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Spondylose beim Hund – Degeneration der Wirbelsäule

von Michael Hein
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Jeder Hundehalter wünscht sich, dass sein Vierbeiner bis ins hohe Alter gesund und fit bleibt. Mit gesunder Ernährung, Pflege, ausreichend Bewegung und regelmäßigen Check-ups beim Tierarzt unterstützt der Hundehalter die Gesundheit des Tieres maßgeblich. Auch wenn der Hund vom Züchter kommt und die Elterntiere auf Erbkrankheiten untersucht wurden, können viel dieser Gebrechen vermieden werden. Manche Erkrankungen können jedoch auch bei bester Haltung nicht ausgeschlossen werden. Spondylose beim Hund zählt zum Beispiel zu den häufigsten Erkrankungen bei älteren Hunden. Dennoch kann auch vorbeugend gegen Spondylose gearbeitet werden. Was Spondylose beim Hund genau ist, wie Du sie vermeiden kannst und wie sich die Erkrankung behandeln lässt, wollen wir in diesem Beitrag näher behandeln.

Eins sei vorab gesagt: Spondylose beim Hund ist kein Todesurteil und bei guter Behandlung können dem Tier auch die ärgsten Schmerzen genommen werden. So hat auch ein Hund mit Spondylose noch einige wunderbare Jahre vor sich. 

Spondylose (Hund): Krankheitssteckbrief

Spondylose beim Hund – Was ist das?

Bei der Spondylose beim Hund handelt es sich um eine sogenannte degenerative Erkrankung der Wirbelsäule. Betroffen können sowohl Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und auch die Lendenwirbelsäule sein. Häufig nennt man diese Erkrankung auch Arthrose oder spezifisch Wirbelgelenksarthrose. Die Wirbelsäule versteift sich und der Hund leidet unter Schmerzen. Wenn der Körper des Hundes seine Wirbelsäule nicht mehr ausreichend mittels Sehnen, Bänder und Muskulatur selbst stützen und entlasten kann, tritt eine Art Selbstschutz in Kraft. 

Die Wirbelkörper und die Knochen der Wirbelsäule bilden Spangen aus und verdichten sich. So kann die Stabilität des Bewegungsapparats gewährleistet werden. Diese Spangen sind knöcherne Spondylophyten, die meist an der unteren Seite der Wirbelsäule wachsen. Diese schaffen eine neue Verbindung zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie fungieren wie starre Brücken zwischen den Wirbeln. Dies hilft natürlich der Stabilität, beeinträchtigt aber auch die Bewegung. Mit der Zeit kann sich so die gesamte Wirbelsäule versteifen. Da diese Spangen original nicht hingehören, können diese auf Nerven drücken oder auch an Gelenken reiben. Durch Druck und Reibung kommt es nicht nur zu Schmerzen, es entstehen auch Entzündungen. Der Hund kann sich immer weniger bewegen, was sich auch auf seinen gesamten Gang auswirkt.

Was bedeutet Spondylose beim Hund?

Spondylose beim Hund bedeutet, dass sich die Wirbelsäule mit der Zeit verknöchert und steif wird. Der Hund wird bei fortschreitender Krankheit immer bewegungsunfähiger. 

Symptome und Anzeichen von Spondylose beim Hund

Wenn Du Deinen Hund gut kennst, dann merkst Du garantiert sofort, wenn etwas nicht stimmt oder wenn sich etwas beim geliebten Tier verändert. Die ersten Anzeichen einer Spondylose kann eine Empfindlichkeit des Hundes gegenüber Berührungen sein. Wenn Du Deinen Hund entlang der Wirbelsäule streichelst und er mit Jaulen oder Knurren reagiert, so werden bei Dir die Alarmglocken läuten.

Du erkennst die Symptome auch, wenn sich der Vierbeiner beim Aufstehen und auch beim Hinlegen immer schwerer tut. Man erkennt sehr deutlich, dass der Körper des Vierbeiners irgendwie steif wirkt. Auch beim Gehen und Laufen ist diese Steifheit bemerkbar. Bei Rüden kann es auch dazu führen, dass diese das Beinchen beim Pinkeln nicht mehr wie normal ordentlich heben können. Wenn sich der Hund plötzlich nicht mehr gerne bewegt, kann dies auch ein Hinweis sein, dass etwas nicht in Ordnung ist und er Schmerzen hat. Es kann zu Problemen beim Treppensteigen führen, der Hund kann die Stufen ins obere Geschoss nicht mehr laufen und auch in den Kofferraum des Autos mag er auf einmal nicht mehr springen.

