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Kai Ken

von Marcel Hammerich
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Der Kai Ken ist eine Hunderasse aus Japan, die in Deutschland sehr unbekannt ist. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Ausfuhr der Hunderasse im Jahr 1934 verboten wurde. Hinzu kommt noch, dass der Kai Ken im Gegensatz zum Akita Inu und dem Shiba Inu keinen großen Hype hatte. In Deutschland gibt es einige wenige Liebhaber dieser Rasse, jedoch gibt es keine Züchter dieser japanischen Rasse. Im FCI ist der Kai Ken als anerkannte Hunderasse verzeichnet und in folgender Gruppe zu finden: Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 5: Asiatische Spitze und verwandte Rassen ohne Arbeitsprüfung mit der FCI-Standard Nr. 317.

Kai Ken im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 48-53 cm
Gewicht: 16-18 kg
FCI-Gruppe: 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion: 2: Asiatische Spitze und verwandte Rassen
Herkunftsland: Japan
Farben: Schwarz gestromt, Rot gestromt
Lebenserwartung: 14-16 Jahre
Geeignet als: Wach-, Begleit- und Familienhund
Sportarten:
Charakter: Temperamentvoll, Lebhaft und sehr aufgeweckt
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: hoch
Fellstruktur: hart, gerade mit weicher, dichter Unterwolle
Kinderfreundlich: eher nein
Familienhund: eher ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Der Kai Ken wird auch als Kai Inu, Tora Inu oder Kai tora-ken bezeichnet und ist eine sehr ursprüngliche Hunderasse aus Japan. Der genaue Herkunftsort des Kai Ken liegt in der Präfektur Yamanashi, in der Provinz Kai, die dem Hund auch seinen Namen gegeben hat. Dieses kleine Gebiet ist recht abgeschottet, da es von hohen Bergen umschlossen ist. Deshalb konnte sich die Rasse lange Zeit unabhängig von anderen Einflüssen geformt werden.

Kai Ken Welpe

Der Kai Ken unterliegt einem Export Verbot und ist außerhalb Japans kaum anzutreffen.

Die Rasse selbst entstand vor Jahrtausenden aus verschiedenen mittelgroßen japanischen Hunderassen, die alle zum Urtyp des Hundes zählen und sehr nahe mit dem Spitz verwandt sein. Deshalb wird die Rasse des Kai Ken auch zu den Spitzen gezählt. Die Vorfahren und später auch der Kai Ken selbst wurden zur Jagd nach sehr großen Tieren wie Bären, Hirsche und Wildschweine genutzt. Natürlich konnten sie auch Dachse und Hasen jagen, doch hauptsächlich wurden die Hunde auf Großwild angesetzt. Dabei mussten die Hunde mutig und unerschrocken gegen das Wild vorgehen und auch sehr eigenständige Entscheidungen treffen, dabei versichern sie sich immer wieder, ob ihr Besitzer noch dabei ist, treffen jedoch alle Entscheidungen alleine. Diese Eigenständigkeit und der Mut sind immer noch stark im Wesen des Kai Inu verankert.

Doch durch das eingeschränkte Herkunftsgebiet hat die Verbreitung der Rasse in anderen Ländern stark beeinflusst und hinzu kommt noch das Export-Verbot der Rasse. Im Jahr 1934 wurde der Kai Ken zum Naturdenkmal Japans erklärt und damit der Export der Rasse in andere Länder vollkommen verboten. Bereits zuvor war eine Ausfuhr der seltenen Hunde nur unter sehr strengen Auflagen möglich und deshalb finden sich außerhalb Japans kaum Züchter dieser seltenen und ursprünglichen Hunderasse.

Wesen & Charakter vom Kai Ken

Der Kai Ken ist immer noch eine sehr ursprüngliche Hunderasse, die zwar das Zusammenleben mit dem Menschen schätzt, aber sich nur schwer von diesem Lenken lässt. Er trifft seine eigenen Entscheidungen und wägt jeden Befehl seines Besitzers genau ab. Deshalb braucht es einen sehr erfahrenen Hundehalter, um den Tora Inu zu erziehen und zu führen. Er hat einen sehr hohen Jagdtrieb, der nur schwer zu kontrollieren ist und hinzu kommt noch seine Wachsamkeit. Ihm entgeht nichts, besonders in seinem eigenen Revier ist er sehr wachsam und meldet jeden Eindringling lautstark und mutig.

