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Barsoi

von Marcel Hammerich
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Der Barsoi ist ein aus Russland stammender Windhund. Diese Hunderasse ist vom FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannt und unter der Standard-Nummer 193, Gruppe 10 – Windhunde, Sektion 1 – langhaarige oder befederte Windhunde, registriert.

Barsoi im Steckbrief

Steckbrief
Größe: Rüden: 70-82 cm, Hündinnen: 65-77 cm
Gewicht: Rüden: 25-40 kg, Hündinnen: 34-47 kg
FCI-Gruppe: 10: Windhunde
Sektion: 1: Langhaarige oder befederte Windhunde
Herkunftsland: Russland
Farben: Schwarz, Brindle, Creme, Kitz, Rot, Weiß
Lebenserwartung: 7-11 Jahre
Geeignet als: Jagdhund
Sportarten: Windhundrennen, Coursing
Charakter: Sanft, Intelligent, Unabhängig, Ruhig, Sportlich, Respektvoll, Fremdenscheu
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential gering
Stärke des Haarens hoch
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: seidig, weich, geschmeidig
Kinderfreundlich: mittel
Familienhund: eher ja
Sozial: eher ja

Herkunft und Rassegeschichte

Barsoi Welpe

Genuntersuchungen haben herausgefunden, dass die Rasse uralt ist.

Dieser große Windhund Barsoi hat eine lange Geschichte. Die Höhen und Tiefen sind mit dem alten Russland verknüpft, denn bereits zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert kann die Anwesenheit dieses Sichtjägers in der oberen Schicht der Zaren und Fürsten dieses riesigen Landes nachgewiesen werden. Der „psovaja borzaja“ war in erster Linie ein Prestigeobjekt der herrschenden Klasse. Die Schnelligkeit und der extreme Jagdinstinkt wurden für die Jagd nach Hasen, Großwild und Wölfen genutzt. Die Hetzjagd erfolgte durch ein größeres Rudel. Dieses stellte das Wild und der Abschuss erfolgte durch den Jäger zu Pferd.

Die Adelshäuser züchteten diese Hunderasse im großen Stil. Die Ergebnisse in den Zuchtanlagen, wo es teilweise bis zu 500 Exemplare gab, wurden nicht nur für die Jagd verwendet. Durch das aristokratische Aussehen und dem sanftmütigen Charakter schmückten sich die herrschende Klasse gerne mit diesen Hunden. Außerdem waren sie das ideale Geschenk für befreundete Adelsmitglieder in anderen Ländern.

Mit dem Ende der Zarenzeit im Zuge der Oktoberrevolution 1917 richtete sich der Hass der Revolutionäre auch gegen diese faszinierende Windhundrasse und es wurden zahlreiche Zuchtbetriebe zerstört. Überleben konnte der Barsoi aufgrund der Züchter in den benachbarten Ländern, also die damaligen Geschenke an die befreundeten Adelshäuser außerhalb Russlands. Vor allem in England gab es zu dieser Zeit viele Barsois.

Die Anerkennung des russischen Windhundes als eigenständige Rasse erfolgte erst 1956 durch die FCI. Gen-Analysen im Jahr 2017 bewiesen, dass es sich um eine uralte Rasse handelt. Der Gen-Pool des Hundes liegt zwischen dem Greyhound und dem Irischen Wolfshund. Diese Verwandtschaft zu den Windhunden der Kelten wurde durch die Analysen des Genetiker-Teams um Heidi Parker festgestellt.

Wesen & Charakter vom Barsoi

Ein Barsoi ist ein Jäger aus Leidenschaft und erweist sich dabei als besonders kraftvoll und ausdauernd. Energiegeladen wird er immer sein Ziel verfolgen. Dieser Sichtjäger spurtet in Sekunden seiner (vermeintlichen) Beute hinterher. Innerhalb dieser Phase ist er nur schwer abrufbar.

