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Bandscheibenvorfall beim Hund

von Michelle Holtmeyer
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Ein Bandscheibenvorfall ist für einen Hund ebenso schmerzhaft, wie für uns Menschen. Die Bandscheiben stützt die Wirbelsäule und helfen ihr dabei beweglich zu bleiben. Bei einem Diskusprolaps, so heißt der Bandscheibenvorfall in der Fachsprache, drückt die Bandscheibe auf das Rückenmark. Der Bandscheibenvorfall löst starke Schmerzen aus und eine Behandlung ist unabdingbar. Wie Du einen Bandscheibenvorfall beim Hund genau erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und warum Du für den Fall der Fälle unbedingt eine Hunde-OP Versicherung brauchst, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist ein Bandscheibenvorfall beim Hund?

Finnischer Laufhund auf Baum

Der Bandscheibenvorfall beim Hund beschreibt ein Vorfallen oder nach vorne Kippen der Bandscheibe des Hundes.

Die Diagnose „Bandscheibenvorfall“ lässt viele Hundebesitzer schnell verzweifeln. Doch leidet der Vierbeiner an einem Erkrankung im Bereich der Wirbelsäure, muss er weder sofort eingeschläfert werden noch steht ihm in jedem Fall eine Operation bevor. Die Prognose muss nicht immer etwas so schwerwiegendes bedeuten. Wichtig ist, dass Ruhe bewahrt wird und mit dem Tierarzt des Vertrauens alle Behandlungsmöglichkeiten in Ruhe besprochen werden.

Der Bandscheibenvorfall beim Hund beschreibt ein Vorfallen oder nach vorne Kippen der Bandscheibe des Hundes, wodurch ein schmerzhafter Druck auf das Rückenmark ausgeübt wird. In vielen Fällen breitet sich dieser Schmerz auf die umliegenden Nerven des peripheren und des zentralen Nervensystems aus. Um zu verstehen, was ein Bandscheibenvorfall genau ist und wie er zustande kommt, sollte man über die Anatomie des Hundes informiert sein.

Die Wirbelsäule des Hunds besteht aus sieben Halswirbeln, dreizehn Brustwirbeln, sieben Lendenwirbeln, drei Kreuzbeinwirbeln und mindestens zehn Schwanzwirbeln. Die Anzahl der Schwanzwirbel variiert von Hund zu Hund, da die Rute unterschiedlich lang sein kann. Im Allgemeinen besteht die Wirbelsäule des Hundes aus einzelnen, starren Wirbeln. Dazwischen liegen in den Wirbelzwischenräumen die sogenannten Bandscheiben.

Bandscheiben haben die Aufgabe, dass sie die Wirbel vor Abnutzung schützen und als gallertartige „Kissen“ Stöße und plötzliche Bewegungen abfedern. Insgesamt bestehen die Bandscheiben selbst aus drei Teilen, einem Kern, einem Ring und einer Übergangszone zwischen den beiden bereits genannten Teilen.

Ein Bandscheibenvorfall erfolgt meist in mehreren Schritten und kann in verschiedenen Schweregraden vorliegen. Anfangs erfolgen meist kleine Veränderungen des Gewebes, die im Laufe der Zeit zu einer geringeren Elastizität und einer Veränderung der räumlichen Lage der Bandscheibe führen können. Die Bandscheibe kippt schließlich zwischen den Wirbeln nach vorne und verursacht schmerzhaften Druck auf das Rückenmark und die umliegenden Nervenbahnen.

Das nach vorne Fallen der Bandscheibe wird unter dem Schweregrad 1 eingeordnet. Im weiterem Verlauf kann ein Prolaps den Schweregrad 2 erreichen, wobei der Bandscheibenring zerstört wird und die Bandscheibenmasse austritt. Dadurch können der Wirbelkanal und das umliegende Gewebe, so wie auch die Wirbel selbst geschädigt werden.

Symptome: Wie erkenne ich einen Bandscheibenvorfall beim Hund?

Die Symptome des Hundes hängen sehr davon ab, welche Nerven durch den Bandscheibenvorfall betroffen sind. Meist entsteht die Erkrankung durch spontane Bewegungen und verursachen plötzlich auftretende Schmerzen. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu unterschiedlichsten Symptomen kommen, die den Hund plagen.

