Bloodhound

Der Bloodhound gehört zur sechsten FCI-Gruppe, der Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen angehören und da wiederum zur Selektion 1, den großen Laufhunden. Der FCI (Fédération Cynologique Internationale) hat die anerkannten Hunderassen in 10 FCI-Gruppen unterteilt, in denen sich jeweils Rassen des gleichen Typs und mit verwandten Merkmalen befinden, sowie den Rassestandards, die es für die Zucht zu erfüllen gilt.

Bloodhound im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 62-68 cm
Gewicht: 40-54 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.1: Große Laufhunde
Herkunftsland: Belgien
Farben: Rot, Schwarz-Braun, Leber-Hellbraun, Rostbraun, Schwarz-Rostbraun
Lebenserwartung: 10-12 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Begleit-, Familienhund
Sportarten: Fährtenarbeit, Mantrailing
Charakter: Stur, Anhänglich, Sanft, Temperamentvoll
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential hoch
Stärke des Haarens eher hoch
Pflegeaufwand: hoch
Fellstruktur: eng anliegend, kurz, dicht, harsch und wetterfest
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Der Originalname dieser Hunderasse ist „chien de Saint Hubert“, doch sind diese Hunde hierzulande vor allem unter ihrer englischen Bezeichnung „Bloodhound“ oder dem deutschen Namen „Bluthund“ bekannt. Man vermutet, dass ihre Herkunft bis ins zweite oder dritte Jahrhundert n. Chr. reicht, wo die Ursprünge dieser Rasse bereits den gallischen und keltischen Jägern als Laufhunde und treue Jagdgefährten dienten.

Bloodhound im Rasseportrait
Freundlicher Bloodhound beim Auslauf am See

Ganz sicher ist aber, dass diese Hunde von den Mönchen des Klosters Saint-Hubert in den Ardennen gezüchtet wurden, worauf ihr ursprünglicher Name „chien de Saint Hubert“ (Hubertushund) zurückzuführen ist. Bis weit ins 16. Jahrhundert hatten diese Laufhunde ihren festen Platz in den königlichen Jagdmeuten.

Den Zweitnamen Bloodhound erhielten diese, als sie im 11. Jahrhundert nach England exportiert wurden, wo die leistungsstarken Hunde dank ihres vorzüglichen Geruchssinns schnell als Fährtenhunde überzeugen konnten. Warum dem englischen „hound“ für Jagdhund noch das Attribut „blood“ für Blut zugesetzt wurde, kann daran liegen, dass die Spur des Wildes, der diese Hunde folgten, blutig war. Denkbar ist aber auch, dass hiermit ausgedrückt werden sollte, von welchem „edlen Blut“ diese Tiere sind.

In Belgien und anderen europäischen Ländern sind diese Bluthunde als reine Jagdhunde weitergezüchtet worden. Parallel dazu wurde ein Arbeitsschlag, die Ardennenbracke gezüchtet, die vielen Brackenrassen als Vorfahre gilt und die auch heute noch in kleinerem Umfang gezüchtet wird.

Wesen & Charakter vom Bloodhound

Der Bloodhound gilt als überaus intelligent, anhänglich, ruhig und sanftmütig und orientiert sich sehr an seinem menschlichen Rudelführer, der ihm immer die Richtung vorgeben sollte. Bereits die Welpen wenden sich schon sehr ihren Menschen zu, aber nach einer normalen Sozialisierungsphase haben diese Hunde auch allgemein keine Probleme mit Artgenossen. Obwohl der Bloodhound ein riesiger, massiger Hund ist, neigt er nicht zu Aggressivität. Aufgrund seines zurückhaltenden Wesens stört er sich auch auf Spaziergängen nicht an anderen Hunden und beginnt keine Revierkämpfe, sondern geht seinen eigenen Weg.

Sein Geruchssinn ist überaus vorzüglich, weshalb dieser Hunderasse die weltbeste Spürnase nachgesagt wird. So bedeuten für den Bluthund Fährtentraining und Suchspiele Spaß und sind ein regelrechtes Lebenselixier für diesen. Das macht diese Hunderasse zu einem idealen Begleiter für Menschen, die im Rettungsdienst oder beim Zoll tätig sind. Überall da, wo eine besonders gute Nase gefragt ist, ist der Bluthund in seinem Metier. Dass der Bloodhound als Arbeitstier gezüchtet wurde, merkt man diesem noch heute an, denn er will immer beschäftigt sein. Der Bloodhound ist also keine Couch-Potato, sondern ein ausdauernder Laufhund, der wenigstens zweimal täglich einen ausgiebigen Auslauf braucht und beschäftigt werden will.

