Spanischer Wasserhund

Ein Spanischer Wasserhund, in seiner Heimat auch als Perro de Agua Espanol oder kurz Perro bekannt, ist eine aus Spanien stammende Hunderasse. Seit 1999 wird die Rasse von der FCI offiziell anerkannt und von ihr der Gruppe 8 zugeordnet, den Apportier-, Stöber- und Wasserhunden. Der Spanische Wasserhund gehört, wie sein Name bereits erahnen lässt, zu Sektion 3, den Wasserhunden.

Spanischer Wasserhund im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 45-50 cm
Gewicht: 20 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportier-, Stöber- und Wasserhunde
Sektion: 3: Wasserhunde
Herkunftsland: Spanien
Farben: weiß, schwarz, braun, zimtfarben
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Haus-, Begleit-, Wach-, Familienhund
Sportarten:
Charakter: freundlich, aufgeschlossen, lebenslustig und intelligent
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential
Stärke des Haarens nicht vorhanden
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: üppig, lockig
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Hunde, die dem Spanischen Wasserhund optisch ähneln, gibt es schon seit vielen Tausend Jahren in verschiedenen Ländern Europas. Der Spanische Wasserhund, wie wir ihn heute kennen, stammt aus den Sumpfregionen von Andalusien, wo er seit vielen Jahren als vielseitiger Begleiter des Menschen Verwendung findet. Ursprünglich importiert wurde die Rasse vermutlich von den Mauren und Türken, die als Händler reisten und Merinoschafe nach Spanien brachten. Hierbei wurden sie von den Vorfahren des Spanischen Wasserhundes begleitet. Daher hielt sich für diese Hunde auch lange der Spitzname „Türkenhund“.

Die vielseitig begabten Spanischen Wasserhunde wurden gerne von Fischern als Unterstützung beim Fischfang genutzt. Sie eigenen sich aber auch als gute Hüte- Jagd- und Spürhunde. Seine Vorfahren teilt der Spanische Wasserhund Kynologen zufolge mit dem Portugiesischen Wasserhund und dem aus Ungarn stammenden Puli.

Die gezielte und kontrollierte Zucht des Perro de Agua Espanol ist noch nicht sehr alt und begann erst ungefähr in den 1970er Jahren. Im Jahre 1981 wurden in der Nähe von Malaga die ersten nach ausgewählten Standards gezüchteten Spanischen Wasserhunde auf einer Ausstellung von Liebhabern und Züchtern präsentiert und erlangten so erste Aufmerksamkeit innerhalb des Lands. 1999 wurde die Rasse von der FCI anerkannt. Der Bekanntheitsgrad des Spanischen Wasserhundes ist bis heute nicht sehr groß.

Wesen & Charakter vom Spanischen Wasserhund

Zwei Spanische Wasserhunde sitzen
Der Spanische Wasserhund bindet sich eng an seine Familie.

Der Spanische Wasserhund gilt als sehr freundlich, aufgeschlossen, lebenslustig und intelligent. Er bindet sich eng an seine Familie und liebt besonders Kinder sehr, wodurch er sich langsam immer größer werdender Beliebtheit als Familienhund erfreut. Seine Intelligenz und sein ausgeprägter Gehorsam machen ihn zu einem leicht erziehbaren Gefährten. Die aktiven Hunde benötigen viel Beschäftigung, um ihr tolles Wesen ausgelastet optimal präsentieren zu können. Dann genießen sie aber durchaus auch gemütliche Stunden im Haus mit ausgiebigen Kuscheleinheiten durch ihre Menschen.

Aussehen des Spanischen Wasserhundes

Das signifikanteste Erscheinungsmerkmal des Spanischen Wasserhundes ist sein lockiges Fell, das sich, wenn es nicht regelmäßig geschoren wird, zu langen Fellschnüren verfilzt. Diese wuschelige Optik unterstreicht den fröhlichen Charakter dieser Hunde und macht sie zu etwas Besonderem. Das lockige Haarkleid darf dem Rassestandard zufolge ein- oder zweifarbig daherkommen. Die hierbei erlaubten Farben sind weiß, schwarz, braun oder zimtfarben. Das Fell des Perro de Agua Espanol wächst stetig und benötigt gelegentlich eine Schur, um die Locken zu erhalten. Wird das Fell zu lang, so verknoten die Haare sich zu filzigen Schnüren, ähnlich dem ungarischen Puli.

