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Grannen beim Hund – Die Gefahr lauert im Feld

von Maren Kleymann
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Grannen spielen in unserem Leben nicht wirklich eine Rolle, bis ein Hund in unser Leben tritt. Vielleicht hast Du Dich bereits vor dem Einzug des Vierbeiners informiert, welche Gefahren auf Deinen Hund lauern können. Eventuell musstet ihr es aber am eigenen Körper erleiden und habt so die gemeinen Grannen kennengelernt. Grannen beim Hund sind ein wirklich ernstes Problem. Daher beschäftigen wir uns in diesem Artikel intensiv mit diesem Thema. Du erfährst, wie Du reagieren solltest, wenn Dein Hund Grannen hat, wie Du diese überhaupt erkennst und wie Du sie entfernen und im besten Fall vermeiden kannst. Hier kannst Du auch nachlesen, warum Du die so harmlos wirkenden Grannen beim Hund auf keinen Fall unterschätzen darfst und was sie anrichten können. 

Grannen (Hund): Krankheitssteckbrief

Grannen beim Hund – Was ist das und warum sind sie so gefährlich?

Bei den Grannen handelt es sich um die Getreideborsten, die mit einem Widerhaken versehen sind. Vor allem manche Weizensorten, Gerste und Roggen können hier sehr unangenehm werden. Du hast die Widerhaken vielleicht früher schon einmal bemerkt, wenn Du eine Getreideähre angegriffen hast.  Vielleicht ist eine Granne bei einem Spaziergang im späten Sommer auch schon einmal an Deiner Bekleidung hängen geblieben. Die hast Du einfach abgezupft. Eventuell hat es Dich kurz in den Fingern geritzt oder gestochen. Für Menschen haben Grannen in der Regel aber keine negativen Auswirkungen. Ganz anders aber sieht es bei Hunden aus.

Grannen sind eine biologische Notwendigkeit. Jede Pflanze muss eine Möglichkeit haben, sich zu vermehren. Das Getreide vermehrt sich über die Grannen, da an ihnen die Samen angehängt sind. Sie heften sich an einem Träger fest und fallen an einem anderen Ort wieder ab. Dies ist der natürliche Weg der Vermehrung von Getreide. Dadurch geht die Gefahr von Grannen meist erst im Spätsommer und im Herbst aus. Zu dieser Zeit wird das Getreide reif. Die Ähren leuchten golden, wenn es Zeit für die Ernte ist. Das Getreide ist nun auch sehr trocken und die Spitzen brechen rasch ab. So können sich die Grannen schnell an alles anheften, was des Weges kommt. In den meisten Fällen sind es Tiere, unter anderem auch unsere Hunde.

Grannen Hund: Hund auf Feld

Grannen gelangen durch das Schütteln des Hundes oftmals noch tiefer ins Fell.

Grannen können richtig gefährlich werden, wenn sie nicht entfernt werden. Durch die Widerhaken lassen sie sich nicht einfach von den Vierbeinern abschütteln. Sie dringen durchs Schütteln meist noch tiefer ins Fell ein und können auf die Haut stoßen. Dort sind sie nicht nur schmerzhaft, sondern können auch Entzündungen verursachen. Setzt sich die Granne an den Pfoten zwischen den Zehen fest, so kann sie dort auch riesigen Schaden verursachen. Die Pfote entzündet sich und häufig muss die Granne vom Tierarzt herausgeschnitten werden.

Versucht der Hund die Granne mit dem Maul oder der Nase aus dem Fell zu entfernen, kann sich diese im Maul festsetzen und dort für Entzündungen sorgen. Der Hund kann die Grannen auch einatmen und diese gelangen so in die Lungen. Über den Körper können die widerlichen Ährenspitzen auch an andere Organe gelangen. Dort sorgen sie für mächtig Ärger, Schmerzen und im schlimmsten Fall kann der Hund daran sogar sterben. Grannen im Auge können schmerzhafte Bindehautentzündungen verursachen. Nicht erkannt kann der Hund dadurch sogar blind werden. Gelangen Grannen ins Ohr, könnten sie dort das Trommelfell verletzen und der Hund bekommt Probleme mit dem Hören.

Sind Grannen gefährlich für Hunde?

Ja, vor allem wenn sie in die Haut eindringen. Auch im Körper, in der Nase, im Maul und den Ohren können Grannen einen großen Schaden verursachen.

Hund hat Grannen – Typische Symptome im Überblick

Wenn die Grannen frisch im Fell hängen bleiben, kannst Du sie gut sehen und am besten gleich entfernen. Der Hund wird Dir auch anzeigen, dass sich ein unangenehmer Fremdkörper an seinem Körper befindet. Der Vierbeiner schüttelt und kratzt sich, leckt und nibbelt sich die Pfote bzw. die Pfoten und hustet oder niest, wenn er die Grannen in die Nase oder ins Maul bekommen hat. 

Typische Symptome sind auch gerötete und zugekniffene Augen, entzündete Stellen auf der Haut, rote Ohren, vermehrtes Kopfschütteln und Schwellungen. Auch wenn Dein Hund humpelt, solltest Du kontrollieren, ob in den Pfoten eventuell eine Granne steckt.

Wo setzen sich Grannen am häufigsten fest?

Grannen sind nicht wählerisch, das Getreide will sich einfach vermehren. Grannen bleiben am Fell hängen und heften sich am Kopf fest. Dort können sie schnell eingeatmet oder geschluckt werden, oder sich im Gehörgang verkriechen. Gerne verstecken sich Grannen zwischen den Zehen, in den Achselhöhlen des Hundes, im Genitalbereich, hinter den Ohren, an den Augen in Hautfalten oder in der Rute. 

