Schillerstövare

Die schwedische Hunderasse Schillerstövare wird von der FCI anerkannt und in der Gruppe 6 der Lauf- und Schweißhunde in der Sektion 1.2 der mittelgroßen Laufhunde mit der Standard-Nummer 131 geführt. Zu den mittelgroßen Laufhunden gehören auch andere bekannte Rassen, wie zum Beispiel der Porcelaine, der Segugio Italiano oder der Beagle-Harrier. Der Schillerstövare wird auch Schiller-Laufhund oder Schiller-Bracke genannt.

Schillerstövare im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 49-61 cm
Gewicht: 18-24 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Schweden
Farben: Gelbbraun-Schwarz
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Begleit- und Familienhund
Sportarten:
Charakter: Ausgeglichen, Gehorsam, Liebevoll, Kinderfreundlich
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: harsch, dicht anliegend, nicht zu kurz
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: eher ja
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Laufhunde, wie der Schillerstövare, wurden früher oft in der Meute für die Jagd auf verschiedene Arten von Wild genutzt. Da die Meutejagd schon seit einigen Jahrzehnten verboten ist, hat sich der Bestand einiger Hunderassen etwas reduziert. Heute sind diese klassischen Jadghunde oft in Familien zu Hause, weil sie ein freundliches Wesen und ein gutes Sozialverhalten zeigen. Allerdings müssen bei allen Laufhunden der immer noch sehr starke Jagdtrieb und ihr hohes Bedürfnis nach körperlicher Bewegung und geistiger Auslastung in Kauf genommen werden.

Vermutlich kommt der Laufhund ursprünglich aus Süddeutschland. Eine weitere Vermutung ist, dass Laufhunde englischer Herkunft wie der Harrier oder aber Schweizer Laufhunde eingekreuzt wurden. Ihren Namen hat die Rasse von einem schwedischen Bauern erhalten, der in der Zucht führend war. Zum ersten Mal erwähnt wurde der Schillerstövare im Jahr 1886 als auf einer schwedischen Hundeausstellung fast 200 verschiedene Jagdhunde, die als gute Spürhunde genutzt werden konnten, ausgestellt wurden. Unter diesen Hunden waren die ersten beiden Schillerstövare namens Tamburini und Ralla, die beide Per Schiller gehörten. Im Jahr 1907 wurde diese Rasse erstmals vom Kennel Club in Schweden anerkannt.

Wesen & Charakter vom Schillerstövare

Der Schillerstövare ist ein lebhafter und aufmerksamer Laufhund, der in der Jagd eher als Einzelhund als in der Meute eingesetzt wurde. Zudem sind diese Hunde intelligent und haben ein ausgeprägtes Bedürfnis ihrem Menschen zu gefallen. Aus diesem Grund ist der Schillerstövare auch für Anfänger leicht zu erziehen. Allerdings sollten Menschen, die sich einen Vertreter dieser Rasse anschaffen, sehr sportlich und aktiv sein, denn dieser Jagdhund hat ein sehr großes Bedürfnis nach Bewegung und Beschäftigung. Da es sich um einen klassischen Jagdhund handelt, ist natürlich auch ein ausgeprägter Jagdtrieb vorhanden, der unbedingt kontrolliert werden muss.

Der Schillerstövare ist Menschen gegenüber in seinem Charakter generell freundlich und kann auch mit Kindern und Artgenossen gut auskommen. Da er sehr gutmütig ist, kann er sich auch gut auf fremde Menschen oder Hunde einstellen. Er steht allerdings nicht gerne im Hintergrund, sondern lieber in der Mitte des Geschehens und fordert die Aufmerksamkeit seiner Menschen auch ein.

Aussehen des Schillerstövare

Die Rasse kann eine Größe von bis zu 61 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 25 Kilo erreichen. Insgesamt haben diese Hunde das typische Aussehen einer Bracke – sowohl was ihren muskulösen und robusten, aber trotzdem schlanken Körperbau betrifft, als auch was das Fell angeht, das immer aus einem schwarzen Mantel mit lohfarbenen Bereichen besteht. In seltenen Fällen trägt dieser Hund auch kleine weiße Abzeichen. Das Haar des Schillerstövare ist etwas rau aber glatt und liegt eng am Körper an.

Der Kopf ist sehr typisch für einen Jagdhund und hat eine dreieckige Form mit etwas längerem Fang. Die langen Schlappohren hängen seitlich an den Wangen herunter. Die Augen dieses Hundes sind lebhaft und in ihrer Farbe dunkelbraun. Die Rute wird meist gerade oder in Form eines Säbels getragen und besitzt eine mittlere Länge.

Erziehung & Haltung des Schillerstövare – Das gilt es zu beachten

Da der Schillerstövare ein Jagdhund mit ausgeprägten Sinnen ist, benötigt er unbedingt viel Bewegung und Beschäftigung in der freien Natur. Daher eignet er sich nicht für die Haltung in einer Stadtwohnung. Wer dem Hund einen Garten bieten kann, sollte diesen sehr gut einzäunen, denn der Schillerstövare kann aufgrund seines starken Jagdtriebs sonst dazu neigen, alleine auf die Pirsch zu gehen.

