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Lakeland Terrier

von Marcel Hammerich
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Der Lake District Nationalpark liegt im Nordwesten Großbritanniens in der Grafschaft Cumberland und zeichnet sich durch seine eindrucksvolle Berg- und Seenlandschaft aus. Hierher stammt der kleine, aber kernige Lakeland Terrier, der bis zu seiner Rasseanerkennung im Jahr 1928 bereits auf eine lange Zuchtgeschichte zurückblicken konnte. Die FCI führt den Rassestandard vom Lakeland Terrier unter der Nummer 70 in Gruppe 3: Terrier, Sektion 1: Hochläufige Terrier, Ohne Arbeitsprüfung.

Steckbrief
Größe: 33-37 cm
Gewicht: 07.08.2017 kg
FCI-Gruppe: 3: Terrier
Sektion: 1: Hochläufige Terrier
Herkunftsland: Großbritannien
Farben: Wheaten, Schwarz-Braun, Blau, Schwarz, Grizzle-Hellbraun, rot
Lebenserwartung: 12-16 Jahre
Geeignet als: Familien- und Begleithund
Sportarten:
Charakter: Unabhängig, Erziehbar, Intelligent, Kühn, Freundlich, Zuversichtlich
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: eher gering
Pflegeaufwand: eher hoch
Fellstruktur: dicht, rauh, wetterfest mit guter Unterwolle
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: ja
Sozial: mittel

Hunde dieser Rasse

Herkunft und Rassegeschichte

Kleine, wendige Terrier waren auf den britischen Inseln seit Jahrhunderten als mutige Rattenfänger, aber auch für die Jagd auf wehrhafte Gegner wie Fuchs und Dachs im Einsatz. So ist der urtümliche Old English Black and Tan Terrier, den es in seiner Urform heute gar nicht mehr gibt, der Stammvater mehrerer Terrier-Rassen, und auch der Lakeland Terrier geht auf ihn zurück. Zum Schutz ihrer Schafherden vor Füchsen züchteten die Bauern des Lake District diesen kleinen, furchtlosen Kämpfer, der einen Angreifer mutig bis in seinen Bau verfolgen und ihn notfalls sogar töten konnte. Durch die Einkreuzung des ebenso kleinen Border Terriers wurde das Fell drahtiger und wasserabweisend, was dem extrem feuchten Klima und dem vielen Wasser in der Gegend Rechnung trug. Der sanftmütige Bedlington Terrier machte aus dem sehr scharfen, eigenständigen Terrier einen umgänglicheren Haus- und Hofhund.

Unter verschiedenen Namen wie „Cumberland Terrier“, „Fell Terrier“ oder „Westmoreland Terrier“ wurde die Rasse über mehr als 70 Jahre bereits rein gezüchtet, bevor sie durch Lord Lonsdale, den ersten Präsidenten des Rassevereins „Lakeland Terrier Association“ im Jahr 1912 ihren bis heute gültigen Namen erhielt. Die Anerkennung der Rasse durch den britischen Kennel Club erfolgte dann im Jahre 1928.

Wie teuer ist ein Lakeland Terrier?

Die Preise für reinrassige Hundewelpen variieren zum Teil erheblich. Vor allem während der Corona-Pandemie sind diese sogar kräftig gestiegen, da die Nachfrage nach Welpen größer war als das Angebot. Da nur wenige Züchter in Deutschland Lakeland Terrier anbieten, liegen die Welpenpreise bei mindestens 1500 Euro, zum Teil auch deutlich darüber.

Wesen und Charakter vom Lakeland Terrier

Der fröhliche und agile Lakeland Terrier ist mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet. Furchtlos und kühn ist er bereit, die an ihn gestellten Aufgaben zu erfüllen. Ungeheuer temperamentvoll und bewegungsaktiv, ist er kein Hund für die Couch, sondern will gefordert werden, sei es als aktiver Jagdhelfer oder als sportlicher Familienhund.

Seinen Menschen ist der flinke Hund treu und anhänglich zugetan, allerdings braucht er eine konsequente und geradlinige Erziehung, um nicht zu eigenständig zu entscheiden, was gerade getan werden muss. Ein hübsch gepflegter Garten ist für ihn eher ein willkommenes Betätigungsfeld, um nach Mäusen zu graben oder in wildem Spiel mit anderen Hunden oder den Kindern der Familie durch die Rabatten zu fegen. Stundenlanges Alleinsein dagegen liegt ihm absolut nicht, und so darf es nicht verwundern, wenn er seine ungenutzte Energie an der Wohnungseinrichtung auslässt oder zum Dauerbeller wird. Zumindest bedarf es allmählicher Gewöhnung, damit der Hund auf Zeiten des Alleinseins vorbereitet wird, und vorher sollte ihm immer die Möglichkeit geboten werden, sich ordentlich auszupowern.

