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Kishu

von Marcel Hammerich
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Die japanische Hunderasse Kishu wird von der FCI mit der Standardnummer 318 in der Gruppe 5 der Spitze und Hunde vom Urtyp in der Sektion 5 der Asiatischen Spitze und verwandten Rassen geführt. In Japan wird der Kishu vor allem für die Jagd auf Wildschweine verwendet, früher auch für die Jagd auf Rotwild. Er wird auch manchmal Kishu Inu oder Kishu Ken genannt. Kishu Inu bedeutet „aus der Präfektur Kishu“ und deutet auf seine Herkunft hin, Kishu Ken heißt so viel wie Kishu Hund.

Kishu im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 43-55 cm
Gewicht: 13,5-27,5 kg
FCI-Gruppe: 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion: 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen
Herkunftsland: Japan
Farben: Rot, Weiß, Brindle, Sesam
Lebenserwartung: 11-13 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Begleithund
Sportarten:
Charakter: Treu, Gelehrig, Edel, Aufmerksam, Würdevoll
Auslaufbedürfnisse: mittel
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: hartes, gerades Deckhaar und weicher, dichter Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: eher ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Die beiden Gegenden Wakayama und Mie bildeten in Japan früher die Präfektur Kishu, von der der Kishu seinen Namen hat. Die Hunderasse stammt von ehemaligen mittelgroßen japanischen Hunderassen ab. Seit dem Jahr 1934, in dem der Rassestandard definiert wurde, gilt, dass der Kishu einfarbig sein muss. Die meisten Vertreter dieser Rasse sind heute weiß. Diese Farbe wurde in der Zucht favorisiert, da ein weißer Hund vom Jäger besser gesehen werden konnte.

Kishu im Portrait

Der Kishu ist eine mittelgroße japanische Hunderasse.

Die Asiatischen Spitze, zu denen der Kishu gehört, sind bereits seit Jahrtausenden in Japan verbreitet. Sie wurden oft in der Jagd verwendet und wurden auf Selbstständigkeit und Anhänglichkeit in Bezug auf den Menschen gezüchtet. Kishus sind echte Jäger, denn es war über Jahrtausende hinweg ihre Aufgabe, das Wild nicht nur zu jagen, sondern es auch zu töten. Seit der Einführung des Rassestandards zählt der Kishu Inu zu den japanischen Naturdenkmälern. Noch bis 1970 gab es ein Verbot des Exports dieser Hunde in andere Länder.

Bis heute ist der Kishu daher außerhalb von Japan kaum verbreitet. Teilweise finden sich diese Hunde in geringen Zahlen in Europa und den USA. Auch andere japanische Hunderassen, wie der Kai Ken, der Hokkaido oder der Shikoku, die viele Gemeinsamkeiten mit dem Kishu aufweisen, sind außerhalb Japans kaum verbreitet.

Wesen & Charakter vom Kishu

Der Kishu ist ein Hund mit großer Ausdauer. Er besitzt einen starken Jagdtrieb und ist sehr intelligent, mutig und selbstständig. Der Kishu ist in seinem Charakter ein klassischer Ein-Mann-Hund, der sich nur an einen Menschen bindet. Zu diesem Menschen ist der japanische Spitz sehr loyal, neigt aber auch zur Dominanz, was zu einem Problem in der Erziehung und auch zwischen zwei Rüden werden kann.

Zuhause ist der Kishu Ken recht kontrollierend, muss immer den Überblick bewahren, benimmt sich niemals unterwürfig und hat seinen eigenen Willen, dem er bevorzugt folgt. Die Vertreter dieser Rasse führen Befehle nur aus, wenn sie ihnen selbst sinnvoll erscheinen. Gegenüber Menschen, die sie nicht kennen, benehmen sich diese Hunde sehr distanziert und scheu.

Welches Temperament hat ein Kishu?

Der Kishu bindet sich nur an einen Menschen und ist recht unabhängig und dominant. Er ist intelligent und sehr jagdfreudig und verhält sich Fremden gegenüber scheu.

Inhaltsverzeichnis

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Kishu

kishu-kopf

Charakteristisch für den Kishu ist sein weißes Fellkleid.

Der Kishu kann eine Größe von bis zu 52 Zentimeter erreichen und bis zu 25 Kilo schwer werden. Er gehört somit zu den mittelgroßen Hunderassen. Sein Fellkleid ist hart, gerade und einfarbig, meistens weiß, es kann aber auch rot oder sesamfarben sein. Besonders seitlich am Kopf und im Bereich der Rute ist das Haar länger als am restlichen Körper. Der japanische Spitz besitzt eine dichte Unterwolle, die ihn bei niedrigen Temperaturen wärmt.

