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Degility: Parcours, Übungen & Tipps zum Start

von Michael Hein
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Der Hund ist der beste Freund des Menschen und für viele Hundebesitzer gehört ein Hundesport ebenso zum Alltag, wie die täglichen Spaziergänge mit dem geliebten Vierbeiner. Dabei ist ein Hundesport nicht nur ein Spaß für Hund und Halter, sondern auch ein gutes Training für den Körper und den Geist des Hundes. Gerade Hunde die ein Handicap haben oder bereits in einem fortgeschrittenen Alter sind, können mit der noch neuen Sportart Degility fit und gesund gehalten werden. Worum es sich bei Degility genau handelt und wie ein Parcours aussieht, zeigen wir Dir in diesem Artikel.

Was ist Degility?

Bei Degility handelt es sich um einen Hundesport. Dieser ist dem weitaus bekannteren Agility sehr nahe und wurde aus den Agility-Übungen heraus entwickelt. Während bei Agility der Fokus auf Schnelligkeit und Eleganz gelegt wird und der Parcours für die Hunde sehr anspruchsvoll ist mit Hürden, Tunnel, Slalom und Wippe, orientiert sich Degility vor allem an dem individuellem Vierbeiner und ist besonders gut für Hunde mit Handicap und Einschränkungen geeignet. Ältere Hunde, Tiere mit Handicap oder auch Hunde, die unter den immer häufigeren rassespezifischen Einschränkungen leiden, können kein normales Agility bewältigen, dennoch wollen die Besitzer mit ihren Tieren aktiv sein. Der angepasste Parcours stimuliert die Tiere und kann ihre Mobilität stärken.

Wie funktioniert Degility?

Die Funktionsweise hinter Degility ist einfach, es entschleunigt den Agility Parcours und verzichtet auf alle Elemente, bei denen der Hund springen muss. Zudem ist es auf den jeweiligen Hund angepasst. Hat der Hund eine Einschränkung, wird darauf Rücksicht genommen. Es geht nicht nach Zeit oder Perfektion, sondern soll ein stressfreies, artgerechtes Training sein, das Hund und Halter fördert und die Muskulatur, Koordination und Gedächtnisleistung des Hundes stärkt. Dabei soll der Hund nicht überfordert werden und dennoch durch die Übungen an Lebensqualität und Beweglichkeit gewinnen.

Degility funktioniert jedoch nicht nur für eingeschränkte Hunde, auch Tiere die sehr nervös sind, können mit den langsamen Übungen mehr Geduld lernen und stärken die Bindung zu ihren Menschen. Im Gegensatz zum festgeschriebenen Agility Parcours gibt es beim Degility keine festen Trainingsgeräte, vielmehr werden je nach Hund und dessen Können verschiedene Hindernisse aufgebaut, die sich vor allem auf die Trittsicherheit und die Arbeit am Boden orientieren.

Was ist Degility?

Degility ist ein Hundesport, der sich besonders auf die Bodenarbeit konzentriert und ohne Hürden und andere Hindernisse auskommt, die für eingeschränkte oder ältere Hunde zu belastend sind. Dabei ist Degility auf Ruhe und Konzentration beim Hund und beim Halter ausgelegt und nicht wie beim Agility auf Perfektion und Geschwindigkeit.

Wieso ist Degility sinnvoll für den Hund?

Degility hat mehrere Vorteile für den Hund und ist viel mehr als ein reiner sportlicher Ausgleich. Zudem ist Degility auch ein sehr guter Hundesport für Anfänger, da sich auch der Besitzer langsam an die einzelnen Übungen und die Interaktion mit dem Hund herantasten kann.

Einfluss auf die körperliche Auslastung

Jeder Hund braucht eine sinnvolle körperliche und geistige Auslastung und ein Hundesport ist die beste Möglichkeit, den Hund neben den regelmäßigen Spaziergängen körperlich auszulasten. Hunde mit einem Handicap oder Hunde, die bereits ein fortgeschrittenes Alter haben, und Tiere mit rassespezifischen Einschränkungen haben trotz ihrer Besonderheiten und Probleme ein natürliches Bedürfnisse nach körperlicher Auslastung. Diese muss allerdings an den jeweiligen Hund angepasst werden.

