Carolina Dog

Der Carolina Dog ist ein mittelgroßer Hund, der ursprünglich aus Amerika stammt. Er ist auch unter den Namen North American Native Dog, Indian Dog, American Dingo, Dixie Dingo, Ol‘ Yaller, Yeller Dog und Yellow Dog bekannt. Von der FCI ist der Carolina Dog nicht anerkannt, doch die Rasse findet immer mehr Freunde, auch in Deutschland. In Amerika wurde er vom UKC (United Kennel Club) als Pariahund in der Gruppe 3 eingeordnet. Carolina Dogs leben sowohl noch als Wildhunde als auch als Haushund.

Carolina Dog im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 45-61 cm
Gewicht: 15-20 kg
FCI-Gruppe:
Sektion:
Herkunftsland: South Carolina, USA
Farben: Gelb, Beige, Rötlich, Braun, Zimt, Ginger, Lohfarben
Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Geeignet als: Haus-, Begleit-, Familienhund
Sportarten:
Charakter: sozial, freundlich, fröhlich, loyal, verschmust und anhänglich
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential gering
Stärke des Haarens gering
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz und dicht
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: eher ja

Herkunft und Rassegeschichte

Die Spuren über die Herkunft des Carolina Dog verlieren sich im Dunkel prähistorischer Zeit. Vermutlich kamen sie vor rund 8.000 Jahren als Begleiter von Einwanderern über die Bering-Landbrücke von Asien nach Alaska und von dort bis in den Süden der USA. Das würde die Ähnlichkeit zum australischen Dingo erklären, den nächsten noch lebenden Verwandten des Carolina Dog. Eine andere Theorie besagt, dass die Vorfahren des Carolina Dog von Indianern gezähmte Wölfe waren.

Carolina Dog im Schnee
Das Fell des Carolina Dogs ist im Winter besonders weich und dicht.

Fest steht, dass die Hunde treue Begleiter verschiedener indianischer Stämme waren. Schon auf Höhlenzeichnungen der Indianer finden sich Abbildungen von Hunden, die dem Carolina Dog ähneln. Auch auf Zeichnungen der europäischen Einwanderer, die das Leben der Indianer skizzierten, sind die Hunde zu sehen. Wissenschaftler fanden Knochenreste, die der Knochenstruktur des Carolina Dogs ähnlich sind, in indianischen Begräbnisstätten. Als die indianischen Stämme mehr und mehr zurückgedrängt wurden, verschwanden auch ihre Hunde. Einige zogen sich in die Wildnis der unberührten Landschaft am Savannah River in South Carolina zurück und lebten dort jahrhundertelang als Wildhunde.

In den 1970er Jahren wurden sie dort durch den Biologen Dr. I. Lehr Brisbin entdeckt und erforscht. Der Biologieprofessor der Universität von Georgia machte den Carolina Dog durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannt. Er war auch der Gründer des Carolina Dog Club of America und ist heute dessen Vorsitzender. Der Club hat erreicht, dass der Carolina Dog 2017 vom American Kennel Club (AKC) als Rasse mit ihren spezifischen Merkmalen und Standards anerkannt wurde.

Wesen & Charakter vom Carolina Dog

Carolina Dogs, die noch als wilde Hunde leben, gestalten ihr Zusammenleben ähnlich wie Wölfe. Sie leben im Rudel zusammen und bilden Rudel-Hierarchien. Sie jagen gemeinsam und ziehen ihre Jungen zusammen auf. Typisch sowohl für den Wolf als auch für den Carolina Dog in der Wildnis ist das Hervorwürgen der Nahrung für ihre Welpen.

Carolina Dogs sind sehr sozial, freundlich, fröhlich, loyal, verschmust und anhänglich in der Familie, in der sie als Welpen aufgenommen wurden. Sie sind wahre Kinder-Kumpel, spielen gern und sind sehr auf ihr Rudel fixiert. Aggressiv werden sie nie, auch wenn sie Fremden gegenüber schüchtern und zurückhaltend sind. Manchmal wirken sie sogar unfreundlich. Das liegt einfach in ihrer Natur. Als wilde und verwilderte Haushunde haben sie gelernt, misstrauisch zu sein. Carolina Dogs fühlen sich auch in fremder Umgebung nicht wohl und sind dort unsicher.

Was ist ein Carolina Dog?

Der Carolina Dog ist eine Hunderasse aus South Carolina, USA.

Aussehen des Carolina Dog

Carolina Dogs gehören zu den mittelgroßen Hunderassen mit einer Schulterhöhe von 45 bis 61 Zentimeter und einem Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm. Sie haben einen leichten Körperbau, sind schlank und agil. Mit ihren hohen Beinen sind sie wendig und schnell. Das Fell ist kurz und dicht. Es fühlt sich sehr weich an. Im Winter ist es noch weicher und dichter als im Sommer. Carolina Dogs gibt es in den Farben Gelb (daher auch der Name Yellow Dog), Beige, Rötlich, Braun, Zimt, Ginger, Lohfarben und in verschiedenen Schattierungen zwischen diesen Farben. Auch Black und Tan-Färbungen sind möglich. Oft haben die Carolina Dogs auch helle Abzeichen im Gesicht, an der Kehle und an der Brust. Eine Besonderheit ihres Fells ist, dass die Carolina Dogs längere Haare auf dem Rücken, dem Widerrist und der Brust haben, die sich aufstellen, wenn sie sich aufregen.

