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Deutscher Wachtelhund

von Kolja von edogs
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„Wachtel“ wird der Deutsche Wachtelhund oft liebevoll von seinen Menschen genannt. Er wird bei der FCI unter der Nummer 104 und in der Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 2: Stöberhunde – Mit Arbeitsprüfung geführt.

Deutscher Wachtelhund im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 45-54 cm
Gewicht: 18-25 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhund
Sektion: 2: Stöberhunde
Herkunftsland: Deutschland
Farben: Braun, Braun-Schimmel
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Jagd- und Familienhund
Sportarten:
Charakter: Liebevoll, Lebhaft, Anpassungsfähig, Lehrig, Feinnasig
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens: sehr stark
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: lang, kräftig, dicht, anliegend, lockig oder glatt, dichte Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Die Geschichte der Jagdhunde geht bis in die Antike zurück. Schon damals wurden Hunde beschrieben, die im Wesen und Aussehen dem Deutschen Wachtelhund ähnlich sind. Im Laufe der Jahrhunderte tauchte der Name „Wachtelhund“ immer wieder in Dokumenten und Publikationen auf. Er ist der Vorfahr vieler Jagdhundrassen, wie etwa der Münsterländer, der Deutschen Langhaar oder der Deutschen Kurzhaar. Doch Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Wachtelhunde immer seltener. Die englischen Jagdhunde wurden modern und verdrängten den Wachtelhund.

Deutscher Wachtelhundn im Portrait

Beinahe hätte es diese Rasse heute nicht mehr gegeben.

Friedrich Roberth startete auf der Suche nach diesen treuen, ausdauernden Jagdhelfern einen Aufruf in der Hundezeitschrift „Zwinger und Feld“. Mit großem Erfolg. Am Hubertustag 1903 traf sich eine kleine Gruppe von 18 Liebhabern der Rasse in München, um den Wachtelhundclub zu gründen, der bis heute, mit Unterbrechung während des zweiten Weltkriegs, unter dem Namen „Verein für Deutsche Wachtelhunde e.V. 1903“ besteht. Besonders Rudolf Frieß, ein Förster aus dem Pfälzer Wald, engagierte sich für die Erhaltung und die Zucht dieser Vollblut-Jagdhunde und ging als „Wachtelvater“ in die Geschichte ein. Nach und nach wurden die Rassestandards durch den Club festgelegt und die Zucht in geordnete Bahnen gelenkt. Auch wenn es zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur eine kleine Basis, die zehn Patriarchen genannt, gab, wurde streng ausgewählt, mit welchen Hunden weitergezüchtet wurde.

Ein Hund von Jägern für Jäger, das sollte der Deutsche Wachtelhund von Anfang an sein. Auch heute noch werden Welpen fast ausschließlich an Jäger und Förster abgegeben. In diesen Kreisen erfreut sich der Deutsche Wachtelhund anhaltender Beliebtheit über die Grenzen Deutschlands hinaus, auch wenn er ansonsten eher unbekannt ist. Der Verein für Deutsche Wachtelhunde hat inzwischen Schwestervereine in Österreich, der Schweiz, in Slowenien, der Tschechischen Republik und in Schweden. 1996 schlossen sich diese Vereine zum Internationalen Verband für Deutsche Wachtelhunde zusammen.

Wesen & Charakter vom Deutschen Wachtelhund

Der Deutsche Wachtelhund ist ein Arbeitstier – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wäre er ein Mensch, würde man ihn wohl als Workoholic bezeichnen. Er braucht die Bewegung in frischer Luft und freier Natur und seine Aufgaben als Jagdgebrauchshund. Mit seiner feinen Nase folgt er jeder Spur und stöbert jedes Wild auf. Selbst vor Wildschweinen hat der unerschrockene Deutsche Wachtelhund keine Angst und treibt sie aus ihrer Burg, wie Jäger das Versteck der Wildschweine bezeichnen. Auch der Spur von verletzten Tieren folgen sie unermüdlich. Unwegsames Gelände hält ihn nicht auf. Hat er es gefunden, teilt er das mit lautem Gebell mit oder trägt es gleich zurück zu seinem Herrchen. Hasen und Füchse sind für die kräftigen Hunde kein Problem.