In seinem Wesen ist auch ein ausgeprägtes Rudelverhalten verankert. Dieses kann der Japaner mit seinen Menschen ausleben, jedoch schätzt er auch die Gesellschaft von anderen Hunden. Als Familienhund eignet sich der Kai Ken eher nicht, da seine Erziehung sehr lange dauert und enorm viel Geduld fordert, hinzu kommt noch, dass er zwar sehr treu ist, aber auch immer selbst entscheidet, was er tut. Er ist sehr schwer zu lenken und braucht gleichzeitig viel Auslauf und Beschäftigung. Nur dann wird der kluge Hund aus Japan die Geduld aufbringen, sich für ein Training motivieren zu lassen. Zudem stärken gemeinsame Ausflüge und Erfahrungen die wichtige Bindung zwischen Hund und Halter. Nur wenn der Kai Inu seinem Menschen vertraut, wird er diesem auch folgen und dessen Befehle ausführen.

Trotz aller Konsequenz, welches die Haltung des Kai Ken erfordert ist er ein sehr loyaler Hund, der bei einer guten Bindung, immer die Nähe seiner Menschen sucht. Bei Fremden ist er sehr reserviert und distanziert, bei seinen Menschen jedoch ist er oft zärtlich und liebevoll. Deshalb ist er keinesfalls als Hofhund oder reiner Wachhund anzusehen.

Wie ist der Charakter des Kai Ken?

Der Kai Ken ist ein selbständiger und mutiger Hund. Dies bedeutet, dass er einen Befehl nur ausführt, wenn er den Sinn hinter dem Befehl sieht. Daher ist eine Erziehung und Sozialisierung nur mit viel Geduld und Zeit möglich. Hat er Vertrauen zu seinem Besitzer, bindet er sich sehr eng an seinen Menschen und kann ein treuer Begleiter sein.

Inhaltsverzeichnis

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Kai Ken

Kai Ken von der Seite

Der Kai Ken hat eine enorme Sprungkraft und kann teilweise auch auf Bäume klettern.

Das Aussehen des Kai Ken ist unverwechselbar unter den japanischen Hunden. Der mittelgroße Jagdhund besitzt eine Widerristhöhe von 53 cm bei den Rüden und rund 48 cm bei den Hündinnen. Der Kai Inu sollte einen kräftigen Körperbau besitzen und eine sehr sportliche und aktive Erscheinung. Mit seinen besonders kräftigen Läufen kann er sehr hoch springen und sogar ein Stück auf Bäume klettern. Der Besitzer sollte genau darauf achten, dass der Hund nicht unter Übergewicht leidet und ein Maximalgewicht von 18 kg hat.

Der Kopf des Tora Inu besitzt die typische Spitzform, seine Ohren sind hochstehend und haben eine dreieckige Form, die Rute ist eingerollt oder sichelförmig geborgen über dem Rücken des Kai Ken. Das Fell des Kai Ken hat eine eher harte Struktur und ist kurz anliegend. Klassischerweise ist das Fell gestromt, wobei folgende Farben im Rassestandard erlaubt sind: schwarz, rot und die klassische schwarz-rot gestromte Farbe. Gerade bei den geströmten Hunden hat das Fell noch eine Besonderheit, denn bis zu seinem zwölften Lebensmonat bleibt das Fell einfarbig und erst danach bilden sich die Streifen der geströmten Farbe. Unter dem kurzen Fell verbirgt sich eine dichte und weiche Unterwolle, die ihm vor den Teilweise sehr extremen Wetterbedingungen seiner Heimat in den bergen schützt.

Wie groß wird der Kai Ken?

Der Kai Ken ist ein mittelgroßer Hund, der eine Widerristhöhe von 53 cm bei den Rüden und rund 48 cm bei den Hündinnen erreichen kann. Sein Körperbau sollte bei schlank und dennoch muskulös sein.

Erziehung & Haltung des Tora Inu – Das gilt es zu beachten

Der Kai Ken ist seinem ursprünglichen Erbe treu und wird sich nur mit viel Geduld und Zeit zu einem ausgeglichenen Familienhund erziehen lassen. Es braucht zudem sehr viel Erfahrung im Umgang mit Hunden und vor allem im Umgang mit selbständigen Jagdhunden. Wenn die Erziehung und Sozialisierung früh beginnt und über eine positive Verstärkung aufgebaut wird, kann sich eine gute Bindung zwischen Hund und Halter entwickeln und er wird zumindest meistens den Anweisungen seines Menschen folgen.

