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Hund schläft viel – Was das bedeutet

von Simone Heitmann
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Dein Hund schläft viel, wirkt abgeschlagen und müde und Du machst Dir Gedanken darüber, ob etwas nicht in Ordnung ist? Warum Schlaf wichtig ist, warum Hunde mehr davon brauchen und ab wann Du Dir eventuell Sorgen über zu viel Schlafen machen solltest, erfährst Du in diesem Artikel. 

Warum ist Schlaf für Hunde wichtig? 

Schlafen ist für Hunde lebenswichtig. Der sich täglich wiederholende Zustand des Schlafens oder Dösens ist sehr wichtig und bedeutsam, damit Körper und Geist des Hundes zur Ruhe kommen. Schlafen trägt wesentlich zur Entwicklung der Persönlichkeit, dem Wachstum, der Gehirnentwicklung und zur Regeneration bei. Beim Schlafen erholt sich der Körper, die Muskeln entspannen sich, Stress wird abgebaut, die Erlebnisse und Impulse des Tages werden kognitiv verarbeitet und gespeichert. Neuerlerntes festigt sich und auch Krankheiten können durch einen regelmäßigen erholsamen Schlaf besser abgewehrt werden. Gesunder Schlaf ist die Grundlage für einen Tag voller Energie und Freude. Neben einer ausgewogenen Ernährung, Bewegung und artgerechter Haltung, ist erholsamer Schlaf der Schlüssel zu einem körperlich und geistig gesunden Hundeleben.

Wie viel Schlaf braucht ein Hund?

Sicherlich ist Dir schon aufgefallen, dass Dein Hund viel mehr schläft als Du selber. Das liegt nicht daran, dass ihm langweilig ist, sondern es ist vielmehr so, dass Hunde sehr viel mehr Schlaf und Ruhezeiten als Menschen benötigen – im Durchschnitt drei Mal mehr. Menschen kommen normalerweise mit sieben oder acht Stunden Schlaf in der Nacht gut aus. Unsere Hunde benötigen aber über den Tag verteilt zwischen 17 und 22 Stunden an Schlaf und Ruhezeiten. Welpen, alte und kranke Hunde benötigen bis zu 22 Stunden und erwachsene, gesunde Hunde ungefähr 17 bis 22 Stunden über den Tag verteilt. Dabei werden drei Phasen unterschieden, in dem sich ein Hund erholt und regeneriert: Dösen, Ausruhen und Tiefschlaf.

Wie viele Stunden am Tag schläft ein Hund?

Welpen, alte und kranke Hunde benötigen bis zu 22 Stunden und erwachsene Hunde ungefähr 17 bis 22 Stunden über den Tag verteilt.

Hund schläft viel: Drei Phasen des Schlafes

Hunde passen sich normalerweise gut dem Rhythmus seiner Menschen an. Da aber Menschen mit weniger Schlaf auskommen als Hunde, liegt hier leider eine Gefahr für seine Bedürfnisse und Wohlbefinden. Daher haben wir Menschen die Verantwortung, dass unsere Hunde nicht an Schlafmangel leiden und müssen ihr Schlafbedürfnis fördern und unterstützen. Daher ist es wichtig zu wissen, dass es für Hunde drei Phasen gibt, in denen sie wieder Kraft und Energie schöpfen. 

1. Dösen

In dieser Phase liegt der Hund mit geschlossenen Augen und scheint zu schlafen. Ob das im Garten, unterm Schreibtisch oder auf dem Sofa ist, die meiste Ausruhzeit verbringt der Hund in dieser Phase. Trotz der geschlossenen Augen nimmt er alles um sich herum durch Nase und Ohren wahr. Das Dösen bei Hunden ist genauso wichtig wie der Tiefschlaf oder das Ausruhen, daher sollten sie diese Zeit ebenfalls ungestört ohne ständige Ansprache oder Streicheln verbringen können.

Hund schläft viel: Hund schläft auf Kissen auf Fensterbank

Hunde benötigen mehr Schlaf und Ruhephasen pro Tag als Menschen.

2. Ausruhen

Beim Ausruhen liegt der Hund ebenfalls entspannt. Seine Augen nehmen die Umgebung auf und vielleicht beobachtet er, wie die Vögel am Himmel fliegen oder wie am Kopierer der Papierstau repariert wird. Manchmal sucht er auch die Nähe seines Menschen, um gestreichelt oder gekuschelt zu werden. Das Ausruhen unterscheidet sich vom Dösen durch seinen erweiterten Wachzustand.

3. Tiefschlaf

Der Tiefschlaf beim Hund ist der erholsamste Schlaf, wie bei uns Menschen auch. Ein gesunder, erwachsener Hund benötigt in der Regel davon zwischen 6 und 8 Stunden am Tag. Körper und Geist erholen sich und die Erlebnisse des Tages werden verarbeitet. Wie ruhig und ob er eventuell doch etwas mehr Tiefschlaf benötigt, hängt davon ab, wie anstrengend und ereignisreich sein Tag war.

Warum schlafen ältere Hunde so viel?

Alte und junge Hunde haben ein natürlich bedingt höheren Schlafbedarf als Hunde im besten Alter. Auch kranke Hunde schlafen mehr.