Im Zusammenleben mit aktiven Menschen, die sich viel Zeit für ihn nehmen, ihn artgerecht beschäftigen und ihm die Möglichkeit zu ausgiebiger Bewegung verschaffen, entwickelt sich der Lakeland Terrier zu einem absolut liebenswerten, freundlichen und umgänglichen Begleiter, der immer zu einem Spaß bereit ist und kein Abenteuer scheut.

Lakeland Terrier auf dem Rasen

Der Lakeland Terrier liebt den Auslauf im Freien.

Aussehen des Lakeland Terriers

Je nach Fellfärbung wird der Lakeland Terrier häufig mit dem etwas größeren Welsh Terrier verwechselt. Genau wie dieser zeigt er den typisch länglichen Kopf mit dunklem Nasenspiegel, hübschen dunklen Augen und lustig nach vorne kippenden, hoch angesetzten V-förmigen Ohren. Der lange, leicht gebogene Hals sitzt gut dem muskulösen, drahtigen Körper auf, der kurze, gerade Rücken mündet in die aufrecht getragene Rute, die seinen ständig aufmerksamen Ausdruck noch unterstreicht.

Die gerade stehenden, gut bemuskelten Gliedmaßen bewegen sich kraftvoll und schnell, parallel zur Körperachse. Die maximale Schulterhöhe des Lakeland Terriers ist mit 37 Zentimetern bei einem Gewicht von max. sieben Kilogramm bei Hündinnen und acht Kilogramm bei Rüden allerdings niedriger als beim Welsh Terrier. Das Fell ist dicht, drahtig und trotzt jeder Witterung durch die glatte, fast undurchdringliche Unterwolle, während das Deckhaar leicht gewellt an den Beinen länger wird und vor allem am Kopf einen sehr typischen Bart und Schopf bildet. Und ebenfalls anders als beim Welsh Terrier, sind beim Lakeland neben der schwarz- oder blau-lohfarbenen Zeichnung auch einfarbig schwarze, blaue, rote, weizenfarbene oder leberbraune Hunde zugelassen.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung und Haltung des Lakeland Terriers – Das gilt es zu beachten

So wie die meisten Terrier-Rassen, strotzt auch der Lakeland Terrier vor Selbstbewusstsein und neigt nicht zu bedingungsloser Unterordnung. Zeigt man dem intelligenten Hund aber von Anfang an mit liebevoller Konsequenz und mittels positiver Verstärkung in der Erziehung, was man von ihm erwartet, so ist der wissbegierige und lernbereite Lakeland schnell sehr kooperativ und folgsam – Hauptsache, sein Mensch beschäftigt sich mit ihm und stellt ihm Aufgaben, die auch seinen klugen Kopf fordern.

Bei der Begegnung mit anderen Hunden wächst ein Lakeland Terrier nicht selten über seine kleine Körpergröße hinaus und geht forsch in die Offensive. Viele soziale Kontakte zu Artgenossen von Anfang an und die Möglichkeit, sich miteinander auszutoben, können dieses Verhalten in geregelte Bahnen lenken. Und natürlich sollte der Hundehalter immer regulativ eingreifen, wenn etwa die Eifersucht mit dem kleinen Kämpferherzen durchgeht.

Aufgrund seiner kompakten Körpermaße ist dieser Terrier nicht nur ein geeigneter Hund für Haus und Garten auf dem Land, sondern er ist auch in einer Stadtwohnung zufrieden, immer vorausgesetzt, er erhält täglich ausreichend Bewegung und Beschäftigung. Wird er als Familienhund gehalten, so ist er ein unverwüstlicher Spielkamerad für Kinder, die gelernt haben, richtig mit dem Vierbeiner umzugehen. Sein menschenfreundliches und verspieltes Wesen lässt ihn für alle Abenteuer und Aktivitäten bereit stehen. Bei guter und konsequenter Erziehung glänzt er aber auch als Begleiter in Bus oder Bahn und sogar im Café und Restaurant mit seinem guten Benehmen.

Wie groß wird ein Lakeland Terrier?

