Dogo Canario / Kanarische Dogge

Der Dogo Canario ist eine Hunderasse, deren Geschichte weit zurück geht, auch wenn sie erst in jüngster Zeit vom Weltverband der Kynologie, kurz FCI, anerkannt wurde. Kynologie bedeutet hierbei Lehre von Rassen, Zucht, Pflege, Verhalten, Erziehung und Krankheiten der Haushunde. Der Verband hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, weltweit einheitliche Rassestandards in Listen zu führen. Der Dogo Canario wird dabei unter der Nummer 346 geführt und in die Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde, FCI-Sektion 2: Molossoide eingeordnet. Auf den Kanaren verrichtete der Dogo Canario jahrhundertelang treu seinen Dienst als Wachhund. Die Regionalregierung hat ihn deshalb zu einem seiner Natursymbole ernannt.

Dogo Canario im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 57-65 cm
Gewicht: Rüden: 45-59 kg, Hündinnen: 39-50 kg
FCI-Gruppe: 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 2.1: Molossoide, doggenartige Hunde
Herkunftsland: Spanien
Farben: Schwarz, Kitz, Rot-Brindle, Silber-Fawn, Rot-Kitz, Brindle
Lebenserwartung: 9-11 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Dienst- und Familienhund
Sportarten:
Charakter: Sanft, Dominant, Ruhig, Misstrauisch, Willensstark
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, glatt, anliegend, leicht glänzend
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: eher ja
Sozial: nein

Herkunft und Rassegeschichte

Dogo Canario im liegen
Der Dogo Canario wird auch Presa Canario genannt.

Die Herkunft der Hunderasse ist Spanien, um genauer zu die kanarischen Inseln. Doch ihre Ursprünge reichen viel weiter zurück und haben ihre ganz eigene Geschichte. Der Dogo Canario ist ein direkter Nachfahrer der mächtigen Molosser. Die Geschichte des Dogo Canario reicht bis in die Antike zurück. Bereits auf 3.700 Jahre alten Steintafeln sind Molosser eingemeißelt. Schon damals dienten sie als Wachhunde der Anwesen, als Begleiter bei der Jagd und als Schäferhunde für die Herden. Bei den Römern wurden Molosser leider oft in der Arena als Kampfhunde missbraucht, da sie als furchtlos und kampfstark galten. Diese Tradition setzt sich mit Stierkämpfen in Spanien fort. Aufgrund ihrer Eigenschaften wurden sie oft auch als Kriegshunde bei kämpferischen Auseinandersetzungen eingesetzt. Auch im Mittelalter waren sie treue Begleiter ihrer Menschen. Als die spanischen Eroberer nach Südamerika aufbrachen, nahmen sie sie auf ihren Schiffen als Wach- und Kriegshunde mit. Einige der Hunde blieben auf den kanarischen Inseln, die den Eroberern als Zwischenhalt dienten, zurück.

Während sich im Laufe der nächsten Jahrhunderte die Hunde auf dem Kontinent immer weiter entwickelten, zu Bulldoggen, Doggen, Boxer oder Mastiffs, konnten die Dogo Canario in der Abgeschiedenheit der Insel weitgehend ihr ursprüngliches Aussehen bewahren und wurden nur mit den bereits auf den kanarischen Inseln einheimischen Majorero gekreuzt. Auf den Kanaren wurden sie vor allem als Wachhunde und als Schutzhund für die Herden eingesetzt. Ihre Eigenschaften als Kampf- und Jagdhunde traten immer mehr in den Hintergrund, sodass sie heute nur noch für ihre Tätigkeit als ausgezeichneter Wachhund, der seine Familie furchtlos verteidigt, bekannt und berühmt sind.