Ansonsten hat er das Aussehen eines typischen Spitzes mit kleinen, dreieckigen, stehenden Ohren und einer hoch angesetzten Rute, die nach oben gerollt getragen wird. Der Körperbau des mittelgroßen Hundes ist muskulös und kompakt. Die Augen des Kishu Inu sind mandelförmig und schwarz.

Erziehung & Haltung des Kishu – Das gilt es zu beachten

Der Kishu ist ein sehr ursprünglicher Hund und daher in der Haltung nicht ganz unkompliziert. Wenn dieser Hund nicht jagen darf, benötigt er unbedingt eine angemessene Ersatzbeschäftigung. Neben der körperlichen Bewegung muss er auch geistig beschäftigt werden. Besonders zu empfehlen, ist eine Beschäftigung, die der Jagd möglichst ähnlich ist.

Wenn der Kishu keine Beschäftigung bekommt, wird sich dies in Verhaltensauffälligkeiten äußern. Es kann dazu kommen, dass sich dieser Hund alleine auf Wanderschaft begibt und auch beginnt zu wildern. Deshalb sollte sein Grundstück immer gut eingezäunt werden. Der Kishu ist ein Hund, der sich schnell langweilt und kein klassischer Familienhund. Ein Zusammenleben mit anderen Haustieren könnte sehr schwierig sein. Mit Kindern kann der Hund klar kommen, wenn er von klein auf mit ihnen sozialisiert wird und sie seine Grenzen respektieren.

Wenn der japanische Spitz artgerecht ausgelastet wird, ist es aufgrund seiner Selbstständigkeit recht unproblematisch, wenn er über längere Zeit alleine bleiben soll. Dieser Hund sollte auf jeden Fall auf dem Land leben und einen Garten haben. Er kann auch das ganze Jahr über im Freien leben. Die Vertreter der Rasse benötigen zwar viel Auslauf, sind aber durchaus genügsamer als zum Beispiel Schlittenhunde. Beim Spaziergang wird es in den meisten Fällen nicht möglich sein, den Kishu abzuleinen, denn sein starker Jagdtrieb ist sehr schwer zu kontrollieren. Hinzu kommt, dass der Hund zum Wildern neigt. Er ist in der Lage, auch Hochwild eigenständig zu töten.

Der sehr dominante und eigenwillige Kishu Inu ist nur zu erziehen, wenn der Halter viel Hundeerfahrung mitbringt und seinen Führungsanspruch zuverlässig durchsetzen kann. Für Anfänger eignet sich die Rasse überhaupt nicht. Dieser Hund muss mit Konsequenz aber ohne Härte erzogen werden. Er wird sich niemals unterwürfig verhalten und durchaus auch bei guter Erziehung die Entscheidungen seines Menschen manchmal in Frage stellen. Sehr wichtig ist es bei der Erziehung das Jagdverhalten des Kishu zu berücksichtigen.

Allerdings ist es kaum möglich diesen starken Trieb wirklich zu kontrollieren. Auch die Sozialverträglichkeit ist ein großer Punkt in der Erziehung. Teilweise hat der Kishu mit anderen Hunderassen Probleme, was die Kommunikation betrifft. Mit den eigenen Rassevertretern kann er aufgrund seiner Dominanz aneinander geraten. Vor allem wenn er auf andere Rüden trifft.

Was kostet ein Kishu?

Da der Kishu in Deutschland nicht gezüchtet wird, ist der Preis für einen Welpen nicht bekannt. In Amerika werden Kishu Welpen zwischen 1.200 und 2.000 Dollar verkauft.

Ernährung des Kishu

Da der Kishu ein sehr ursprünglicher Hund ist, ist die Rohfütterung die beste Möglichkeit für seine Ernährung. Wem das zu aufwendig ist oder wer sich unsicher ist was die richtige Zusammensetzung des Futters betrifft, kann den Hund auch mit industriell hergestelltem Futter ernähren. Allerdings sollte gerade bei ursprünglichen Rassen wie dem Kishu darauf geachtet werden, dass das Futter naturbelassen ist und keine künstlichen Zusatzstoffe enthält. Oft werden im Trockenfutter verschiedene Getreidearten als Füllstoffe zugesetzt, die der Gesundheit des Hundes schaden können. Das Futter des Kishu sollte möglichst wenig Getreide enthalten, da der Hund anfällig für Allergien ist.

