Slovensky Kopov

Der Slovensky Kopov gehört zu den ältesten Hunderassen, die es in Zentraleuropa gibt, ist aber sehr unbekannt. Dennoch wurde der Slovensky Kopov 1963 von der FCI anerkannt und Gruppe 6, den Lauf- und Schweißhunden zugeordnet. Hier kategorisiert sich die Rasse in Sektion 1.2, den mittelgroßen Laufhunden.

Slovensky Kopov im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 40-50 cm
Gewicht: 15-20 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Slowakei
Farben: Schwarz-Loh
Lebenserwartung: 11-13 Jahre
Geeignet als: Jagd- und Wachhund
Sportarten:
Charakter: Lebhaft, Ausdauernd, Selbständig, Eigensinnig, Kinderlieb, Freundlich, Wachsam
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: mittelmäßig, derb, anliegend und dicht
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: mittel
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Slovensky Kopov im Stehen
Die Rasse wurde vor allem als Wachhund eingesetzt.

Ursprünglich stammt der Slovensky Kopov aus den Bergregionen der Slowakei und wurde hier zur Jagd und als Wachhund für Hof und Haus eingesetzt. Das große Geschick bei der Jagd auf Schwarz- und Raubwild machte die Hunde zu beliebten Helfern. Zunächst waren diese Vierbeiner besonders bei der ärmeren slowakischen Bevölkerung beliebt und verbreitet, wohlhabendere Personen leisteten sich meist Hunde, die aus Deutschland importiert wurden. Abstammen tut der Slovensky Kopov Kynologen zufolge von der Keltenbracke.

1936 sorgte Kolomon Slimak für eine reinrassige Zucht dieser Hunde, die auf sorgfältig ausgewählte Elterntiere zurückgeht und die gewünschten Eigenschaften standardmäßig verkörpert. Der Slovensky Kopov wird oftmals auch nur unter dem Namen Kopov oder als Slowakische Schwarzwildbracke bekannt. Unter letzterem Namen ist die Rasse auch seit 1963 von der FCI offiziell anerkannt. Die meisten Züchter dieser Hunde finden sich heute in der Slowakei.

Wesen & Charakter vom Slovensky Kopov

Der Slovensky Kopov zeigt einen sehr selbstbewussten und eigenwilligen Charakter, der nur in erfahrene Hände gehört. Hunde dieser Rasse gelten als sehr intelligent, teilweise frech, überaus wachsam und selbstständig. Der temperamentvolle Jagdhund arbeitet normalerweise sehr selbst bestimmt und hinterfragt daher an ihn erteilte Befehle gerne nach ihrer Sinnhaftigkeit. Er schaut, wie weit er gehen kann und reizt seine Grenzen gerne aus. Daher ist es wichtig, ihm diese bereits in jungen Jahren aufzuzeigen und nachdrücklich durchzusetzen. Kindern gegenüber ist die Slowakische Schwarzwildbracke meist sehr geduldig und freundlich. Hat man sich das Vertrauen eines Hundes dieser Rasse erstmal verdient, so zeigt er sich sehr anhänglich und loyal.

Ist der Slovensky Kopov ein Familienhund?

Handelt es sich um eine wirklich erfahrene Familie, in der bestenfalls aktive Jäger leben, so kann der Slovensky Kopov auch in einer Familie mit Kindern leben.

Aussehen des Slovensky Kopov

Slovensky Kopov von vorne
Der Slovensky Kopov wird oft mit dem Dobermann verwechselt.

Optisch ähnelt die Hunderasse auf den ersten Blick einem Dobermann und wird häufig mit diesem verwechselt, da sich ihr schlanker Körperbau und das schwarze Fell sehr ähneln. Der Slovensky Kopov ist jedoch deutlich kleiner und eher rechteckig gebaut. Seine Widerristhöhe liegt zwischen 40 und 50 Zentimetern, ein gesunder und ausgewachsener Hund dieser Rasse bringt um die 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage. Rüden und Hündinnen haben etwa die gleiche Größe und das gleiche Gewicht.