Mit der bewussten Zucht der Dogo Canario wurde in den 1970ern begonnen, doch die Rasse wurde erst 2001 von der FCI unter dem Namen Dogo Canario anerkannt. Das spanische Landwirtschaftsministerium führte die Hunderasse unter dem Namen Presa Canario. Presa bedeutet dabei Jagdbeute, was auf die Vergangenheit des Dogo Canario als Jagdhund hinweisen soll. Es folgten zehn Jahre Streit um den Namen. 2011 legte der Weltverband den Namen auf Dogo Canario fest. 2019 wurde der Name dann offiziell wieder zu Presa Canario geändert.

Wesen & Charakter vom Dogo Canario

Der Dogo Canario besitzt grundsätzlich einen freundlichen und gutmütigen Charakter. Nicht bringst ihn so leicht aus der Ruhe bringt. Er benötigt Familienanschluss und ist ein echter Kinderkumpel. Die kanarische Dogge ist aber auch sehr selbstbewusst und selbständiges Handeln gewohnt. Zu ihrer Familie ist sie freundlich und loyal, doch Fremden gegenüber ist der Hund in seinem Wesen oft misstrauisch, da er seine Familie als Wachhund beschützen möchte. Dieses Misstrauen erstreckt sich auch auf fremde Artgenossen. Wenn man ihn aggressiv angeht, reagiert er auch aggressiv. Ansonsten ist er vom Wesen aber ausgeglichen und man merkt ihm seine Vergangenheit als Kämpfer auf Schlachtfeldern und in Arenen nicht an.

Ist der Dogo Canario ein Kampfhund?

In Bayern und Brandenburg wird der Dogo Canario als Listenhund geführt. In den meisten Bundesländern gilt der Dogo Carino als ganz normale Hunderasse.

Aussehen des Dogo Canario

Man sieht dem Dogo Canario seine Abstammung an. Wie alle Hunde, die den Molosser als Vorfahren haben, ist er muskulös und massig gebaut, mit einem breiten Kopf und recht kurzer Schnauze. Dabei wirkt er aber keineswegs langsam und behäbig. Er hat einen athletischen Körper, der Eindruck macht. Mit einer Schulterhöhe von 61 bis 68 Zentimetern bei Rüden und 55 bis 62 Zentimetern bei Hündinnen zählt er zu den mittelgroßen Hunderassen. Sein Gewicht kann dabei zwischen 40 und 60 Kilo liegen.

Sein Fell ist kurz und ohne Unterwolle. Die Farbe des gestromten Fells kann dabei zwischen grau, braun und beige variieren. Und auch wenn es laut Zuchtstandard nicht gerne gesehen ist, so kann bei einem Dogo Canario auch eine weiße Brust oder ein weißer Latz vorkommen. Die Maske des Dogo Canario ist immer schwarz. Die Farbe der Augen ist von der Farbe des Fells abhängig und variiert in verschiedenen Grautönen. Die Ohren dürfen in der Heimat Spanien noch kupiert werden, was früher Standard war, heute in Deutschland aber zu recht verboten ist. Dem Hund werden seine schützenden Hängeohren gelassen. Die Rute ist am Ansatz breit, wird aber zum Ende hin immer dünner. Der Körper des Dogo Canario ist bei alledem länger als seine Schulterhöhe.

Erziehung & Haltung des Dogo Canario – Das gilt es zu beachten

Dogo Canario sitzt, kupierte Ohren, blaues Halsband
Der Dogo Canario hat ein sehr freundliches Wesen, dennoch ist er nur für erfahrenen Hundehalter geeignet.

