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Toxoplasmose beim Hund- Das musst Du wissen

von Michelle Holtmeyer
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Toxoplasmose beim Hund tritt eher selten auf. Meistens zeigen nur Welpen, trächtige Hündinnen oder Hunde mit einem geschwächten Immunsystem Symptome. Die Einzeller benötigen warmblütige Zwischenwirte für ihre Entwicklung. Endwirte sind ausschließlich Katzen jeder Größe. Nur in Katzen können die Parasiten ihre Entwicklung vollständig abschließen und Oozysten bilden. Alles über Toxoplasmose beim Hund erfährst Du in diesem Artikel.

Toxoplasmose (Hund): Krankheitssteckbrief

Wichtig – Hast Du auch nur den geringsten Verdacht, dass Dein Hund unter Toxoplasmose leidet, ist es nicht nur wichtig, dass Du einen Tierarzt aufsuchst, sondern auch, dass Du richtig abgesichert bist. Denn Toxoplasmose ist nicht nur gefährlich, sondern auch teuer. In diesem Fall empfehlen wir die Hundeversicherung der Deutschen Familienversicherung. Die Hundeversicherung der DFV leistet dabei bis zu 100 % Kostenerstattung. Mehr Informationen dazu findest Du weiter unten in diesem Artikel.

Toxoplasmose beim Hund – Was ist das?

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Einzeller Toxoplasma gondii verursacht wird. Der Hund ist kein Endwirt für die Parasiten. In Hunden vermehren sich die Protozoen wie in anderen Zwischenwirten asexuell. Die sexuelle Vermehrung findet ausschließlich in dem Darm der Katzen statt.

Kann ein Hund Toxoplasmose übertragen?

Hunde sind Zwischenwirte für Toxoplasma gondii. Die Toxoplasmose des Hundes kann nicht auf den Menschen übertragen werden.

Wie verläuft der Entwicklungszyklus von Toxoplasma gondii?

Katzen und Katzenartige (Felide) scheiden mit dem Kot Oozysten aus. Die Entwicklungsstadien sind sehr resistent und bleiben im Boden bis zu fünf Jahre lang infektiös. Nimmt ein Zwischenwirt (warmblütige Wirbeltiere und Vögel) die Oozysten auf, schlüpfen in seinem Darm die Sporozysten. Diese infizieren die Zellen des Zwischenwirts. Vor allem Lymphknoten werden befallen. Durch eine ungeschlechtliche Vermehrung füllt sich die Zelle immer mehr mit Sporozoiten. Sie platzt und weitere Zellen können angesteckt werden. Für einen Teilungszyklus benötigen die Einzeller ungefähr sechs Stunden. Die Sporozoiten verbreiten sich über das Blut in die Organe. Ist die Hündin trächtig, können die Föten über die Plazenta infiziert werden.

Durch Abwehrreaktionen des Immunsystems wird der Teilungszyklus von Toxoplasma gondii verlangsamt. In der Muskulatur, dem Gehirn und der Netzhaut des Auges bilden sich Zysten. Frisst eine Katze das Fleisch des Zwischenwirts, nimmt sie die Zysten auf. Die Entwicklungsstadien dringen in die Zellen der Darmschleimhaut ein. Bei einer neuerlichen ungeschlechtlichen Vermehrung werden Makorgamonten (Eizellen) und Mikrogamonten (Spermien) gebildet. Es kommt zu einer geschlechtlichen Vermehrung durch Befruchtung. Die dabei entstandenen Oozysten werden mit dem Kot ausgeschieden und beginnen in der Erde zu reifen. Nach weiteren vier Tagen sind die Oozysten infektiös. Zwischenwirte wie Hunde können sich mit den infektiösen Oozysten anstecken. Ein neuer Zyklus beginnt.

Symptome – So erkennt man Toxoplasmose beim Hund

Nicht immer treten bei einer Infektion mit Toxoplasma gondii Symptome auf. Normalerweise ist das Immunsystem in der Lage, die Einzeller zu bekämpfen. Die Infektion verläuft unbemerkt.

Besonders gefährlich ist die Toxoplasmose beim Hund für Welpen, alte Hunde und Hunde, deren Immunsystem geschwächt ist. Da diese Hunde die Parasiten nicht mit ihrem Immunsystem bekämpfen können, erkranken sie teilweise schwer.

Wie erkennt man Toxoplasmose beim Hund?

