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Slowakischer Rauhbart

von Marcel Hammerich
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Ein Slowakischer Rauhbart gehört innerhalb der FCI-Gruppe 7 der Sektion Kontinentale Vorstehhunde und dem Typ 1.1, also den Braken, an. Vorstehhunde wurden speziell für die Jagd gezüchtet. Sie zeigen die Position der Beute dadurch an, dass sie plötzlich in ihrer Bewegung einfrieren, eine Vorderpfote heben und wie ein Pfeil mit der Nase die Richtung der Beute weisen. In den Anfangszeiten seiner Zucht wurde der Slowakische Rauhbart noch als Rauhaar-Weimaraner bezeichnet. In Deutschland ist diese Hunderasse noch sehr unbekannt, in seiner Heimat der Slowakei ist die Rasse Slowakischer Rauhbart jedoch sehr beliebt und kommt öfter vor.

Slowakischer Rauhbart im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 57-68 cm
Gewicht: 25-35 kg
FCI-Gruppe: 7: Vorstehhunde
Sektion: 1.1: Kontinentale Vorstehhunde, Typ Braque
Herkunftsland: Slowakei
Farben: Sand, Grau
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Familien- und Begleithund
Sportarten:
Charakter: Robust, Ausgeglichen, Zuverlässig, Kinderlieb, Erziehbar
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: eher gering
Fellstruktur: rauh, gerade und anliegend mit kurzer, dünner Unterwolle
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: eher ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Die Entstehung der Rasse begann erst um das Jahr 1950. Eher zufällig wurden bei einem Züchter einige Welpen des Böhmischen Rauhbarts geboren, die nicht braun, sondern grau waren. Es wird vermutet, dass die Entstehung der Rasse ein Zufallsprodukt aus der Züchtung des Drahthaar-Viszlas gewesen sein könnte. Hier wurden die Rassen Böhmisch Rauhbart, Drahthaar und Weimaraner miteinander verpaart. Als ziemlich sicher gilt, dass ein Vorfahre des Böhmischen Rauhbarts auf jeden Fall der Weimaraner ist. Deshalb wurde die Rasse zunächst auch als Rauhaar-Weimaraner betitelt.

In der Slowakei wurde die Rasse zwar von der Jäger-Vereinigung anerkannt, der deutsche Weimaraner Klub verweigerte dies allerdings, was in der Slowakei zur Gründung einer neuen Rasse führte, die erst in den frühen 1980er Jahren vom Welthundeverband FCI anerkannt wurde. Der Slowakische Rauhbart wurde im Jahr 1983 in die Gruppe 7, der Vorstehhunde, mit der Standard-Nr. 320 aufgenommen.

Wesen & Charakter vom Slowakischen Rauhbart

Der Slowakische Rauhbart gilt in seinem Wesen als außerordentlich freundlich, leicht zu führen und sehr menschenbezogen. Obwohl er nicht ständig seine Zuneigung kund tut, ist er ein treuer und loyaler Begleiter. Der freundliche Jagdhund ist in seinem Charakter nicht nur Menschen gegenüber freundlich, sondern zeigt sich auch als sehr sozialverträglich im Umgang mit seinen Artgenossen. Auch andere Tiere wie zum Beispiel Katzen sind für ihn normalerweise kein Problem. Kindern gegenüber verhält er sich sehr geduldig. Obwohl er sehr gesellig ist, wird sich der Slowakische Rauhbart gegenüber Fremden aber erstmal zurück halten und in eine Beobachterposition gehen, bis er sich an sie gewöhnt hat.

Da es sich um einen Jagdgebrauchshund handelt, ist der Rauhbart im Feld auf schneller Suche unterwegs und zeigt ein ausgeprägtes Apportier- und Vorstehverhalten, deshalb neigt er auch zum Ausreißen. Er ist gleichzeitig verspielt, besitzt aber auch ein ruhiges und ausgeglichenes Wesen. Trotz seines lebendigen und aufgeweckten Temperaments, ist er nicht schwer zu führen, was ihn zumindest in der Jagd auch für Anfänger zu einem guten Begleiter macht. Die Arbeitsweise des Slowakischen Rauhbarts ist immer ruhig und konzentriert. Er ist überdurchschnittlich intelligent und unabhängig. Das heißt, er ist in der Lage, Entscheidungen auch selbst zu treffen.