Der Rücken der Slowakischen Schwarzwildbracke ist recht lang im Verhältnis zu ihren Beinen. Ihr Äußeres wirkt schlank, aber dennoch stabil und robust. Die Augen sind dunkel und aufmerksam, die Rute wird bei dieser Rasse hängend getragen und auch die Ohren hängen als Schlappohren am Kopf herab. Das Fell ist kurz und glatt, an Hals, Rute und Rücken kann es jedoch auch etwas länger sein, als am restlichen Körper. Die Grundfarbe des Fells ist immer schwarz, hinzu kommen braune und lohfarbene Abzeichen im Brust- und Kopfbereich sowie an den Pfoten.

Erziehung & Haltung des Slovensky Kopov – Das gilt es zu beachten

Die Erziehung dieser Rasse gestaltet sich aufgrund ihres Charakters als herausfordernd und benötigt einiges an Erfahrung. Für Anfänger ist diese Hunderasse daher nicht geeignet. Der Slovensky Kopov testet seine Grenzen gerne aus und hinterfragt alle Kommandos und Befehle, die ihm gestellt werden. Das Vertrauen dieser eigensinnigen Rasse muss man sich durch Konsequenz, Geduld, Fairness und Liebe erst mühsam verdienen. Mit Strenge oder gar Gewalt erreicht man bei dieser Rasse nichts, im Gegenteil. In diesem Fall wird die Slowakische Schwarzwildbracke den Dienst ganz verweigern und das Vertrauen zwischen Mensch und Hund wird gänzlich gebrochen sein.

Auch an seine Haltung stellt der Slovensky Kopov einige Ansprüche. Da diese Rasse sehr aktiv ist und für stundenlange Einsätze bei der Jagd gezüchtet wurde, brauchen die Laufhunde viel Auslauf und Auslastung. Aufgrund ihres starken Jagdtriebes eignet sich zur Haltung am besten ein Haus mit großläufigem, aber eingezäuntem Grundstück. So wird der die Bracke vom Jagen abgehalten und kann sich dennoch frei bewegen und austoben.

Wofür werden Schwarzwildbracken eingesetzt?

Die Slowakische Schwarzwildbracke ist ein hervorragender Jagdhund für die Schwarz- und Raubwildjagd. Sie wird daher als Jagdhelfer und Wachhund eingesetzt.

Ernährung des Slovensky Kopov

Für einen empfindlichen Magen ist die Hunderasse aus der Slowakei nicht bekannt, weshalb nicht auf spezielle Bedürfnisse bei der Auswahl des Futters geachtet werden muss. Der wichtigste Faktor in der Futterwahl ist die Qualität. Das Futter eines Hundes ist ein bedeutender und oftmals leider unterschätzter Faktor in der Gesunderhaltung des Hundes, weshalb eine ausgezeichnete Futterqualität oberste Priorität haben sollte. Ob der Hundehalter hierbei auf Trocken- oder Nassfutter zurückgreifen möchte, ist unwichtig und kann nach persönlichen Vorlieben entschieden werden. Auch das Füttern nach der BARF-Methode mit Rohfleisch ist möglich.

Wichtig ist, dass sowohl Proteine als auch Fette und Kohlenhydrate in der Nahrung enthalten sind. Fleisch sollte daher immer mit Gemüse, Nudeln oder auch Reis ergänzt werden. Auch Vitamine und Mineralien sind wichtig, um alle Funktionen des Körpers am Laufen zu halten und dafür zu sorgen, dass der Hund gesund ist. Für alle, die sich unsicher bei der Wahl des richtigen Futters sind, gibt es eine Vielzahl an Futterberatungen, in denen alle Fragen beantwortet werden. Alternativ kann auch der Tierarzt des jeweiligen Hundes eine Futterempfehlung geben. Dieser hat jahrelange Erfahrung, kennt Alter, Aktivität und Gesundheit des betreffenden Hundes und kann anhand dieser Daten gut einschätzen, was und viel wie der Hund gefüttert bekommen sollte. Abseits des Futters sollte dem Laufhund  jederzeit frisches Wasser zur Verfügung stehen und darauf geachtet werden, dass der Vierbeiner genug trinkt.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Lebenserwartung dieser Rasse ist überdurchschnittlich hoch und liegt bei rund 12 bis 15 Jahren. Es sind keine typischen Krankheiten für den Slovensky Kopov bekannt. Durch die reinrassige Zucht ohne Einkreuzungen wurden Erbkrankheiten ausgemerzt. Lediglich die Schlappohren der Slowakischen Schwarzwildbracke können zu Entzündungen neigen, da hängende Ohren eine fehlende Belüftung haben und sich im dadurch entstehenden, feuchtwarmen Klima Bakterien besonders wohl fühlen. Daher sollten die Ohren regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Auch andere anfällige Stellen, wie Augen, Zähne/ Zahnfleisch und Pfoten sollten durch den Hundehalter im Auge behalten werden. Ebenso empfiehlt sich ein alljährlicher rundum Check-Up beim Tierarzt, wo Erkrankungen frühzeitig erkannt werden können und nötige Impfungen sowie Wurmkuren durchgeführt werden.