Wenn der Hund seine Hinterpfoten plötzlich immer falsch hält und er im Stehen oder Sitzen instabil wirkt, ist dies auch ein Indiz für Spondylose. Die Rückenmuskulatur ist stark verspannt und kann sich dadurch auch optisch wölben. Weiter kann es zu zittern und leichten Lähmungserscheinungen führen, der Hund humpelt oder zieht immer häufiger ein Bein nach. Es kann auch vorkommen, dass der Hund zum Schlafen lange nicht die passende Position findet, sich immer wieder dreht und wendet und zwischendurch auch vor Schmerzen quietscht. Sollten eine oder mehrere dieser Symptome auftreten, solltest Du unbedingt rasch einen Tierarzt aufsuchen.

Spondylose: Hund auf dem Rasen

Wenn Du Deinen Hund entlang der Wirbelsäule streichelst und er mit Jaulen oder Knurren reagiert, so werden bei Dir die Alarmglocken läuten.

Ursachen von Spondylose beim Hund

Am häufigsten sind große und schwere Rassen von Spondylose betroffen. Spondylose ist eine Alterserscheinung, kann aber auch schon früher auftreten, wenn das Stützgewebe der Tiere schlecht ausgeprägt ist. Es wird stets geraten, dass Welpen und Junghunde nicht überlastet werden sollen. Nicht grundlos sagt man, dass die Tiere, vor allem große und schwere Hunderassen, nicht zu viele Stufen laufen sollen, nicht von hohen Stellen auf harten Untergrund springen dürfen und auch nicht ohne Hunderampe ins Auto gelangen sollten.

All diese Überlastungen in jungen Jahren können auf Dauer und im Alter zu Spondylose führen. Es kann aber auch eine genetische Veranlagung sein, die zur Spondylose führt. Daher ist es wichtig, dass vor dem Decken immer beide Elterntiere auf Gendefekte untersucht werden.

Übergewicht ist ebenfalls ein Risikofaktor und sollte vermieden werden. Gebrauchs- und Arbeitshunde erkranken auch häufiger an Spondylose, da sie im Laufe ihres Lebens zu stark beansprucht wurden. Spondylose kann auch als Verschleiß bezeichnet werden. 

Vermeintlich moderne aber unnatürliche Körperformen, die manchen Hunden angezüchtet werden, sind auch Auslöser, dass Spondylose bei den Tieren auftritt. Hier ist der Deutsche Schäferhund das beste Beispiel dafür.

Was tun bei Spondylose beim Hund?

Wenn der Verdacht einer Spondylose auftritt, solltest Du sofort einen Tierarzt aufsuchen und den Hund röntgen lassen. So kann eine exakte Diagnose gestellt werden. 

Spondylose Diagnose – So wird Spondylose festgestellt

Wenn Du bei Deinem Hund einige dieser Symptome bemerkst, solltest Du den Tierarzt aufsuchen. Sprich ihn direkt auf deine Befürchtung an. Der Tierarzt kontrolliert nun die Gangart des Tieres und tastet die Wirbelsäule ab. Um alle anderen Krankheiten als Ursachen auszuschließen und den genauen Grad der Spondylose festzustellen, wird ein Röntgen durchgeführt. Auf dem Röntgenbild lässt sich die Verknöcherung der einzelnen Wirbel deutlich erkennen. So kann auch festgestellt werden, wie weit fortgeschritten die Spondylose bereits ist.

Die Spondylose beim Hund wird in Schweregrade von 0 bis 4 festgelegt. Grad 0 bedeutet, der Hund ist frei von Spondylose. Grad 1 bezeichnet eine leichte Form der Spondylose. Es sind bereits Knochenzacken an den Wirbeln sichtbar. Grad 2 ist eine mittlere Form und die Knochenzacken sind stärker ausgeprägt. Hier spricht man von sogenannten Papageienschnäbeln. Bei Grad 3 handelt es sich bereits um eine schwere Form der Spondylose. Die Brücken zwischen den Wirbeln sind bereits stark ausgeprägt, sichtbar und isoliert. Bei Grad 4 handelt es sich um die schwerste Form dieser Erkrankung. Es haben sich bereits geschlossene Knochenplatten ausgebildet. Dies wird als Bambuswirbelsäule bezeichnet.

Spondylose: Hund liegt auf dem Boden

Mithilfe eines Röntgens kann festgestellt werden, wie weit fortgeschritten die Spondylose bereits ist.