Deutsche Wachtelhunde lieben es, im Wasser zu planschen und werden daher gerne bei der Enten- und Gänsejagd eingesetzt. Bei ihrer Tätigkeit sind Deutsche Wachtelhunde sehr selbständig und legen weite Wege ohne ihr Herrchen zurück. Wenn sie durch ihre Arbeit ausreichend ausgelastet werden, dann sind Deutsche Wachtelhunde ruhige, gutmütige, freundliche und sehr soziale Tiere. Sie hängen sehr an ihrem Herrchen und fühlen sich in seiner Familie wohl. Das Zusammenleben mit Kindern ist kein Problem, denn Deutsche Wachtelhunde zeigen keinerlei Aggressivität, wenn sie ausgelastet sind. Auch mit anderen Hunden ist der Deutsche Wachtelhund sozial und gut verträglich. Selbst unter Rüden kommt es in der Regel nicht zu Streitigkeiten. Imponiergehabe Geschlechtsgenossen gegenüber ist dem Deutschen Wachtelhund fremd.

Ist der Deutsche Wachtelhund ein Familienhund?

Die kurze Antwort: Nein! Ein Deutscher Wachtelhund ist ein Jagdhund, der seinen Beruf braucht. Als reiner Familienhund ist er völlig unterfordert und wird Verhaltensauffälligkeiten zeigen. In der Familie eines Jägers oder Försters, in der er seiner Rasse und seinen Fähigkeiten gemäß ausgelastet wird, wird er jedoch ein prima Verhältnis zu allen Familienmitgliedern haben und ein guter Familienhund sein. Auch Kinder mag er sehr gerne.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Deutschen Wachtelhundes

deutscher Wachtelhund von der Seite

„German Spaniel“ wird der Deutsche Wachtelhund in Großbritannien genannt. Das sagt schon viel über sein Aussehen aus, denn Spaniel und Deutscher Wachtelhund ähneln sich. Deutsche Wachtelhunde sind mittelgroße Hunde. Hündinnen erreichen eine Schulterhöhe zwischen 45 Zentimeter und 52 Zentimeter, Rüden können zwischen 48 Zentimeter und 54 Zentimeter groß werden. Dabei wiegen sie zwischen 18 und 30 Kilogramm. Ihr Gewicht ist vor allem ihrem muskulösem Körper und ihrem starken Knochenbau geschuldet, der bei den Jagden in unwegsamen Gelände unerlässlich ist. Der Körper ist etwas länger als hoch, der Kopf mäßig breit mit einer langen Schnauze. Die braunen Augen stehen ein wenig schräg, die Hängeohren beginnen gleich hinter den Augen.

Ihr Fell ist lang, kräftig mit einer dichten Unterwolle. Meist ist es glatt oder gewellt, manchmal auch gelockt. Das Haar an Beinen und an der Rute ist gefedert. Die Fellfarben kann man in zwei Gruppen unterteilen: zum einen die Hunde mit einer braunen oder, was selten vorkommt, roten Fellfarbe mit weißen Abzeichen an der Brust, zum anderen die Braun- oder Rotschimmel mit braunen oder roten Platten und Abzeichen. Schimmel bedeutet in diesem Fall, dass das weiße Fell mehr oder minder stark mit braunem Fell durchzogen ist.

Wie groß wird ein Deutscher Wachtelhund?

Rüden erreichen eine Widerristhöhe zwischen 48 Zentimeter und 54 Zentimeter, Hündinnen werden zwischen 45 Zentimeter und 52 Zentimeter groß. Deutsche Wachtelhunde werden in der Länge größer als in der Höhe.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Deutschen Wachtelhundes – Das gilt es zu beachten

Ein Deutscher Wachtelhund muss von Anfang an konsequent erzogen werden, wenn er als Welpe in die Familie des Jägers oder Försters kommt. Er muss lernen, dass Herrchen und Frauchen die Rudelführer sind und er sich ihnen unterzuordnen hat. Diese Konsequenz wird bei einem süßen Welpen schwer sein, ist aber unbedingt notwendig. Deutsche Wachtelhunde sind sehr selbständig und werden ihre eigenen Entscheidungen treffen, wenn sie nicht gelernt haben, auf ihre Menschen zu hören und darauf zu vertrauen, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen. Sie sollten daher nur in hundeerfahrene Hände.

