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Chesapeake Bay Retriever

von Marcel Hammerich
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Die anerkannte Rasse der Chesapeake Bay Retriever gehört der FCI Gruppe 8, der Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde, an. Dort wird der Chesapeake Bay Retriever unter der Sektion 1, der Apportierhunde mit Arbeitsprüfung aufgeführt.

Chesapeake Bay Retriever im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 53-66 cm
Gewicht: 25-37 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Sektion: 1: Apportierhunde
Herkunftsland: USA
Farben: Braun, Dunkelbraun, Hellbraun
Lebenserwartung: 10-12 Jahre
Geeignet als: Jagdhund
Sportarten:
Charakter: Glücklich, Anhänglich, Intelligent, Ruhig, Dominant, Fürsorglich
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential mittel
Stärke des Haarens hoch
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: dicht, kurz mit dichter, feiner, wolliger Unterwolle
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: ja
Sozial: nein

Herkunft und Rassegeschichte

Chesapeake Bay Retriever Welpen

Die Rasse geht vermutlich aus der Kreuzung verschiedener Hunderassen hervor.

Unter den Retrievern ist der Chesapeake Bay Retriever ein Exot. Dies bezieht sich nicht nur auf den Wach- und Schutztrieb sowie die einzigartige Lautsprache, sondern auch auf seine Herkunft. Der Hund gehört zur einzigen Retrieverrasse, welche ihren Ursprung in den USA hat. Zwar ist die genaue Entstehungsgeschichte noch nicht wissenschaftlich abschließend geklärt, aber doch eine besonders außergewöhnliche und schöne Legende wird vermittelt.

Diese besagt, dass die Vierbeiner durch zwei sogenannte St.-John’s-Newfoundland-Hunde, welche im Jahre 1807 mit einem Schiff in Chesapeake Bay – Maryland – angekommen waren, entstanden. Diese beiden besagten Hunde hatten den Namen Sailor und Canton. Der Legende zufolge hatten „Sailor“, ein Rüde, und „Canton“, eine Hündin stundenlang im kalten Wasser verbracht, bevor sie von den hiesigen Küstenbewohnern entdeckt und gerettet wurden. Die Menschen waren von dem außergewöhnlichen Durchhaltevermögen der beiden Hunde so beeindruckt, dass die Hunde promt zu Entenapportierhunden ausbildeten. Und obwohl die beiden Hunde nie untereinander zur Zucht eingesetzt wurden, gelten die Hunde bis heute als Ursprung der jetzigen Chesapeake Bay Retriever Rasse.

Kynologen vermuten, dass diese Hunderasse, welche 1878 im American Kennel Club registriert wurde, eine tatsächliche Kreuzung aus mehreren Hunderassen ist, wie zum Beispiel dem Flat-Coated sowie dem Curly-Coated-Retriever, aber auch dem Irish-Water-Spaniel sowie anderen Setterrassen und Coonhounds.

Wesen & Charakter vom Chesapeake Bay Retriever

Der Chesapeake Bay Retriever stellt sich für jeden Hundehalter als ein echter Traum heraus. Er verfügt über eine große Portion Leidenschaft, Zielstrebigkeit sowie Ausdauer. Die Hunde verbreiten eine wahrhaftige Freude, welche beinah ansteckend wirkt. Keine Aufgabe ist ihm zu schwer und kein Gestrüpp wird dem Vierbeiner zu eng. Der Chesapeake Bay Retriever ist der geborene „Arbeiter“ und ist ein leidenschaftlicher sowie nützlicher Jagdhelfer. Außerdem wird er seit jeher als mutiger Wachhund und Schutzhund und außerordentlich talentierter Rettungshund eingesetzt und geschätzt. Als Jagdhund kann er sein Können vor allem bei einer Wasserjagd gezielt unter Beweis stellen. Der Chessie bricht sich mutig durchs Eis und schwimmt sogar im eiskalten Wasser nach der Jagdbeute – Der Chesapeake gibt nie auf. Darüber hinaus eignen sich die arbeitswilligen Rassehunde hervorragend als Störberhunde sowie als Schweißhunde.