Neben dem Einsatz bei der Jagd eignet sich die Rasse auch sehr gut für den Rettungshundedienst, was ein weiteres Mal zeigt, dass sie keine anspruchslosen Begleithunde sind, sondern auf jeden Fall eine sinnvolle Beschäftigung benötigen. Als klassische Familienhunde eignen sie sich zwar aufgrund ihres freundlichen Wesens und ihrer Kinderfreundlichkeit, bei möglicher Unterforderung aber auf keinen Fall.

Aufgrund ihrer Unabhängigkeit können Slowakische Rauhbarte besser alleine bleiben als manche andere Hunderassen. Wenn der Hund gut ausgelastet ist, hält er Phasen des Alleineseins über mehrere Stunden gut aus. Ein Slowakischer Rauhbart passt zwar auf sein Zuhause auf, wird aber trotzdem nicht überdurchschnittlich viel bellen. Trotzdem wird er dem Eindringling Angst einflößen, wenn er für sich und sein Zuhause eine Bedrohung wahrnimmt. Wenn Slowakische Rauhbarte nicht ausgelastet sind, neigen sie dazu, zerstörerisch zu werden. Sie sind leicht über Futter zu motivieren.

Ist der Slowakische Rauhbart ein Familienhund?

Der Slowakische Rauhbart ist nur bedingt ein Familienhund. Aufgrund seines freundlichen und fröhlichen Wesens, seiner Menschenbezogenheit und der guten Trainierbarkeit eignet er sich zwar sehr gut als Familienhund, das gilt aber nur wenn er artgerecht beschäftigt wird.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Slowakischen Rauhbarts

Slowakischer Rauhbart im Auslauf

Nur die Welpen des Slowakischen Rauhbarts haben blaue Augen.

Der Slowakische Rauhbart ist ein großer Hund mit einer Schulterhöhe zwischen 57 und 68 cm. Er ist mittelkräftig gebaut und erreicht im Gewicht 25 bis 35 kg. Sein Körperbau kann durchaus als edel bezeichnet werden, denn er sollte als typischer Jagdhund solide aber trotzdem noch elegant in seinem Ausdruck sein. Sein Fell ist rauh und drahtig in einem hellen Grau und kann weiße Abzeichen haben. Die Haare werden bis zu vier cm lang, sind gerade und liegen am Körper an. Im Winter bildet der Jagdhund Unterwolle, die er im Sommer komplett verliert.

Der Kopf hat eine rechteckige Form mit mandelförmigen, bernsteinfarbenen Augen. Welpen und junge Hunde haben blaue Augen. Die Augenbrauen der Rasse sind deutlich ausgeprägt und verleihen dem Hund einen etwas ernsten aber intelligenten Ausdruck. Die Ohren sind rund und hängen herab. Die hoch angesetzte Rute hängt normalerweise ebenfalls herab. Im unteren Teil der Schnauze bildet die Behaarung des Slowakischen Rauhbarts einen etwas längeren Bart.

Wie groß wird ein Slowakischer Rauhbart?

Der Slowakische Rauhbart kann eine Schulterhöhe von 57 bis 68 cm erreichen. Wie bei fast allen Hunderassen werden die Rüden etwas größer und schwerer als die Hündinnen.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Slowakischen Rauhbarts – Das gilt es zu beachten

Die Erziehung des Slowakischen Rauhbarts ist grundsätzlich relativ einfach, da es sich um einen intelligenten, lernwilligen und arbeitsfreudigen Hund handelt. Zudem sind die Hunde menschenbezogen, gehorsam, aktiv und kontaktfreudig. Allerdings sollten nur Menschen, die in der Lage sind, sich viel mit ihrem Hund zu beschäftigen, sich einen Vertreter dieser Rasse anschaffen. Wir er nicht jagdlich geführt, muss er auf jeden Fall eine Ersatzbeschäftigung bekommen. Neben der Jagd eignet sich die Rasse auch hervorragend als Wach- und Dressurhund.