Besonders gefährlich ist es jedoch, wenn sich die Grannen in den inneren Organen festsetzen. In der Lunge und anderen Organen zum Beispiel könnte die Granne sogar austreiben. So wird ein Teil dieses Organs zerstört. Wenn Du Glück hast, kann in diesem Fall ein Teil der Lunge entfernt werden. Diese kann sich wieder regenerieren. Bei anderen Organen sieht es schlechter aus. Hier können Grannen tatsächlich bis zum Tod führen. Daher ist es wichtig, dass Du Deinen Vierbeiner nach dem Spazieren immer genau kontrollierst. Schau genau an diesen markanten Stellen nach. So könntest Du gleichzeitig auch andere Parasiten wie Zecken entdecken.

Wie erkennt man Grannen beim Hund?

Wenn sich Hunde viel kratzen, den Kopf stark schütteln, öfter niesen, husten oder versuchen, sich etwas aus dem Fell zu beißen, solltest Du nachsehen, was Dir der Hund sagen will. Entzündungen, geschwollene, gerötete oder eitrige Stellen, aber auch rote, zusammengekniffene Augen können ein Hinweis auf Grannen sein.

Mein Hund hat Grannen – Was tun?

Befinden sich die Grannen im Fell, kannst Du diese einfach selbst entfernen. Nimm dazu Deine Finger oder eine Pinzette zur Hilfe. Mit der Pinzette musst du jedoch aufpassen, damit die spröden Grannen nicht abbrechen. Es könnten kleine Teile der Widerhaken im Fell verbleiben, auf die Haut wandern und dort Ekzeme oder Fisteln verursachen.

Wenn Du eine Granne am Ohr oder am Auge entdeckst, musst Du besonders vorsichtig sein. Wenn es wirklich einfach geht, kannst Du sie selbst entfernen. Passe aber auf, dass nicht beispielsweise ein kleiner Teil in den Gehörgang eindringt. Wenn Du befürchtest, dass Dein Hund Grannen eingeatmet oder verschluckt hat, sollte der schnellste Weg zum Tierarzt führen. 

Grannen Hund: Hund rennt auf Blumenwiese

Befinden sich die Grannen im Fell, kannst Du diese einfach selbst entfernen.

Diagnose und Nachweis vom Grannen bei Hunden

Wurden die Grannen nicht sofort entdeckt, so ist vielleicht bereits eine Entzündung entstanden. Eitrige, geschwollene oder stark gerötete Pusteln auf der Haut können darauf hinweisen. Wenn Dein Hund ständig niest, solltest Du den Tierarzt darauf hinweisen, dass Du Grannen befürchtest. So leuchtet er ganz genau in die Nase, kontrolliert das Maul und den Rachen und auch die Ohren.

Auch mittels Ultraschall und Röntgen können Grannen lokalisiert werden. Sobald die Granne gefunden ist, ist der erste Schritt getan. Nun muss sie entfernt werden. Meist geht dies nur mehr operativ. Das Gewebe muss entfernt werden, auch wenn sich die Granne in einem Organ festgesetzt hat. Weiter muss der Hund Antibiotikum gegen die Entzündung einnehmen. Auch gegen die Schmerzen verschreibt der Tierarzt deinem Vierbeiner Medikamente. 

Was tut man gegen Grannen beim Hund?

Wenn Du die Granne selbst aus dem Fell entfernen kannst, dann mach das rasch. Wenn sich die Granne jedoch tief im Ohr oder im Auge befinden, musst Du dies einem Tierarzt überlassen. Befinden sich Grannen im Körper, müssen diese vom Tierarzt meist operativ entfernt werden.

Prophylaxe und Vorbeugung – Wie sieht ein Grannenschutz für Hund aus?

Zu 100 Prozent kannst Du Deinen Hund nicht vor Grannen schützen. Die einzige Möglichkeit wäre, das Haus nicht mehr zu verlassen. Dies ist für einen Hund jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Machst Du einen Spaziergang oder gehst mit Deinem Hund wandern, solltest ab Sommer auf jeden Fall Getreidefelder meiden. So wird das Risiko etwas vermindert. Da sich Getreide aber sehr effektiv vermehrt, wächst es auch spontan in Wiesen, Grünstreifen und kann sogar in der Stadt in einem Park oder einer kleinen Grünfläche zu finden sein. Im eigenen Garten solltest Du auch regelmäßig überprüfen, ob sich dort Getreide oder potentiell gefährliches Unkraut angesät hat. Entferne es sofort.

Lasse Deinen Hund bei drohender Grannen-Gefahr nur an der kurzen Leine laufen. Lasse ihn niemals in Getreidefelder laufen und gib auch bei Wiesen mit sehr hohem Gras acht. Vor allem aber schau Dir im Internet Bilder von Grannen an, damit Du alle sofort erkennen kannst.

Kämme und bürste den Hund regelmäßig und sofort nach dem Spaziergang. Eventuell kannst Du das Fell auch trimmen oder scheren. Vergiss bei der Kontrolle die Zwischenräume der Zehen des Hundes nicht, schau in die Hautfalten, die Achseln, in und hinter die Ohren und taste auch den Schwanz gut ab. 

Wie schütze ich meinen Hund vor Grannen?

Vollständig schützen kannst Du Hunde nicht. Du solltest jedoch Getreidefelder und hohe Wiesen im Hochsommer und Herbst meiden. Damit der Hund beim Spazieren nicht in das Getreidefeld sprintet, halte ihn an diesen Plätzen am besten an der kurzen Leine. Gestutztes Fell kann auch hilfreich sein. Vor allem solltest Du das Fell zwischen den Zehen unter den Ballen schön kurz halten.

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