Die alleinige Gabe von Nassfutter ist nicht zu empfehlen. Es ist zu weich für die Zähne des Hundes und kann sie schädigen. Ein gutes Nassfutter kann aber durchaus dem Trockenfutter beigemischt werden, um dem Hund eine geschmackliche Abwechslung zu bieten. Zusätzlich zu allen Arten von Futter ist es auch immer wichtig, dem Kishu regelmäßig einen Kauknochen zur Zahnpflege anzubieten.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

kishu-kopf

In einigen Fällen neigt der Kishu zu Problemen mit der Schilddrüse.

Kishus haben eine hohe Lebenserwartung von durchschnittlich 13 Jahren.
Grundsätzlich gilt der recht ursprüngliche Kishu als eine robuste Hunderasse. Allerdings gibt es auch einige Krankheiten, die beim japanischen Spitz vermehrt auftreten. Manche Vertreter der Rasse haben Probleme mit der Schilddrüse. Wenn der Hund sich passiv verhält und starke Anzeichen von Müdigkeit zeigt, könnte dies auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen. Wie beim Menschen auch wird eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund medikamentös behandelt und beeinträchtigt den Hund dann nicht mehr. Wenn der Hund sehr nervös und überdreht wirkt, so könnte dies auch auf eine Überfunktion der Schilddrüse hinweisen, die beim Kishu Inu ebenfalls vorkommen kann.

In manchen Fällen werden die japanischen Spitze mit einer Fehlstellung des Augenlids geboren, die operativ behoben werden muss. Zudem haben sie eine starke Neigung zu Nahrungsmittel- und Umweltallergien, weshalb das Futter des Kishu auf jeden Fall naturbelassen sein muss. Der Kishu Ken ist ein sehr bewegungsfreudiger Hund und neigt daher nicht zu Übergewicht. Aufgrund seiner dichten Unterwolle kommt er mit Kälte gut klar und kann sogar das ganze Jahr über im Freien gehalten werden. Das Gegenteil gilt für Hitze. An sehr heißen Sommertagen sollte der Kishu geschont werden.

Wie alt wird ein Kishu?

Der Kishu hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 13 Jahren.

Pflege des Kishu

Das Fell dieser Hunde sollte mindestens ein Mal in der Woche gebürstet werden. In Zeiten des Fellwechsels auch öfter, um den extremen Haarverlust des Hundes zu vermindern. Normalerweise muss ein Kishu nicht gewaschen werden. Schmutz kann ganz einfach aus seinem Fell heraus gebürstet werden, wenn er getrocknet ist.

Die Ohren des Hundes können mit einem feuchten Tuch oder mit einem speziellen Ohrenreiniger gereinigt werden. Sammelt sich Schmutz in den Ohren, kann dies zu Entzündungen führen. Wenn der Kishu jung ist und sich noch viel bewegt, ist es normalerweise nicht nötig, die Krallen zu schneiden. Bei älteren Rassevertretern können die Krallen allerdings zu lang werden. Um zu vermeiden, dass der Hund sich an überlangen Krallen verletzt, müssen sie geschnitten werden.

Kishu – Aktivitäten und Training

Kishu im Sitzen

Der Kishu ist ein Hund, der körperliche und geistige Auslastung liebt.

Der Kishu braucht viel Bewegung, die er aber nicht zwangsläufig bei ausgedehnten Spaziergängen bekommen muss. Wenn der Hund einen großen Garten sein Eigen nennen darf, kann er sich auch hier schon einiges an Bewegung selbst verschaffen. Der Kishu hält sich sehr gerne im Freien auf und kann seinen Menschen gut beim täglichen Joggen oder Radfahren begleiten. Er sollte allerdings aufgrund seines starken Jagdtriebs immer an der Leine laufen.