Der Slowakische Rauhbart ist kein Hund, der ausschließlich in der Wohnung oder im städtischen Umfeld gehalten werden sollte. Er benötigt ein weitläufiges Gelände, viel Auslauf, Wiesen, Wälder und Felder. Im besten Fall sollte der Slowakische Rauhbart auch in einem Haus mit Garten leben, wo er wachen und herumschnüffeln kann. Für jeden Jäger ist die Rasse eine sehr gute Wahl und in diesem Fall auch für Anfänger. Hunde-Anfänger, die keine Jäger sind, sollten sich allerdings lieber nach einer Rasse umsehen, die weniger stark ausgeprägte Instinkte besitzt.

Wie viel Auslauf benötigt ein Slowakischer Rauhbart?

Der Slowakische Rauhbart benötigt viel Auslauf. Damit diese Hunde auch nur ansatzweise zufrieden sind, sollte mit mindestens zwei Stunden täglich und Strecken von 10 bis 20 km am Tag gerechnet werden. Wer ihn sinnvoll beschäftigt, kann den Auslauf eventuell ein wenig reduzieren.

Ernährung des Slowakischen Rauhbarts

In der Hunde-Ernährung scheiden sich bekanntlich die Geister. Sicherlich gibt es mehrere Arten, den Hund ausgewogen und gesund zu ernähren. Entscheidend ist es, dass die Futterrationen an das Maß an Bewegung des Hundes angepasst werden. Der Slowakische Rauhbart kann ein oder zwei Mal am Tag gefüttert werden. Wichtig dabei ist, dass die Fütterung immer nach der körperlichen Betätigung erfolgen kann. Besonderheiten in der Fütterung, die rassentypisch vorkommen würden, sind in diesem Falle nicht bekannt. Empfehlenswert ist hochwertiges Trockenfutter oder auch das Barfen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Slowakische Rauhbart hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Es handelt sich um eine ausgesprochen robuste Hunderasse, die nur sehr selten zu Krankheiten neigt. Die Rasse neigt weder zu bestimmten Krankheiten, noch zu Übergewicht. Übergewicht tritt nur auf, wenn das tägliche Bewegungsbedürfnis nicht erfüllt wird.

Da die Hunde sehr gerne ins Wasser gehen, macht ihnen auch Hitze etwas weniger aus als manchen anderen Rassen. Noch besser kann er allerdings Kälte vertragen und kann sogar im Freien gehalten werden.

Wie alt wird ein Slowakischer Rauhbart?

Ein Slowakischer Rauhbart kann zwischen 12 und 15 Jahre alt werden.

Pflege des Slowakischen Rauhbarts

Die Fellpflege des Slowakischen Rauhbarts ist relativ unkompliziert. Das Fell sollte ausschließlich ein Mal in der Woche gebürstet werden. Zudem ist es wichtig nach Spaziergängen und Jagdausflügen die herabhängenden Ohren des Hundes zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reinigen. Die Rasse neigt eher nicht zu starkem Haarausfall.

Slowakischer Rauhbart – Aktivitäten und Training

Der Slowakische Rauhbart benötigt als klassischer Jagdhund unbedingt eine artgerechte Auslastung. Diese Hunde wollen arbeiten und werden unglücklich, wenn sie unterfordert sind. Aufgrund ihres freundlichen Wesens und ihrer hohen Menschenbezogenheit sind viele Jagdhundrassen zu Begleithunden geworden, was auch durchaus gut funktionieren kann, wenn der Besitzer bereit ist, sich ausreichend mit dem Hund zu beschäftigen. Die besonderen Eigenschaften von Jagdhund-Rassen wurden über Jahrhunderte durch Zucht gefördert, wenn sie nicht genutzt werden, machen diese Instinkte nicht nur dem Hund, sondern auch seinem Halter das Leben schwer.

Slowakischer Rauhbart Welpe

Der Slowakische Rauhbart hat einen sehr hohen Bewegungsdrang.