Genau hier setzt Degility an, mit regelmäßigem Training kann die Fellnase sich bei Degility auspowern ohne überfordert zu werden und kann im besten Fall sogar mehr Mobilität erhalten. Denn durch das schonende Training werden Muskeln gestärkt, die Nerven gefördert und lahme Hunde können oftmals wieder einen Teil ihrer Lauffähigkeit zurückerlangen. Alte Hunde wiederum rosten nicht ein, bleiben länger fit und können sich mit Auslastung auch gesund halten. Letzten Endes soll es den Hund auslasten und ihm etwas mehr Lebensqualität schenken, trotz seiner Einschränkungen.

Degility Parcours

Degility ist ein Hundesport, der sich besonders auf die Bodenarbeit konzentriert.

Einfluss auf die geistige Auslastung

Degility ist nicht nur für die körperliche Auslastung des Vierbeiner da, sondern auch für die geistige Auslastung. Der Hund muss sich bei den einzelnen Hindernissen konzentrieren, um diese erfolgreich zu bewältigen. Dabei ist besonders das langsame und aufgabenorientierte Vorgehen des Degility eine geistige Höchstleistung für den Hund. Besonders da sich der Aufbau des Parcours und die Hindernisse abwechseln und auch immer neue Hindernisse eingebaut werden können, bleibt der Sport immer eine Herausforderung für den Hund, lässt ihn neu nachdenken und nach Lösungen für die Aufgaben suchen.

Bindung zwischen Hund und Halter

Die Übungen im Degility sind so aufgebaut, dass der Besitzer seinen Hund durch den Parcours führt.  Durch diese enge Zusammenarbeit wird auch die Bindung zum Hund gestärkt. Der Hund lernt zusammen mit seinem Menschen ein Hindernis zu bewältigen und dass sein Besitzer ihn durch solche Situationen hindurchführen kann. Dies hilft vor allem ängstlichen Hunden, die durch die Erfolgsmomente auch etwas an Selbstbewusstsein gewinnen können. Welpen, die sehr gut geeignet sind für Degility, können schnell eine Bindung zu ihren Menschen aufbauen und werden großen Spaß an den Übungen haben.

Wieso ist Degility sinnvoll für den Hund?

Degility ist für den Hund sinnvoll, da es den Muskelaufbau fördert, den Hund artgerecht auslastet und ihm helfen kann, mehr Mobilität zu erhalten und einem Angsthund zu helfen besser mit dem Alltag klar zu kommen. Selbst aggressive Hunde können mit Degility körperlich und geistig ausgelastet werden und dadurch besser zu händeln sein.

Typischer Degility-Parcours

Den typischen Degility Parcours gibt es eigentlich nicht, denn der Parcours wird immer an die Bedürfnisse und die Eigenheiten des jeweiligen Hundes angepasst. Dennoch gibt es einige Dinge die sich beim Degility wiederholen und in keinem guten Parcours fehlen dürfen. Hierzu gehören der Tunnel, verschiedene Untergründe, die die Pfoten und die Beine der Hunde stimulieren sollen, kleine Hindernisse, die flach auf dem Boden liegen, raschelnde Planen am Boden und vieles mehr.

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Tipps für das Training

Damit das Training reibungslos klappt, haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt. Wichtig ist beispielsweise bei jeder Übung dem Hund eine Belohnung zu geben, damit dieser ein Erfolgserlebnis hat. Beim Training sollte Stress und Druck vermieden werden, die gesamte Übung sollte positiv gestaltet werden. Wenn eine Übung zu schwer für den Hund ist, sollte abgebrochen werden und der Hund sollte dennoch das Gefühl bekommen, eine Leistung erbracht zu haben und der Besitzer sollte ihn weiter motivieren.

Ein weiterer Tipp gilt der Umsetzung des Degility Parcours. Natürlich kann ein solcher Parcours auch selbst gebaut werden, wenn der Hundebesitzer den nötigen Platz hat und das handwerkliche Können. Wir empfehlen jedoch den Sport nur mit der Begleitung eines erfahren Hundetrainers durchzuführen. Denn gerade Anfänger überfordern ihre Hunde oft, da sie die feinen Anzeichen von Stress beim Hund übersehen. Zudem haben Hundetrainer meist eine fertige Ausrüstung und können auch die Hindernisse variieren. Degility wird mittlerweile von privaten Trainern angeboten und von einigen Hundevereinen.