Toxoplasmose kann nur schwer diagnostiziert werden. Der Hund erbricht und hat Durchfall. Bewegungsstörungen und Epilepsie beeinträchtigen den Hund. Der Nachweis der Erkrankung erfolgt über die Untersuchung von Blut und Liquor des Hundes.

Die Symptome der Toxoplasmose beim Hund sind abhängig von der Lage der Zysten

Die ersten Symptome der Erkrankung sind Durchfall, Erbrechen, Fieber und Husten. Haben sich in der Leber Zysten gebildet, ist die Verdauung gestört. Gallenfarbstoffe werden im Gewebe abgelagert. Die Gelbsucht zeigt sich äußerlich in einer deutlichen Gelbfärbung der Schleimhäute.

Bei jungen Hunden siedeln sich die Zysten vor allem in der Muskulatur und dem Nervengewebe im Bereich der Nervenwurzeln an. Die Hunde zeigen Bewegungsstörungen, die Muskeln sind steif. Lähmungen können auftreten.

Bei älteren Hunden bilden sich in Rückenmark und Gehirn Zysten. Die Hunde leiden an Bewegungsstörungen und Epilepsie. Die Anfälle und Krämpfe können den gesamten Körper betreffen. 

Wird die Netzhaut des Auges von den Parasiten befallen, treten Sehstörungen auf. Bei einem Befall der Lunge atmet der Hund schwer. Die Atemfrequenz ist erhöht, die Schleimhäute sind durch den Sauerstoffmangel bläulich verfärbt.

Die von den Einzellern befallenen Lymphknoten sind geschwollen und vergrößert. 

Welche Symptome treten bei Toxoplasmose beim Hund auf?

Die Symptome sind von der Lage der Zysten abhängig. Die Hunde haben Durchfall und erbrechen. Die Muskeln sind steif und teilweise gelähmt. Befinden sich die Zysten im Gehirn, leidet der Hund an Epilepsie.

Toxoplasmose: liegender Hund

Symptome von Toxoplasmose können Durchfall und erbrechen, sowie steife und teilweise gelähmte Muskeln sein.

Ursachen und Infektionsquellen – Das sind die Auslöser

Hunde stecken sich mit Toxoplasmose durch Fressen von rohem Fleisch, Katzenkot oder verschmutzte Gegenstände an. 

In rohem Fleisch von Rindern, Schweinen oder Geflügel können sich Zysten befinden. Werden diese von dem Hund aufgenommen, beginnt eine ungeschlechtliche Vermehrung.

Da die Oozysten in Katzenkot sehr widerstandsfähig sind, können sich Hunde auch mit eingetrocknetem Kot oder Kotresten auf Gegenständen anstecken. Die Aufnahme von eingetrocknetem Kot genügt, um eine Erkrankung zur verursachen.

Mit den Entwicklungsstadien der Toxoplasmen können sich Föten bereits vor der Geburt anstecken, da die Sporozoiten über die Plazenta in das Gewebe der Föten einwandern. Welpen können sich nach der Geburt über die Muttermilch infizieren. Die Parasiten dringen in das Gewebe der Milchdrüse ein und werden während des Saugakts auf die Welpen übertragen.

Wie kann eine Übertragung mit rohem Fleisch oder durch Schmierinfektionen verhindert werden?

Hunde, die gebarft werden, haben ein höheres Risiko, sich mit Toxoplasmose beim Hund anzustecken, als Hunde, die gekochtes Futter erhalten. Um die Ansteckung mit rohem Fleisch zu verhindern, wird dieses bei minus 18° Celsius für mindestens 24 Stunden eingefroren. Die Kälte führt zum Absterben der Toxoplasmen.

Um Schmierinfektionen zu vermeiden, sollten Futter- und Wasserschüsseln immer gründlich gereinigt werden. Vor allem Näpfe, die im Freien aufgestellt werden, müssen vor dem neuerlichen Befüllen gereinigt werden.

Besteht die Gefahr, dass Spielzeug mit Katzenkot verunreinigt wurde, kann dieses ebenfalls bei minus 18° Celsius eingefroren werden, um die Erreger abzutöten.

So wird Toxoplasmose beim Hund diagnostiziert

Um eine Toxoplasmose beim Hund nachzuweisen, werden Blut und Liquor (Flüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal) entnommen.

Nachweis der Toxoplasmose beim Hund durch Blutuntersuchung

Hat sich der Hund mit Toxoplasma gondii infiziert, sind im Blut Antikörper, IgG und IgM, nachweisbar. Die Antikörper entstehen bereits bei dem ersten Kontakt mit den Erregern und können lebenslang nachgewiesen werden. Um eine neue akute Infektion nachzuweisen, müssen mehrere Blutproben im Abstand von zwei bis drei Wochen von dem Tierarzt abgenommen werden. Steigt die Zahl der Antikörper deutlich an, liegt eine neue Infektion vor.

