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Hund buddelt im Garten

von Maren Kleymann
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Das Blumenbeet wurde gerade frisch angelegt, der Rasen hat endlich Golfplatzqualität, im Gemüsegarten wächst der perfekte Kopfsalat – und dann buddelt die Fellnase ein Riesenloch mitten hinein in die Pracht! Während das Herz des Hobbygärtners weint, fragt sich der liebevolle Hundehalter: Was kann ich tun, um Hund UND Garten in Einklang zu bringen? Warum ein Hund im Garten buddelt sowie Tipps, was man als Hundehalter dagegen tun kann, erhältst Du in diesem Artikel.

Warum buddelt der Hund?

Viele Hunde lieben es, in der Erde oder im Sand zu buddeln, andere wiederum interessiert das Gewühle im Dreck überhaupt nicht. Es ist schwer, vorher zu sagen, ob ein niedlicher Welpe später als Junghund eine Buddelleidenschaft entwickelt oder nicht, denn für das Buddeln gibt es sehr unterschiedliche Gründe. Während es bei manchen Hunderassen eine genetische Veranlagung geben mag, ist es bei anderen Vierbeinern vielleicht eine erlernte Angewohnheit oder einfach nur eine lustige Freizeitbeschäftigung.

Buddeln als Teil des Jagdverhaltens

Einige Hunderassen wie zum Beispiel die zahlreichen kleinen Terrier oder auch Dachshunde wurden ursprünglich eigens für die Jagd auf Baubewohner wie Fuchs, Dachs oder Kaninchen gezüchtet. Auch Ratten oder Mäuse gehören zu ihrem Beutespektrum. Allein der Geruch eines Mauselochs oder Kaninchenbaus treibt diese passionierten Jäger dazu an, mit allen Mitteln und unter Einsatz ihrer kräftigen Vorderpfoten nach ihrer Beute zu graben. Die von ihren eigentlichen Bewohnern meist klein und versteckt gehaltenen Tunneleingänge werden geflissentlich vergrößert und immer weiter vertieft, bis bestenfalls die eigentliche Höhle erreicht und die Insassen verjagt oder schlimmstenfalls sogar getötet werden. 

Was bedeutet es, wenn Hunde graben?

Dass Hunde gerne buddeln, liegt bei vielen einfach in ihrer Natur. Wer das nicht möchte, sollte von Beginn an in der Hundeerziehung das Buddeln konsequent abgewöhnen und alternatives Verhalten entsprechend anbieten und positiv bestärken.

Hund buddelt im Garten für die Vorratshaltung

Ebenfalls ein genetisches Erbe vieler Hunde ist der Drang, übrig gebliebenes Futter, einen Knochen oder ein Leckerchen zu vergraben, damit kein anderer sich darüber hermachen kann. Bestenfalls erinnert sich der Vierbeiner beizeiten an seine Vorratshaltung und gräbt den guten Bissen dann wieder aus, um ihn schließlich genüsslich zu verspeisen. 

Vor allem bei der Haltung mehrerer Hunde kann der Futterneid zu solchem Verhalten beitragen, daher ist es wichtig, dass jeder Hund ganz individuell die Zeit und Ruhe zum Fressen bekommt, die er braucht, und so lange vor dem Zugriff der anderen, schnelleren Artgenossen geschützt wird.

Hund buddelt im Garten: Welpe buddelt am Zaun

Viele Hunde lieben es, in der Erde oder im Sand zu buddeln, andere wiederum interessiert das Gewühle im Dreck überhaupt nicht.

Buddeln für die Gemütlichkeit

Viele Wildhunde scharren sich als Ruhelager eine gemütliche Erdkuhle, in die sie perfekt hinein passen. Das ist quasi der Vorläufer zu den Hundekörbchen oder Schlafhöhlen, wie wir sie unseren Haushunden heutzutage fix und fertig in die Wohnung stellen. Ist der Hund dann im Garten und möchte sich dort zum Dösen niederlegen, scharrt und buddelt er sich ein Hundebett á la Nature. Das geht natürlich viel einfacher und gemütlicher in der lockeren Erde eines frisch umgegrabenen Blumenbeetes als auf festgetretenem Untergrund.