Aussehen des Bloodhound

Für Disneyfans ist es sicherlich interessant zu wissen, dass für Pluto, dem Hund von Micky Mouse, der Bloodhound als Vorlage diente, da er so überaus unverwechselbar in seinem Aussehen ist.

Bloodhound im Rasseportrait
Pluto, bist Du es?

Der Bluthund erreicht eine Widerristhöhe von 62 cm bis 70 cm und ein Gewicht zwischen 40 kg und 54 kg, wobei die Hündinnen etwas kleiner und leichter sind als die Rüden. Seine leicht schlaksig wirkende Erscheinung mit den großen Ohren und den ausdrucksstarken dunklen Augen ist unverkennbar und seine Haltung strahlt stets Würde aus.

Sein kräftiger, rechteckiger Körper ruht auf stämmigen Beinen und seine Bewegungen sind eher langsam und wiegend, aber doch elastisch und geschmeidig. In seiner Jugend wirkt er tatsächlich etwas tollpatschig wie Pluto. Als Fellfarben für sein feines, seidiges und kurzes Fell sind black, red, tan (lohfarben) und liver zugelassen. Die Augen sind dunkel- bis haselnussbraun.

Am langen, kräftigem Schädel und am Hals fällt die geschmeidige und dünne Haut aufgrund von einer Züchtung in tiefen Falten herunter. Die historischen Bloodhounds hatten weder Falten noch eine lose Haut.

Wie groß wird der Bloodhound?

Ausgewachsene Rüden erreichen eine Widerristhöhe von etwa 70 cm und ein Gewicht von ca. 54 kg. Dabei sind Hündinnen etwas kleiner und leichter als die Rüden.

Erziehung & Haltung des Bloodhound – Das gilt es zu beachten

Der sanftmütige, treue Bloodhound lässt sich gut in eine Familie integrieren. Das macht diesen zu einem gemütlichen Spielkameraden für Kinder. Trotzdem bedarf es, wie eigentlich bei jedem Hund, einer guten Erziehung, denn der Bluthund kann auch sehr eigensinnig sein, was aber einen Teil seines besonderen Charmes ausmacht. Um so wichtiger ist beim Bloodhound die Erziehung, da er einen starken Spur- und Jagdtrieb hat und einer Spur gerne lange folgen will. So muss es dem Hundehalter jederzeit möglich sein, sein Tier wieder an seine Seite zu rufen, auch wenn die verfolgte Spur noch so interessant ist.

Vor allem kann der Bloodhound ein echter Dickkopf sein, wenn die Befehle seines Besitzers diesem wenig sinnvoll erscheinen. Damit können Anfänger in der Hundehaltung leicht überfordert sein, weshalb dieser Hund auch eher erfahrenen Hundeführern empfohlen wird. In der Erziehung des Bluthunds kommt es vor allem auf Konsequenz und Geduld an. Ungerechtigkeiten verzeiht dieser stolze Rassehund nur schwer.

Für eine Haltung in einer kleinen Stadtwohnung ist dieses Tier nicht geeignet, da der Hubertushund sehr bewegungsfreudig ist und täglich viel Auslauf braucht. Ideal ist deshalb ein Haus in ländlicher Umgebung, wo sich die Gelegenheit für stundenlange Spaziergänge bietet und dem Hund auch ein großer Garten zur Verfügung steht.

Was kostet ein Bloodhound?

Seriöse Züchter, die medizinisch gut versorgte Jungtiere von gesunden Elterntieren verkaufen, verlangen für einen Bloodhound zwischen 1.300 € und 1.650 €.

Ernährung des Bloodhound

Was die Ernährung betrifft, so ist diese Hunderasse ziemlich unproblematisch. Da es sich beim Bloodhound aber um ein großes Tier handelt, das leicht das Gewicht eines zierlichen Menschen erreicht, sollte beim Hundehalter ein Grundwissen über Hundeernährung vorhanden sein. Denn wird das Tier mit irgendeinem Futter aus dem Supermarkt versorgt, kommt es schnell zu Unausgewogenheiten, was die Nährstoffversorgung betrifft.