Neben seiner hohen Bewegungsfreude ist der Kishu Ken auch ein Hund, dessen Intelligenz gefördert sein will. Es eignen sich hier besonders gut Beschäftigungen, die der Jagd recht ähnlich sind, wie zum Beispiel die Fährtenarbeit, ein Apportiertraining oder auch Man Training. Auch Agility und Obedience eignen sich für diesen Hund zur geistigen Auslastung und Bewegung sehr gut.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Kishu

Da Japan ein Land ist, das sich über Jahrtausende gegen andere Länder abgegrenzt hat und erst in den letzten Jahren etwas offener geworden ist, ist die Verbreitung des Kishu in Ländern außerhalb seiner Heimat gering. In Deutschland gibt es bisher keine Züchter der Rasse. Neben japanischen Züchtern finden sich aber einige wenige in den USA, in Polen, Litauen, Tschechien, Finnland und den Niederlanden. Wer also einen Kishu Welpen kaufen möchte, muss mit einer längeren Reise und eventuellen Sprachbarrieren rechnen.

Auch ausgewachsene Kishus finden sich außerhalb von Japan in der Regel keine. Alternativ könnte aber ähnliche Hunderassen in Frage kommen, wie zum Beispiel andere Arten von Spitzen, die sich auch im Tierschutz finden lassen. Wer einen bereits erwachsenen Hund adoptiert, sollte sich ausgiebig über seine Vorgeschichte informieren, um nicht später mit Problemen konfrontiert zu werden, die nicht zu handeln sind.

Wie groß ist ein Kishu?

Der Kishu kann bis zu 52 Zentimeter groß werden.

Nachteile des Kishu

Die Nachteile des Kishu sind seine ausgeprägte Dominanz und vor allem sein starker Jagdtrieb. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, was es bedeutet einen echten Jäger sein eigen zu nennen. Diese Hunde sind in der Lage auch großes Wild zu töten, was Besitzer in unseren Breitengraden ernsthafte Probleme verursachen kann.

Passt der Kishu zu mir?

Der Kishu ist ein typischer Ein-Mann-Hund, das heißt er bindet sich nur an einen Menschen und das auch nur, wenn er den richtigen Führungsanspruch durchsetzt. Trotzdem kann ein Kishu auch als Familienhund leben, wenn er von einem erfahrenen Besitzer gehalten wird. Ein klassisch unkomplizierter Familienhund ist der japanische Spitz allerdings nicht. Wenn er an Kinder gewöhnt wird, kann er gut mit ihnen zurecht kommen, allerdings sollten es die Kinder akzeptieren, wenn sich der Hund zurück zieht. Ein Kishu kann nur mit Kindern leben, wenn er von klein auf an sie gewöhnt wurde.

Wenn Katzen oder andere kleinere Tiere im Haus sind, kann das Zusammenleben mit diesem Hund schwierig sein. Allerdings kann der Hund mit Katzen klar kommen, wenn er sie bereits als Welpe kennenlernt. Es kann passieren, dass der Kishu die Katze jagt und sie auch tötet, wenn er sie als Beute sieht. Wichtig ist bei diesem Hund aber in jedem Fall, dass er nicht mit anderen kleinen Tieren alleine bleibt. Wer sich einen Kishu anschaffen möchte, sollte auf jeden Fall viel Erfahrung in der Hundehaltung besitzen und auch wissen, dass sein Jagdtrieb nicht zu kontrollieren ist. Es ist immer damit zu rechnen, dass dieser Hund versucht seinen eigenen Kopf durchzusetzen, statt sich an die Vorgaben seines Menschen zu halten.

Der Kishu darf auf keinen Fall in einer engen Stadtwohnung ohne Garten leben. Besser wäre ein Haus auf dem Land mit einem großen Garten. Allerdings eignet sich auch eine Stadtwohnung im Erdgeschoss, wenn der Hund Zugang zum Garten hat. Der Garten sollte aufgrund des starken Jagdtriebes der Vertreter dieser Rasse gut eingezäunt sein, damit der Kishu daran gehindert wird, sich eigenständig auf die Jagd zu begeben. Es könnte etwas schwierig werden, den Kishu von anderen Menschen betreuen zu lassen. Deshalb sollte er auf Reisen am besten mitgenommen werden. Er kann durchaus alleine bleiben, wenn er gut ausgelastet ist und eine Beschäftigung während der Abwesenheit des Menschen bekommt. Allerdings sollten Halter eines Kishu nicht den ganzen Tag berufstätig sein. Wenn der Hund zu viel alleine ist und nicht ausreichend ausgelastet ist, kann er verhaltensauffällig werden.

Da die Rasse in unseren Breitengraden sowieso sehr selten und auch noch schwierig zu halten ist, könnte es Sinn machen, sich alternativ nach ähnlichen Rassen umzusehen, die in Europa vertreten sind. Der Kauf eines Kishus sollte in jedem Fall mehr als gut überlegt sein.