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Wasserrute beim Hund – Das musst Du wissen

von Simone Heitmann
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Kennst du das? Dein Hund kommt nach dem Toben aus dem Wasser und später hat er plötzlich eine abgeknickte Rute? Dann kann es sein, dass er eine Wasserrute bekommen hat. Erfahre in diesem Artikel mehr über diesen schmerzhaften Zustand der Rute, wie Du die Erkrankungen erkennen kannst und was Du gegen eine Wasserrute beim Hund tun musst.

Wasserrute Hund: Krankheitssteckbrief

Was ist eine Wasserrute beim Hund und wie entsteht sie?

Viele Hunde lieben Wasser. Der Badespaß im Sommer gehört einfach für viele Hunde und ihre Menschen dazu. Ob im Meer, im See oder in einem Bach, das Herumtollen, Apportieren und Schwimmen im kühlen Nass ist großartig. Doch leider kann so ein Vergnügen für einige Hunde sehr schmerzhaft enden. Die Wasserrute ist eine gar nicht so seltene Erkrankung, die ein paar Stunden später nach einem ausgiebigen Schwimmen und Spielen im Wasser auftreten kann. Meist wurde das Badevergnügen massiv übertrieben, sei es durch zu wildes Spielen oder zu langes Schwimmen im Wasser

Der Hund bekommt dann nach ein paar Stunden plötzlich Schmerzen am Rutenansatz und die Rute steht am Ansatz waagerecht ab und hängt mit der Spitze wie gelähmt nach unten. Die Wasserrute wird daher auch Hammelschwanz, schlaffe Rute, Kalte-Wasser-Rute oder auch tote Rute genannt. Der medizinische Fachausdruck dafür heißt Kokzygeale Myopathie. Aber auch Hunde, die nicht im Wasser waren, können eine Wasserrute bekommen. Zum Beispiel bei Überbeanspruchung im Hundesport oder auch bei Jagdhunden, die von einem Jagdeinsatz kommen.

Wie sieht eine Wasserrute beim Hund aus?

Der Ansatz der Rute steht waagerecht ab und knickt dann nach unten ab.

Die typischen Symptome einer Wasserrute

Es gibt mehrere Symptome einer Wasserrute beim Hund: Die erst abstehende und dann runterhängende Rute ist ein deutlich sichtbares Zeichen einer Wasserrute. Auch kann der Hund die Rute nicht mehr heben oder mit ihr wedeln. Auch kann das Fell am Rutenansatz gesträubt sein und oftmals kann oder traut sich der betroffene Vierbeiner nicht mehr Kot oder Urin abzusetzen, weil er die Schmerzen am Popo nicht erklären kann. Auch das Hinsetzen wird mit einer Wasserrute ein Problem. Daher wird dann der sogenannte Welpensitz eingenommen, der durch ein gekipptes Becken beim Sitzen weniger starke Schmerzen verursacht. Bei einem Menschen wären die Schmerzen vergleichbar mit einem Hexenschuss. Durch die Schmerzen können aggressive, aber auch depressive Verhaltensmuster auftreten.

Wasserrute beim Hund

Die erst abstehende und dann runterhängende Rute ist ein deutlich sichtbares Zeichen einer Wasserrute.

Ursachen einer Wasserrute beim Hund

Die genauen Ursachen einer Wasserrute sind leider noch nicht zu 100 Prozent erforscht. Doch es gibt die Annahme, dass durch die körperliche Überbeanspruchung der Rücken- und Rutenmuskulatur beim Schwimmen, im kalten Wasser, im Hundesport oder auf der Jagd es zu einer Muskelentzündung in der Rute des Hundes kommt

Daraus resultiert, so die Annahme, dass die Muskulatur in der Rute schlecht durchblutet wird. Eine mangelnde Blutversorgung (Ischämie) der Schwanzmuskulatur (kaudale Myopathie) führt dann zur Lähmung. Ein solches Micro-Traumata der Muskelfasern in der Rute verursacht Schmerzen und Schwellungen und muss der Tierärztin oder dem Tierarzt vorgestellt werden.

