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Hamiltonstövare

von Marcel Hammerich
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Der Hamiltonstövare stammt aus Schweden und wird dort für die Jagd auf Hasen und Füchse eingesetzt. Die FCI ordnet den Hamiltonstövare der Gruppe 6 zu, den Lauf- und Schweißhunden. Dort gehört er zu Sektion 1.2, den mittelgroßen Laufhunden.

Hamiltonstövare im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 49-61 cm
Gewicht: 22-27 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Schweden
Farben: Dreifarbig: Schwarz, Weiß, Braun
Lebenserwartung: 13 Jahre
Geeignet als: Jagd- und Begleithund (Familienhund)
Sportarten:
Charakter: Mutig, Ergeben. Geduldig, Energiegeladen, Temperamentvoll, Freundlich
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: harsch, sehr dicht anliegend und nicht zu kurz
Kinderfreundlich: eher nein
Familienhund: mittel
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Die Hunderasse Hamiltonstövare war zunächst unter dem einfachen Namen „Schwedischer Laufhund“ bekannt und half den Angehörigen des Königshauses und den Adligen, die Jagd betreiben durften, fleißig bei der Jagd auf Hasen und Füchse. Als gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Schweden zunehmend auch Bauern die Wälder jagdlich nutzen durften, breitete sich die Rasse aus und gewann zunehmend an Beliebtheit in Jagdkreisen. Die Rasse stammt Kynologen zufolge aus der Verpaarung von Laufhunden aus der Schweiz und Süddeutschland sowie Foxhounds und Harriers.

1886 kamen auf der ersten schwedischen Hundeausstellung etliche Züchter zusammen, die ihre Tiere vorstellten, darunter auch zwei Laufhunde aus der Zucht des Grafen Adolf Hamilton. Sein Rüde „Pang“ und seine Hündin „Stella“ gehörten dem Schwedischen Laufhund an und gelten bis heute als Stammeltern des Hamiltonstövare. So wurde die Rasse im Jahr 1921 zu Ehren ihres Züchters Graf Hamilton benannt, der neben der Schaffung dieser Rasse auch den Schwedischen Kennel Club gegründet hat.

Der Namensteil „Stövare“ bedeutet aus dem Schwedischen übersetzt so viel wie „Stöberer“ und beschreibt damit die hervorragende Eigenschaft des Aufstöberns von Beutetieren, für die der Hamiltonstövare weithin geschätzt wird. Sein Geschick bei der Jagd auf kleine Beutetiere wie Hasen und Füchse macht ihn zu einem der beliebtesten Jagdhunde Schwedens. Für die Jagd auf Hirsche, Rehe oder andere große Beutetiere ist diese Rasse nicht gemacht, da sie nicht in der Meute, sondern einzeln oder zu Zweit arbeitet.

Woher kommt der Hamiltonstövare?

Die Rasse des Hamiltonstövare stammt aus Schweden.

Wesen & Charakter vom Hamiltonstövare

Der Hamiltonstövare ist ein äußerst freundlicher Jagdhund, der sich dem Menschen gegenüber sehr anhänglich zeigt und gerne in dessen Nähe aufhält. Die Bindung zu seinem Halter ist groß, er geht generell freundlich auf Menschen zu und ist auch im Umgang mit Kindern immer freundlich. Seine Kraft kann jedoch dazu führen, dass Kinder ihm nicht gewachsen sind und der Hamiltonstövare diese im Spiel umreißt. Kinder sollten daher im Umgang mit diesen Hunden immer beobachtet werden. Ist diese Hunderasse ausreichend ausgelastet, ist sie sehr angenehm im alltäglichen Umgang und lebt auch ruhig mit im Haus. Sobald es nach draußen geht wird jedoch der Jagdtrieb der Laufhunde geweckt, dem er voller Energie nachkommen möchte. Bei der Jagd zeigt sich diese Rasse sehr geschickt und passioniert, sie agiert selbstständig und selbstbewusst.