Beim Bluthund muss, angefangen vom Welpenalter, auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet werden. Bei einem Überangebot an Nahrung neigt der Bloodhound zu Übergewicht. Deshalb sollten beim Training auch nicht zu viele „Erziehungshilfen“ und Belohnungen vergeben werden.

Als Futter wird eine gute Mischung aus Nass- und Trockenfutter empfohlen. Das Trockenfutter wird von den Herstellern noch mit Nährstoffen angereichert und stellt so eine gute Basisversorgung dar, die den Hund mit allen wichtigen Vitalstoffen versorgt. Das Nassfutter gewährleistet eine gute Verdauung, optimale Nährstoffausnutzung und ein Training der Darm-Peristaltik.

Barfen ist ebenfalls eine ideale Fütterungsmethode, wozu man sich allerdings vorher etwas mit dem Barfen beschäftigen sollte. Aber auch hier gibt es mittlerweile fertig zusammengestelltes und gewolftes Hundefutter in gefrorenem Zustand zu kaufen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die durchschnittliche Lebenserwartung des Hubertushundes beträgt zehn bis zwölf Jahre. Wer einen gesunden Welpen von einem verantwortungsvollen Züchter erwirbt und diesen artgerecht hält und ernährt, wird im Normalfall wenig den Tierarzt wegen Krankheiten besuchen müssen.

Bloodhound im Rasseportrait
Bloodhounds werden 10-12 Jahre alt.

Denn beim Bluthund gibt es keine besonderen Krankheiten, die durch eine übertriebene Zucht verursacht wurden. Nur die Schleimhäute rund um die großen Augen und die Hautfalten sind relativ entzündungsanfällig. Deshalb sollten die Augen immer von überflüssigem Sekret befreit werden und auch auf die tiefen Hautfalten muss der Hundehalter immer im Blick behalten.

Im Alter hat der schwere Bloodhound häufig mit Gelenkerkrankungen zu kämpfen wie HD (Hüftgelenksdysplasie) oder ED, wie die Ellenbogendysplasie auch abgekürzt genannt wird. Diese treten umso mehr auf, wenn dafür schon eine genetische Vorbelastung besteht.

Trotz seines kurzen Fells kommt ein gesunder Bloodhound auch mit Kälte und schlechtem Wetter gut zurecht, nur bei großer Hitze benötigt dieser einen Unterstand.

Bei einem zu üppigem Nahrungsangebot neigt diese Hunderasse zu Übergewicht, was Gelenkerkrankungen noch begünstigt. Deshalb sollte auch immer auf das Gewicht des Bluthundes geachtet werden.

Wie alt wird der Bloodhound?

Der Bloodhound wird zehn bis zwölf Jahre alt.

Pflege des Bloodhound

Das kurze Fell des Bloodhound erfordert wenig Pflege. Es sollte aber regelmäßig durchgebürstet werden, um tote Haare und abgestorbene Hautschuppen zu entfernen. Vor allem nach Spaziergängen empfiehlt sich ein Bürsten, um eventuell eingefangene Zecken aufzuspüren und zu beseitigen. Außerdem ist das Bürsten eine willkommene Massage für den Bloodhound, die die Beziehung zwischen Tier und Hundehalter stärkt.

Der jeweilige jahreszeitliche Fellwechsel des kurzen Haarkleides fällt sehr moderat aus.
Die Ohren müssen nach einem Spaziergang regelmäßig gesäubert werden, da an den langen Schlappohren leicht Grannen von Gräsern hängen bleiben, wenn der Hubertushund in der Wiese unterwegs war. Die langen Ohren hängen aber auch mal in den Futternapf. Dann sollten diese mit einem milden Haarshampoo gewaschen werden.

Eine besondere Aufmerksamkeit ist den Augen des Bloodhounds zu widmen, da die meisten Bluthunde Hängelider haben, die zu Bindehautentzündungen neigen. Wer Anzeichen davon bemerkt, sollte zu Augentropfen mit Vitamin A aus der Tierapotheke greifen oder einen Tierarzt aufsuchen.

Wie pflegt man einen Bloodhound?

Aufgrund ihres kurzen Fells reicht tägliches bürsten. Die Augen und die langen Schlappohren benötigen gelegentlich etwas mehr an Pflege.

Bloodhound – Aktivitäten und Training

Bewegung und stundenlange Spaziergänge sind für den Bloodhound keine Option, sondern ein „Muss“ für ein erfülltes Hundeleben. Wer ihm nicht genügend Gelegenheiten bietet, um seinen Bewegungsdrang auszuleben, wird einen frustrierten Bloodhound haben, der sich dann auch an Mobiliar vergreifen kann.