Außerhalb dieser angeborenen Leidenschaft ist er ein ruhiger und ausgeglichener Zeitgenosse. Aggressionen sind ihm fremd. Gegenüber seinem Menschen ist er liebevoll und anhänglich. Weitere Vorteile sind Gelehrigkeit und Intelligenz, denn dieser sensible Charakter möchte im Alltag alles richtig machen.

Gegenüber fremden Personen ist er misstrauisch und distanziert. Deshalb kann er nicht als Wachhund gehalten werden. Schafft der Hundehalter beide Seiten in Einklang zu bringen, also Lauf- und Jagdbedürfnis mit häuslicher Bequemlichkeit, dann erhält er einen lebenslangen treuen Freund.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Barsoi

Barsoi in der Natur

Das Fell variert zwischen kurzem Haar bis zu halblangen Haar und der typischen Befederung.

Das Gesamtbild dieses Barsois wirkt aristokratisch. Den Schädel mit seiner langen Schnauze und den nach hinten gewinkelten Ohren trägt der Barsoi erhoben. Die großen mandelförmigen Augen blicken selbstbewusst. Der lange und schmale Hals geht in eine leicht gebogene Rückenpartie über. Den Abschluss bildet eine bis zum Sprunggelenk reichende Rute. Der kräftige Brustkorb geht in einen „aufgezogenen“ Bauchbereich über. Die langen und kräftigen Beine vollenden das Gesamtbild.

Das seidenweiche Fell schmeichelt den Körperkonturen. Am Kopf, den Ohren und an den Beinen ist es eher kurz. Beginnend mit der Halskrause ist das halblange Haar an der Brust, an der Vor- und Hinterhand und an den Flanken leicht gewellt oder etwas gelockt. Die „Befederung“ der Rute, am Bauch und an den Läufen macht die Erscheinung dieses russischen Windhundes unverwechselbar.

Die farbliche Erscheinung ist vielfältig. Blau und braun ist als Fellfärbung nicht erlaubt. Den Barsoi gibt es unifarben bis zu mehrfarbig, wobei die Hunde aus Russland bis zu drei Farben haben dürfen. Besonders markant ist die schwarze Maske bei schwarzen Farbvariationen. Eine „Befederung“ an den Beinen, am Bauch und an der Rute ist immer eine Nuance heller als die Grundfarbe.

Die Widerristhöhe bei Rüden liegt zwischen 75 und 85 cm, in seltenen Fällen kann diese sogar bei 95 cm liegen. Die etwas kleineren Hündinnen erreichen eine Widerristhöhe zwischen 68 und 78 cm. Im Verhältnis zu seiner Körpergröße gehören die Hunde eher zu den Leichtgewichten. Das Gewicht variiert zwischen 30 und 45 kg. Das ist abhängig vom Geschlecht, der Größe und dem individuellen Körperbau. Die Rassebeschreibung legt sich in diesem Bereich nicht fest.

Wie groß ist der Barsoi?

Diese großen Windhunde erreichen eine Widerristhöhe von 75 bis 85 cm (Rüden) und zwischen 68 und 78 cm bei Hündinnen.

Erziehung & Haltung des Barsoi – Das gilt es zu beachten

Die Erziehung eines Barsoi Welpen ist grundsätzlich nicht schwierig. Erfahrung beim Umgang mit einem sensiblen Hund sollte jedoch vorhanden sein. Die hundegerechte Ausbildung dieser Rasse ist ein Balanceakt. Der Spätentwickler ist anhänglich, sensibel und temperamentvoll, das verlangt Geduld, Einfühlungsvermögen mit einem Schuss Konsequenz. Personen, die von einem Hund absoluten Gehorsam verlangen, sollten von einem Barsoi die Finger lassen. Hilfe bei der Erziehung durch windhundeerfahrene Trainer ist empfehlenswert.

Ein Haus mit einem großen Garten ist das ideale Umfeld für diese Rasse. Ein Zwinger ist ein absolutes No-Go, denn er benötigt den räumlichen Kontakt zu seinem Menschen. Dieser Vollblutjäger kann sich stundenlang auf der Couch im Wohnzimmer bequem machen. Erst diese Widersprüche machen den Charakter dieser Hunderasse aus.