Aggressionen, Nervosität oder Angst gehören nicht zu den Eigenschaften eines Hamiltonstövare. Das Alleinebleiben gehört nicht zu seinen liebsten Dingen, da dieser Hund die Nähe zum Menschen sehr genießt und äußerst sozial ist. Lange Zeiten alleine sollten daher unbedingt vermieden werden.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Hamiltonstövare

Ein männlicher Hamiltonstövare erreicht eine Widerristhöhe zwischen 53 und 61 Zentimetern, Hündinnen sind meist einige Zentimeter kleiner und etwas schmaler gebaut. Ihre Größe liegt meist zwischen 49 und 57 Zentimetern. Das Gewicht eines ausgewachsenen und gesunden Hamiltonstövare befindet sich zwischen 23 und 27 Kilogramm.

Optisch erinnert diese Rasse entfernt an einen größeren Beagle, da auch der Hamiltonstövare ein dreifarbiges Fell hat. Schwarz, Loh und Weiß sind seine Farben. Das Fell dieser Rasse ist kurzhaarig, eher rau und liegt eng am Körper an. Ihre ruhigen Augen sind in der Regel dunkelbraun.

schlank mit hochgewachsenen Läufen, die ihm ein sehr sportliches Aussehen verleihen. Alle Körperpartien dieser Rasse sind muskulös und scheinen wohlproportioniert. Die säbelförmige Rute steht nach oben auf und läuft spitz zu, der Rücken sowie Hals und Fang sind kräftig gebaut. Die Lefzen hängen nicht am Maul hinunter. Die Ohren dieses Hundes hängen in Form langer Schlappohren am Kopf herab.

Wie groß wird ein Hamiltonstövare?

Die Rüden dieser Rasse haben eine Widerristhöhe im Bereich von 53 bis 61 Zentimetern, Hündinnen werden zwischen 49 und 57 Zentimetern groß.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Hamiltonstövare – Das gilt es zu beachten

Für reine Hundeanfänger ist die Rasse des Hamiltonstövare aufgrund des stark ausgeprägten Jagdtriebes nicht geeignet. Idealerweise sollte Erfahrung mit Jagdhunden vorhanden sein.

Die Rasse des Hamiltonstövare gibt sich nicht mit zwei bis drei kurzen Runden um die Häuser zufrieden, sondern benötigt jeden Tag mindestens zwei Stunden, in denen er sich nach Lust und Laune austoben kann. Werden Hunde dieser Rasse nicht jagdlich geführt, sondern sollen als reiner Begleithund mit im Haus leben, ist die Auslastung umso wichtiger, damit es nicht zu negativen Verhaltensauffälligkeiten durch fehlende Aktivität und Unterforderung kommt. Am besten eignet sich ein umzäuntes Gebiet, um den Hamiltonstövare laufen zu lassen, damit er nicht unvorhergesehen abhauen und einer Fährte nachjagen kann.

Eine kleine Wohnung, noch dazu in einer größeren Stadt, eignet sich nicht für die Haltung dieser Hunderasse. Bestenfalls sollte es ein Haus mit einem großen, umzäunten Grundstück sein, auf dem der Hamiltonstövare sich jederzeit, zusätzlich zu den Spaziergängen, bewegen kann.

Die Erziehung dieser Rasse und ihr Training bringt viel Freude, da diese Hunde sehr gelehrig und ehrgeizig sind und gerne lernen. Das Training sollte mit Konsequenz und Geduld erfolgen. Ungeduld oder sogar Gewalt können das Verhältnis zwischen Mensch und Tier nachhaltig schädigen und das Vertrauen des Hundes zerstören.

Ist der Hamiltonstövare ein Familienhund?

Für erfahrene Familien, die viel Auslastung und Beschäftigung für diesen Hund bieten können, eignet sich der Hamiltonstövare.