Die Vertreter dieser Rasse sollten bei Menschen wohnen, die viel Zeit für ihren Hund haben. Der Schillerstövare kann zwar auch mal alleine bleiben, sollte aber nicht den ganzen Tag alleine zu Hause verbringen müssen, sonst kann es schnell sein, dass er verhaltensauffällig wird. Aufgrund seines freundlichen Wesens ist dieser Hund ein guter Familienhund.

Der Jagdhund eignet sich auch für Hundeanfänger, da er recht leicht zu erziehen ist. Diese sensible Rasse hat ein starkes Bedürfnis dem Menschen zu gefallen, was in der Erziehung von großem Vorteil ist. Aufgrund seiner hohen Sensibilität darf dieser Hund nicht mit Härte erzogen werden.

Wie viel Auslauf benötigt ein Schillerstövare?

Der Schillerstövare benötigt sehr viel Auslauf. Er sollte sich sowohl zu Hause ausgiebig bewegen können, als auch auf ausgedehnten Spaziergängen über mehrere Stunden am Tag in der freien Natur.

Ernährung des Schillerstövare

Der Schillerstövare gehört zu den sehr ursprüngliche Hunderassen, deshalb ist die beste Ernährung für ihn die Rohfütterung. Hier muss der Halter etwas mehr Zeit investieren als bei der Verwendung von Trockenfutter, da das Futter selbst zusammen gestellt werden muss und etwas Know How erforderlich ist, was die richtige Zusammensetzung betrifft.

Alternativ kann ein gutes, möglichst natürliches Trockenfutter ohne Zusatzstoffe gegeben werden. Leider enthalten die meisten Futter, die im Fachhandel erhältlich sind Zusatzstoffe. Es kann helfen, sich im Internet nach einem natürlichen Futter umzuschauen. Meistens sind diese natürlichen Futtermittel für den Hund noch nicht einmal teurer als die Futter im Fachhandel und werden auch noch bequem nach Hause geliefert.

Der Schillerstövare kann auch mit selbst Gekochtem ernährt werden, allerdings ist hier der Aufwand der Gleiche wie bei der Rohfütterung, denn auch beim selbst Gekochtem kommt es auf die richtige Zusammensetzung des Futters an. Dazu kommt, dass Hunde grundsätzlich nicht gekocht fressen müssen, da sie in der Natur auch Rohes fressen würden.

Nassfutter sollte dem dieser Hunderasse nicht gegeben werden. Es ist zwar nicht schädlich, kann aber Zahnstein verursachen, da es eigentlich für den Hund zu weich ist. Deshalb sollte Nassfutter ausschließlich als Beigabe zum Futter verwendet werden. Um die Zähne des Hundes zu pflegen, sollte er auch regelmäßig Kauknochen bekommen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Schillerstövare kann ein hohes Alter zwischen 12 und 14 Jahren erreichen. Da es sich um eine seltene Rasse handelt, die hauptsächlich nur in ihrem Heimatland verbreitet ist, sind diese Hunde nicht überzüchtet und zeichnen sich durch eine gute Gesundheit aus. Entsprechend sind auch keine speziellen Krankheiten für diese Rasse bekannt.

Der Schillerstövare wird in den meisten Fällen ein sehr gesunder Hund sein, wenn er sich genug bewegen darf und gesund ernährt wird. Er frisst zwar gerne, neigt aber kaum zu Übergewicht, da er ein aktiver Hund ist, der sich von Natur aus viel bewegt.

Da dieser Hund aus Schweden kommt und dafür gemacht ist, sich im Freien aufzuhalten, verträgt er Kälte sehr gut und kann sogar das ganze Jahr über im draußen leben. Mit Hitze kann die Rasse allerdings weniger gut umgehen und sollte an heißen Sommertagen geschont werden.

Wie alt wird ein Schillerstövare?

Ein Schillerstövare kann bis zu 14 Jahre alt werden.

Pflege des Schillerstövare

Das Fell des Schillerstövare ist sehr pflegeleicht. Dadurch, dass es etwas rau in seiner Beschaffenheit ist, kann sich Schmutz nicht so gut festsetzen. Der Hund sollte aber trotzdem ein bis zwei Mal pro Woche gebürstet werden, um den Glanz des Fells zu erhöhen und abgestorbene Haare zu entfernen. Besonders viele Haare verliert der Schillerstövare aber in der Regel nicht.

Zusätzlich sollte vor allem bei Hunden mit hängenden Ohren immer auf ihre Sauberkeit geachtet werden. Die Ohren lassen sich ganz leicht mit einem feuchten Tuch reinigen. So wird vermieden, dass der Hund eine Ohrenentzündung bekommt.