Besonders geeignet sind für diesen Hund Maintrailing-Gruppen, denn Personen oder Gegenstände aufzuspüren, das entspricht ganz seinem Naturell. Schließlich wurde er seit Jahrhunderten als Jagd- und Laufhund zum Aufspüren von Fährten (vom Hochwild) gezüchtet. Dieser Passion des Spurensuchens kann der Bluthund erstaunlich lange und konzentriert mit einer großen Erfolgsquote nachgehen, weshalb Bluthunde auch gerne im Rettungs- und Suchdienst eingesetzt werden. Auch Hundesportgruppen, die Fährtensuche betreiben, sind für diesen ideal, denn ein gut sozialisierter Bloodhound ist auch gerne mit anderen Hunden zusammen und genießt die Meute.

Natürlich darf beim Bloodhound das Gehorsamkeitstraining auf keinen Fall zu kurz kommen, da dieser von Natur aus mit einer guten Portion Eigensinn ausgestattet ist.
Der Bloodhound begleitet seinen Besitzer gerne auf ausgedehnten Wanderungen, denn Bewegung ist sein Lebenselixier.

Bloodhound im Rasseportrait
Bloodhound sind sehr aktiv und möchten beschäftigt werden.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Bloodhound

Zwar gibt es Musikgruppen und auch Horrofilme, die Bloodhond im Titel tragen, aber sehr wenig mit diesem liebenswerten Vierbeiner gemeinsam haben. Allein Disneys Pluto vermittelt etwas von dem Liebreiz dieser Hunderasse, wenn auch überzeichnet tollpatschig.

Tatsache ist, dass heute nur noch sehr wenige Bloodhounds jährlich gezüchtet werden. Denn als die Jagdmeuten des Adels und die großen Jagdgesellschaften verschwanden, wurden diese Spezialisten nicht mehr so nachgefragt. Zu Unrecht, denn für diese exzellenten, überaus freundlichen Schnüffelnasen gibt es auch heute noch viele Einsatzgebiete. Ein Bluthund kann aufgrund seiner Freundlichkeit und seiner Kinderliebe auch ein ganz vorzüglicher Familienhund sein, wenn man etwas Erfahrung in der Hundeerziehung mitbringt.

Wer Zeit, Erfahrung und einen großen Garten hat und einen Bloodhound beschäftigen kann, wird mit seinem Bluthund garantiert viel Freude erleben. Dafür sollte man sich einen guten Bloodhound-Züchter suchen, um einen gesunden Welpen zu erwerben.

Wie sieht ein Bloodhound aus?

Der Bloodhound ist ein imponierend großer, kräftiger Hund mit langen Schlappohren, der leicht schlaksig wirkt und eine ausgeprägte Faltenbildung im Kopf- und Halsbereich aufweist.

Nachteile des Bloodhound

Der Bloodhund hat seinen eigenen Kopf und kann deshalb auch einmal ungehorsam sein. Beachtet werden muss außerdem der ausgeprägter Jagdtrieb, deshalb muss es dem Hundeführer jederzeit möglich sein, seinen Hund wieder zurückzurufen, da dieser nur zu gerne einer Fährte hinterherrennt. Zudem will der Bloodhound stets beschäftigt werden.

Darüber hinaus neigt diese Hunderasse teils zum Sabbern, was viele Hundehalter stört.

Passt der Bloodhound zu mir?

Der Bloodhound passt zu Personen, die einen guten Spürhund benötigen wie die Polizei oder der Zoll. Außerdem sollte bereits Erfahrung mit der Erziehung von Hunden erfahren sein und dem Hund  genug Beschäftigung und Bewegung geboten werden, da er ich sonst langweilt.

Der Bloodhound ist trotz seines freundlichen Wesens und seiner Kinderfreundlichkeit nicht als idealer Familienhund bezeichnen, da er ein Arbeitshund ist, der immer beschäftigt sein will. Er eignet sich folglich nicht für Couchpotatos, sondern ausschließlich für aktive Menschen.

Für Senioren ist dieser sowohl mental als auch körperlich sehr starke Hund nicht geeignet, da er sehr vitale Besitzer benötigt, die mit diesem auch ausgiebig Hundesport betreiben können – und zwar sein ganzes Hundeleben lang.

Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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