Unabhängig vom Schweregrad des Bandscheibenvorfalls werden auch die Symptome in verschiedene Gradstufen eingeteilt, abhängig davon, welche gewerblichen und nervlichen Strukturen geschädigt worden sind:

  • Unter dem Grad 1 versteht man eine milde Äußerung der Symptome. Der Hund zeigt außer Schmerzen keine weiteren Auffälligkeiten. Er weist Abwehrverhalten auf und verspürt Schmerzen bei manchen Bewegungsabläufen, sowie bei Berührung.
  • Bei Grad 2 der Symptomatik kann es zu einer Ataxie kommen, die sich als Störung der Sensibilität und Motorik äußert. Weiters ist der Hund in diesem Stadium sehr berührungsempfindlich.
  • Unter dem Grad 3 können erste Lähmungserscheinungen auftreten, doch der Hund kann sich problemlos fortbewegen.
  • Beim Grad 4 ist der Hund nicht mehr in der Lage alleine aufzustehen oder zu gehen, ist jedoch noch nicht vollständig gelähmt.
  • Eine vollständige Lähmung tritt im Grad 5 auf. Der gelähmte Vierbeiner verspürt immer noch starke Schmerzen und Abwehrverhalten.
  • Der letzte Grad der Symptomatik ist der Grad 6. Dieser beschreibt das Stadium der vollkommen Lähmung ohne auftretende Schmerzen. Der Hund ist absolut bewegungsunfähig und zeigt kein Schmerzverhalten. Erreicht der Hund das letzte Stadium der vollkommenen Lähmung ohne Schmerzverhalten ist die Heilungschance sehr gering.

Wie erkennt man einen Bandscheibenvorfall beim Hund?

Mögliche Symptome sind Schmerzverhalten, Berührungsempfindlichkeit und Abwehrverhalten, ein starrer Nacken, Koordiationsstörungen oder Verhärtung der Rückenmuskulatur. Anhand der Haltung des Vierbeiners, etwa einer Krümmung oder Aufwölbung vom Rücken, kann ein Bandscheibenvorfall ebenso erkannt werden.

Ursachen für den Bandscheibenvorfall

Die Bandscheiben des Hundes werden im Laufe seines Lebens durch verschiedene Faktoren auf natürliche Art und Weise beansprucht. Durch die tägliche Bewegung des Hundes, die damit verbundene Kontraktion der Muskulatur, seiner Haltungsweise und seiner orthopädischen Stellung wird die Wirbelsäule auf verschiedene Art und Weise belastet. Im Zuge dessen kann es bei Belastung der Wirbelsäule zu Fehlbelastungen oder zu schädigenden, plötzlichen Belastungen kommen.

Basset Hound liegt auf grüner WieseSo kann ein Bandscheibenvorfall verursacht werden. Die Belastung der Wirbelsäule wird ebenso beeinflusst durch das Gewicht des Vierbeiners, seinem Trainingszustand und seiner damit verbundenen Bemuskelung. Hunde die sich regelmäßig vielseitig bewegen, erleiden weniger häufig einen Bandscheibenvorfall als inaktive Hunde.

Welche Hunderassen sind besonders anfällig?

Bei manchen Hunderassen kommt es, unabhängig von der Belastung der Wirbelsäule oder den körperlichen Veranlagungen, bereits in jungen Jahren zu einem Bandscheibenvorfall. Diese Hunderassen werden als chondreodystrophe Rassen bezeichnet und erleiden häufiger einen Bandscheibenvorfall als andere Fellnasen. Zu den Rassen zählen beispielsweise der Cocker Spaniel, der Pekinese, der Dackel, der Basset oder kleine Terrier-Arten.

Was diese Hunderassen im Allgemeinen verbindet, ist ihr langer Rücken und ihre proportional kurzen Beine, was dauerhaft zu einer Überbeanspruchung der Wirbelsäule führen kann. Hunderassen mit abfallender Lendenwirbelsäule oder verhältnismäßig langer Halswirbelsäule sind ebenso häufig von einem Bandscheibenvorfall betroffen.

Im Normalfall beginnt die Alterung der Bandscheiben erst im Laufe des fünften Lebensjahres, doch bei diesen Rassen geschieht schon im ersten Lebensjahr eine drastische Alterung der Wirbelsäule. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit eines Bandscheibenvorfalls höher, als bei anderen Hunden. Der Deutsche Schäferhund ist beispielsweise von diesem Bandscheibenverschleiß betroffen.

Was ist die Ursache für den Bandscheibenvorfall beim Hund?

Mögliche Ursachen für einen Diskusprolaps können Übergewicht, zu plötzliche Bewegungen, häufiges Springen oder Treppensteigen, sowie ein Unfall sein.