Wie entsteht eine Wasserrute beim Hund?

Durch zu lange körperliche Überanstrengung im Wasser.

Behandlung und Therapie einer Wasserrute 

Eine fachlich-medizinische Untersuchung ist bei einem Verdacht auf Wasserrute bei Hunden unumgänglich. Nicht nur, dass der betroffene Hund schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente bekommen muss, sondern es muss auch untersucht werden, ob eventuell ein Rutenwirbel gebrochen ist.

In Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt, hilft es auch, den Hund am Rücken und Rutenansatz warmzuhalten. Mithilfe von einer Wärmflasche, einem warmen Kirschkissen oder einer Wärmelampe an den betroffenen Stellen kann der Heilungsprozess unterstützt werden. Es muss aber aufgepasst werden, dass es nicht zu warm oder gar zu heiß für den Hund wird. Hunde haben ein anderes Wärmeempfinden und was wir für schön mollig halten, kann für unsere Vierbeiner schon unerträglich sein.

Wird die Wasserrute medizinisch behandelt, klingen in den meisten Fällen die Beschwerden innerhalb von einer Woche ab und es gibt keine Folgeschäden beim Hund. In schlimmen Fällen kann es unter Umständen dazu kommen, dass der Hund mit einer Physiotherapie behandelt werden muss.

Was hilft bei einer Wasserrute beim Hund?

Bei einer Wasserrute benötigt der Hunde Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und Wärme.

Diese Hunderassen sind besonders oft betroffen

Eine Wasserrute ist nicht spezifisch an einer Hunderasse festzumachen. Es liegt vielmehr an der Vorliebe, bei jeder Witterung und Temperatur im Wasser zu spielen, zu toben und zu schwimmen. Oder eben bei kaltem und nassem Wetter zu arbeiten wie Hüte- oder Jagdhunde. Unter dieser Prämisse und aufgrund ihrer Vorliebe für Wasser und extrem körperlich anstrengenden Einsätzen sind daher Labradore, Retriever, Magyar Viszla, Beagle oder Setterrassen anfälliger als Hunde, die schon bei einer Pfütze die Flucht ergreifen.

Auffällig ist jedoch, dass größere Hunde häufiger von einer Wasserrute betroffen sind als kleinere. Rüden mehr als Hündinnen, Rassen, die die Rute sehr weit nach oben tragen oder Hunde, die aktive Schwanzwedler bei jeder Gelegenheit sind.

Wasserrute bei zwei Hunden

Bei einer Wasserrute benötigt der Hunde Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und Wärme.

Wie lange dauert eine Wasserrute beim Hund?

Das Abklingen einer Wasserrute dauert ein paar Tage. Innerhalb einer Woche sollte er aber wieder symptomfrei sein.

Wasserrute beim Hund vorbeugen

Wenn nun die Ursachen für eine Wasserrute bekannt sind, liegt es nah, dementsprechend seinen Hund davor zu schützen. Das heißt, als Mensch ist man dafür verantwortlich und muss darauf achten, dass der Hund nicht zu lange im Wasser ist und sich dabei körperlich verausgabt. An kalten Tagen oder im Winter sollte ganz darauf verzichtet werden, den Hund ins Wasser zu lassen.

Ebenso sollte bei kalten Regen ein Regenmantel getragen werden. Und nicht nur für sehr junge oder alte Hunde ist ein Wintermantel bei Temperaturen unter 0 Grad ein Wärmeschutz für Rücken und Rutenansatz. Ebenso sollte an warmen Tagen darauf geachtet werden, dass der Hund sich nach dem Badevergnügen ordentlich trocken schüttelt oder abgerubbelt wird und nicht mit nassem, triefendem Fell weiterläuft. Aber auch zu Hause nach dem Abduschen oder Baden hilft ein Bademantel, um nicht auszukühlen. Und ganz nebenbei bleiben auch die Wände beim Schütteln des Hundes sauber.

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