Wann ist ein Barsoi ausgewachsen?

Der Barsoi gehört zu der Kategorie „Spätentwickler“. Das bedeutet, dass sie meistens erst mit drei Jahren als erwachsen gelten.

Ernährung des Barsoi

Die Ernährung muss auf das Alter und die Aktivitäten des Hundes abgestimmt werden. Ein hochwertiges Futter mit viel Fleisch- und wenig Getreideanteil ist ideal. Außerdem sollte die Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und allen lebenswichtigen Nährstoffen durch die Futterrationen gesichert sein. In den Kategorien Nass- und Trockenfutter gibt es einige Produkte, die diesen Anforderungen gerecht werden.

Freunde von individueller Nahrung können diesen Rassehund ebenfalls durch Barfen vollwertig ernähren. Anfänger müssen sich ausführlich über die richtige Zusammenstellung (Nährstoffe, Vitamine) der täglichen Futterrationen informieren. Bei Unsicherheiten sollte ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Egal welche Fütterungsart gewählt wird, die Mahlzeiten sollten auf mehrere Portionen pro Tag verteilt werden. Der Barsoi hat normalerweise keinen empfindlichen Magen, aber bei großen Hunden besteht die Gefahr der Magendrehung. Deswegen sollte die Fütterung auch nie vor Aktivitäten erfolgen.

Der Speiseplan kann durch Kauknochen, Markknochen oder getrocknete Innereien wie Pansen, Lunge oder Ähnlichem angereichert werden. Diese „Zusätze“ können als Pflege für die Zähne oder als Belohnung eingesetzt werden.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Trotz seiner aristokratischen Erscheinung zählt der Barsoi zu den robusten Hunden – vorausgesetzt der Züchter achtet auf das Jahrhunderte alte Erbgut und will keine „Showhunde“ züchten. Rassetypische Erkrankungen sind nicht bekannt. Ein Minuspunkt in seiner Gesundheit ist trotzdem vorhanden: Denn aufgrund seiner Größe besteht die Gefahr einer Magendrehung, Blähungen und Magenprobleme können bei manchen Exemplaren ebenfalls auftreten. Durch die Fütterung von kleineren Portionen mit anschließenden Ruhephasen werden diese Probleme minimiert.

Die Lebenserwartung vom Barsoi beträgt 12 Jahre. Aufgrund seiner russischen Herkunft hat er wenig Probleme mit der Kälte, bei Hitze hingehen sollte das Tier nicht zu stark beansprucht werden.

Wie alt wird ein Barsoi?

Seine Lebenserwartung beträgt 12 Jahre.

Pflege des Barsoi

Der Barsoi Hund gilt als pflegeleicht, einzig das seidige Fell soll regelmäßig gekämmt oder gebürstet werden. Unter regelmäßig versteht man bei dieser Hunderasse ein- oder zweimal pro Woche. Bürsten ist vor allem zu Zeiten des Fellwechsels wichtig. Der haarige Austausch zwischen Sommer- und Winterfell (und umgekehrt) ist sehr umfangreich. Baden mit Hundeshampoo sollte nur in Notfällen erfolgen. Zum einen wird die Schutzfunktion der Haut angegriffen und zum anderen die sogenannte Selbstreinigung des Felles außer Kraft gesetzt.

Natürlich gehören zur Hundepflege die regelmäßige Kontrolle der Ohren, der Zähne und der Pfoten. Für diesen Windhund sind intakte Krallen und Ballen besonders wichtig.

Barsoi – Aktivitäten und Training

Barsoi Auslauf

Der Barsoi muss seine Leidenschaft für die Geschwindigkeit ausleben können.

Der Barsoi ist für die Bewegung geboren. Damit sind nicht die täglichen Runden zu Fuß oder mit dem Fahrrad gemeint, er muss seine Leidenschaft für die Geschwindigkeit ausleben können. Im kleinen Rahmen können große eingezäunte Freiflächen nützlich sein. Coursing oder Hunderennbahnen sind für den erwachsenen Hund fast lebensnotwendig. Der Verband der Windhunde hat Informationen über die nächstgelegenen Standorte und die kommenden Windhunderennen.

