Home Curly Coated Retriever

Curly Coated Retriever

von Marcel Hammerich
0 Kommentar

Der Curly Coated Retriever gehört zu den ältesten Retrieverrassen. Dieser englische Jagdhund ist vom FCI anerkannt (Standard-Nr. 110, Gruppe 8 – Apportier-, Stöber-, Wasserhunde, Sektion 1 – Apportierhunde).

Curly Coated Retriever im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 63-69 cm
Gewicht: Rüden: 32-41 kg, Hündinnen: 23-32 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Sektion: 1: Apportierhunde
Herkunftsland: Großbritannien
Farben: Leber, Schwarz
Lebenserwartung: 9-14 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Begleit- und Familienhund
Sportarten: Dummytraining, Apportieren
Charakter: Intelligent, Klug, Unabhängig, Lebendig, Empfindlich, Erziehbar
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential: eher gering
Stärke des Haarens: mittel
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: kleinen, dichten, festen Locken, dicht anliegend
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: eher ja

Herkunft und Rassegeschichte

Curly Coated Terrier Welpe

Curly Coated Terrier sind Spätentwickler.

Die Fachleute sind sich sicher, dass bereits im 17. Jahrhundert die Grundlagen für den heutigen Curly Coated Retriever vorhanden waren. Vor allen der beliebte English Waterdog lieferte die Hauptmerkmale. Seine Liebe zum Wasser, das Apportierverhalten, seine Klugheit und die Ausdauer sind wichtige Merkmale für den Curly Coated Retriever. Zudem spricht zusätzlich das krause Haar für diese Theorie. Ein weiterer beliebter Hund im 17. Jahrhundert war der St. John’s Neufundländer (Grönland-Hund). Die Rasse soll im weiteren Verlauf eingekreuzt worden sein. Diese These gilt ebenfalls als gesichert. Die nachfolgenden züchterischen Schritte sind umstritten. Am glaubwürdigsten ist noch, dass im Laufe der Evolution der Setter und der Pointer zur Entstehung des heutigen Curly Coated Retriever beitrugen. Inwieweit der Pudel und der Irish Water Spaniel mitgewirkt haben ist unklar.

Künstlerische Darstellungen aus dem 18. Jahrhundert belegen das typische Aussehen dieser Retrieverart schon damals. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieser Hundetyp nicht mehr verändert.

Im Jahr 1854 wurde diese Rasse vom Kennel Club in England anerkannt. Während einer Ausstellung in Birmingham (1860) gewannen zwei „Curlys“ die ersten beiden Plätze. Zu diesem Zeitpunkt wurden verschiedene Retrieverarten noch gemeinsam bewertet. Ab 1863 gab es keine gemischten Retrieverklassen mehr bei Hundeausstellungen. Der Curly Coated Retriever wurde separat begutachtet.

Während sich diese Hunderasse in England offiziell etablierte, begann sein Siegeszug ebenfalls in Australien. Dort wurde 1890 ein Verein für diesen Rassehund gegründet. Dieser legte Rassestandards fest. Diese Vorgaben (außer Größe und Gewicht) sind bis heute gültig.

Das Jagdverhalten der Engländer veränderte sich. Es kamen die großen Treibjagden in Mode. Dafür wurde ein anderer Hundetyp benötigt und folglich sank die Beliebtheit des Curlys. Anders in Australien: Dort wird dieser Hund bis heute für die Entenjagd, zum Viehtreiben und zum Schutz von Haus und Hof genutzt. Ähnliche Aufgaben hat er ebenfalls in Neuseeland. In Amerika und in vielen Teilen Europas ist diese Hunderasse wenig oder gar nicht bekannt. In Skandinavien besitzt diese Retrieverart treue Anhänger.

Wenn Welpen zur Adoption gesucht werden, sollte der jeweilige Zuchtverband des Landes um Hilfe gebeten werden. Innerhalb Europas sind die Beliebtheit und die Anzahl der Hundeexemplare unterschiedlich.

Wo kommt der Curly Coated Retriever her?

Sein ursprüngliches Heimatland ist England.

Wesen & Charakter vom Curly Coated Retriever

In diesem Rassehund schlagen zwei Herzen. Zum einen benötigt dieser intelligente und temperamentvolle Hund eine artgerechte Beschäftigung. Diese Tätigkeit wird mit viel Energie und Freude an der Arbeit ausgeführt. Mit Mut und Selbstbewusstsein meistert dieser Retriever seine Aufgaben.