Ernährung des Hamiltonstövare

Die Ernährung trägt einen großen Teil zur Gesundheit und zum Wohlbefinden des Hundes bei. Daher sollte beim Thema Futter die Qualität an erster Stelle stehen. Die Art des Futters, also ob mit Nass- oder Trockenfuttern gefüttert wird, oder sogar mit rohem Fleisch nach der BARF-Methode, ist eher zweitrangig. Der Hamiltonstövare ist eine robuste Rasse, die sich an jede Art des Futters gewöhnen kann. Wichtig ist jedoch die richtige und ausreichende Verteilung aller Nährstoffe, Mineralien und Vitamine. Proteine, Fette und Kohlenhydrate haben alle ihren festen Anteil an den Prozessen, die der Körper des Hundes tagtäglich leistet und sollten ihm daher in ausreichender Menge zugeführt werden. Ebenso wichtig ist, dass stets frisches Wasser zur Verfügung steht.

Wer sich mit der Art des Futters oder der richtigen Menge nicht sicher ist oder noch nicht ausreichend Erfahrung hat, der kann Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt halten. Dieser kennt das Tier und kann anhand von verschiedenen Faktoren und jahrelanger Erfahrung gut beurteilen, was und wie viel der Hund gefüttert bekommen sollte. Als Halter kann man dann ein Auge auf die körperliche Entwicklung und Verfassung des Hundes haben. Nimmt der Hund zu oder ab, so muss an der bisherigen Fütterung etwas verändert werden.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Lebenserwartung dieser Rasse liegt zwischen 11 und 13 Jahren. Gute Pflege und eine artgerechte Haltung können bedeutend zum gesunden Altern des Hundes beitragen, damit er auch im hohen Alter noch munter und fit ist. Generell gilt die Rasse des Hamiltonstövare als sehr robust, da ihre Zucht noch sehr unberührt ist und es demnach keine bekannten Erbkrankheiten dieser Rasse gibt.

Hunde mit Schlappohren sind jedoch tendenziell immer etwas anfälliger für Erkrankungen der Ohren, da die schlechte Belüftung dieser ein für Bakterien attraktives, feuchtwarmes Klima bietet. Kälte verträgt der Hamiltonstövare tendenziell besser als Hitze. Ist es am Tag sehr heiß, so sollte darauf geachtet werden, dass der Hund zu den wärmsten Tageszeiten ruht und die Bewegung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgt.

Pflege des Hamiltonstövare

Die Fellpflege dieser Rasse ist aufgrund des kurzen Fells recht einfach. Gelegentliches Ausbürsten reicht aus, um Schmutzpartikel und abgestorbene Haare aus dem Fell zu entfernen. Falls der schwedische Hund sich beim Spielen oder auf dem Spaziergang mal sehr schmutzig gemacht haben sollte, kann er natürlich auch geduscht werden. Hierbei sollte jedoch nur spezielles Hundeshampoo benutzt werden, welches die Hautbarriere des Hundes nicht angreift. Meistens ist warmes Wasser zum Waschen aber vollkommen ausreichend.

Anfällige Partien wie Augen, Ohren, Zähne und Pfoten sollten regelmäßig kontrolliert werden, um Anzeichen von Verletzungen oder Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Die Augen und Ohren des Hamiltonstövare sollten alle paar Tage mit einem weichen, feuchten Tuch gesäubert werden.

Auch die gelegentliche Untersuchung auf Parasiten, wie beispielsweise Zecken, kann bequem durch den Halter vorgenommen werden.

Hamiltonstövare – Aktivitäten und Training

Hunde dieser Rasse benötigen täglich viel Aktivität, Bewegung und mentale Auslastung.

Als Auslastung für einen Hamiltonstövare, der nicht jagdlich gehalten wird, eignet sich Hundesport. Insbesondere alles, wobei er seine Nase einsetzen muss, liebt der Hamiltonstövare und zeigt sich dabei von seiner besten Seite. Lange Spaziergänge sind ebenfalls genau sein Ding, aber auch neben dem Fahrrad oder als Begleitung beim Joggen macht sich die ausdauernde Rasse gut.