Bei der Arbeit zeigt er sich hart und eigenständig, aber umso sensibler ist der Chesapeake zu seiner Familie, denn er baut eine sehr enge Bindung zu seinen Bezugsmenschen auf. Der Vierbeiner gilt als freundlich, gutmütig und sehr kinderlieb – wie alle Retriever. Gleichzeitig verfügt er über einen besonders eigensinnigen Charakter. Dies entspricht einem Wesenszug, welche man einem typischen Retriever nicht unbedingt zusprechen würde. Seine ursprüngliche Haltung als reiner Arbeitshund hat es ihm ermöglicht, selbständig zu arbeiten und insbesondere eigene Entscheidungen zu treffen. Die hohe Intelligenz und das stark ausgeprägte Selbstbewusstsein der Tiere lässt ihn an der Sinnhaftigkeit so mancher Erziehungsversuche zweifeln. So kommt es bisweilen vor, dass die Chesapeake Bay Retriever sehr oft eigene Wege gehen und die Rangfolge zwischen Mensch und Tier in Frage stellen. Einem Halter, der seinen Arbeitseifer stets gebührend anerkennt und ihm eigene Aufgaben anvertraut, wird sich dennoch an dieser wahrhaft liebenswürdigen Rasse erfreuen.

Ist der Chesapeake Bay Retriever ein Familienhund?

Der Chessie kann als Familienhund gehalten werden, aber nur, wenn der Hund geistig und körperlich völlig ausgelastet ist.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Chesapeake Bay Retriever

Chesapeake Bay Retriever von der Seite

Selbst vor eiskaltes Wasser macht der Retriever keinen Halt.

Seine Vergangenheit als Gebrauchshund ist dem Chesapeake Bay Retriever auch äußerlich anzuerkennen. Der Hund weist eine Widerristhöhe von ca. 66 cm bei Rüden auf und ca. 61 cm bei Hündinnen auf. Dabei liegt das Gewicht über 36 kg beziehungsweise bei 32 kg. Somit zählt diese Rasse eindeutig zu den größeren Hunderassen unter den Retrievern. Der gut bemuskelter Körper hat sich im Laufe der Jahre den Arbeitsbedingungen angepasst und es entstanden verschiedene Typen innerhalb dieser Rasse.

Ebenso gut angepasst an das Einsatzgebiet hat sich die Fellfarbe und die Beschaffenheit des Fell. Wie bei den anderen Retrieverrassen bevorzugt der Standard ein einfarbiges Fell. Allerdings ist die Farbpalette, welche das Fell in verschiedenen Nuancen aufzeigen kann, groß. Diese reicht von einem Gras-Ton über ein helleres Rot sowie ein gräuliches Braun bis hin zu verschiedenen Brauntönen. Das Haar ist kurz und dicht sowie häufig ein wenig ölig. Aufgrund seiner Struktur sowie der dichten Unterwolle ist das Fell dieser Hunde extrem wasserabweisend. Dies ermöglicht den Chesapeake in eiskaltem Wasser zu schwimmen. Vom Hals bis über den Rücken bis hin zur Rute zeigt sich das dichte Haarkleid gewellt. Am Kopf, dem Bauch und an den Läufen hat der Vierbeiner hingegen glattes Fell.

Wie groß wird der Chesapeake Bay Retriever?

Die Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 66 cm und die Hündinnen etwa 61 cm.