Als Sonderfall beginnen trächtige Hündinnen kurz vor der bevorstehenden Geburt oftmals damit, sich an unterschiedlichen Stellen in Haus und Garten Nester anzulegen, in die sie ihre Welpen dann ablegen wollen. Das können zum Teil tiefe Löcher im Garten sein oder auch ein Korb voller schmutziger (oder sauberer) Wäsche oder ein Kissenstapel im Haus. Am besten gewöhnt man die Hündin bereits früh während der Trächtigkeit an eine eigens eingerichtete, gemütliche Wurfkiste.

Was ist, wenn Hunde Erde fressen?

Viele Hunde fressen ab und zu Gras, mancher Vierbeiner frisst aber auch die anhängende Erde mit. Nimmt der Hund immer wieder gezielt Erde auf, sollte die Gesundheit vom Tierarzt überprüft werden. Dieser kann feststellen, ob eventuell ein Nährstoffmangel vorliegt, den der Hund auszugleichen versucht.

Buddeln aus Neugierde

Hund und Mensch verbringen viel Zeit miteinander. Was liegt also näher, als dem Vierbeiner bei gutem Wetter möglichst häufig den Aufenthalt im Garten zu ermöglichen und dabei gleichzeitig die anstehenden Gartenarbeiten zur verrichten. Da werden dann Tulpenzwiebeln eingegraben, neue Stauden gesetzt oder der frische Maulwurfshügel auf dem Rasen ordentlich eingeebnet – und das alles unter den aufmerksamen Blicken des wissbegierigen Hundes. Der will es dann genauer wissen: Was hat Herrchen da gerade eingebuddelt? Warum bearbeitet Frauchen den Erdhaufen dort so fleißig? Und schwupp – dreht der Mensch seinem Werk den Rücken, siegt die Neugierde über den Hund und er muss unbedingt nachschauen, was denn da so interessant sein könnte

Hund buddelt im Garten: Hund auf Rasen

Hunde finden es besonders interessant, im Garten zu buddeln, nachdem die Menschen diesen bearbeitet haben.

Buddeln aus Langeweile

Auch wenn Hunde viele Stunden des Tages ruhen können, möchten sie zwischendurch adäquat beschäftigt werden. Als Hundehalter sollte man also täglich Zeit einplanen, die ausschließlich dem Vierbeiner gewidmet ist. Wer aber meint, es reicht, den Hund alleine in den Garten zu schicken, damit er dort sein Geschäft verrichtet und die frische Luft genießt, muss sich nicht wundern, wenn der Vierbeiner sich einfach selber eine Beschäftigung sucht und den Garten umgräbt

Vor lauter Langeweile und geistiger Unterforderung findet manche Fellnase hier eine Möglichkeit, sich körperlich auszupowern und dabei auch noch Spaß zu haben. Und selbst, wenn Herrchen/Frauchen später zetert und schimpft, hat der Hund zumindest die Aufmerksamkeit seiner Menschen auf sich gezogen – denn selbst negative Ansprache ist besser als gar keine Beachtung.

Soll man Hunde buddeln lassen?

Diese Entscheidung muss jeder Gartenbesitzer für sich treffen. Wen die Löcher im Garten nicht stören, der kann seinem Hund den Spaß gönnen - wichtig ist, darauf zu achten, dass der Vierbeiner sich nicht aus dem umzäunten Garten heraus buddeln kann, und ihm ausreichend Beschäftigung zu bieten.

Hund buddelt im Garten aus Spaß an der Sache

Schließlich gibt es auch noch die dauerhaft verspielten Hunde, die sich stundenlang mit einem Spielzeug, etwa einem Ball oder dicken Knotentau beschäftigen können. Darauf kann man herum kauen, es hoch in die Luft schleudern, hinterher springen und es zwischendurch auch wunderbar in Erde, Sand oder einem frisch aufgehackten Laubhaufen verbuddeln, suchen und wieder ausgraben. Wer einen solchen Clown bei seinem ausgelassenen Spiel beobachtet, dem wird es schwerfallen, ihn für das bisschen Unordnung im Garten zu tadeln.