Lediglich sein stark ausgeprägter Jagdtrieb sollte hierbei immer im Hinterkopf behalten werden. Es kann sonst schnell passieren, dass eine spannende Fährte die Aufmerksamkeit Deines Hundes auf sich zieht und er sich auf eigene Faust daran macht, diese zu verfolgen. Leinenführigkeit und vor allem der gut funktionierende Rückruf müssen daher bei einem Hamiltonstövare sitzen.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Hamiltonstövare

Außerhalb von Schweden ist die Rasse des Hamiltonstövare kaum bekannt oder verbreitet. In Schweden jedoch zählt sie zu den beliebtesten Laufhunderassen.

Bei der Zucht dieser Hunde wird besonderer Wert auf den sexuellen Dimorphismus gelegt. Das bedeutet, dass die Unterschiede im Erscheinungsbild beider Geschlechter sehr deutlich sein sollen. Hierbei geht es nicht um die Geschlechtsorgane, sondern beispielsweise darum, dass die Hündinnen kleiner und schmaler gezüchtet sind, als die Rüden.

Nachteile des Hamiltonstövare

Der große Bewegungsdrang dieser Hunderasse und ihr Spaß am Jagen können für überforderte oder generell unerfahrene Halter schnell zum Nachteil werden. Diese Eigenschaften benötigen das richtige Handling und Hunde wie der Hamiltonstövare müssen selbstbewusst ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Hierbei geht es nicht um den Einsatz von Gewalt oder ähnlichem. Durch Erziehung festgelegte Grenzen helfen dem Hund in seinem Wohlbefinden, da er einen genauen Handlungsrahmen hat, in dem er sich bewegen kann.

Wer nicht die Zeit aufbringen kann, über viele Jahre tagtäglich mindestens zwei Stunden Bewegung und Beschäftigung bieten zu können, der sollte von einer Haltung dieser Rasse absehen. Bei fehlender Auslastung kann es nämlich, wie bei allen anderen Hunderassen auch, zu negativen Verhaltensweisen kommen. In diesen Fällen werden Dinge zerstört oder es kommt zu übermäßigem Bellen durch Frust und Langeweile. Der Fehler wird hier häufig beim Hund gesehen, wobei dieser lediglich auf die fehlende Beschäftigung reagiert.

Passt der Hamiltonstövare zu mir?

Ein Hund wie der Hamiltonstövare muss in die aktuellen Lebensumstände passen und auch größere Veränderungen und Ziele, die geplant sind, wie beispielsweise Umzüge oder Kinder, sollten auf ihre Durchführbarkeit mit Hund hin betrachtet werden. Genug Platz, Zeit und auch Geld sind für die artgerechte Haltung eines Hundes essentiell. Zudem benötigen Hunde aller Rassen Auslauf.

Hunderassen wie der Hamiltonstövare gehören jedoch zu den Vierbeinern, die in ihrer Auslastung besonders anspruchsvoll sind. Sie sind keine Schoßhunde und benötigen lange Spaziergänge, die Möglichkeit sich auszupowern und auch eine gehörige Portion mentale Auslastung, um glücklich zu sein. Kann dies dem Hund geboten werden, so kann der Hamiltonstövare durchaus auch als Familienhund gehalten werden, da er sich gut ausgelastet im Haus ruhig verhält und Kindern gegenüber freundlich ist. Seine reine Körperkraft sollte dabei dennoch immer im Hinterkopf behalten werden. Auch wenn der Hund es nicht böse meint, kann ein kleines Kind im Spiel mit einem schweren Tier schnell in eine unterlegene Position geraten und sich verletzen. Der Umgang des Hamiltonstövare zumindest mit kleinen Kindern sollte daher unter Aufsicht geschehen.

Die Eignung für eine Haltung dieser Rasse durch Senioren sollte nach der verbleibenden Fitness der Menschen beurteilt werden, die mit dem Bewegungsdrang des Hundes mithalten können muss. Eventuell ist hier eine Rasse mit etwas weniger Anspruch an Bewegung und Beschäftigung besser geeignet.