Degility Parcours mit Stangen

Beim Training sollte Stress und Druck vermieden werden, die gesamten Übungen sollten positiv gestaltet werden.

Welche Hunde eignen sich für Degility?

Für Degility eignen sich diverse Gruppen von Hunden. Generell kann natürlich jeder Hund Degility als Hundesport ausüben, doch eigentlich ist die Beschäftigung für beeinträchtige Hunde gedacht. Hierunter fallen vor allem folgende Hunde

  • Vierbeiner, die unter spezifischen Rassekrankheiten leiden
  • Alte Hunde
  • Fellnasen, die unter einer Bewegungseinschränkung leiden
  • Angsthunde
  • unterforderte und aggressive Hunde, die einen Ausgleich brauchen
  • junge Hunde, die nicht springen dürfe

Welche Hunde eignen sich besonders gut?

Besonders gut eignen sich Hunde, die durch einen begleiteten Muskelaufbau durch Training eine höhere Lebensqualität bekommen und mobiler werden. Hierunter fallen vor allem ältere Hunde und Hunde, die sich von einer schweren Verletzung oder Vernachlässigung erholen. Es gibt aber keine Einschränkung beim Degility, wenn der Halter Lust auf den Sport hat und der Hund ebenfalls mitarbeiten möchte, kann jeder Hund diesen fördernden und dennoch nicht überlastenden Sport ausführen.

Welche Hunde eignen sich für Degility?

Degility eignet sich für jede Hunderasse und für jedes Hundealter. Das Besondere an der neuen Sportart ist, dass die Hunde ausgelastet werden ohne sie zu überfordern und es vor allem auf ruhiges arbeiten und die Konzentration beim Hund ankommt. Besonders geeignet sind natürlich Tiere, die aufgrund einer Beeinträchtigung keinen anderen Hundesport ausüben können, denn für diese Tiere wurde der neue Trendsport entwickelt und auch Tierärzte und Experten befürworten das Degility.

Ab wann kann man mit Degility anfangen?

Da es beim Degility keine Hindernisse gibt, bei denen der Hund springen muss oder auf eine andere Art seine Knochen, Gelenke und Muskeln überlasten könnte, kann bereits ein Welpe mit Degility anfangen. Der Hundesport ist sogar sehr gut für junge Hunde geeignet, da diese an Selbstbewusstsein gewinnen, eine artgerechte Auslastung haben und lernen mit ihrem Menschen zusammen Aufgaben zu meistern.

Muss der Hund bestimmte Grundkommandos können?

Degility ist für absolute Anfänger geeignet und der Hund braucht vorab keine bestimmten Befehle zu kennen. Er sollte jedoch bereits an ein Geschirr und eine Leine gewöhnt sein, da er zu Beginn den Parcours angeleint absolvieren sollte und erst später im Freilauf. Grundkommandos können jedoch von Vorteil sein, da der Hund dann bereits gelernt hat, mit seinem Besitzer zu arbeiten, wobei dies im Training beim Degility auch schnell wieder aufgeholt wird, falls der Hund noch gar keine Befehle kennt.

Hund beim Degility

Degility eignet sich für jede Hunderasse und für jedes Hundealter.

Was muss ich als Hundehalter erfüllen?

Als Hundehalter braucht es ebenfalls keine sportlichen Voraussetzungen und keine Vorkenntnisse. Wichtig ist, den Willen zu haben, zusammen mit dem Hund zu arbeiten und mit Spaß und Geduld an den Sport heranzugehen. Im Vordergrund sollte immer die artgerechte Auslastung des Tieres stehen und ein stressfreies und spaßiges Training. Besonders bei Ersthundebesitzern ist es ratsam, dass Degility in einem Verein oder bei einem ausgebildeten Hundetrainer zu trainieren. Hier bekommt auch der Mensch die entsprechende Anleitung und Hilfe, um einen guten Start bei dem noch neuen Sport zu haben.

Muss ich körperlich fit sein?

