Home Chien d’Artois

Chien d’Artois

von Michelle Holtmeyer
0 Kommentar

Die französische Hunderasse Chien d’Artois wird von der FCI in der Gruppe 6 der Lauf- und Schweißhunde und in der Sektion 1.2 der mittelgroßen Laufhunde mit der Standardnummer 28 geführt. Der Chien d’Artois gehört zu den Briquets und ist ein sehr guter Jagdhund. Er wurde in der Flintenjagd und auch in Meuten eingesetzt. Die Hunde jagen sowohl Nieder- als auch Hoch- und Schwarzwild und zeichnen sich durch einen hohen Mut aus.

Chien d’Artois im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 53-58 cm
Gewicht: 28-30 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Frankreich
Farben: Dreifarbig
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Begleit- und Jagdhund
Sportarten:
Charakter: Anhänglich, Loyal, Abenteuerlustig, Zäh, Ruhig, Mutig
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential
Stärke des Haarens
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, dick und recht flach
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: eher ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Der ursprüngliche Chien d’Artois war etwas größer als die heutige Rasse, gilt aber mittlerweile als ausgestorben. Der Grand Chien d’Artois stammte vom Bluthund und von englischen Jagdhundrassen ab. Bereits der römisch-deutsche König Heinrich IV besaß um das Jahr 1056 den damals noch Chien Picard genannten französischen Jagdhund. Auch Ludwig XIII, der ab dem Jahr 1610 König von Frankreich war, besaß diese Art von Hund und setzte ihn erfolgreich bei der Jagd ein.

Aus dem Jahr 1890 gibt es Berichte, dass es damals schwer war, reinrassige Vertreter dieses Hundes zu finden und dass es viele Kreuzungen mit anderen Rassen gab. Zu dieser Zeit war der Chien d’Artois auch erstmalig auf Hundeausstellungen zu sehen, mit dem Ziel, die Rasse bekannter zu machen. Mit Ende des 19. Jahrhunderts gab es die ersten Bemühungen, die ursprüngliche Rasse wieder vermehrt zu züchten und den Bestand zu stabilisieren. Allerdings waren diese Bemühungen damals ohne großen Erfolg. Ein Züchter namens M. Mallard dominierte die Zucht, war aber nicht in der Lage einen Typ hervorzubringen, der zuverlässig der Rassebeschreibung entsprach. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt der Chien d’Artois als ausgestorben. Glücklicherweise nahmen sich aber zwei Züchter in den 1970er Jahren der Rasse an und schafften es tatsächlich, sie wieder herzustellen.

Wesen & Charakter vom Chien d’Artois

Der Chien d’Artois ist ein sehr mutiger Jäger und kann nicht nur kleines Wild, sondern auch großes stellen, was für einen relativ kleinen Hund ungewöhnlich ist. In den meisten Fällen ist dieser Hund ein Meutehund gewesen, der spurlaut jagt und die Beute dem Jäger zutreibt. Dieser Hund kann sich durchaus angriffslustig verhalten und eignet sich daher am besten für die Jagd.

Gleichzeitig besitzt er ein ausgeglichenes Wesen und ist gegenüber dem Menschen sehr anhänglich, wenn er artgerecht ausgelastet wird und glücklich ist. Mit seinen Artgenossen ist der Chien d’Artois sehr gut verträglich und zeigt auch mit Kindern ein gutes Sozialverhalten und verspieltes Wesen. Er ist ein klassischer Arbeitshund, der unbedingt eine sinnvolle Aufgabe braucht, damit er sich nicht langweilt.

Welchen Charakter hat ein Chien d’Artois?

Der Chien d’Artois ist ein freundlicher und mutiger Hund, der sehr aktiv ist und viel Beschäftigung benötigt. Er ist zwar folgsam und anhänglich, aber nur wenn ihm die entsprechende Erziehung zukommt, die nicht ganz einfach ist. Dieser Hund kann auch sehr stur sein.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Chien d’Artois

Chien d'Artois im Stehen

Der Körperbau des Chien d’Artois ist kräftig, das Fell der Hunde eng anliegend, kurz, dicht und robust.

Der Chien d’Artois gehört zu den mittelgroßen Hunderassen, die eine Größe von bis zu 58 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 30 Kilo erreichen. Sein Körperbau ist kräftig, das Fell der Hunde eng anliegend, kurz, dicht und robust. Der Chien d’Artois ist ein dreifarbiger Hund. Sein Fell kann in dunkelmauve, dachs- oder hasenfarben, falbfarben oder berußt vorkommen und weist meist einen Mantel oder große Flecken auf.

Der Kopf dieses Hundes ist relativ breit, besitzt aber die typischen Merkmale eines Jagdhundes. Die Ohren des Hundes hängen als breite Schlappohren seitlich des Kopfes herunter. Die Augen des französischen Jagdhundes sind braun. Der Chien d’Artois besitzt eine recht lange, sichelförmige Rute. Er sieht dem Beagle ziemlich ähnlich, ist aber etwas größer. Vermutlich wurde der Beagle recht häufig in den Chien d’Artois eingekreuzt und die Hunderassen sind Verwandte.