Träume während des Schlafens

Im Tiefschlaf wird oft auch im Traum gequietscht, gejault, gebellt oder gestrampelt. Wecke auf keinen Fall Deinen Hund und reiß ihn so unsanft aus dem Schlaf. Wenn Du jedoch merkst, dass es sich definitiv um einen Albtraum handelt, weil eventuell ein unangenehmes Ereignis mit einem anderen Hund tagsüber stattgefunden hat, leg Deine Hand mit einigen Zentimeter Abstand, ganz vorsichtig vor die Nase Deines Hundes. Dein Vierbeiner wird Deinen Geruch auch im Traum wahrnehmen und sich vermutlich beruhigen.  

Hund schläft nicht viel: Folgen für Deinen Hund bei zu wenig Schlaf

Wenn ein Hund aufgrund von fehlenden Schlaf- und Ruhezeiten keine Erholung und Regenerierung findet, kommt es früher oder später zu Verhaltensauffälligkeiten. Diese können sein:

  • hyperaktiv
  • unkonzentriert
  • nervös
  • motorische Auffälligkeiten

Warum ist mein Hund so schlapp?

Hunde können relativ schnell mit ihrem Alltag überfordert sein und können darauf mit Abgeschlagenheit und Müdigkeit reagieren. Ebenso alte und kranke Hunde.

Der richtige Ort für einen erholsamen Schlaf

Der Rückzugsort für die Tiefschlafphase beim Hund ist von enormer Bedeutung, damit der Hund ungestört seine 6 bis 8 Stunden durchschlafen kann. Der Flur, die Küche oder ein Durchgangszimmer sind daher der denkbar schlechteste Ort, um dort das Körbchen oder die Matratze zu platzieren. Ebenso sollte keine direkte Sonnenstrahlung auf dem Schlafplatz fallen oder direkt an der Heizung liegen und Zugluft ist ebenso zu vermeiden. Auch mit einer Wand im Rücken ist gefühlt ein gewisser Schutz für den Hund gegeben.

Anders als Katzen wollen Hunde meist auch während des Schlafens nicht alleine sein. Vielleicht gibt es im Wohnzimmer ein ruhiges Eckchen oder auch im Schlafzimmer, wenn das für Dich ok ist. Du kannst auch ebenso darauf achten, wo Dein Hund sich hinlegt, wenn er fest schlafen möchte, um das Körbchen dort zu platzieren. Damit sich der Vierbeiner richtig gut entspannen kann und sich auch mal der ganzen Länge nach auf die Seite oder den Rücken drehen kann, muss das Körbchen oder die Matratze die richtige Größe haben. Zu klein ist zu unbequem und in einem zu großen Körbchen fühlen viele Hunde sich meist auch nicht wohl.

Hund schläft viel: Hund schläft auf Sofa

Anders als Katzen wollen Hunde meist auch während des Schlafens nicht alleine sein.

Ab wann muss man sich Sorgen machen, wenn der Hund viel schläft?

Auch Hunde werden im Alter ruhiger und benötigen nun mehr Schlaf als früher. Überschwängliches Spielen hört auf, die üblichen Spaziergehrunden ziehen sich in die Länge und danach wird ausgiebig geschlafen. Das sind Anzeichen für das normale Altwerden. Nun sollte Rücksicht genommen werden und in kürzeren Abständen, die sowieso regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen inkl. Blutabnahme beim Tierarzt stattfinden lassen. Das Mehr an Schlaf als Alterserscheinung kann so von ernsthaften Krankheiten und Schmerzen abgegrenzt werden.

Ist der Hund weder im Welpen- noch im Seniorenalter – das je nach Rasse und Größe unterschiedlich beginnt- und bisher quietschfidel und interessiert durchs Leben lief, nun aber plötzlich ein vermehrtes Schlafbedürfnis hat, solltest Du das Verhalten genauer beobachten. Wenn sich das erhöhte Schlafbedürfnis vom Vierbeiner nicht durch einen zu erlebnisreichen Alltag erklären lässt, solltest Du Deinen Tierarzt/Deine Tierärztin aufsuchen.

Ist es normal, dass ein Hund den ganzen Tag schläft?

Pauschal kann das nicht beantwortet werden. Es ist immer vom Alter, Rasse und vom Aktivitätslevel abhängig, wie hoch das Schlafbedürfnis eines Hundes ist.

Ursachen, wenn der Hund viel schläft durch Krankheit

Ein erhöhter Schlafbedarf bei Hunden kann auch krankheitsbedingte Ursachen haben. Eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion kann zu einem erhöhten Schlafbedarf führen, wie zum Beispiel auch eine Herzerkrankung. Ebenso ein Mangel an roten Blutkörperchen und auch Infektionserkrankung, die zu Fieber führen. Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen genauso den Schlafbedarf. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Einem erhöhten Schlafbedarf beim Hund sollte jedenfalls immer nachgegangen werden. Meist ergibt schon ein Blutbild der Organe einen Hinweis auf mögliche Ursachen. Auch Mangelerscheinung durch falsche oder fehlerhafte Ernährung können zur Mattigkeit führen. Solltest Du den Verdacht haben, dass bei Deinem Hund etwas nicht stimmt, raten wir Dir, einen Tierarzt des Vertrauens aufzusuchen.

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