Erziehung & Haltung des Chesapeake Bay Retrievers – Das gilt es zu beachten

Der Chesapeake Bay Retriever wird grundsätzlich immer ein Gebrauchshund bleiben. Hundeanfänger oder gar Familien, welche grundsätzlich einen unkomplizierten Hund suchen, nehmen zu dieser Rasse besser Abstand. Der Chesapeake ist zwar durchaus lernwillig und auch gehorsamsbereit, allerdings auch nur, sobald er körperlich sowie geistig völlig ausgelastet wird. Er benötigt eine klare Rangordnung, welche der Halter bereits im Welpenalter konsequent antrainieren sollte. Außerdem ist der Chesapeake ein „Ein-Mann-Hund“, welcher auf eine Bezugsperson besonders fixiert ist. Die anderen Familienmitglieder toleriert er und würde diese auch im Ernstfall beschützen, dennoch akzeptiert er Befehle von ihnen nicht immer. Eine Übergabe an einen anderen Hundeführer ist daher schwierig.

Darüber hinaus wartet der Retriever nicht gern und er muss erst erst lernen, dass der Halter den Tagesablauf bestimmt. Durch die Einhaltung eines regelmäßigen Tagesablaufs sowie feste Zeiten zum wird dem Vierbeiner eine Struktur aufgezeigt und dies hilft ihm sein stark ausgeprägtes Temperament im Zaum zu halten. Um seinen Wach- und Schutztrieb zu zügeln, ist die frühe Sozialisation notwendig. Je stetiger der Hund Kontakt zu anderen Hunden und Menschen hat, je weniger wird der Hund später misstrauisch gegenüber Fremden sein.

Wie viel kostet ein Chesapeake Bay Retriever?

Seriöse Züchter verlangen für einen Welpen dieser Rasse etwa 1.000 Euro.

Ernährung des Chesapeake Bay Retrievers

Eine der entscheidendsten Faktoren für die Gesundheit der Hunde ist die richtige Ernährung. Eine falsche Ernährung ruft eine Vielzahl von Krankheiten hervor. Außerdem beugt die gesunde Ernährung vielerlei Krankheiten vor  und wirkt sich auf das Wohlbefinden des Hundes positiv aus. Wie die anderen großen Hunderassen auch, neigt der Chessie zu allerhand Gelenkproblemen. Besonders im Junghundalter sollte er unbedingt ein Futter erhalten, welches seinem Alter sowie dem jeweiligen Aktivitätsgrad entspricht. Zu energiereiches Futter kann zu vorschnellem Längenwachstum führen. Die Knorpel und die Bänder sind nicht ausreichend entwickelt, um das wachsende Gewicht der Vierbeiner zu tragen. Spätere Skeletterkrankungen werden die Folge sein. Wenn eine Hundeernährung zum Großteil aus Fleisch besteht, sollte auf die Frische und Herkunft des Fleischs geachtet werden.

Damit Halter sicher gehen können, dass ihr Chesapeake die richtige Menge an Nährstoffen bekommt, ist es wichtig, dass er die Bedürfnisse seines Hundes genau kennt. Haben Herrchen oder Frauchen Zweifel, so können diese immer Rat beim Züchter oder einem Tierarzt suchen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Kauf eines Welpen sollte immer bei einem seriösen Züchter erfolgen, denn dies wirkt sich auf die Gesundheit der Tiere aus. Bevor die Hunde zur Zucht zugelassen werden, müssen die Tiere einen Wesenstest bestehen, eine Begleithundeprüfung ablegen sowie eine Dummy- oder höherwertige Jagdprüfung bestehen. Mit einem seriösen Kauf können verschiedene Erbkrankheiten, wie die weit verbreitete Hüftgelenksdysplasie sowie die Ellenbogendysplasie ausgeschlossen. Bevor die Welpen bei ihrer neuen Familie einziehen, werden die Welpen mehrfach geimpft, entwurmt sowie gechippt.

Doch da die Hunderasse von vielen Erbkrankenheit bislang verschont geblieben ist, haben die Tiere eine hohe Lebenserwartung von bis zu 13 Jahren.

Wie alt wird ein Chesapeake Bay Retriever?

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Hunde liegt bei 13 Jahren.