Zum anderen ist er sehr freundlich und gutmütig. Ein ausgelasteter Curly ist ein idealer Familienhund. Dann bringt er seine zweite Seite zur Geltung. Er liebt es mit Kindern zu spielen und den Clown zu machen. Spaziergänge mit der Familie genießt er. Seine Treue zu seinem Menschen oder zu seiner Familie ist ungebrochen. Dabei behält er immer sein selbständiges Wesen. Unterwürfigkeit ist ihm fremd. Gegenüber fremden Personen ist er skeptisch und reserviert.

Was für einen Charakter hat der Curly Coated Retriever?

Der Curly Coated Retriever ist freundlich, gutmütig und treu. Seinen selbständigen Wesenszug gibt er nie ganz auf. Das Temperament kann durch artgerechte Auslastung gezügelt werden.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Curly Coated Retriever

Curly Coated Terrier von der Seite

Das Fell des Curly Coated Terrier ist kurz und besteht aus kleinen, dichten Locken.

Dieser große Hund ist muskulös und wendig. Die Widerristhöhe variiert von 69 cm (Rüden) bis 63 cm (Hündinnen). Das Gewicht ist geschlechtsspezifisch angepasst. Die kleineren Hündinnen können bis zu 32 kg wiegen. Die männlichen Vertreter liegen bei etwa 41 kg.

Sein kräftiger Körper ist gut proportioniert. Der Kopf mit seinen dreieckigen Schlappohren und der eckigen Schnauze wird durch seine großen Augen abgerundet. Die leicht schräg stehenden Augen blicken freundlich und aufgeweckt. Die Augenfarbe ist braun. Je nach Fellfärbung variieren die Brauntöne der Augen. Den Abschluss bildet die Rute. Sie reicht bis zum Sprunggelenk.

Auffallend ist das Haarkleid. Sein Fell besteht aus kurzen kleinen und dichten Locken (curly), die am ganzen Körper verteilt sind. Einige Partien des Körpers verfügen über ein kurzes gerades Fell. Dazu gehören der Vorderkopf und Teile der Beine. Die Fellfarbe ist entweder schwarz oder braun.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Curly Coated Retriever – Das gilt es zu beachten

Dieser große und bewegungsfreudige Hund gehört in keine Wohnung. Ein ausreichend großer Garten muss vorhanden sein. Dieser ersetzt zwar nicht die wichtigen Spaziergänge, kann aber als zusätzlicher „Spielplatz“ genutzt werden.

Bei der Haltung muss auch beachtet werden, dass diese Retrieverrasse nicht stundenlang allein sein sollte. Diese Unterforderung schlägt sich nicht negativ in seinem Verhalten nieder (knurren, beißen oder ähnliches). Er könnte sich auf Dauer eine Beschäftigung außerhalb des Gartens suchen.

Ausreichende Auslastung ist der zweite wichtige Punkt. Gerade bei dieser Rasse ist die tägliche Beschäftigung ein Muss. Die vorhandenen Erbanlagen können ab dem Welpenalter in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Die Bereiche Haltung und Erziehung gehören untrennbar zusammen. Dabei ist es wichtig, den jungen und intelligenten Curly mit Geduld an den Einsatz als Familienhund oder als Gebrauchshund heranzuführen.
Der Curly ist für einen unbedarften Anfänger nicht geeignet, denn diese Hunderasse ist selbstbewusst und eigenständig. Er benötigt von klein auf eine feste Hand für die Erziehung. Anfänger ist nicht gleich Anfänger. Ein sportlicher Mensch mit jahrelanger Erfahrung im Hundesitting mit großen Hunden kann mithilfe eines Hundetrainers seinem ersten eigenen Curly Coated Retriever gerecht werden. Wichtig ist auf jeden Fall der Besuch einer guten Hundeschule.

Was kostet der Curly Coated Retriever?

Ein Curly Coated Retriever kostet in der Regel mindestens 1.200 Euro. Da diese Hunderasse aber inzwischen innerhalb Europas eher zu den selteneren Exemplaren gehört, sollte auf jeden Fall der Zuchtverband kontaktiert werden. Dieser kann über reelle Preisvorstellungen von Züchtern Auskunft geben.