Da die Hunde als selbständige Jäger gezüchtet wurden, hat die Rasse einen sehr hohen Jagdtrieb und kann oftmals nur in eingezäunten Flächen ohne Leine laufen. Er ist ein hochintelligenter Hund, der eine sinnvolle Aufgabe braucht. Ideal wäre hierfür die jagdliche Nutzung, wer jedoch kein Interesse an der Jagd hat, kann auch ein Ersatzverhalten aufbauen. Apportieren bietet sich da sehr gut an, am besten in Verbindung mit Nasenarbeit und Fährtentraining, damit würden alle jagdlichen Komponenten erfühlt, ohne dass ein anderen Tier leiden muss. Dabei sollte immer der Spaß für Hund und Halter im Vordergrund stehen und keinesfalls ein Training mit harter Hand durchgeführt werden. Denn auf eine harte Hand kann der Kai Ken mit Angst und sogar Aggressivität reagieren. Geduld, Ruhe und eine feste Bindung zum Besitzer sind die besten Voraussetzungen für eine gelungene Erziehung und ein gutes Training.

Um den Kai Inu an ein Leben als ruhigen und ausgeglichenen Hund zu gewöhnen, ist es sehr wichtig, dass die Tiere bereits beim Züchter einen engen Anschluss zu den Menschen haben. Ein Welpe, der in einem Zwinger geboren wird, hat von vorneherein einen schlechten Start und wird nicht die gleiche Bindung zu seinen Menschen aufbauen, wie ein Welpe, der im Kreis der Familie des Züchters und seiner Mutter und Geschwister aufwächst. Ein guter Züchter zeigt den Welpen auch sehr früh alle Alltagsdinge, wie laute Geräusche, fremde Menschen, andere Tiere und Autofahren. Der neue Besitzer kann dann bei der Sozialisierung bereits merken, dass einige Dinge kein Problem für den jungen Kai Ken darstellen und hat es wesentlich leichter den Hund zu erziehen.

Bei der Haltung muss der Besitzer genau darauf achten, dass der Jagdtrieb nicht mit dem Kai Ken durchgeht und er sich sogar versucht loszureißen. Er kann nur selten frei laufen und es besteht selbst bei der besten Erziehung immer ein Restrisiko, dass der Kai Ken jagen geht. Ein eigener Garten ist bei der Haltung sehr hilfreich, um den Kai Ken im Alltag gut auszulasten.

Wozu wird der Kai Ken eingesetzt?

Der Kai Ken wurde als mutiger Jagdhund gezüchtet, er sollte eigenständig agieren und musste sich mit großen Wildtieren wie Bären auseinandersetzen. Er wird auch heute noch gerne als Jagdhund eingesetzt und braucht unbedingt eine sinnvolle Aufgabe, wenn er als reiner Begleithund gehalten wird.

Ernährung des Kai Ken

In seiner Heimat wird der japanische Hund immer noch in erster Linie von Jägern gehalten, die den Hund auch von der Jagdbeute ernähren. Natürlich ist nicht jeder Halter eines Kai Ken verpflichtet dem Hund frisches Fleisch von Wildtieren zu bieten, es gibt sehr hochwertige Alternativen für Hunde. Sowohl Nass- als auch Trockenfutter in einer guten Qualität können den Hund mit allen notwendigen Bausteinen für ein gesundes Leben versorgen. Der Besitzer sollte genau auf die Inhaltsstoffe des Hundefutters achten, ein hochwertiges Hundefutter besteht überwiegend aus Fleisch und hat keine unnötigen Inhaltsstoffe wie Getreide oder Soja. Diese Stoffe werden bei günstigen Futtermitteln als Füllstoffe eingesetzt, um an dem teuren Fleisch zu sparen, jedoch können sie beim Hund Allergien auslösen und haben keinerlei Mehrwert für das Tier.

Die Futtermenge muss an das aktuelle Gewicht des Kai Ken und dessen Aktivität angepasst werden. Wenn der Kai Ken sportlich geführt wird, hat er einen höheren Energiebedarf als wenn er ein reiner Familienhund ist. Zudem sollte der Besitzer das Hundefutter entsprechend dem Alter des Hundes wählen, da ein Welpe bis zu seinem siebten Lebensmonat andere Bedürfnisse hat als ein erwachsener Hund und ab einem Alter von acht Jahren ist es sinnvoll langsam auf Seniorenfutter umzustellen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Da der Kai Ken nur in seiner Heimat gezüchtet wurde und nie als Modehund vermarktet wurde, ist die Rasse immer noch urtümlich und robust. Die modernen Überzüchtungen, unter denen viele andere Hunderassen leiden, sind beim Kai tora-ken nicht aufzufinden. Er ist eine sehr gesunde Hunderasse, die ein hohes Alter erreichen kann. Wenn der Welpe von einem guten Züchter stammt und mit viel Verständnis und Liebe aufgezogen wird, kann er ein Alter von 13 bis 15 Jahren erreichen.