Die Größe dieser Rasse liegt zwischen 45 und 50 Zentimetern Widerristhöhe, wobei Hündinnen meist ein wenig kleiner gewachsen sind, als Rüden. Ein ausgewachsener und gesunder Spanischer Wasserhund bringt um die 20 Kilo auf die Waage. Die Rasse zählt mit ihrer Größe zu den mittelgroßen Hunderassen und hat einen wohlproportionierten Körper, der allerdings unter der üppigen, lockigen Fellpracht meist nicht direkt zu erkennen ist. Der Rücken ist im Verhältnis zu den Läufen etwas länger, so dass der Spanische Wasserhund seitlich betrachtet eine eher rechteckige Form hat. Die meist unter seinen Zotteln versteckten Augen sind von dunkler Farbe und haben einen aufmerksamen Glanz in sich, der dieser Rasse ihren typisch freundlichen Gesichtsausdruck verleiht.

Wie groß werden Spanische Wasserhunde?

Spanische Wasserhunde gehören zu den mittelgroßen Hunderassen und werden um die 50 Zentimeter groß.

Erziehung & Haltung des Spanischen Wasserhundes- Das gilt es zu beachten

Durch sein freundliches Wesen und seine Folgsamkeit eignet der Spanische Wasserhund sich auch zur Haltung durch Anfänger. Er lässt sich auch mit wenig Vorwissen sehr gut erziehen und neigt nicht dazu, die Schwächen seines Menschen auszunutzen. Dennoch kann bei der Erziehung eine Hundeschule oder ein Hundetrainer unterstützend mitwirken, um grobe Fehler zu vermeiden und ein geregeltes Zusammenleben zu erleichtern.

In ihrer Haltung zeigt diese Rasse sich bei ausreichender Beschäftigung problemlos. Die aktiven und intelligenten Hunde benötigen jedoch eine gewisse Förderung und Forderung ihrer mannigfaltigen Fähigkeiten, ansonsten wird ihnen schnell langweilig. Ein großer Garten ist natürlich für jeden Hund toll – der Spanische Wasserhund kommt aber auch in einer größeren Wohnung gut zurecht.

Ernährung des Spanischen Wasserhundes

Der wichtigste Faktor beim Thema Fütterung ist eine gute Qualität des Hundefutters. Die Ernährung ist ein großer, leider jedoch oft unterschätzter Faktor, wenn es um die Gesunderhaltung eines Hundes geht. Um bestmögliche gesundheitliche Vorsorge leisten zu können, sollte an der Qualität niemals gespart und stets auf eine optimale Verteilung aller Nährstoffe geachtet werden. Der aktive Spanische Wasserhund ist viel in Bewegung und benötigt daher seiner Aktivität entsprechende Futtermengen. Ob es sich dabei um Trocken- oder Nassfutter handelt oder nach der BARF-Methode mit rohem Fleisch gefüttert wird, ist zweitrangig. Hier sollte jeder Hundebesitzer für sich entscheiden, welche Futterart ihm am meisten zusagt. Einen empfindlichen Magen hat der Spanische Wasserhund nicht, es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass der Hund sich nicht mit vollem Magen überlastet, da es sonst zu einer lebensgefährlichen Magendrehung kommen kann.

Generell sollten in einem guten Futter Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralien enthalten sein, die den Körper optimal mit Energie versorgen. Wer sich unsicher ist, was die Menge und die Wahl des Futters angeht, der kann an einer Futterberatung teilnehmen oder Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt halten. Dieser ist in der Lage anhand des Gesundheitszustandes, des Alters und des täglichen Aktivitätsgrades des Hundes eine Einschätzung zur idealen Fütterung zu geben. Zusätzlich sollte das Gewicht des Perro de Agua Espanol durch den Besitzer im Auge behalten werden. So kann auf mögliche Zunahme oder Gewichtsverluste schnell reagiert und die Futtermenge angepasst werden.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Spanischer Wasserhund schwimmt
Schwimmender Spanischer Wasserhund