Diagnose des Bandscheibenvorfalls beim Hund

Der Tierarzt wird anhand der Symptome einen Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall oder andere Verletzungen der Wirbelsäule feststellen. Um seinen Verdacht zu bestätigen, wird er einige neurologische Untersuchungen durchführen, um eine möglichst sichere und klare Diagnose stellen zu können. Um die Diagnose stellen zu können, macht der Tierarzt Gebrauch von unterschiedlichen Untersuchungsmethoden, darunter etwa die Magnetresonanztomografie (MRT), die Computertomografie (CT) oder eine Myelografie.

Letzteres macht durch ein Röntgenverfahren diverse Engstellen im Kanal vom Rückenmark sichtbar – mittels Injektion eines Kontrastmittels. Durch diese Vorgehensweisen kann sich der Tierarzt ein möglichst genaues Bild schaffen und über Schwere und Grad des Bandscheibenvorfalls Auskunft geben.

Die effektivsten Behandlungsmethoden

Abhängig vom Schweregrad des Bandscheibenvorfalls kann eine richtige Behandlungsmethode ausgewählt werden. Jede Behandlung hat zum Ziel, dass der Vierbeiner dauerhaft von Schmerzen befreit wird und der Bandscheibenvorfall möglichst wenige Folgeschäden mit sich bringt. Bei einem leichten bis mittleren Bandscheibenvorfall ist eine konservative Therapie die sinnvollste. Sie besteht aus drei wichtigen Aspekten:

  • Schmerztherapie
  • Strikte Ruhighaltung
  • Physiotherapie

Diese zielt auf Schmerzlinderung durch die Gabe von Entzündungshemmern oder Muskelrelaxien, sowie von homöopathischen Mitteln oder durch Akupunktur ab. Weiter sollte so ein Abklingen der Entzündung erreicht werden und die Beweglichkeit der Gelenke wird gefördert. Die konservative Therapie hat die Lockerung der Verspannungen und Muskelaufbau zum Ziel, um möglichen Lähmungserscheinungen und Schmerzen den Kampf anzusagen.

Im letzten Schritt der konservativen Therapie wird meist Physiotherapie empfohlen, da diese die Genesungszeit massiv verkürzt und das Gewebe, sowie die Gelenke stärkt. Physiotherapie wirkt außerdem präventiv. Im Endeffekt stärkt diese Therapieform die Funktionsfähigkeit der Beine und verbessert den gesamten Bewegungsablauf des Hundes.

Bei Vorliegen eines schweren Diskusprolaps kommt der Hund meist nicht um eine Operation herum. Durch verschiedene Operationstechniken kann der Bandscheibenvorfall gemindert oder behoben werden. Da dieser Eingriff sehr anspruchsvoll und kompliziert ist, sollte er nur von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt werden. Die Kosten für den Eingriff mitsamt Behandlung können sich im vierstelligen Bereich einpendeln.

Wichtig bei jeder Behandlungsmethode ist die Nachsorge. In der Nachsorge hat bei vielen Fällen Physiotherapie einen hohen Stellenwert. Diese ermöglicht dem Hund einen besseren Genesungsverlauf und zielt auf Erhaltung der Beweglichkeit und Aufbau der Muskulatur ab.

Amerikanischer Cocker Spaniel auf der Wiese

Heilungsverlauf: Wann wird mein Hund wieder gesund?

Der Heilungsverlauf eines Bandscheibenvorfalls hängt ganz von der Behandlung, dem Schweregrad des Diskusprolaps und dem Alter des Hundes ab. Ältere Hunde haben meist eine langsamere Wundheilung, sollte eine OP stattgefunden haben. Die Heilungsdauer nach einer OP ist meist länger, als bei Durchlauf einer konventionellen Therapie.

Die konventionelle Therapie verläuft je nach Hund sehr unterschiedlich, doch sollte in sechs bis acht Wochen gute Ergebnisse aufweisen. Striktes Ruhighalten des Hundes sind für einen guten Heilungsverlauf essentiell. Treppen, das Springen auf die Couch oder in das Auto sollten strikt tabu sein, damit der Hund sich von seinem Bandscheibenvorfall erholen kann. Durch Schmerztherapie sollten die Schmerzen schon in den ersten Tagen der Behandlung gelindert werden und nach einigen Wochen Geschichte sein. Massagen und Physiotherapie beschleunigen den Heilungsverlauf der Hunde, ebenso wie stützende Hundegeschirre oder ein orthopädisches Hundebett.