Die Krallen eines Hundes bergen immer ein gewisses Verletzungsrisiko. Vor allem dann, wenn sie zu lang sind. In den meisten Fällen nutzen sie sich von selbst ab, wenn der Hund sich ausreichend bewegt. Sollten sie allerdings trotzdem zu lang sein, müssen sie von Zeit zu Zeit gekürzt werden.

Schillerstövare – Aktivitäten und Training

Der Schillerstövare braucht auf jeden Fall täglich sehr viel Bewegung, wobei die Bewegung alleine für ihn nicht ausreichend ist. Er muss auch entsprechend seiner gut entwickelten Instinkte und seiner hohen Intelligenz gefördert werden. Am besten ist das zu erreichen durch Beschäftigungen, die der Jagd ähneln, wie zum Beispiel Fährten oder Mantrailing. Gerade Hunde, die von Natur aus gewöhnt sind ihre Nase zu nutzen, haben großen Spaß, wenn sie Gegenstände oder Menschen suchen müssen und eine Belohnung dafür erhalten. Natürlich ist es auch möglich mit einem Schillerstövare Futter oder Gegenstände im Haus zu suchen oder die tägliche Fährte in den Spaziergang zu integrieren. Es sollte aber daran gedacht werden, dass der Hund weniger Futter bekommen muss, wenn er einen Teil seiner täglichen Ration bei Suchspielen selbst erarbeiten muss.

Ansonsten eignen sich alle Hundesportarten, die vom Hund viel Bewegung fordern. Auch beim Wandern, auf ausgedehnten Radtouren oder beim Joggen ist der Schillerstövare daher ein idealer Begleiter.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Schillerstövare

Der Schillerstövare ist in seiner Heimat Schweden weit verbreitet und gut bekannt. Außerhalb der schwedischen Landesgrenzen ist allerdings das Gegenteil der Fall. In Deutschland gibt es keine Züchter der Rasse.

Nachteile des Schillerstövare

Ein Schillerstövare besitzt nur einen wirklichen Nachteil und das ist sein stark ausgeprägter Jagdtrieb. Dieser kann dem Hund zwar nicht abgewöhnt werden, kann aber kontrolliert werden. Es ist wichtig, bei allen Arten von Jagdhunden einen zuverlässigen Rückruf zu trainieren und sich darüber bewusst zu sein, dass der Hund vielleicht trotzdem nicht immer von der Leine gelassen werden kann. Angeborene Verhaltensweisen kann der Hund selbst nur sehr schwer kontrollieren. Es kann durchaus sein, dass ihm das in manchen Situationen auch mal nicht gelingt.

Ein zweiter Punkt, der beim Schillerstövare kritisch gesehen werden könnte, ist seine hohe Aktivität. Hier gilt es ehrlich zu sich selbst zu sein und realistisch zu beurteilen, ob man als Halter dazu in der Lage ist, diesen Hund ausreichend und mehrere Stunden am Tag zu bewegen.

Passt der Schillerstövare zu mir?

Der Schillerstövare passt vor allem zu sportlich aktiven Menschen, die auf dem Land in einem Haus mit Garten wohnen. Hier kann sich der ursprüngliche Jagdhund am besten entfalten und bewegen. Menschen, die in Vollzeit berufstätig sind, sollen von der Anschaffung dieser Rasse eher Abstand nehmen, denn sie werden sich schwer tun, den Zeitaufwand, den dieser Hund bedeutet, aufzubringen.

Der Schillerstövare kann sehr leicht erzogen werden, sodass er sich auch für Anfänger eignet, wenn sie es schaffen, ihn ausreichend auszulasten. Für Senioren ist dieser sehr aktive und bewegungsfreudige Hund eher nicht zu empfehlen.
Die Rasse ist sehr anhänglich und möchte am liebsten immer mit der Familie zusammen sein, wenn sie auch über kürzere Zeiträume alleine bleiben können. Mit Kindern kann dieser Hund gut umgehen und wird ihnen sanft und freundlich entgegen treten, so wie er dies bei fremden Erwachsenen und Artgenossen in der Regel auch tut.

Der Schillerstövare muss auf jeden Fall nicht nur mit Bewegung, sondern auch mit geistiger Arbeit ausgelastet werden, da sich dieser intelligente Hund sonst langweilen und Verhaltensauffälligkeiten zeigen kann. Des weiteren muss mit ihm an der Kontrolle seines Jagdtriebes ausgiebig gearbeitet werden. Das Zusammenleben mit anderen Hunden ist für den Schillerstövare kein Problem. Allerdings kann ein Zusammenleben mit Katzen schwierig werden, denn die Schiller-Bracke könnte sie als Beute wahrnehmen.

Wie viel kostet ein Schillerstövare?

Da der Schillerstövare in Deutschland nicht gezüchtet wird, sind keine genauen Preise für den Kauf eines Welpen bekannt. Seriöse Züchter werden einen Welpen allerdings kaum unter 1.500 Euro verkaufen.

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Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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