Die durchschnittliche Lebenserwartung des Spanischen Wasserhundes liegt bei rund 12 Jahren. Rassebedingt kann es beim Perro de Agua Espanol vermehrt zu Erkrankungen der Gelenke kommen, wie beispielsweise einer Hüftdysplasie. Auch entzündliche Augenerkrankungen, die zum Erblinden des Hundes führen können, sind überdurchschnittlich oft vertreten. Elterntiere, die für die Zucht eingesetzt werden sollen, müssen daher auf diese Krankheiten getestet werden, damit eine Vererbung an die Welpen ausgeschlossen werden kann. Bei der Anschaffung eines Spanischen Wasserhundes sollte immer großen Wert auf eine seriöse Zucht gelegt werden und auch die Elterntiere des neuen Welpen gewissenhaft betrachtet werden.

Die Schlappohren der Rasse begünstigen zudem Infektionen, da durch die fehlende Belüftung ein feuchtwarmes Klima in den Ohren herrscht. Diese sollten daher, ebenso wie die Augen, Pfoten und die Zähne, regelmäßig kontrolliert werden. Einmal im Jahr empfiehlt sich ein rundum Check-Up beim Tierarzt. Bei dieser Gelegenheit können auch nötige Impfungen und Wurmkuren vorgenommen werden.

Zu Übergewicht neigen die aktiven Wasserhunde in der Regel bei richtiger Fütterung nicht, da sie durch die viele Bewegung auch viel Energie verbrennen.

Das dichte Fell schützt vor Kälte und besonders vor einer Unterkühlung, wenn der Hund sich lange im Wasser aufhält. Auch das warme Klima seiner Heimat Andalusiens steckt der Spanische Wasserhund gut weg. Bei großer Hitze sollten Aktivitäten mit dem Hund jedoch vorsichtshalber auf die kühleren Stunden am frühen Morgen oder Abend verlegt werden, um einen Hitzschlag zu vermeiden

Wie alt werden Spanische Wasserhunde?

Das durchschnittlich erreichte Alter eines gut gepflegten und gesunden Spanischen Wasserhundes liegt bei 12 bis 14 Jahren.

Pflege des Spanischen Wasserhundes

Die Pflege des Fells dieser Rasse ist denkbar einfach, sie ist nämlich gar nicht erst nötig. Das lockige Fell wird nicht ausgewechselt, somit verlieren Hunde dieser Rasse auch keine Haare, die ausgebürstet werden müssten. Die Locken des Spanischen Wasserhundes sollten tatsächlich lieber nicht gekämmt oder gebürstet werden. Wird das Fell zu lang, so wird es lediglich durch eine Schur auf eine einheitliche Länge gekürzt. Im Fell hängender Schmutz sollte immer nur vorsichtig mit den Händen entfernt werden, um die natürliche Haarstruktur der Hunde nicht zu stören. Bei groben Verschmutzungen kann der Spanische Wasserhund auch gebadet werden. Hierbei sollte jedoch lediglich spezielles Hundeshampoo oder klares, warmes Wasser verwendet werden, um die Hautbarriere der Hunde nicht anzugreifen. Ohren und Augen sollten regelmäßig mit einem weichen, feuchten Tuch ausgewischt und gereinigt werden, um Infektionen vorzubeugen.

Wann hat ein Spanischer Wasserhund sein endgültiges Fell?

Dadurch, dass bei dieser Rasse kein Fellwechsel erfolgt, kommt der Spanische Wasserhund bereits mit seinem endgültigen Fell auf die Welt. Bereits die neugeborenen Welpen haben die typischen Locken, die diese Rasse ausmachen.

Spanischer Wasserhund- Aktivitäten und Training

Der Spanische Wasserhund ist eine sehr aktive Rasse, die sich gerne bewegt und mentale Auslastung benötigt. Ihre vielseitigen Talente für das Apportieren, Hüten, Aufspüren und Schwimmen, bieten einen breiten Einsatz in den verschiedensten Hundesportarten. Ihre enge Bindung an den Menschen und ihre Intelligenz machen sie hier meist zu den Klassenbesten.