Wie groß wird ein Chien d’Artois?

Ein Chien d’Artois kann bis zu 58 Zentimeter Körpergröße erreichen.

Erziehung & Haltung des Chien d’Artois – Das gilt es zu beachten

Den Chien d’Artois zu halten ist nicht ganz einfach. Bestenfalls sollte er in der Jagd eingesetzt werden. Ist dies nicht möglich, muss er eine passende Ersatzbeschäftigung bekommen, denn er ist ein klassisches Arbeitstier. Hunde dieser Rasse eignen sich nicht als typische unkomplizierter Familienhunde. Der Hund ist zwar in seinem Wesen freundlich, fühlt sich aber in der Gesellschaft anderer Hunde am wohlsten. Es ist nahezu unmöglich ihm genug Bewegung und Beschäftigung zu verschaffen, wenn er nicht jagdlich geführt wird.

Entsprechend eignet sich diese Rasse nicht für eine Haltung in der Stadt. Der Chien d’Artois benötigt die Nähe zur Natur und muss viel im Freien beschäftigt werden. Die Haltung dieses Hundes ist zudem eher zeitintensiv. Der Chien d’Artois bindet sich vorrangig an einen Menschen. Er muss konsequent erzogen werden, damit er zuverlässig gehorcht. Für Anfänger eignet sich diese Rasse nicht, denn sie werden in den allermeisten Fällen mit diesem Hund an mehreren Stellen überfordert sein. Erfahrene Hundebesitzer und vor allem Jäger, werden sich aber recht leicht tun, den Chien d’Artois vorbildlich zu führen.

Ernährung des Chien d’Artois

Da der Chien d’Artois ein sehr aktiver Hund ist, benötigt er ein energiereiches Futter. Er kann sowohl mit einem hochwertigen Trockenfutter als auch mit Rohfütterung oder Selbstgekochtem ernährt werden. Beim Kauf von Trockenfutter ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Futter möglichst natürlich ist, einen geringen Getreideanteil aufweist und keine Zusatzstoffe enthalten sind. Die Mengenempfehlungen auf den Packungen sind ein Richtwert und müssen in jedem Fall an die Aktivität und das Alter des einzelnen Hundes angepasst werden. Trockenfutter kann gut mit Nassfutter gemischt werden, das für den Hund zwar gut bekömmlich ist, bei alleiniger Gabe aber die Zähne schädigen kann, da es zu weich ist. Um die Zähne zu pflegen, sollte der Hund außerdem auch immer wieder einen Kauknochen bekommen.

Hundehalter, die sich für die Rohfütterung oder dafür entscheiden, selbst für den Hund zu kochen, sollten sich gut mit der Zusammensetzung des Futters auskennen, damit der Hund alle nötigen Nährstoffe bekommt. Die Rohfütterung, dazu zählt die BARF-Methode, ist zwar etwas aufwendig, stellt aber die gesündeste Art der Ernährung für den Hund dar, da sie am natürlichsten ist. Es spricht zwar nichts dagegen, das Futter für den Hund zu kochen, dennoch ist es aber im Grunde unnötig, denn in der Natur bekommt kein Tier gekochtes Fressen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Chien d’Artois hat eine hohe Lebenserwartung von bis zu 14 Jahren. Die Rasse ist widerstandsfähig und gesund. Rassentypische Krankheiten sind nicht bekannt. Natürlich kann der Hund nur dann gesund bleiben, wenn er eine artgerechte Beschäftigung und ein gesundes Futter bekommt. Hitze verträgt der Chien d’Artois eher schlecht und ist anfällig für einen Hitzschlag, deshalb sollte der Hund bei hohen Temperaturen geschont werden. Kälte verträgt er besser und kann das ganze Jahr über im Freien leben, wenn er eine Hundehütte bekommt.

Der französische Laufhund ist aufgrund seines aktiven Wesens und hohen Bewegungsdrangs nicht anfällig für Übergewicht.

Wie alt wird ein Chien d’Artois?

Der Chien d’Artois hat eine hohe Lebenserwartung von etwa 14 Jahren.

Pflege des Chien d’Artois

Der Chien d’Artois hat ein kurzes Fell, das nur wenig Pflege benötigt. Der Hund kann ab und zu gebürstet werden. Er verliert zwar nicht besonders viele Haare, es kann aber gut sein, die abgestorbenen Haare durch Bürsten aus dem Fell zu entfernen. Durch sein aktives Wesen und den Drang, sich im Unterholz zu bewegen, sollten Pfoten und Augen des Hundes öfter kontrolliert werden, denn er hat ein höheres Verletzungsrisiko als andere Hunde. Die hängenden Ohren sind anfällig für Entzündungen, wenn sich in ihnen Schmutz ansammelt, daher müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Normalerweise nutzen sich die Krallen dieses Hundes von alleine ab. Sollten sie dennoch zu lang werden, müssen sie geschnitten werden.