Beschäftigungen, die sich für den Slowakischen Rauhbart anbieten, sind natürlich in erster Linie das Apportieren und die Fährte. Dabei gilt, dass es sich beim Apportieren um mehr handelt, als nur Bällchen werfen. Wer ein gutes und abwechslungsreiches Apportiertraining mit seinem Jagdhund durchführt, fördert den Gehorsam und die Bindung. Der Hund wird dadurch so gefördert, wie es seinen Anlagen entspricht. Das gleiche gilt, wenn mit dem Jagdhund auf der Spur gearbeitet wird.

Jagdhunde benötigen viel Bewegung. Es ist fast nicht möglich, sie rein über die Bewegung auszulasten. Doch wer eine artgerechte Beschäftigung mit seinem Hund durchführt, der reduziert gleichermaßen das Bewegungsbedürfnis seines Hundes. Das Jagen an sich kann einem Jagdhund niemals abgewöhnt werden, wie können es nur durch gezieltes Training kontrollieren. Menschen, die sehr sportlich sind und gerne Laufen gehen, könnten sich auch für Canicross entscheiden, um den Slowakischen Rauhbart in seinem Bewegungsbedürfnis besser auszulasten. Beim Canicross gehen Hund und Mensch gemeinsam auf abwechslungsreiche Touren in der Natur. Canicross gehört in den Bereich des Zughundesports und ist eine noch recht junge Hundesportart.

Eine weitere für den Rauhbart gut geeignete Hundesportart, die auch in den Bereich des Zughundesports gehört, ist Bikejöring. Dabei zieht der Hund seinen Besitzer als Radfahrer und wird durch Kommandos gesteuert und natürlich durch das Treten der Pedale von ihm unterstützt.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Slowakischen Rauhbarts

Die Besonderheit der Hunderasse Slowakischer ist die Seltenheit in Deutschland. Es handelt sich um eine seltene Rasse, die bisher noch kaum ins Zentrum des öffentlichen Interesses getreten ist. Manche von uns würden die Rasse wahrscheinlich auf den ersten Blick sogar mit anderen Rassen, wie zum Beispiel einem Deutsch Drahthaar verwechseln.

Nachteile des Slowakischen Rauhbarts

Was die Gesundheit der Rasse angeht, so gibt es im Vergleich zu manchen anderen Rassen keinerlei Nachteile. Die Hunde weisen keine speziellen gesundheitlichen Probleme auf, was sicherlich daran liegt, dass sie wenig verbreitet und nicht überzüchtet sind.

Das einzige, was beim Slowakischen Rauhbart als Nachteil gesehen werden kann, ist gleichzeitig seine größte Stärke: Seine feinen und stark ausgeprägten Sinne. Diese Eigenschaften können zugleich Segen und Fluch sein, je nachdem ob man sie artgerecht nutzt oder sie ignoriert, was definitiv zu Problemen führen wird.

Passt der Slowakische Rauhbart zu mir?

Der Slowakische Rauhbart ist weder ein unkomplizierter Begleithund noch ein süßer Schoßhund. Das Arbeitstier benötigt viel Auslauf und Beschäftigung, deshalb sollte sein Besitzer bereit dazu sein, sich mit ihm viel und lange in der Natur aufzuhalten. Wer auf dem Land wohnt und im besten Fall einen Garten besitzt, kann über die Anschaffung eines Slowakischen Rauhbarts nachdenken. In der Stadt sind diese Hunde eher fehl am Platz. Die Rasse eignet sich zwar aufgrund ihres Wesens sehr gut als Familienhund. Das gilt aber eben nur, wenn der Hund arbeiten darf und zufrieden ist. Der Kauf dieser Rasse sollte wohl überlegt sein. Für Senioren eignet sich ein Slowakischer Rauhbart aufgrund seines aktiven Wesens in den meisten Fällen eher nicht.

Aktive Menschen, die sich gerne mit ihrem Hund beschäftigen und mehrere Stunden am Tag Zeit für ihn aufbringen, können mit dem Slowakischen Rauhbart aber sehr glücklich werden. Wenn Hund und Mensch gleichermaßen Spaß an Training, Sport und Beschäftigung finden, können sie zu einem perfekten Team werden. Unter anderem deshalb, weil der Slowakische Rauhbart, wie die meisten Jagdhunde, eine umso engere Bindung zu seinem Menschen und einen sehr guten Gehorsam aufbaut, je mehr man sich mit ihm beschäftigt.