Auch lange Spaziergänge oder die Begleitung beim Joggen oder Radfahren nimmt der Spanische Wasserhund dankend an. Seine größte Leidenschaft ist aber, wie sein Name verrät, das Wasser. Sobald er die Gelegenheit bekommt, wird er mit größtem Vergnügen in die nächste Wasserstelle springen und sich dort austoben. Mit einem Ausflug an den See kann man seinen eigenen Vertreter dieser Rasse daher stets glücklich machen und auspowern.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Spanischen Wasserhundes

Der berühmteste Wasserhund war wohl „Bo“, der Hund des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und seiner Familie. „Bo“ und seine später dazugestoßene Freundin „Sunny“ waren die ersten Wasserhunde, die im weißen Haus lebten und von der Präsidentenfamilie für ihr einzigartiges Wesen geliebt wurden. Die Haltung durch den amerikanischen Präsidenten und die damit einhergehenden Erwähnungen in der Presse, halfen der bis dato eher unbekannten Hunderasse, etwas an Bekanntheit zu gewinnen.

Ebenfalls wissenswert ist, dass der Spanische Wasserhund keinen Fellwechsel hat und seine Haare einfach immer länger werden, bis es zu einer Schur kommt. Dadurch verliert die Rasse keine Haare, die im Haus herumfliegen könnten. Durch diese Umstände kann es vorkommen, dass Allergiker weniger stark auf die Rasse reagieren, als auf Hunde mit einem normalen Fellwechsel.

Spannischer Wasserhund rennend
Der Spanische Wasserhund hat keinen Fellwechsel.

Nachteile des Spanisches Wasserhundes

Nachteile hat diese durchweg freundliche und pflegeleichte Rasse so gut wie keine. Lediglich ihre vorhandene Wachsamkeit kann dazu führen, dass ungewöhnliche Situationen mit einem Bellen quittiert werden.

Bei fehlender Auslastung kann es, wie auch bei allen anderen unterforderten Hunden, beim Spanischen Wasserhund zu negativen Wesensveränderungen kommen. Ist die benötigte mentale und körperliche Auslastung nicht gegeben, so kann die Frustration des Hundes Überhand nehmen und das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier erschweren. Der Fehler liegt in diesem Fall jedoch nicht beim Hund. Daher sollte dieser für etwaiges Fehlverhalten nicht bestraft, sondern umgehend die richtige Beschäftigung durch den Hundehalter geboten werden.

Passt der Spanische Wasserhund zu mir?

Der Spanische Wasserhund eignet sich durch seine umgängliche Art, sein freundliches Wesen und seine moderaten Haltungsansprüche für viele hundeinteressierte Menschen, die sich einen vierbeinigen Freund ins Leben holen möchten. Solange Du gerne in Bewegung bist und einen aktiven Lebensstil führst, bringst Du schon alles mit, was ein Spanischer Wasserhund sich wünscht. Diese Rasse passt nicht in die Kategorie Schoßhund, auch wenn sie nach einem langen Tag natürlich gerne ein paar ruhige Stunden auf dem Sofa und die ein oder andere Kuscheleinheit genießen. Tagsüber benötigt der Spanische Wasserhund jedoch einiges an Auslauf und Beschäftigung.

Wer all diese Faktoren gut durchdacht hat und sich sicher ist, dass ein Hund in das eigene Leben passt, der findet im Spanischen Wasserhund einen fröhlichen, liebevollen und treuen Partner, der das Leben ungemein bereichern kann. Besonders als Familienhund fühlt sich diese Rasse wohl, da sie Kinder liebt und die eigene Familie mit Freude um sich hat. Bei Kleinkindern sollte der Kontakt zwischen Hund und Kind gut im Blick behalten werden, da die bloße Größe des Spanischen Wasserhundes auch ein gewisses Maß an Kraft mit sich bringt. Generell ist eine gute Sozialisation des Perro de Agua Espanol wichtig und eine sanfte Gewöhnung des Hundes an die in der Familie lebenden Kinder.

Auch für aktive Senioren kann ein Spanischer Wasserhund der geeignete Partner sein. Sollte es jedoch altersbedingt zu körperlichen Einschränkungen kommen, die eine artgerechte Auslastung des Hundes nicht möglich machen, so ist von der Abschaffung abzuraten.

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