwerfen und das kaum Pflege beansprucht. War jedoch ein Elternteil Schäferhund oder Terrier, fällt das Fell zumeist länger und pflegeintensiver aus. Bei kurzhaarigen Tieren reicht es zumeist, sie einmal pro Woche gründlich zu bürsten. Bei den langhaarigen Vierbeinern hilft zwei- bis dreimal wöchentliches Striegeln gegen das Verfilzen, außerdem müssen Knötchen gelegentlich herausgeschnitten werden. Langhaarige Lurchers können auch regelmäßig einen Haarschnitt gebrauchen.

Da diese Hunde häufig rennen, ist es besonders wichtig, ihre Nägel immer praktisch kurz zu halten. Außerdem sollten ihre Ohren gelegentlich gereinigt werden.

Lurcher- Aktivitäten und Training

Lurcher rennt am Strand

Der Lurcher benötigt viel Bewegung

Lurchers sind die geborenen Sprinter, die ihre Schnelligkeit am liebsten bei der Jagd unter Beweis stellen. Wenn sie nicht ins Revier dürfen, freuen sie sich, beim Windhundrennen oder ähnlichen Sportarten richtig durchzustarten. Die aktiven Hunde brauchen viel Bewegung und mindestens einmal täglich Auslauf. Sie lassen sich bei Spaziergängen gehorsam an der Leine führen und müssen in städtischen Gebieten auch angeleint bleiben. Denn wenn ein Lurcher ein Eichhörnchen oder ein anderes Kleintier sieht, das seinen Jagdinstinkt anspricht, sprintet er sofort los. Auch zum Schutz von Kleinkindern sollte ein Lurcher im Stadtpark nicht allein losgelassen werden.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Lurchers

Auf dem europäischen Festland ist die Hunderasse heute noch überaus selten und wird in Deutschland kaum gezüchtet. In Großbritannien aber ist der Hybridhund bei Jägern beliebt und wird nach wie vor gern zur Hasenjagd eingesetzt. Auch in den USA gibt es inzwischen vereinzelte Zuchten.

Wegen seiner Geschichte als Hund der Streuner und Gauner hat es der Lurcher jedoch mancherorts schwer. Besonders in Irland warten viele dieser freundlichen und familientauglichen Vierbeiner in Tierheimen darauf, ein neues zu Hause zu finden. Wer einen Lurcher kaufen oder adoptieren möchte, sollte daher eine Reise auf die Britischen Inseln auf sich nehmen.

Nachteile des Lurchers

Auch wenn ein Lurcher über Nacht ins Haus gehört, ist er nicht für die Haltung in einer Stadtwohnung geeignet. Er braucht täglich viel Auslauf, am besten in einem weitläufigen Gebiet auf dem Land, in dem er sich frei bewegen kann. Mindestens aber möchte er einen großen Garten haben.

Außerdem beansprucht der junge Lurcher fast so viel Aufmerksamkeit von seinem Halter wie ein Kleinkind. Im Welpenalter braucht er noch viel körperliche Nähe, und seine Erziehung gestaltet sich zeitintensiv. Alleinsein kann der treue Gefährte gar nicht gut. Hat er sich erst einmal an seine Menschen gewöhnt, braucht er seine Familie jederzeit um sich.

Ein zusätzlicher Nachteil ist die Temperaturempfindlichkeit des Lurcher, der bei Kälte warm angezogen und bei Hitze geschont werden muss.

Passt der Lurcher zu mir?

Einen Lurcher sollte sich nur zulegen, wer sehr viel Zeit für ihn erübrigen und ihm ein großes Terrain bieten kann. Am besten sollte dieser Hund bei einem Jäger mit Familie auf dem Land leben. Wer viel Zeit in seine Erziehung investiert, kann sich dann lebenslang über einen treuen Begleiter freuen, der die gesamte Familie mit ins Herz schließt.

Für Senioren ist der temperamentvolle Jagdhund nur bedingt geeignet, denn sein enormer Bewegungsdrang kann Menschen im fortgeschrittenen Alter schnell zu viel werden. Ein Anfängerhund ist der britische Jäger ebenfalls nicht, denn seine Erziehung erfordert Erfahrung, Konsequenz und viel Geduld. Obwohl er fast so viel Pflege und Aufmerksamkeit wie ein Kind benötigt, darf der Lurcher dennoch nicht vermenschlicht werden. Er ist und bleibt ein Hund, der sich ab uns zu im Dreck wälzen und seiner artgemäßen Bestimmung, dem Jagen und Rennen, nachgehen muss.

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