Zu Übergewicht neigt diese Rasse bei richtiger Fütterung nicht. Der Slovensky Kopov ist von Natur aus ein so aktiver Hund, sodass Fett bei ihm nur sehr schwer ansetzt. Auch Temperaturextremen gegenüber zeigt sich die Rasse recht robust. Das dichte Fell schützt gut vor Regen und so kann auch bei Nässe draußen gearbeitet werden. Übermäßiger Hitze sollte man einen Hund nie aussetzen, da es sonst zu einem Hitzschlag kommen kann.

Wie alt werden Slovensky Kopov?

Hunde dieser Rasse werden im Durchschnitt 12 bis 15 Jahre alt.

Pflege des Slovensky Kopov

Die Fellpflege ist einer der wenigen Punkte, in denen der Slovensky Kopov recht unkompliziert ist. Das kurze, glatte Fell benötigt kaum Pflege. Gelegentliches Bürsten kann helfen, den natürlichen Glanz des Fells zu erhalten und Schmutz sowie lose Haare zu entfernen. Bei groben Verschmutzungen kann der Hund auch gebadet werden, jedoch sollte hierbei unbedingt auf die Verwendung von speziellem Shampoo für Hunde geachtet werden oder zur Reinigung lediglich klares, warmes Wasser benutzt werden. So wird die natürliche Hautbarriere des Hundes nicht beschädigt, die wichtig ist, um Hauterkrankungen zu vermeiden.

Die Ohren dieser Rasse sollten, ebenso wie die Augen, mehrmals in der Woche mit einem weichen und feuchten Tuch ausgewischt werden, um Schmutz zu entfernen. Nutzen sich die Krallen nicht auf natürlichem Wege ab, weil der Hund beispielsweise nur auf weichem Waldboden unterwegs ist, müssen diese ebenfalls regelmäßig geschnitten werden, um den Hund nicht in seiner Bewegungsfähigkeit einzuschränken.

Slovensky Kopov – Aktivitäten und Training

Slovensky Kopov im Auslauf
Am besten ist es für die Rasse einem Jäger zur Seite zu stehen.

Der Drang nach Bewegung ist beim Slovensky Kopov sehr stark ausgeprägt. Die Rasse ruht nur sehr wenig und ist ständig in Aktion. Die tagtägliche Auslastung ist daher essentiell für das Wohlergehen dieser Hunde. Aufgrund des ebenfalls stark ausgeprägten Jagdtriebes muss die Bewegung jedoch entweder eingeschränkt durch eine Leine geschehen, oder aber, und dies wäre das Beste für diese Rasse, der Slovensky Kopov darf an der Seite eines Jägers auf die Jagd gehen. In dieser Tätigkeit geht die Slowakische Schwarzwildbracke auf und zeigt sich mit vollem Eifer von ihrer besten Seite. Außerhalb der Jagdsaison kann der Hund mit Hundesport ausgeglichen werden. Hier eignet sich alles, was die Jagdinstinkte anspricht. Auch als Begleiter neben dem Fahrrad oder beim Joggen eignen sich die ausdauernden und sportlichen Hunde.