Chien d’Artois – Aktivitäten und Training

Der Einsatz von Laufhunden hat eine lange Tradition in der Jagd. Die Hunde können das Wild über weite Strecken verfolgen und es dem Jäger zutreiben, zudem haben sie eine sehr gute Nase und stöbern das Wild im Dickicht zuverlässig auf. Laufhunde sind sehr alte Hunderassen, die bereits im Alten Ägypten bekannt waren. Von dort aus wurden sie von den Phöniziern und Griechen in ganz Europa verbreitet. So sollte auch der französische Hund am besten bei der Jagd eingesetzt werden.

Es ist nur wenig bekannt, wie gut oder schlecht sich ein Chien d’Artois für den Hundesport eignet. Im besten Falle muss er eine Beschäftigung bekommen, die ihm viel Bewegung und auch Kopfarbeit abverlangt. Natürlich kann der Chien d’Artois als Begleiter beim Joggen oder Radfahren Bewegung bekommen, allerdings muss er auch seine jagdlichen Fähigkeiten ausleben dürfen, deshalb sollte er am besten mit Fährten beschäftigt werden. Bei der Fährtensuche muss der Hund Gegenstände suchen und anzeigen, oder sie seinem Besitzer apportieren.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Chien d’Artois

Der Chien d’Artois ist eine eher seltene Hunderasse, die außerhalb ihrer Heimat kaum anzutreffen ist. Daher sind auch beim VDH keine Züchter der Rasse zu finden. Ebenso gestaltet sich die Suche nach Mischlingen über den Tierschutz schwierig. Wer einen Chien d’Artois Welpen kaufen möchte, sollte sich für weitere Informationen an die französische Association Nationale des Amis du Chien d’Artois de France wenden (Vereinigung der Freunde des Chien d’Artois).

In Film und Fernsehen war der Chien d’Artois bisher nicht zu sehen. Allerdings gibt es auf YouTube einige Videos, die den Chien d’Artois und sein Verhalten, hauptsächlich bei der Jagd, zeigen.

Woher stammt der Chien d’Artois?

Der Chien d’Artois ist eine französische Hunderasse. Aus welcher Region Frankreichs er genau stammt, ist nicht bekannt.

Nachteile des Chien d’Artois

Der Chien d’Artois ist ein reines Arbeitstier und sollte bestenfalls nur von Jägern gehalten werden. Es ist sehr schwer, diesen Hund aus Frankreich zufrieden zu stellen, wenn er als Familienhund leben soll. Zudem besitzt er einen sehr hohen Jagdtrieb, der nur schwer zu kontrollieren ist.

Passt der Chien d’Artois zu mir?

Der Chien d’Artois ist ein treuer und anhänglicher Genosse, wenn er artgerecht gehalten, ausgelastet und erzogen wird. Er ist verspielt und daher mit Kindern auch gut verträglich. Am liebsten mag der französische Laufhund Spiele, bei denen er seine Nase benutzen muss. Im besten Fall sollte der Chien d’Artois von einem Jäger gehalten werden. Bei der Jagd zeigt der Hund großen Mut und Aktivität und ist sehr verlässlich. Der ehemalige Meutehund kann sehr gut zusammen mit Artgenossen gehalten werden. Er sollte nicht über längere Zeiträume alleine gelassen werden, deshalb eignet er sich für berufstätige Menschen nicht. Außerdem sollte der Chien d’Artois auf dem Land mit Nähe zur Natur leben. Seine Haltung ist sehr zeitintensiv, denn der Hund benötigt viel Bewegung und Beschäftigung im Freien. Nur Menschen, die sehr aktiv und sportlich oder jagdbegeistert sind, können diesem Hund gerecht werden. Daher eignet er sich für die meisten Senioren eher weniger.

Der Chien d’Artois eignet sich nicht als Ersthund für Anfänger. Er wird nur dann gehorsam und leicht zu erziehen sein, wenn er liebevoll, konsequent und durchaus auch streng behandelt wird. Der unabhängige Chien d’Artois kann sich durchaus dickköpfig zeigen. Wenn der französische Laufhund sich alleine im Garten befindet, sollte das Grundstück gut abgesichert sein, denn sein starker Jagdtrieb bringt den Hund dazu, Fährten zu verfolgen und sich alleine auf die Jagd zu begeben.

Ein Chien d’Artois muss immer beschäftigt werden, denn bei Untätigkeit entwickelt er Verhaltensstörungen.  Als Wachhund eignet sich der Chien d’Artois wenig. Er wird zwar bellen, wenn Eindringlinge sein Territorium betreten, würde aber niemals einen Menschen angreifen oder stellen. Wer mit dem Chien d’Artois auf Reisen gehen möchte, muss diesen ursprünglichen und sehr naturverbundenen Hund bereits in jungen Jahren daran gewöhnen und gut sozialisieren. Das gleiche gilt, wenn dieser Hund mit Katzen zusammenleben soll.