Leider können durch einen Bandscheibenvorfall gesundheitliche Folgeschäden bleiben. Wird die Muskulatur nicht wieder erfolgreich aufgebaut oder die Gelenke erlangen ihre Beweglichkeit nur eingeschränkt wieder zurück, ist der Hund dem Risiko eines erneuten Bandscheibenvorfalls oder anderen Gelenksproblemen ausgesetzt. OP Narben verheilen meist problemlos, doch auch hier können Entzündungen die Gesundheit des Vierbeiners strapazieren.

Kommt es durch einen schweren Diskusprolaps zu einer Schädigung der Nerven oder vom Rückenmark, können unter anderem irreversible Schäden an den betroffenen Stellen zurückbleiben. Auch nach einer Operation kann keine vollkommene Heilung garantiert werden. Der Tierarzt wird Auskunft über den Gesundheitszustand des Hundes geben und die möglichen Vorgangsweisen gründlich erörtern.

Wie lange dauert ein Bandscheibenvorfall beim Hund?

Ein akuter Bandscheibenvorfall kann mehrere Tage bis Wochen dauern, abhängig davon wie gut der Hund auf die Behandlung anspricht und wann der Bandscheibenvorfall erkannt wird. Wird der Hund von seinen Schmerzen befreit, ist die Nachsorge sehr wichtig. Diese kann zwischen sechs bis acht Wochen dauern.

Bandscheibenvorfall beim Hund – Kosten & Versicherungsmöglichkeiten

Natürlich ist es auch mit hohen Kosten verbunden, wenn der Hund unter einem Bandscheibenvorfall leidet. Kommt es zu einer Operation kann der Halter mit einer Rechnung von bis zu 3.000 Euro rechnen.

In Fällen wie diesen empfehlen wir Dir eine Hunde-OP-Versicherung. Damit ist Dein Vierbeiner stets abgesichert und Du stehst in Notsituationen niemals vor der Entscheidung, ob Du Dir die (lebensnotwendige) Operation für Deinen Hund leisten kannst oder nicht. Denn statistisch gesehen müssen 42% aller Hund in ihrem Leben mindestens einmal operiert werden.

Die Hunde-OP Versicherung der HanseMerkur bietet Dir auch in schwierigen Zeiten eine optimale Absicherung. Diese deckt meist nicht nur die Kosten der Operation selbst ab, sondern erstattet auch die Behandlung und Unterbringung nach der Operation.

Vorbeugemaßnahmen: So kannst Du einen Bandscheibenvorfall beim Hund vermeiden

Um einem Bandscheibenvorfall präventiv entgegenzuwirken, können einige Vorkehrungen getroffen werden. Besonders bei Hunderassen, die eine lange Halswirbelsäule besitzen, sollte anstatt eines Halsbandes besser ein stützendes Brustgeschirr verwendet werden. So werden die Bandscheiben der Halswirbelsäule bei diesen Rassen entlastet.

Hunde, die einen verhältnismäßig langen Rücken besitzen, sollten an hohen Sprüngen auf das Sofa oder in das Auto gehindert werden. Häufiges Treppensteigen sollte ebenso vermieden werden. Da Übergewicht einer der Hauptursachen eines Bandscheibenvorfalls ist, sollte dies möglichst verhindert werden. Durch Übergewicht werden die Gelenke und die Bandscheiben unnötig belastet, was schwerwiegende Probleme auslösen kann. Ist der Vierbeiner von Übergewicht betroffen, sollte seine Ernährung umgestellt werden und mehr Bewegung in den Alltag einfließen. So kann eine Gewichtsreduktion erzielt werden.

In jedem Fall ist darauf zu achten, dass der Hund genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Da der Bandscheibenkern zu 80-85 % aus Wasser besteht, sollte auf eine ausreichende Hydration des Hundes geachtet werden. So kann ein reibungsloses Entströmen der Flüssigkeit in die Bandscheiben unterstützt werden und die Elastizität der gallertartigen Masse bleibt bestehen. Stöße und Reibung können so abgewehrt werden und die Wirbelsäule ist gut „gepolstert“.

Wie kann man den Bandscheibenvorfall beim Hund vorbeugen?

Vorbeugend sollte ein Hundegeschirr anstatt eines Halsbandes verwendet werden. Auf ein normales Körpergewicht des Vierbeines sollte unbedingt geachtet werden, da Übergewicht einen Bandscheibenvorfall maßgeblich bedingt. Rückartige Bewegungen und häufiges Springen, sowie Treppensteigen sollte möglichst vermieden werden. Zur Gesundheit des Hundes tragen außerdem eine gesunde und ausgewogene Ernährung, sowie reichlich Bewegung bei.

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