Die Rute ist lang, säbelförmig und stark behaart. Sie dient mehr noch als bei Hunderassen, die schon länger domestiziert sind, als Kommunikationsmittel im Rudel. Besonders markant bei einem Carolina Dog ist sein keilförmiger Kopf. Hier erkennt man am deutlichsten seine Verwandtschaft zu den australischen Dingos und zu den Wölfen. Seine Schnauze ist spitz, seine Ohren groß und hoch aufgerichtet. Sie können sich in fast alle Richtungen drehen und werden passenderweise oft mit Satellitenschüsseln verglichen.

Erziehung & Haltung des Carolina Dog – Das gilt es zu beachten

Carolina Dogs sind freundlich und kennen keine Aggressivität. Sie können auch nicht damit umgehen, wenn sie in irgendeiner Form aggressiv angegangen werden. Natürlich müssen sie konsequent, aber vor allem liebevoll, mit viel Lob und ohne Strafe erzogen werden. Sie dürfen weder angeschrien noch auf andere Weise angegangen werden. Selbst laute Töne sind dem sensiblen Hund schon zu viel.

Carolina Dog Welpe
Wer einen Carolina Dog aufnehmen möchte, sollte dies bereits im Welpenalter tun.

Glücklicherweise ist das aber auch nicht nötig. Der Carolina Dog ist sehr feinfühlig und kann die Stimmung seiner Rudelmitglieder sogar an Mimik und Gestik erkennen. Und sie wollen ihrem Rudelführer unbedingt gefallen.

Auch bei Fremden kann er gut unterscheiden, ob sie es gut oder nicht so gut mit ihm meinen. Wichtig ist, dass der Carolina Dog schon als Welpe in die Familie kommt. Nur so wird er sich problemlos in die Familie einfügen. Er möchte ein Teil des Rudels sein, ein vollwertiges Mitglied und nicht so sehr ein Hund, der seinem Menschen gehorcht.

Carolina Dogs müssen langsam an all die Reize in seiner neuen Umgebung gewöhnt werden. Sie sind sonst schnell überfordert. An Freunde, die ab und an zu Besuch kommen, kann er sich am besten gewöhnen, wenn der Carolina Dog von ihnen mit Leckerlis bestochen wird.

Was alt wird ein Carolina Dog?

Ein Carolina Dog kann 12 bis 15 Jahre alt werden.

Ernährung des Carolina Dog

Der Carolina Dog stellt keine besonderen Ansprüche an sein Futter. Natürlich sollte man bei einem bewegungsfreudigen Hund auf eine hochwertige, ausgeglichene Nahrung mit genügend Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen achten.

Besonders gut eignet sich für den Hund, der noch viel von den Wildhunden in sich hat, die Ernährungsform des BARFens – als die Nahrung aus einem großen Teil rohen Fleisches sowie Obst und Gemüse. Auch Ei und hochwertiges Öl, Leinöl oder Olivenöl dürfen gerne gegeben werden. Diese Ernährung entspricht in etwa dem, was die wilden Hunde und ihre Verwandten in freier Natur fressen. Wem das regelmäßige Zubereiten zu aufwendig ist, für den gibt es die einfachere Form des CORF. Dabei wird das vorgefertigte BARF-Futter in Blöcke gepresst und tiefgekühlt verkauft. Man muss das Futter also nur noch auftauen und hat sonst keine Arbeit damit.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Carolina Dogs erfreuen sich bester Gesundheit. Die wilden Hunde haben sich durch natürliche Selektion fortgepflanzt. Nur die Starken haben überlebt und ihre Gene weitergegeben. Hunde mit Erbkrankheiten hatten keine Chance, in der Wildnis zu überleben. Taubheit, Augenprobleme, Dysplasien und andere erblich bedingte Krankheiten, die sich bei anderen Hunderassen durch intensive Zucht entwickelt haben, kommen beim Carolina Dog nicht vor. Sie können ohne Probleme 12 bis 15 Jahre ein glückliches Hundeleben führen.

Ist ein Carolina Dog als Familienhund geeignet?

Carolina Dogs sind sehr sozial und wenn sie als Welpe in der Familie aufwachsen und liebevoll erzogen werden, sind sie ideale Familienhunde. Dazu ist aber wichtig, dass er als Familienmitglied angesehen wird und nicht nur mitlaufen soll.