Nachweis von Toxoplasma gondii im Liquor

Bei einer akuten Toxoplasmose mit klinischen Symptomen, können durch einen PCR Test im Labor die Erreger direkt im Liquor nachgewiesen werden. Für die Probennahme ist eine Narkose erforderlich.

Toxoplasmose: Hund beim Tierarzt

Durch einen PCR Test im Labor die Erreger direkt im Liquor nachgewiesen werden.

 

 

Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten

Der Hund erhält über mehrere Wochen von dem Tierarzt Antibiotika. Zusätzlich sollte eine symptomatische Behandlung durchgeführt werden. Wegen des Flüssigkeitsverlustes durch Durchfall und Erbrechen erhält der Hund Infusionen. Krampflösende Medikamente werden bei Epilepsie verordnet.

Wie groß sind die Heilungschancen?

Bei ungefähr 60 Prozent der Hunde verschwinden die Symptome. Die Toxoplasmose ist allerdings nicht bei allen Hunden heilbar. Junge Hunde und Hunde mit geschwächtem Immunsystem haben eine geringere Heilungschance.

Selten verlaufen schwere Erkrankungen tödlich. Neurologische Probleme können auch nach der Heilung bestehen bleiben.

Prophylaxe – Toxoplasmose beim Hund vorbeugen

Um eine Ansteckung mit den Erregern zu vermeiden, sollte rohes Fleisch vor der Fütterung eingefroren werden. Der Hund sollte auch keine unpasteurisierte Milch erhalten.

Kadaver auf dem Grundstück sollten schnell entfernt werden, damit der Hund keinen Kontakt mit Zwischenwirten hat. Der Kot aus der Katzentoilette sollte immer schnell entsorgt werden. Da die Erreger resistent auf Desinfektionsmittel sind, genügt für die Reinigung der Futter- und Wasserschüssel heißes Wasser.

Toxoplasmose – Optimal geschützt mit der richtigen Krankenversicherung

Eins ist sicher: Wenn der Hund unter Toxoplasmose leidet, ist das nicht nur gefährlich, sondern kann unter Umständen sehr teuer werden. Die Kosten für alle tiermedizinischen Leistungen werden durch die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) festgelegt, die sich ab Ende November 2022 deutlich erhöhen wird. Leidet Dein Hund unter Toxoplasmose, fallen in der Regel Kosten für die Untersuchung sowie für Medikamente an. Im schlimmsten Fall können weitere Untersuchungen und Behandlungen hinzukommen. Umso wichtiger ist es, in einem solchen Fall, einen starken Partner zur Seite zu haben. Dabei empfehlen wir die Hundeversicherung der Deutschen Familienversicherung. Die Hundeversicherung der DFV leistet dabei bis zu 100 % Kostenerstattung. Die gilt ebenso für Notfallversorgung – bis zum Höchstsatz der GOT. Die Wahl des Tierarztes/der Tierklinik bleibst dabei komplett Dir überlassen.

Alle Vorteile der DFV im Überblick:

  • Bis zu 100 % Kostenerstattung
  • Schutz vor hohen Tierarztkosten
  • Freie Tierarzt- und Klinikwahl
  • Kostenerstattung zum 4-fachen Satz der GOT
  • Auslandsschutz
  • Keine Wartezeit, einfache Gesundheitsfrage

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Übertragen Hunde Toxoplasmose auf Menschen?

Hunde können die Toxoplasmose nicht auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung ist nur durch Kontakt mit Oozysten im Katzenkot oder den Genuss von rohem Fleisch möglich.

In Deutschland besteht gemäß § 7 Absatz 3 Infektions-Schutzgesetz eine Meldepflicht für Toxoplasmose. Der direkte oder indirekte Nachweis von Toxoplasmen muss dem Robert Koch Institut nichtnamentlich gemeldet werden. Die Meldung muss verpflichtend innerhalb von zwei Wochen durchgeführt werden. 

Ist eine Übertragung auf den Menschen möglich?

Eine Übertragung der Toxoplasmose auf den Menschen kann nur durch Oozysten in Katzenkot erfolgen. Der Mensch ist ebenso wie der Hund nur Zwischenwirt für den Erreger. Eine direkte Übertragung der Toxoplasmose vom Hund auf den Menschen ist nicht möglich.

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