Ein seriöser Züchter wird auch darauf achten, dass die neuen Besitzer diese Erfahrung mitbringen. Grundsätzlich werden Deutsche Wachtelhunde nur an Jäger und Förster abgegeben. Wenn die neue Familie zwar schon über Hundeerfahrung verfügt, aber noch keinen Deutschen Wachtelhund hatte, wird ein guter Züchter auch über den Kauf hinaus mit Rat und Tat zur Seite stehen.

In ihrer Ausbildung zum zuverlässigen Jagdhund müssen Deutsche Wachtelhunde verschiedene Prüfungen durchlaufen, etwa die Jugendprüfung, bei der unter anderem die Schussfestigkeit, Wasserfreude und Spursicherheit überprüft werden, oder die Gebrauchsprüfung, bei der die Deutschen Wachtelhunde unter anderem ihre Fähigkeit bei der Wasserarbeit und ihren Gehorsam unter Beweis stellen müssen. Besonders wichtig sind diese Prüfungen, wenn mit dem Hund gezüchtet werden soll. Nur, wer alle Prüfungen besteht, wird zur Zucht zugelassen.

Was kostet ein Deutscher Wachtelhund?

Ein Welpe eines Deutschen Wachtelhundes kostet zwischen 600,00 Euro und 1.100,00 Euro.

Ernährung des Deutschen Wachtelhundes

Bei einem Gebrauchshund wie dem Deutschen Wachtelhund muss das Futter an das Alter und die Leistung angepasst sein, die er erbringt. Wenn er sich mittelfristig weniger bewegt, sollte auch weniger gefüttert werden, da er sonst schnell zu Übergewicht neigt. Ideal ist eine Mischung aus hochwertigem Nass- und Trockenfutter, das ihm zweimal am Tag gereicht werden sollte. Wenn der Hund neu in die Familie kommt, sollte ihm zumindest in der ersten Zeit das Futter gegeben werden, das er auch beim Züchter bekommen hat. In den ersten Monaten seines Lebens ist ein spezielles Welpenfutter zu empfehlen. Wichtig ist in jedem Lebensalter, dass das Futter abwechslungsreich ist und er nicht jeden Tag dasselbe fressen muss.

Frisches Wasser sollte ihm immer zur Verfügung stehen. Das ist gerade auch bei langen Ausflügen wichtig. Man sollte immer eine Schüssel und eine Flasche Wasser mit dabei haben, wenn keine Bäche oder andere natürlichen Wasserquellen auf dem Weg liegen. Leckerlis werden von Hunden gerne genommen. Da ist der Deutsche Wachtelhund keine Ausnahme. Bei den Leckerlis sollte man darauf achten, dass sie zuckerfrei sind. Der Deutsche Wachtelhund freut sich auch über Knochen oder getrocknete Rinderohren, auf denen er herumkauen kann.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Deutsche Wachtelhunde sind robust und wenig anfällig für Krankheiten. Sie haben einen leichten Hang zur Hüftdysplasie, doch durch sorgfältige Selektion wird diese Anlage immer seltener. Hunde mit der Anlage werden nicht zur Zucht zugelassen, ein Grund mehr, Welpen nur bei seriösen Züchtern zu kaufen. Doch die Anlage ist nur eine Seite der Medaille. Wichtig ist auch der richtige Umgang mit dem Hund von Anfang an. Als Welpe und Junghund sollte er nicht überfordert werden.

Übergewicht ist ebenfalls ein Faktor, der die Knochen übermäßig belastet. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Der Deutsche Wachtelhund sollte jedes Jahr vorsorglich bei einem Tierarzt untersucht werden und dort die nötigen Impfungen bekommen. Bei guter Fürsorge für das Tier und der Auslastung, die er braucht, wird ein Deutscher Wachtelhund 12 bis 14 glückliche Jahre verleben können.

Wie alt wird ein Deutscher Wachtelhund?

Ein Deutscher Wachtelhund kann bis zu 14 Jahren alt werden.