Bei der Erziehung und Haltung des Dogo Canario darf man sich nicht von seiner Freundlichkeit und Gutmütigkeit täuschen lassen und sollte die Selbständigkeit des Hundes nicht unterschätzen. Er benötigt klare Anweisungen und muss wissen, dass Herrchen oder Frauchen der Chef ist. Das beginnt schon im Welpenalter. Man darf sich durch das süße Verhalten des Welpen nicht einwickeln lassen. Wenn sich erst einmal Erziehungsfehler eingeschlichen haben und der Hund merkt, dass Frauchen oder Herrchen so manches durchgehen lassen oder unsicher sind, wird er das ausnutzen und selbst die Führung und Initiative ergreifen. Und solche Fehler sind schwer wieder auszubügeln, gerade bei einem so selbständigen und selbstbewussten Hund. Daher gehört ein Dogo Canario nur in die Haltung eines erfahrenen Hundefreundes. Hilfreich ist auch der Besuch einer Hundeschule. Mit anderen zusammen macht die Erziehung richtig Spaß und ist für Hund und Mensch ein Erlebnis, das den Zusammenhalt stärkt.

Wann ist ein Dogo Canario ausgewachsen?

Wie bei Menschen wachsen auch Hunde unterschiedlich schnell, selbst wenn es sich um die Hunde der gleichen Rasse handelt. Als Faustregel kann man aber sagen, dass ein Dogo Canario mit 12 bis 14 Monaten seine endgültige Höhe erreicht hat. Dabei werden Hündinnen 55 bis 62 Zentimeter und Rüden bis zu 68 Zentimeter groß. Dieser ungewöhnlich hohe Unterschied zwischen Hündinnen und Rüden ist beabsichtigt und von der FCI so gewollt. Der Dogo Canario kann aber noch bis zu seinem dritten Lebensjahr in die Breite wachsen. Er wird dabei noch muskulöser werden.

Ernährung des Dogo Canario

Ein Dogo Canario stellt keine besonderen Ansprüche an die Ernährung. Gutes handelsübliches Futter reicht ihm vollkommen. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass das Futter keine unnötigen Zusatzstoffe oder gar Zucker enthält. Vor allem für die BARF-Methode eignet sich diese spanische Hunderasse sehr gut.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Grundsätzlich gilt der Dogo Canario als robust und wenig anfällig für Krankheiten. Doch leider schleichen sich auch bei dieser Rasse Probleme wie einer krankhaften Veränderung des Rückens, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie ein. Man sollte daher besonders darauf achten, das Tier nur bei einem seriösen Züchter zu kaufen, der ein Herz für die Hunde hat und bei dem die Gesundheit an erster Stelle steht, dem es nicht nur darum geht, Geld mit den Tieren zu verdienen. Dann kann der Hund ohne Probleme zehn bis zwölf Jahre alt werden.

Was kostet ein Dogo Canario?

Wer sich einen Welpen des Dogo Canario kaufen möchte, muss mit Kosten um die 1.200 Euro rechnen. Doch mit dem Kauf eines Dogo Canario fangen die Kosten erst an. Ein so großer, aktiver Hund hat auch jede Menge Hunger und benötigt viel Futter. Dazu kommen jedes Jahr Tierarztkosten für Vorsorge und Impfungen. Und wenn ein Hund einen Unfall hat oder krank wird, können die Kosten schnell den Preis der Anschaffung übersteigen. Außerdem muss man bei der Frage nach den Kosten auch beachten, dass der Dogo Canario in Bayern und Brandenburg als Listenhund gilt und daher eine höhere Hundesteuer für ihn gezahlt werden muss.

Pflege des Dogo Canario

Ein Dogo Canario benötigt keine besondere Pflege. Das kurze Fell muss lediglich ab und an einmal gebürstet werden. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Hängeohren des Hundes legen. Allzu leicht sammelt sich unter ihnen Schmutz an, der zu Entzündungen führen kann. Sie müssen daher regelmäßig gereinigt werden. Auch die Augen sollten regelmäßig kontrolliert werden, um Krankheiten rechtzeitig zu erkennen.

Wie mit jedem anderen Hund sollte man mindestens einmal im Jahr bei einem Tierarzt vorstellig werden, der das Tier vorsorglich untersucht und impft.

