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Welpe Nein beibringen

von Simone Heitmann
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Ob in der verbalen oder nonverbalen Kommunikation mit Hunden, der Umgang mit der Fellnase sollte immer respektvoll und freundlich sein. Einem Welpen das „Nein“ beizubringen, gehört ebenfalls dazu. Wie Du Deinem Welpen „Nein“ beibringen kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Welpe Nein beibringen - Die Ausgangssituation

Das Zusammenleben von Mensch und Hund ist am harmonischsten, wenn klare Regeln von beiden Partnern befolgt werden. Was diese Regeln sind, bestimmt der Mensch für den Hund mit. Und da jedes Mensch-Hund-Team anders lebt, unterschiedliche Bedürfnisse hat und verschiedene Erfahrungen gemacht hat, unterscheiden sich auch die Ausgangssituationen. Da es aber nicht nur die Welt dieses einen Teams gibt, sondern auch die restliche Welt, solltest Du Deinem Hund beibringen, einige Verhaltensweisen zu unterlassen und Grenzen zu respektieren. Am besten macht man dies, indem man erwünschte Handlungen positiv bestärkt.

Der Irrtum über Dominanz

Noch heute gibt es Hundetrainer, die der Meinung sind, man müsse sich dominant gegenüber seinem Hund verhalten und Zwang ausüben, um ihm Regeln und Grenzen beizubringen. Auf den Rücken zu drehen oder zu unterwerfen, sind Hundeerziehungsmethoden aus der „Steinzeit“ und falsch. Vielmehr bringen sie den Hund dazu Angst vor seinem Menschen zu haben, verhaltensauffällig zu werden und Gewalt als Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen zu praktizieren.

Welpe Nein beibringen: Welpe liegt auf einem Fußboden

Welpe Nein beibringen - Fairness ist Trumpf

Heute arbeitet man mit der positiven Verstärkung gut gemachter Verhaltensweisen. Wenn man einem Welpen das „Nein“ beibringen wollte, müsste man ihn ja vorher in eine unerwünschte Verhaltensweise reinmanövrieren. Das ist aber nicht fair und zudem verwirrend für den Hund. Daher das unerwünschte Verhalten bereits im Vorfeld unterbinden und eine gewünschte Verhaltensweise abfordern und belohnen.

Das Zusammenleben mit Hund sollte man als eine Partnerschaft verstehen. Wenn zum Beispiel ein Welpe einzieht, kann man als fairer Partner seiner Schuhe auch im Schuhschrank verstauen und sie nicht verführerisch zum Anknabbern im Flur rumliegen lassen. Ich vermeide damit die Situation, ein unerwünschtes Verhalten zu provozieren.

Wenn Dein Hund nicht das tut, was Du von ihm möchtest oder er Deine Erwartungen nicht erfüllt, dann liegt es meist daran, dass er nicht weiß, was Du von ihm möchtest. Er daher verwirrt ist oder grade motiviert ist etwas anderes tun zu wollen oder schlicht Angst hat. Damit er also aus Menschensicht kein unerwünschtes Verhalten zeigt, muss die Fellnase eigentlich nur lernen höfflich und geduldig zu bleiben – dabei helfen ihm Regeln.

Wie bringe ich meinem Welpen das „Nein“ bei?

Bei unerwünschten Verhalten freundlich und bestimmt das Wort „Nein“ benutzen.

Das Festlegen von Regeln & Verboten - Welpe Nein beibringen

Damit Dein Welpe oder auch erwachsener Hund nun weiß, was er für Regeln lernen und befolgen soll, musst Du Dir als Mensch vorher darüber Gedanken machen. Welches Verhalten möchtest Du beim Hund unterbinden? Heiß diskutierte Themen sind oft, ob das fellige Familienmitglied das Sofa in Beschlag nehmen kann. Ob es ins Bett oder in die Küche darf. Am besten ist, dass sich die zweibeinigen Familienmitglieder eine schriftliche Liste der Do’s und Dont’s zusammenstellen, an die sich alle verbindlich zu halten haben. Denn nur so kann das vierbeinige Familienmitglied nicht in die Falle eines Verhaltens trippeln, für das er von einem geknuddelt und liebkost wird, aber von einem anderen Mitglied der Familie dafür ausgeschimpft wird. Das würde ihn nur verwirren und irritieren.

Labrador Retriever Welpe mit Herrchen

Positives und erwünschtes Verhalten bestärken

Die goldene Erziehungsregel sollte nun also in erster Linie sein, alles was der Welpe oder auch der erwachsene Hund gut macht, über den grünen Klee hinaus zu loben und zu belohnen. Das Gute dabei ist, dass Du erwünschtes Verhalten Deines Hundes anerziehen kannst, indem Du gut gemachte Situationen bewusst herbeiführen kannst. Anders ist das natürlich mit unerwünschten Verhalten.

Was ist ein Abbruchsignal?

Ein Abbruchssignal ist ein Wort und auch ein visuelles Kommando. Du benutzt es als letzte „Warnung“ vor dem Wort „Nein“. Dein Hund hat somit die Gelegenheit sich zu besinnen und dem erwünschten Verhalten wie zum Beispiel „Sitz“Dolge zu leisten.