Pflege des Carolina Dog

Ein Carolina Dog ist sehr anspruchslos, was die Fellpflege angeht. Das kurze, dichte Fell macht fast den Eindruck, als würde es sich selbst reinigen, denn es wird selten schmutzig. Es reicht, wenn man den Carolina Dog einmal in der Woche gut durchbürstet. Mit einem Massagehandschuh macht das dem Hund besonders viel Spaß. Der verschmuste Carolina Dog wird diese ausgiebige Streicheleinheit mit Massage-Charakter besonders genießen. Während des Fellwechsels kann es sein, dass er öfter gebürstet werden muss, aber sowohl der Hund als auch sein Mensch werden viel Freude daran haben.

Carolina Dog – Aktivitäten und Training

Ein Carolina Dog ist der ideale Hund für Outdoor-Fans. Er ist gerne aktiv und für vieles offen. Ein einfacher Spaziergang ist zu wenig für die Hunderasse. Der Hund braucht zumindest täglich eine lange Wanderung. Besser für ihn ist, wenn er sich beim Hundesport austoben kann. Für Agility ist er wie geschaffen, er ist aber auch für alle andere Hundesportarten und Beschäftigungen offen.

Er liebt es, mit seiner Familie zu spielen und im Mittelpunkt zu stehen. Wichtig für ihn ist aber vor allem, dass sein Mensch oder seine Menschen bei ihm sind. Ideal für ihn ist, wenn er in einem Haus mit Garten leben kann, damit er sich immer austoben kann, wenn er möchte. Nur, wenn er sich müde gespielt hat, wird er im Haus ausgeglichen sein.

Carolina Dog mit Ball
Der Carolina Dog kann sich für jede Art von Spiel begeistern.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Carolina Dog

Carolina Dogs sind begeisterte Gärtner. Sie sind bekannt dafür, dass sie kleine konische Löcher mit ihrer Schnauze in die Erde graben. Vor allem Weibchen zeigen dieses Verhalten in den Monaten September bis Januar.

Hunde wie der Carolina Dog werden oft als Pariahunde bezeichnet. Pariahunde leben in der Nähe von Menschen, doch nicht bei ihnen. Oft sind es verwilderte Haushunde, die nicht gefüttert oder in anderer Weise gefördert werden. Sie schließen sich zu Gruppen und Rudeln zusammen. Der Begriff Paria kommt dabei aus dem Indischen. Paria, das sind die ausgestoßenen, kastenlosen Armen in der indischen Gesellschaft.

Carolina Dogs werden in den USA auch oft mit anderen Hunderassen gekreuzt, es gibt vorrangig Mischlinge mit Deutschen Schäferhunden, Huskys, Labradoren, Chow Chows oder Pitbulls.

Der Spitzname Old Yeller, den der Carolina Dog trägt, geht auf einen Film von Walt Disney aus dem Jahr 1957 zurück. Der Hund, der in diesem Film eine wichtige Rolle spielt, seinen jungen Freund oft beschützt und sein Leben für ihn einsetzt, ist zwar kein Carolina Dog, doch auch er hat die gelbliche Fellfarbe, die der Carolina Dog oft trägt.

Nachteile des Carolina Dog

Ein Carolina Dog wird die Familie, in der er aufgewachsen ist, immer als sein Rudel ansehen. Zu Menschen, die nicht zu seinem Rudel gehören, wird er nie eine so enge Bindung aufbauen. Er fühlt sich auch in seiner Umgebung am wohlsten. Eine Entscheidung für einen Carolina Dog muss daher eine Entscheidung fürs Leben sein. Er wird sich nur sehr schwer an eine andere Umgebung und noch weniger an eine neue Familie gewöhnen. Selbst ein Familienurlaub wird zur Herausforderung werden. Ein Carolina Dog wird sich weder in einer Hundepension oder bei Verwandten noch in einem Urlaubsort, den er nicht kennt, wohlfühlen.

Passt der Carolina Dog zu mir?

Ein Carolina Dog passt nicht in eine Stadtwohnung und wird dort nur unglücklich werden. Auch wenn die Wohnung groß ist – in der Stadt wird ein Carolina Dog durch all die Eindrücke ständig überfordert sein. Am wohlsten wird sich diese Hunderasse in einem Haus mit Garten auf dem Land fühlen, in dem der Hund sich nach Herzenslust austoben kann. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass das Haus und der Garten gut gesichert sind. Der Zaun sollte hoch genug sein, denn Carolina Dogs sind gut darin, hoch zu springen.

Grundsätzlich hat ein Carolina Dog aber nichts gegen Trubel, wenn dieser von seiner Familie ausgeht. Er spielt begeistert mit allen – ob Kinder oder Erwachsene. Ein Carolina Dog benötigt viel Bewegung und viel Aufmerksamkeit. Wer gerne und oft in Urlaub fährt, für den ist diese Hunderasse nicht geeignet, denn ein Carolina Dog schätzt seine vertraute Umgebung und wird in fremder Umgebung unsicher und ängstlich. Gleichzeitig ist er auch Menschen, die nicht zu seinem Rudel gehören, ängstlich und scheu gegenüber, so dass er nicht einfach durch Bekannte versorgt werden oder in einer Hundepension untergebracht werden kann.

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