Was kann man gegen das Buddeln tun?

Wie bei vielen anderen unerwünschten Verhaltensweisen bei Hunden gilt auch beim Buddeln: Wehret den Anfängen! Wer nicht möchte, dass sein Vierbeiner den Garten nach eigenem Geschmack gestaltet, sollte ihm das bereits von Beginn an durch eine gute und konsequente Hundeerziehung klarmachen. Das Trainieren eines Abbruchsignals, mit dem der Hund aus einer beliebigen Situation heraus in seinem Handeln unterbrochen werden kann, weil ihn garantiert bei seinem Menschen dann eine besonders tolle Belohnung erwartet, sollte in die Grundausbildung eines jeden Vierbeiners gehören. Durch die positive Bestärkung des „richtigen“ Handelns lernt ein Hund sehr schnell, was sein Mensch gut findet und was er lieber nicht tun soll. 

Hund buddelt im Garten: Hund liegt auf Terrasse

Wer nicht möchte, dass sein Vierbeiner den Garten nach eigenem Geschmack gestaltet, sollte ihm das bereits von Beginn an durch eine gute und konsequente Hundeerziehung klarmachen.

Wie immer in der Hundeerziehung ist hier die nötige Konsequenz und Geduld der Schlüssel zum Erfolg. Und natürlich braucht der Hund eine ausreichende Beschäftigung, die seinen körperlichen und mentalen Möglichkeiten angemessen ist. Tägliche Spaziergänge in wechselnder Umgebung, das Einstudieren kleiner Tricks und Übungen, bei sehr agilen Vierbeinern auch regelmäßiger Hundesport oder vergleichbare Herausforderungen, bei denen Hund und Mensch zusammen unterwegs sind – alle diese Aktivitäten helfen dabei, den Hund auszulasten, sodass er Zuhause schließlich müde, zufrieden und ausgepowert keine Energie mehr durch sinnloses Buddeln im Garten loswerden muss.

Ein Hund, der sich regelmäßig im Garten eine Liegekuhle gräbt, braucht vielleicht einfach nur ein gemütlicheres Körbchen. Und das Verbuddeln von Futterresten wird verhindert, indem solche Reste vorher weggeräumt oder andere Tiere vom Fressplatz des Hundes ferngehalten werden, damit kein Futterneid aufkommen kann.

Wer einen passionierten Mäusejäger sein Eigen nennt, für den bleibt oftmals nur die Möglichkeit, diesem den Zugang zu den Blumenbeeten oder zum Gemüsegarten durch einen Zaun zu verwehren. Eine Kompromisslösung kann die eigens für den Hund eingerichtete Buddelecke im Garten sein, also ein klar abgegrenzter Bereich, in dem das Buddeln ausdrücklich erlaubt ist. Dann ist es aber ganz besonders wichtig, diese Tätigkeit in allen anderen Gartenbereichen klar und deutlich zu untersagen.

Was kann man tun, wenn der Hund im Garten buddelt?

Um die Buddeltätigkeit eines Hundes zu beeinflussen, sollte zunächst herausgefunden werden, warum der Vierbeiner das tut und das Verhalten analysiert werden. Erst dann kann der Hundehalter gezielt eingreifen und das unerwünschte Verhalten unterbinden.

Warum buddelt der Hund immer an derselben Stelle?

Wenn der Hund immer nur an einer Stelle buddelt, sei es draußen im Garten oder auch drinnen auf dem Teppich oder in seinem Hundekorb, dann kann es ein, dass es dort ganz besonders nach etwas duftet. Vielleicht ist auch mal eine Leckerei dort runtergefallen, und der Geruch lässt den Vierbeiner immer wieder danach suchen. Oft kann man ihm das Graben an dieser Stelle einfach dadurch abgewöhnen, dass man diese schwer erreichbar für ihn macht. Im Garten könnte beispielsweise ein großer Stein genau an den Buddelplatz gelegt werden, und schon ist die Stelle uninteressant. In der Wohnung kann es manchmal helfen, die Stelle mit einem verträglichen Reinigungsmittel zu bearbeiten, welches den interessanten Geruch neutralisiert oder überdeckt.

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