Wie viel Bewegung braucht die Schwarzwildbracke?

Der Bewegungsdrang dieser Rasse ist enorm hoch, da sie für stundenlange Jagdzüge durch den Wald gezüchtet worden ist.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Slovensky Kopov

Der Slovensky Kopov ist der breiten Masse sehr unbekannt und wird in der Regel nur von erfahrenen Jägern als Helfer bei der Jagd gehalten.

Eine Besonderheit dieser Laufhunde ist ihr enorm starker Orientierungssinn. Auch nach der stundenlangen Verfolgung von Wild quer durch den Wald findet der Slovensky Kopov ohne Schwierigkeiten zu seinem Startpunkt zurück. Ein verloren gegangener Slovensky Kopov findet somit auch problemlos den Weg zu Dir nach Hause, solange ihn keine äußeren Umstände daran hindern.

Nachteile des Slovensky Kopov

Die Haltung dieser Rasse empfiehlt sich nur für sehr erfahrene Menschen, noch dazu im besten Fall für aktive Jäger, bei denen ein Hund dieser Rasse sich art- und zuchtgemäß verhalten kann. Der selbstbewusste und lebhafte Charakter kann sich ansonsten schnell nachteilig für den jeweiligen Hundehalter auswirken.

Der starke Jagdtrieb kann ebenso zum Nachteil dieser Hunderasse werden. Darf die Slowakische Schwarzwildbracke nicht im Auftrag des Menschen jagen und ihrer Bestimmung nachkommen, so wird sie auf eigene Faust einen Weg finden, dies zu tun. Die Bedürfnisse dieser Rasse sind enorm hoch und ihre Eigenheiten benötigen viel Wohlwollen und Verständnis des Menschen, um ihr nicht negativ ausgelegt zu werden.

Passt der Slovensky Kopov zu mir?

Die Slowakische Schwarzwildbracke eignet sich in ihren Ansprüchen an Aktivität, Haltung und Erziehung nur für wenige, sehr erfahrene Menschen. Anfängern oder körperlich eingeschränkten Menschen ist dringend von der Anschaffung dieser Rasse abzuraten, da ein unausgelasteter Hund sehr schnell Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen kann, die ein harmonisches Zusammenleben von Hund und Mensch unmöglich machen. Jeder Hund benötigt Auslauf, der Slovensky Kopov jedoch möchte sich am liebsten den ganzen Tag lang bewegen und neue Sachen entdecken. Der Kauf eines solch aktiven und charakterlich nicht ganz einfachen Hundes sollte auch von bereits erfahrenen Menschen gut durchdacht werden.

Slovensky Kopov im Sitzen
Am liebsten würde sich der Hund den ganzen Tag bewegen.

Dem Hund sollte eine seinem Wesen entsprechende Haltung geboten werden können, die sich in diesem speziellen Fall sehr zeitaufwändig gestaltet. Platz, Zeit und auch finanzielle Mittel sollten daher ebenso vorhanden sein wie viel Geduld. Der Slovensky Kopov ist kein einfacher Hund. Wer daher von vornerein weiß, er kann seinen Ansprüchen nicht gerecht werden, sollte aus Fairness dem Hund gegenüber nach einer anderen Rasse Ausschau halten. Der Haltung in einer Familie mit Kindern steht bei entsprechender Auslastung nichts im Wege, da die Rasse sich im Umgang mit Kindern meist sehr geduldig präsentiert. Dennoch verfügt ein mittelgroßer Hund allein aufgrund seiner Körpergröße über ein gewisses Maß an Kraft. Die Kinder in der Familie sollten daher idealerweise bereits etwas älter und standsicher sein.

Wer ein sehr aktives Leben führt, viel Erfahrung im Umgang mit charakterstarken Hunden mitbringt und optimalerweise noch der Tätigkeit des Jagens nachgeht, kann mit viel Geduld und Ruhe einen loyalen Jagdgefährten im Slovensky Kopov finden.

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Kolja von edogs

Kolja von edogs

Kolja gehört zu dem Team von edogs und ist unter anderem für alle technischen Belange rund um den Hundemarkt verantwortlich.

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