Der Lakeland Terrier ist mit 37 cm Schulterhöhe und einem Gewicht von etwa 7-8 kg ein eher kleiner Terrier.

Ernährung des Lakeland Terriers

Zwar stellt der robuste Terrier keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung, dennoch sollte auf ein ausgewogenes und hochwertiges Futter geachtet werden, um den hohen Energiebedarf dieses bewegungsfreudigen kleinen Hundes zu decken. Abhängig von Alter, Aktivitätslevel und allgemeinem Gesundheitszustand sollte daher eine angepasste Fütterung mit Fertigfutter oder auch mit selbst zubereiteten Rationen gewählt werden. Letztere Fütterungsmethode, etwa in Form der biologisch artgerechten Rohfütterung (= BARF) erfordert allerdings gewisse Kenntnisse des Hundehalters über die tatsächlichen Bedürfnisse seines Hundes, um langfristige Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Da der Lakeland Terrier zu den eher kleinen Hunden gehört und daher keine großen Futterportionen benötigt, kann eine einmal tägliche Fütterung gewählt werden. Bei der Gabe von Frischfleisch oder Nassfutter sollte regelmäßig der kräftige lange Bart des Hundes gereinigt werden, um etwaige Futterreste zu entfernen. Ständiger Zugang zu frischem Trinkwasser unabhängig von den Fütterungszeiten sollte selbstverständlich sein.

Lakeland Terrier im Lauf

Es sollte auf ein ausgewogenes und hochwertiges Futter geachtet werden, um den hohen Energiebedarf dieses bewegungsfreudigen kleinen Hundes zu decken

Gesundheit – Lebenserwartung und häufige Krankheiten

Lakeland Terrier gehören zu den robusten Rassen, bei denen bislang keine erblich bedingten Krankheiten bekannt sind. Regelmäßige Impfungen, vorsorgliche Parasitenbehandlungen und ein tierärztlicher Gesundheitscheck einmal jährlich helfen, den Hund lange gesund zu erhalten. So kann ein gesund ernährter und ausreichend bewegter Lakeland durchaus ein hohes Lebensalter von 12 und mehr Jahren erreiche

Pflege des Lakeland Terriers

Das wasserabweisende, harte Fell des Lakeland Terriers ist relativ pflegeleicht. Allerdings sollten die Hunde etwa ab einem halben Jahr, nachdem sich das weichere Welpenfell vollends gegen das drahtige Haarkleid des erwachsenen Hundes ausgetauscht hat, in Abständen von drei bis vier Monaten getrimmt werden, um abgestorbenes Haar aus der sehr dichten Unterwolle zu entfernen. Ansonsten haart diese Rasse praktisch nicht, weshalb regelmäßiges Striegeln und Kämmen alle paar Tage zur Pflege ausreichen. Je nach Futterart bedarf der lange Kinnbart eventuell aber zusätzlicher Pflege, um Futterreste zuverlässig zu entfernen.

Da Lakeland Terrier eine ausgesprochene Wasserfreude mitbringen und mit Wonne in jedes feuchte Erdloch hüpfen, kann ab und an eine gründlichere Reinigung notwendig werden. Meist reicht aber das Abspritzen oder Abduschen mit klarem Wasser aus, um das Fell schnell wieder sauber zu bekommen. Mit einem groben Frottee-Handtuch abgerubbelt, ist der kleine Terrier schnell wieder „stubenrein“.

Wie alt wird ein Lakeland Terrier?

Bei gesunder Ernährung und guter Haltung mit viel Bewegung und Beschäftigung hat diese robuste Rasse eine hohe Lebenserwartung von 12-15 Jahren oder sogar mehr.

Lakeland Terrier – Aktivitäten und Training

Als zukünftiger Halter eines Lakeland Terriers brauchst Du vor allem die Bereitschaft, ihn viel und ausreichend zu bewegen und zu fordern. Lange und spannend gestaltete Spaziergänge, ausgiebige Wanderungen, aber auch dem Hund angepasste Fahrradtouren und sogar Ausritte bieten seiner Abenteuerlust die willkommene Abwechslung. Aber auch bei zahlreichen gängigen Hundesport-Varianten finden die quirligen kleinen Energiebündel genügend Möglichkeiten, sich auszutoben.