Pflege des Deutschen Wachtelhundes

Deutscher Wachtelhund Welpen

Ein Deutscher Wachtelhund liebt es, ins Wasser zu springen. Meist reinigt er sich dadurch selbst, wenn er einmal wirklich schmutzig werden sollte. Doch das dichte Fell ist grundsätzlich schmutzabweisend, so dass es reicht, wenn der Hund einmal in der Woche gründlich gebürstet wird. Zur Zeit des Fellwechsels sollte das Bürsten öfter stattfinden, denn der Deutsche Wachtelhund haart sehr.

Wichtig ist zudem, dass die Ohren regelmäßig kontrolliert und vorsichtig gereinigt werden, damit sich der Schmutz, der sich unter den Schlappohren leicht ansammelt, nicht entzünden kann. An der Unterseite der behaarten Pfoten können sich leicht, besonders im Winter bei Eis und Schnee, Klümpchen bilden, die dem Hund Schmerzen bereiten. Daher müssen die Pfoten ebenfalls regelmäßig kontrolliert und im Winter gut gepflegt werden.

Deutscher Wachtelhund – Aktivitäten und Training

Um ein guter Jagdgebrauchshund zu werden, muss ein Deutscher Wachtelhund viel trainieren und entsprechende Prüfungen ablegen, die vom Verein für Deutsche Wachtelhunde ausgearbeitet und festgelegt wurden. Schon bei der Jugendprüfung muss der Deutsche Wachtelhund zum Beispiel unter Beweis stellen, dass er beim ersten Schuss nicht erschrocken wegläuft und schusssicher ist. Es folgen zwei Eignungsprüfungen und die Gebrauchsprüfung.

Deutschen Wachtelhunden liegt das Jagen im Blut, sie eignen sich nur sehr bedingt für andere Aufgaben. Allenfalls könnte er noch Arbeiten übernehmen, bei der Nasenarbeit gefordert ist. Aber auch dabei muss man bedenken, dass der Deutsche Wachtelhund das Leben in der Natur liebt und braucht.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Deutschen Wachtelhundes

„Lord-Augusta 1834 L“ kann als Stammvater der heutigen Deutschen Wachtelhunde bezeichnet werden. Nahezu alle Deutschen Wachtelhunde gehen auf ihn und die Hündinnen Baby a. d. Schanze, Fleckensteins Rieke und Wanda-Augusta zurück. Ursprünglich waren es vier Rüden und sechs Hündinnen, die die Liebhaber der Rasse Anfang des 20. Jahrhunderts auswählten, um die Rasse bewusst und nach Standard zu schützen, die sogenannten zehn Patriarchen. Nach der weiteren Auswahl blieben diese vier Hunde zurück.

Nachteile des Deutschen Wachtelhundes

Des einen Leid, des anderen Freud: Jäger sind begeistert von den Eigenschaften, die ein Deutscher Wachtelhund mitbringt. Er wird ihn auslasten können, was auch den Hund glücklich macht und seine anderen hervorragenden Eigenschaften aus ihm herausholt. Wird der Deutsche Wachtelhund aber nicht konsequent erzogen und genug ausgelastet, wird er bald Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Der selbständige Hund wird nicht gehorchen, seine eigenen Wege gehen und wildern, was er zu fassen bekommt. Er hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und wird erst nach einer gründlichen Ausbildung ohne Leine laufen können.

Passt der Deutsche Wachtelhund zu mir?

Ein Deutscher Wachtelhund ist grundsätzlich nur für Jäger und Förster geeignet. Selbst bei sportlichen Menschen, die täglich kilometerlange Spaziergänge in der Natur mit ihrem Hund unternehmen wollen und können, wird er nicht ausgelastet sein. Er möchte nicht nur neben Frauchen und Herrchen her trotten, er braucht eine Aufgabe, die ihn geistig fordert. Er möchte mitdenken, damit er seine Menschen zufriedenstellen kann. Deutsche Wachtelhund sind weder für Anfänger noch für Senioren geeignet.

Deutscher Wachtelhund liegend

Grundsätzlich eignet sich die Rasse nur für Förster und Jäger.

Keinesfalls gehört ein Deutscher Wachtelhund in eine Stadtwohnung, egal, wie groß diese ist. Für die Stadt sind Deutsche Wachtelhunde nicht geschaffen. Sie brauchen ein Leben in einer ländlichen Umgebung, ein Haus mit gesichertem Garten und viel Bewegung in der Natur.