Pflege des Chesapeake Bay Retrievers

Die Pflege eines Chesapeakes ist recht einfach, denn Chessies sind widerstandsfähig und robust. Das kurze und sehr dichte Haarkleid, welches Schmutz und Wasser abweist, benötigt wenig Pflege. Regelmäßiges Bürsten ist unvermeidlich, um alle abgestorbene Haare zuverlässig zu entfernen. Darüber hinaus sollten die Augen, die Ohren und die Pfoten einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen werden und gegebenenfalls gesäubert sowie gekürzt werden.

Chesapeake Bay Retriever – Aktivitäten und Training

Chesapeake Bay Retriever im Portrait

Der Retriever ist ein richtiges Arbeitstier und eignet sich auch gut als Rettungshund.

Im Vergleich zur Pflege nimmt die Beschäftigung eines Chesapeakes Bay Retrievers enorm viel Zeit ein. Als geborenes „Arbeitstier“ ist es unerlässlich, dass dieser Rassehund sinnvolle Aufgaben, welche ihn über mehrere Stunden auslasten, ausüben darf. Er benötigt sowohl eine körperliche als auch geistige Hausforderung. Ausgedehnte Spaziergänge und gemeinsame Radtouren erweisen sich als wichtig, sind allerdings nicht ausreichend. Halter, welche dem Hund kein Jagdtraining ermöglichen können, sollten dem Vierbeiner unbedingt andere vergleichbare Ersatzbeschäftigungen bieten können. Durch regelmäßiges Apportiertraining oder sogar einer Ausbildung zum Rettungshund können die Tiere ausgelastet werden. Hundesport wie zum Beispiel Agility, Dogdancing oder Obedience sind ebenfalls möglich.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Chesapeake Bay Retrievers

Besonders auffallend ist bei dieser Hunderasse die Mimik sowie die Bandbreite an Lautäußerungen. Einige Hundeliebhaber nennen die Hunde sogar „sprechende“ Chesapeakes. Besondere Aufmerksamkeit lenken die Vierbeiner auf sich aufgrund der stark hochgezogenen Lefzen, welche an ein breites Grinsen erinnern.

Auch die lauten Töne, welche sich anhören, als würde der Rassehund gurren, brummen oder gar jodeln sind typisch und einzigartig für diese Rasse.

Nachteile des Chesapeake Bay Retrievers

Eine Haltung dieser Hunderasse ist lediglich durch Hausbesitzer zu empfehlen, denn der Jagdhund braucht viel Platz. Außerdem darf man die Jagdinstinkte des Retrievers nie unterschätzen.

Außerdem sind die Vierbeiner besonders gern im Wasser und werden keinen See, Teich oder auslassen, sodass Besitzer sich auf viel Schmutz einstellen müssen. Halter sollten über genügend Geduld verfügen, solche Aktionen auch hinzunehmen.

Passt der Chesapeake Bay Retriever zu mir?

Chesapeake Bay Retriever im Liegen

Wenn der Chesapeake körperlich und geistig gefordert wird, kann er ein toller Familienhund werden.

Der Chessie passt zu aktiven Familien, die viel Zeit mit dem Hund verbringen wollen und diesen ausreichend auslasten. Zu Kindern ist er sehr freundlich, allerdings müssen diese wissen, wie man mit einem Hund umgeht. Senioren und Anfänger könnten mit dieser doch recht anspruchsvollen Hunderasse überfordert sein.

Für eine artgerechte Haltung bietet sich ein Haus in der Natur mit einem besonders großen Garten an. Das Grundstück sollte allerdings gut umzäunt sein. Besonders schön wäre es, wenn der Hund ein Gewässer in der Nähe seines Reviers hat, in welchen der Vierbeiner eine Abkühlung erfährt. Für eine reine Stadthaltung ist ein Chesapeake hingegen eher nicht gemacht. Durch seinen ausgeprägten Schutz- und Wachtrieb und dem stetigen Impuls, alle vorbeigehenden Nachbarn zu „melden“, wird es in städtischer Umgebung einige Probleme geben.