Beim Agility sollte nicht nur der Hund sportlich sein, sondern auch sein Besitzer, da dieser auch einen Teil des Parcours mitrennt. Da es beim Degility immer mit Ruhe zugeht, braucht hier auch der Halter nicht so sportlich zu sein. Es reicht, wenn er sich ohne Probleme zu seinem Hund bücken kann, um diesen auch über die Hindernisse zu führen und ihn ggf. mit einem Leckerli zu locken. Ansonsten ist es kein Problem, wenn der Halter nicht allzu sportlich ist oder eventuell selbst eine Einschränkung hat. Hauptsache er ist motiviert und hat Lust mit seinem Hund zu arbeiten.

Wie muss die Bindung zum Hund sein?

Der Hund sollte seinen Besitzer gegenüber eine positive Einstellung haben. Da Degility auch für Welpen und Angsthunde geeignet ist, kann an einer bisher fehlenden Bindung während des Training gearbeitet werden. Doch der Hund sollte keine Angst vor seinem Menschen haben und ihm vertrauen. Alles andere wird sich während des Training und den gemeinsamen Erfolgen von Hund und Halter ergeben. Denn Degility ist ideal, um die Bindung und das Vertrauen zwischen Hund und Halter zu stärken und zu verbessern.

Wann fängt man mit Degility an?

Mit Degility können bereits Welpen anfangen, da es ein sehr schonender Sport ist. Doch ein klassisches Alter für den Anfang gibt es nicht, ältere Hunde profitieren von dem auslastenden und fördernden Sport ebenso wie junge Hunde und Tiere in den besten Jahren. Es ist vielmehr eine Frage der Begeisterung und ob der Besitzer bereit für einen Hundesport ist, sein Vierbeiner kann davon nur profitieren.

Tipps zum Start: So lernt Dein Hund Degility

Wenn Du eine Hundeschule oder einen Trainer gefunden hast, steht einem erfolgreichen Start eigentlich nichts mehr im Weg. Am besten startest Du die erste Trainingsstunde, indem Du besondere Leckerlis für Deinen Hund dabei hast und diesen vor dem Training am besten nicht fütterst. Dadurch ist er mit mehr Motivation dabei und bleibt länger konzentriert, da er seine Belohnung möchte.

Führe Deinen Hund an den Start des Parcours und führe ihn zum ersten Hindernis, indem Du ihm ein Leckerchen vor die Nase hältst, sodass er direkt dem Leckerli nachläuft. Da er die Belohnung direkt vor der Nase hat, wird er sich schnell überwinden, das Hindernis zu bewältigen. Hat der Hund das Hindernis überwunden, bekommt er sofort seine Belohnung. Bei unsicheren Hunden sollte sogar zwischendrin belohnt werden. Bei den späteren Übungen braucht der Hund nicht direkt das Leckerli vor der Nase und lässt sich sogar mit Kommandos durch den Parcours führen. Damit wird selbst bei erfahrenen Hunden ohne Stress und mit gemütlichem Tempo gearbeitet.

Wo kann ich Degility trainieren?

Degility wird mittlerweile von vielen Hundeschulen und Trainern angeboten, wenn ein Hundeverein oder eine Hundeschule ein Sportprogramm für ältere Hunde anbietet, haben sie meist auch ein Angebot an Degility. Wenn sich wirklich niemand in der Nähe findet, kann ein Parcours auch selbst gebaut werden. Es empfiehlt sich aber immer einen Trainer hinzuzuziehen.

Eignet sich mein Hund für Degility?

In erster Linie eignet sich jeder Hund für Degility, es gibt keine besonderen Eigenschaften oder Bedingungen, um ein Training zu starten. Die meisten Vereine und Trainer verlangen jedoch, dass der Hund einen kompletten Impfschutz haben muss und teilweise auch dass für den Hund eine Haftpflichtversicherung angelegt ist. Darauf sollte geachtet werden, wenn der Hund den Sport auf einem Hundeplatz oder in einer Hundeschule ausüben soll. Ansonsten ist ein Vorgespräch immer ratsam und der Hund sollte vom Tierarzt das OK haben. Auch wenn Degility ein sehr sanfter Sport ist und bei Problemen hilft, gibt es Hunde, die bereits zu krank sind für die Übungen.

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