Ernährung des Curly Coated Retriever

Selbstverständlich ist hochwertiges Futter ein Muss. Beachtet werden muss bei der Ernährung stets: Diese Rasse neigt zu Übergewicht. Deshalb muss die Menge des Futters an das Alter und an die Bewegung bzw. die körperliche Auslastung angepasst sein. Leckerlis sind nicht generell verpönt. Gesunde Belohnungen in einem überschaubaren Rahmen können trotz Gewichtsproblemen gegeben werden. Dabei ist zu beachten, dass sich alle Familienmitglieder an die Vorgaben halten sollten.

Ob Nass- oder Trockenfutter ist eine individuelle Entscheidung des Besitzers. Beide Futtersorten gibt es in hochwertiger Qualität mit den notwendigen Vitaminen, Nährstoffen und Spurenelementen. Generell ist Trockenfutter besser zu portionieren. Die Tagesfuttermenge sollte in zwei Portionen (morgens und abends) gegeben werden. Das hat zwei Vorteile: Einmal wird die notwendige Tagesration in zwei besser verdauliche Rationen geteilt. Zum anderen entsteht kein übermäßiger Heißhunger, wie bei einer einmaligen Tagesfütterung. Der Magen und der Verdauungstrakt werden bei der Aufteilung in kleinere Portionen nicht übermäßig belastet und es die Gefahr einer Magendrehung ist nicht mehr so hoch.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Spätentwickler hat eine Lebenserwartung zwischen 12 und 14 Jahren. Der Curly Coated Retriever ist nicht überzüchtet und ist daher nicht mit den Krankheiten anderer Retrieverarten geplagt. Augenkrankheiten oder HD sind bei diesem ursprünglichen Hundetyp selten zu finden. Wenn das Körpergewicht unter Kontrolle (Übergewicht) gehalten wird, sind Folgeerkrankungen (Herz, Gelenke oder ähnliches) ebenfalls nicht zu erwarten. Die altersgerechte körperliche und geistige Auslastung ist der beste Garant für seine gute Gesundheit.

Probleme kann das Fell bereiten. Es treten am Körper des Hundes nackte Stellen auf. Diese felllosen symmetrischen Stellen sind am Hals, an der Hinterhand und teilweise am Rücken oder an der Schulter zu finden. Von diesem Phänomen sind hauptsächlich Hündinnen betroffen. Die Ursache dafür ist jedoch nicht zu hundert Prozent geklärt. Es werden verschiedene Gründe vermutet. Darunter fällt beispielsweise eine erbliche Vorbelastung, doch verantwortungsvolle Züchter verwenden keine Elternpaare mit diesem Defekt. Andererseits kann ebenfalls eine falsche Ernährung, Defekte im Hormonhaushalt oder örtliche Umweltbedingungen der Auslöser sein.

Am wohlsten fühlt sich diese Rasse bei klimatischen Verhältnissen wie in ihrem Ursprungsland England. Mit kleinen Abweichungen nach oben oder unten kommen sie zurecht.

Wie groß wird ein Curly Coated Retriever?

Diese Retrieverart ist eine große Hunderasse. Die Rüden erreichen eine Widerristhöhe bis 69 cm. Die Hündinnen sind kleiner (bis 63 cm).

Pflege des Curly Coated Retriever

Curly Coated Terrier im Portrait

Der Curly Coated Terrier ist nicht besonders pflegebedürftig.

Der Pflegeaufwand für diese Hunderasse ist gering. Das gelockte Fell muss nicht täglich gebürstet werden, denn das würde die Lockenpracht zerstören. Es reicht aus, wenn das Fell mit Wasser besprüht wird. Das anschließende Massieren mit gespreizten Fingern genießt der Hund und bringt die Locken wieder voll zur Geltung.

Der Wasserhund schwimmt gerne. Diese Tätigkeit ist für die Fitness, das Wohlbefinden und für das Fell gleich gut. Wird der Hund gebadet, sollte man kein Hundeshampoo verwenden. Das wirkt sich nachteilig auf die empfindliche Haut aus, denn die Schutzschicht der Haut kann dadurch zerstört werden.

Beim Fellwechsel kann der Besitzer unterstützend mitwirken. Einfach öfter mit den gespreizten Fingern durch das Fell fahren. Der Hundekörper muss auf keinen Fall geschoren oder getrimmt werden. Von Fall zu Fall ist das Trimmen der Rute nützlich. Wuchernde Haare unterhalb der Hängeohren können entfernt werden.