Pflege des Kai Inu

Die Pflege des Kai Ken braucht nur wenige Minuten am Tag und ist in der Regel recht einfach. Es reicht, den mittelgroßen Hund ab und zu bürsten und nach den Spaziergängen das kurze Fell nach Zecken und anderen Parasiten abzusuchen. Die Augen sollten in regelmäßigem Abstand kontrolliert werden, ebenso die Stehohren. Handlungsbedarf gibt es hierbei allerdings nur bei Auffälligkeiten wie Ausfluss, Juckreiz oder gerötete Stellen.

Kai Ken- Aktivitäten und Training

Kai Ken im Auslauf

Hundesportarten die als Jagdersatz gelten eignen sich am besten für die japanische Hunderasse.

Da der Kai Ken ein selbständiger Arbeitshund ist, braucht er sehr viel Beschäftigung und Bewegung. Er ist kein Hund, der jeden Tag in der Woche mehrere Stunden alleine bleiben kann. Er braucht eine sinnvolle Aufgabe und jeden Tag mindestens drei Spaziergänge mit einer Länge von mindestens einer Stunde. Da der Kai Ken immer noch als aktiver Jagdhund geführt wird, eignen sich vor allem Sportarten, die als Jagdersatzverhalten dienen. Apportieren, Nasenarbeit und Fährtenarbeit sind Hundesportarten, für die der Kai Ken sich einfach begeistern lässt. Dabei ist es wichtig, dass der Kai Ken immer freiwillig mitarbeitet und nicht gedrängt wird.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Kai Ken

Der Kai Ken ist eine extrem seltene Hunderasse. Außerhalb Japans gibt es so gut wie keine Züchter des eigenständigen und mutigen Jagdhundes. Dies liegt daran, dass Japan die Rasse unter besonderen Schutz gestellt hat und zum Naturgut erklären ließ. Der Tora Inu spiegelt die urtümlichen Hunderassen wieder, sein Verhalten und auch sein Erscheinungsbild zeigen den Menschen, wie sich vermutlich die ersten Hunde verhalten und Aussagesehen haben. Da die Rasse nahezu unverändert geblieben ist, ist sie immer noch sehr gesund und robust.

Wer einen Hund dieser Rasse sehen möchte, muss entweder nach Japan reisen oder das Glück haben einen Züchter auf einer internationalen Hundeausstellung zu treffen. Die wenigen Züchter außerhalb von Japan haben ihre Hunde entweder illegal geschmuggelt oder konnten einen Nachfahre der Tiere ergattern, die vor dem Verbot unter ebenfalls strengen Auflagen ausgewandert sind.

Wie viel kostet ein Kai Ken?

Da der Kai Ken sehr selten ist, kann ein Welpe dieser Rasse zwischen 1800 und 2000 Euro kosten. Mit einem guten Stammbaum sogar 2500 Euro.

Nachteile des Kai Ken

Der Kai Ken fasziniert die Menschen durch seine Seltenheit, diese ist ein großer Vorteil für die Rasse, jedoch auch ihr größter Nachteil. Die Rasse findet sich fast ausschließlich nur in Japan und darf nicht außer Landes gebracht werden. Daher ist es für Nicht-Japaner nahezu unmöglich einen Kai Inu zu halten. Hinzu kommt noch die Eigenständigkeit der Rasse, er hat keinen Will-to-Please und wird sich zwar eng an seinen Menschen binden, aber dessen Befehle oft hinterfragen. In Familien kann seine Selbständigkeit und sein Schutztrieb schnell zu Problemen führen und ein Freilauf ist nur selten möglich.

Kai Ken im Portrait

Der Kai Inu ist sehr eigenständig und wird Befehle oft hinterfragen.

Passt der Kai Ken zu mir?

Der Kai Ken ist nur für hundeerfahrene Menschen geeignet und ist vom Wesen her ein sehr ursprünglicher und eigenständiger Hund. Eine Bindung mit dem Kai Inu aufzubauen, erfordert viel Zeit und Geduld. Doch wenn es gelingt, ist er bei seinen Menschen sehr anhänglich und verschmust. Dennoch ist er kein Schoßhund und braucht sehr viel Beschäftigung und eine sinnvolle Aufgabe. Denn in seiner Heimat wird er immer noch als aktiver Jagdhund genutzt. Auch der Schutztrieb  sollte nicht unterschätzt werden. Deshalb ist er als Familienhund nur bedingt geeignet und kann auch nur kurze Zeit alleine bleiben. Senioren mit Hundeerfahrung und der nötigen Fitness, können sich ihn annehmen und werden mit einem sehr treuen und ruhigen Partner belohnt.