Dogo Canario – Aktivitäten und Training

Der Dogo Canario ist ein sportlicher Hund, der arbeiten möchte. Lange Spaziergänge sind daher ein Minimum, für das man bei seinen vierbeinigen Freund sorgen muss, damit er sich wohl fühlt und ausgeglichen bleibt. Denn wenn er unterfordert ist, kann er schnell Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen. Der Dogo Canario eignet sich aber auch hervorragend als Gebrauchshund oder für Hundesport aller Art. Wichtig ist, dass der gewählte Hundesport Besitzer und Hund zugleich Spaß macht.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Dogo Canario

Dogo Canario laufend
Der Dogo Canario ist bei guter Erziehung alles andere als gefährlich.

Der Dogo Canario ist kein Kläffer. Er bellt selten, dann aber in einem eindrucksvoll tiefen Ton.

In Bayern und Brandenburg wird der Dogo Canario in der Liste der Hunde geführt, bei denen eine Gefährlichkeit der Rasse vermutet wird. Diese Gefährlichkeit kann aber mit einem Wesenstest widerlegt werden. Schaut man auf die Geschichte des Dogo Canario, so lässt sich ein Kampfhund-Verhalten vermuten. Doch seine Vergangenheit als Kriegs- und Kampfhund in der Arena liegt weit zurück und der Dogo Canario hat sich als Wachhund, der Menschen- und Familienanschluss braucht und kinderfreundlich ist, bewährt. Heute werden Dogo Canario, die aggressives Verhalten zeigen, bei seriösen Züchtern von vornherein von der Zucht ausgeschlossen. Und in den meisten Bundesländern gilt der Dogo Carino als ganz normale Hunderasse. Grundsätzlich kann man sagen, dass kein Hund als Kampfhund geboren wird. Mit einer guten Sozialisierung im Welpenalter bei einen seriösen Züchter und der richtigen Erziehung und Haltung durch einen erfahrenen Hundehalter wird jeder Dogo Canario den Wesenstest bestehen.

Nachteile des Dogo Canario

Der Dogo Canario strotzt nur so vor Kraft und Bewegungsfreude. Das mag in den Augen echter Fans eher ein Vorteil sein, es kann sich aber leicht auch zum Nachteil wenden, wenn der kinderliebe aber noch junge Hund mit den Kleinen spielt und sie einfach  im Überschwang mit seinem Gewicht über den Haufen rennt, weil er seine Kraft noch nicht einschätzen kann. Auch ist er schnell unterfordert, wenn man einmal etwas weniger Zeit für ihn hat. Daher gehört er nur in erfahrene Hände.

Passt der Dogo Canario zu mir?

Dogo Canario Welpe
Erziehungsfehler müssen beim Dogo Canario unbedingt vermieden werden.

Die Anschaffung eines Dogo Canario muss gut überlegt sein. Ja, er ist einerseits der ideale Familienhund. Andererseits wirst Du auch viel Zeit mit ihm verbringen müssen, damit er ausgelastet wird. Der intelligente, agile Hund benötigt viel Bewegung, aber auch geistige Herausforderungen. In einer Stadtwohnung ist er völlig fehl am Platz. Idealerweise braucht er ein Haus mit Garten, in dem er auch Toben kann, wenn gerade kein Spaziergang oder kein Training angesagt ist. Und vor allem braucht ein Dogo Canario erfahrene Rudelführer, die ihm klar zeigen, wo es langgeht, ohne Zwang oder gar Gewalt auszuüben. Die Kinder im Haushalt sollten auch nicht zu klein sein und bereits Standfestigkeit im Umgang mit dem kräftigen Hund mitbringen. Ideal wäre es, wenn sie selbst schon groß und verantwortungsvoll genug sind, um sich mit dem Hund zu beschäftigen oder mit ihm zum Hundesport zu gehen.

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Kolja von edogs

Kolja von edogs

Kolja gehört zu dem Team von edogs und ist unter anderem für alle technischen Belange rund um den Hundemarkt verantwortlich.

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