Selbstverständlich müssen die Pfoten, die Ballenzwischenräume und die Krallen regelmäßig kontrolliert werden. Fremdkörper (Steinchen oder ähnliches) müssen entfernt werden. Nutzen sich alle Krallen regelmäßig ab, ist nichts zu tun. Gesplitterte Krallen oder schlechte Abnutzung (Fehlstellung der Zehen) müssen manuell korrigiert werden.

Curly Coated Retriever – Aktivitäten und Training

Der Curly ist ein sehr aktiver und lebendiger Hund. Vor allem ist er durch und durch ein Jagdhund, denn dafür wurde er schon vor Jahrhunderten gezüchtet. Die einfachste Auslastung ist daher, ihn jagdlich zu führen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder als Berufsjäger (Gebrauchshund) oder als Hobbyjäger. In Deutschland muss Mensch wie Hund eine jagdliche Ausbildung mit Prüfung absolvieren.

Wenn diese Tätigkeit nicht möglich ist, gibt es im Hundesport einige Ersatzausbildungen. Die Nasenarbeit (Fährte), das Apportieren oder das Dummytraining sind ein paar Möglichkeiten den Hund artgerecht zu beschäftigen. Zahlreiche Fähigkeiten kann dieser Apportierhund im Hundesport ausleben. Die Eigenschaften als „Wasserratte“ können für die Beschäftigung ebenfalls genutzt werden.

Zuverlässig ist er zudem als Rettungshund. Hier kann er zu Land wie zu Wasser seine positiven Eigenschaften zeigen. Diese Tätigkeit muss er nicht hauptberuflich ausführen. Es gibt in jedem Bundesland Rettungshundestaffeln, wo die Hunde für die Einsätze ausgebildet werden.

Der Curly Coated Retriever benötigt eine konsequente Hand bei der Erziehung. Der unerfahrene Mensch sollte entweder die Finger von dieser Rasse lassen oder professionelle Hilfe haben. Bei der Ausbildung sollte kein Druck ausgeübt werden. Wichtiger sind Geduld und ein Fünkchen Humor.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Curly Coated Retriever

Dieser Arbeitshund fordert seinen Besitzer mit seinem Beschäftigungsdrang und seiner Lauffreude. Andererseits ist er kinderlieb. Er kann zu Hause unermüdlich mit den Kindern spielen. Dabei kommt häufig der „Clown“ in ihm zum Vorschein.

Diese Hunderasse ist für Allergiker geeignet. Das Fell neigt nicht zum Haaren und hat keine Unterwolle. Das haarige Problem für den menschlichen Allergiker ist gering.

Nachteile des Curly Coated Retriever

Die Hunde dieser Rasse sind Spätentwickler. Das bedeutet, erst mit etwa drei Jahren sind sie erwachsen. Vorher werden die Nerven des Besitzers teilweise stark beansprucht. Diese Junghundephase übersteht der Mensch an besten mit Konsequenz und Geduld.

Passt der Curly Coated Retriever zu mir?

Das artgerechte Halten dieser Hunderasse ist zeitaufwendig. Bei einem Arbeitstag von acht Stunden kommt der Curly auf jeden Fall zu kurz. Er ist kein Bürohund, da er beschäftigt werden möchte. Das Freizeitverhalten des Menschen muss zum Hund passen. Ein sportlicher und aktiver Mensch mit Hang zum regelmäßigen Hundesport ist ideal.

Curly Coated Terrier am Strand

Der Curly Coated Terrier liebt das Wasser.

Es sollte außerdem geprüft werden, ob die Wohnverhältnisse ausreichend sind. Eine kleine Stadtwohnung ist auf keinen Fall akzeptabel. Ein Haus mit Garten in einem Stadtgebiet ist unter Umständen möglich. Es müssen genügend Grünflächen und Parks in der Nähe sein. Die sportliche Auslastung muss möglich sein.

Eine Familie mit Kindern muss genügend Zeit für den Hund aufbringen. Ist die Beschäftigung mit dem Hund trotz Schulstress möglich? Der Curly ist kinderlieb, aber bei zu wenig „Arbeit“ frustriert und unglücklich. Dieser wichtige Punkt muss beim Kauf gut überlegt werden.

Ein Rentner muss vor dem Kauf dieser Retrieverart einiges gut überlegen. Bin ich fit genug, diesem Hund in den nächsten 10 Jahren gerecht zu werden? Habe ich die Energie mein Leben nach diesem Hund auszurichten?