Vor allem Sportarten, welche die jagdlichen Ambitionen des Terriers nutzen, wie etwa Fährtenarbeit, Dummytraining oder Mantrailing kommen ihm wie gerufen, um seine über viele Jahre angezüchteten Verhaltensweisen in geregelten Bahnen auszuleben. Aber auch im Agility-Parcours, beim Dog Dancing und Obedience können aktive Mensch-Hund-Gespanne die nötige Abwechslung und Action erleben.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Lakeland Terriers

Dieser ausdauernde, kühne und immer positive Terrier war nach der Anerkennung der Rasse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA ein besonders beliebter Ausstellungshund. Auch die jagdlichen Fähigkeiten des Lakeland Terriers wurden in seinem Heimatland England und den USA noch lange genutzt. Inzwischen wird er allerdings vermehrt als Haus- und Familienhund und von Menschen mit Ambitionen im Hundesport gehalten.

In Deutschland begann erst in den 1950er Jahren eine eher überschaubare Zucht dieser doch so interessanten Terrier-Rasse, nachdem diese von der FCI 1954 endlich anerkannt wurde. Bis heute ist der Lakeland Terrier hierzulande aber ein eher seltener Hund, die Welpenstatistik des VDH weist jährlich nur wenige Würfe aus.

Wie viele Terrier Arten gibt es?

Die FCI, der weltweite Dachverband der Rassehundezüchter, erfasst in der Gruppe 3 alle anerkannten Terrier-Rassen, die unterschieden werden in hochläufige, niederläufige, bullartige und Zwerg-Terrier. Derzeit werden mehr als 30 unterschiedliche Rassen in dieser Gruppe aufgeführt.

Nachteile des Lakeland Terriers

Aufgrund seiner ursprünglichen Nutzung als eigenständiger, furchtloser und couragierter Jäger von wehrhaften Gegnern wie Ratte, Fuchs und Dachs steckt auch heute noch im Lakeland Terrier ein passionierter Jagdhund. Das muss man sich als Hundehalter bei der Erziehung immer vor Augen führen, um unerwünschte Verhaltensweisen rechtzeitig in den Griff zu bekommen.

Leben noch andere Tiere mit im Haushalt, vor allem wenn es sich um kleinere Heimtiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen handelt, so sollte der Hund bereits von frühester Jugend unter Aufsicht an diese gewöhnt werden.

Lakeland Terrier Welpe

Glücklicher Lakeland Terrier Welpe in der Natur.

Passt der Hund zu mir?

Wer sich mit den Grundregeln der artgerechten Hundeerziehung auseinandergesetzt hat und die nötige Konsequenz und liebevolle Geduld aufbringt, den Hund zu führen, der wird am fröhlichen, lernwilligen und folgsamen Lakeland Terrier seine helle Freude haben. Selbst ältere Menschen mit ein wenig Hundeerfahrung oder auch Anfänger in der Hundehaltung können ihn aufgrund seiner kompakten Körpermaße leicht händeln. Allerdings muss man ab und zu auch seinem Sturkopf die notwendigen Grenzen setzen.

Auf der Suche nach einem verantwortungsvollen Züchter dieser Rasse wendest Du Dich am besten an einen übergeordneten Terrier-Zuchtverband. Da jedes Jahr nur wenige Lakeland Terrier-Welpen in Deutschland geboren werden, kann es sein, dass Du eine Weile auf Deinen Hund warten musst. Auch wenn es nicht so wahrscheinlich ist, diese Rasse im Tierheim zu finden – eine Nachfrage lohnt sich dennoch, und vielleicht wartet genau dann ein trauriger kleiner Lakeland Terrier dort dringend auf ein neues, liebevolles Zuhause.

Unter keinen Umständen solltest Du aber einen Welpen aus unbekannten Verhältnissen kaufen. Der unseriöse oder gar kriminelle Handel mit Rassehunden findet leider immer noch zahlreiche gutgläubige Abnehmer, die auf die Versprechen windiger Händler hereinfallen. Diese Machenschaften sind mit furchtbarer Tierquälerei verbunden, da die Elterntiere meist im europäischen Ausland unter schlimmsten Bedingungen gehalten und nur dazu benutzt werden, möglichst schnell möglichst viele Welpen zu produzieren, die dann nach tagelangen Transportfahrten ohne ausreichende Versorgung zu völlig überteuerten Preisen verkauft werden. Oft sind die Papiere gefälscht und diese Tiere krank oder verhaltensgestört, und nicht selten stirbt ein solcher Welpe viel zu früh.

Für ein langes, glückliches Leben mit Deinem gesunden Lakeland Terrier lohnt es sich also, sich gut zu informieren und den Züchter sorgfältig auszuwählen.