Welpe Nein beibringen - Üben und festigen

Unerwünschtes Verhalten korrigieren durch: Ignorieren, Abbruch oder Nein-Sagen

Es ist unsinnig, ein unerwünschtes Verhalten einem Hund erst anzutrainieren, um es dann mit einem „Nein“ oder durch Ignorieren wieder zu unterbinden. Unerwünschtes Verhalten muss also immer umgehend aus der Situation heraus korrigiert werden. Alles andere wäre unfair.

Ein unerwünschtes Verhalten, dass viele junge Hunde zeigen, ist das Hochspringen, wenn sie sich freuen. Diesem Verhalten solltest du am besten mit Ignoranz und ohne Augenkontakt zum Hund begegnen. Erst wenn der Vierbeiner sich wieder beruhigt hat, kannst Du ihm den Befehl „Sitz“ geben und dies mit einem Leckerli belohnen. Was lernt er dabei? Hochspringen bringt rein gar nichts. Aber bei „Sitz“ gibt es ein Leckerli. Sitz ist also das erwünschte Verhalten, bei Begegnungen mit Menschen.

Wenn es die Regel gibt, der Hund darf nicht in die Küche, muss man ihm dies verdeutlichen, bevor er die Küche betritt. Wenn Du also in die Küche gehst, beobachte genau Deinen Hund, ob er Dir folgt. Wenn nicht, ist das gut und Du brauchst nichts zu tun. Wenn doch, stopp ihn vor der Küchentür mit einem freundlichen, aber bestimmten „Stopp“. Gib dazu auch gleich ein visuelles Signal, indem Du ihm die Innenseite Deiner Hand als Stoppzeichen entgegenhältst. Gib ihm dann sodann das Kommando „Sitz“ mit dem visuellen Kommando des erhobenen Zeigefingers. Wenn er dieses Kommando befolgt, wird dieses positive und richtige Verhalten gelobt und mit einem Leckerli belohnt.

Beispiel für ein „Nein“:

Trippelt der Hund nun doch in die Küche, wird ein deutlich vernehmbares „Nein“ ausgesprochen. Der Hund wird an die Küchentür zurückgeschickt und dort ins „Sitz“ gebracht. Das „Sitz“ wird als positives Verhalten umgehend belohnt.

Welches Wort als Abbruchsignal?

Das Wort „Stopp“ eignet sich gut als Abbruchsignal, da es zuerst zischend und dann knallend mit den Lippen geformt wird. Das lässt Hunde aufhorchen.

Häufige Fehler beim Kommando "Nein"

„Nein“ nicht inflationär benutzen

Ein häufiger Fehler bei der Erziehung von Hunden ist, dass das Wort „Nein“ zu oft gebraucht wird und es sich abnutzt. Versuche es möglichst wenig zu benutzen, indem Du gewünschtes Verhalten des Hundes belohnst. Hunde merken recht schnell, mit welchem Verhalten sie bei ihrem Menschen durchkommen und erfolgreich in ihrem Sinn sind. Als Mensch hast Du die Aufgabe, Deinem Hund zu unterstützen, ein gutes Verhalten an den Tag zu legen.

Versuch daher das Wort „Nein“ nur zu gebrauchen, wenn Du merkst, dass Du Deinem Hund damit hilfst ein unerwünschtes Verhalten zu unterlassen.

Frust vermeiden

Um Frust durch ständiges „Nein“ sagen beim Hund zu vermeiden, sollte es wenig eingesetzt werden. Wenn es dann doch nötig wird, solltest du im direkten Anschluss von der Fellnase etwas verlangen, von dem Du weißt, dass er es schon richtig gut kann. Dieses Verhalten wird sodann wieder belohnt und bestärkt. Sollte Dein Welpe eine geringe Toleranzschwelle für Frustration haben, lass Dich davon weder beeindrucken noch in die Knie zwingen. Bleib ruhig, freundlich und konsequent in Deiner Erziehung und verhalte Dich wie ein gelassener und erfahrener Rudelführer.

Abbruchsignal „Stopp“

Damit das Wort „Nein“ für Deinen Hund nicht an Bedeutung verliert, solltest Du Dir für unerwünschte Handlungen ein Abbruchsignal überlegen, dass Du rufst, bevor das ultimative „Nein“ kommt. Oftmals wird dafür das Wort „Stopp“ genutzt. Es soll den Hund davor befahren, in eine Situation zu geraten, die unerwünscht ist.

Wie oft sollte man „Nein“ benutzen?

„Nein“ ist ein Wort, dass in der Erziehung möglichst wenig benutzt werden sollte. Besser ist unerwünschtes Verhalten bereits im Vorfeld zu erkennen und in ein gewünschtes Verhalten umzulenken.

Welpe Nein beibringen - Fazit

Ein „Nein“ ist der letzte Versuch, den Hund vor einer unerwünschten Handlung zu stoppen. „Nein“ sollte nicht inflationär benutzt werden, damit kein Frust beim Welpen entsteht. Bevor man „Nein“ zu einer unerwünschten Handlung sagt, ist es meist schon sehr hilfreich als Abbruchsignal ein „Stopp“ zu sagen. Sodann sollte eine erwünschte Handlung, wie zum Beispiel „Sitz“ abgefordert werden. Dieses positive Verhalten wird dann umgehend belohnt. Dominate Erziehungsmethoden verunsichern Hunde, fördern Verhaltensauffälligkeiten und Angst gegenüber seinem Menschen.

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