Das richtige Training sollte zusammen mit erfahrenen Windhundetrainern erfolgen. In diesem Hundesportbereich machen die Lern- und Trainingsphasen Mensch und Tier genauso viel Spaß, wie beispielsweise der Weg bis zum Agilityprofi, denn für Agility eignet sich diese Hunderasse ebenfalls bestens.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Barsoi

Der Barsoi ist einfühlsam und anhänglich, deshalb kann er schlecht allein sein. Er leidet unter der Einsamkeit. In jungen Jahren kann man ihn Stück für Stück an das Alleinsein gewöhnen, doch trotz früher Gewöhnung liegt das Limit für „allein zu Haus“ allerhöchsten bei vier bis fünf Stunden.

Windhunde gehören zu den schnellsten Landtieren auf der Erde. Dieser russische Vertreter macht in Bezug von Schnelligkeit keine Ausnahme.

Eine weitere Besonderheit ist seine Verewigung in der Kunstgeschichte Russlands: Dieser Liebling der russischen Aristokratie wurde in zahlreichen Bildern und Skulpturen aus Porzellan, Bronze, Keramik dargestellt. Selbst Tolstoi verewigte eine Barsoihündin in seinem Werk „Krieg und Frieden“. Diese Hunderasse ist somit ein Teil der russischen Geschichte.

Wie schnell ist ein Barsoi?

Auf einer geraden Strecke kann dieser Hund eine Geschwindigkeit bis zu 80 km/h erreichen. Eine gerade Strecke bedeutet, dass keine Hindernisse (Bäume, Büsche, Zäune) den Lauf dieses Energiebündels stören.

Nachteile des Barsoi

Der Barsoi ist ein Jagdhund aus Leidenschaft. Diese Erbanlagen können nicht wegtrainiert werden. Dementsprechend müssen Besitzer dafür sorgen, dass der Hund dieser Leidenschaft nachgehen kann. Dieser Bewegungsdrang ist sehr zeitaufwendig.

Passt der Barsoi zu mir?

In diesem Rassehund leben zwei Seelen: Einmal ein Hochleistungssportler und zum anderen der Genießer von Ruhe und Faulenzen. Künftige Besitzer sollte sich vorab informieren, ob es in der näheren Umgebung Möglichkeiten für das artgerechte Auspowern dieser Hunderasse gibt. Diese Freizeitgestaltung sollte mindestens einmal wöchentlich möglich sein. Auch das tägliche Gassigehen sollte abwechslungsreich gestaltet werden. Von normalem Spazierengehen, Joggen bis zum Radfahren ist alles möglich. Aber dieser Jagdhund aus Leidenschaft sollte immer unter Kontrolle sein. Das bedeutet die Nutzung einer Leine, lange Leine oder Schleppleine ist ein Muss.

Barsoi in Gruppe

Die Jagdleidenschaft kann nicht gut abtrainiert werden.

Außerdem sollte ein großer Garten vorhanden sein, damit der Hund sich möglichst viel bewegen kann. Andererseits muss für die Ruhephasen genügend Platz im Haus sein. Das Zusammenleben mit Kindern und Katzen ist problemlos möglich. Für beide Lebensgemeinschaften müssen die Beteiligten von klein auf herangeführt werden. Senioren haben genügend Zeit für diesen anspruchsvollen Hund. Ist genügend Hundeerfahrung vorhanden? Sind die körperlichen Voraussetzungen beim Menschen vorhanden? Denn die Mobilität muss für 12 Jahre gesichert sein.

Wie viel kostet ein Barsoi?

In dieser Beziehung kann keine 100 %ige Aussage gemacht werden. Sicher ist auf jeden Fall, dass der Preis im oberen Bereich angesiedelt ist – bei mindestens 1.500 Euro. Windhundeverbände können in Sachen Preis konkretere Auskünfte erteilen.