Therapie- und Behandlungsmöglichkeit der Spondylose

Spondylose lässt sich zwar nicht heilen oder rückgängig machen. Es ist jedoch möglich das Fortschreiten der Krankheit zu unterbinden und dem Hund die Schmerzen zu nehmen. Vor allem ist wichtig, dass durch die Behandlung keine weiteren Schübe mehr auftreten. Wichtig ist, dass die Schmerzen und eventuelle Entzündungen behandelt werden. Dafür verschreibt der Tierarzt schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Alternativ oder zusätzlich kann zum Beispiel auch CBD für den Hund gegeben werden. Kläre dies aber unbedingt mit deinem Tierarzt ab. Viele Hundehalter schwören jedoch auf dieses nicht psychoaktive Hanföl bei Spondylose beim Hund.

Physiotherapie ist auch ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Hierbei ist es wichtig, dass die Muskulatur des Tieres wieder aufgebaut und gestärkt wird. Als sehr gut haben sich hier Laufbänder unter Wasser gezeigt. Auch spezielle Massagen und vorsichtige Bewegungen sind wirkungsvoll. Es sollten immer Übungen gemacht werden, die den Körper des Hundes entlasten. 

Wenn die Verknöcherungen bereits stark auf die Nerven drücken, ist in manchen Fällen auch eine Operation möglich. Hier wird seitlich oder an der Rückseite des Wirbelbogens operiert. Dabei wird für den Nerv mehr Platz geschaffen. Nach dieser Operation steht ebenfalls Physiotherapie auf dem Plan und der Hund muss sich konsequent schonen.

Ist Spondylose schmerzhaft?

Ja, Spondylose ist für Hunde sehr schmerzhaft. Daher ist es wichtig, dass Du den Vierbeiner sowohl mit Medikamenten als auch mit Therapie und Hilfsmitteln unterstützt. Neben Schmerz- und Entzündungshemmer ist meist eine Physiotherapie absolut wirkungsvoll. Achte auf eine gesunde Ernährung. Wenn der Vierbeiner übergewichtig ist, solltet ihr sofort die überschüssigen Kilos loswerden. Zudem sind Nahrungsergänzungsmittel für Hunde wichtig, welche die Gelenke unterstützen und die Zellen und das Immunsystem schützen.

Spondylose beim Hund vorbeugen – Prophylaxe durch Futter, Medikamente & Hausmittel

Die wichtigsten zwei Faktoren sind das Gewicht und die Belastung. Wenn Du stets darauf achtest, dass Dein Hund immer sein Idealgewicht hat, ist ein Risikofaktor bereits ausgeschlossen. Zudem solltest Du darauf achten, dass Dein Vierbeiner nicht zu sehr belastet wird. Vor allem für große Hunde ist eine Hunderampe ein Must-have, wenn ihr häufig zusammen im Auto unterwegs seid.

Unsere Empfehlung für dich: 

 

Große und schwere Hunde wie Doggen und Co. sollten nicht unbedingt viele Stufen steigen und hohe Sprünge ausführen. Ebenso solltest Du bei zu wilden Spielen aufpassen. Spiele, bei welchen der Hund abrupt stoppen muss, sind tabu. Auch Tricks wie auf den Hinterbeinen gehen solltet ihr unterlassen. Damit Dein Hund nach wie vor auf die Couch gelangen kann, kannst Du ihm auch hier eine Rampe anbringen. 

Kälte und Nässe tragen außerdem zum Fortschreiten der Spondylose bei. Zudem spürt der Hund bei kaltem Wetter die Schmerzen stärker. Daher sollten betroffene Hunde bei Schmuddelwetter immer einen schützenden Mantel tragen. 

Schau doch mal hier vorbei:

Wenn Du einen sehr aktiven Hund hast und ihr viel Hundesport macht, so achte darauf, dass sich der Vierbeiner vor dem Sport immer ordentlich aufwärmt. Auch hier sollte die Muskulatur vor allem bei Kälte mit einem Pullover warm gehalten werden. Passe auch auf, dass ihr immer Übungen durchführt, welche die Muskulatur stärken.

Ein weiterer Punkt ist das Geschirr. Schlecht sitzende Geschirre führen zu einer Fehlhaltung. Durch Fehlstellungen wird Spondylose beim Hund ebenfalls begünstigt. Dein Vierbeiner sollte also immer ein perfekt angepasstes Geschirr tragen, das nirgends drückt, einengt oder natürliche Bewegungsabläufe hemmt.

Auch Hunde können Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Es gibt einige Mittel, welche als sogenannte Gelenknährstoffe bezeichnet werden. Zu ihnen zählen Glucosamin und Chondroitin. Auch Traubenkern-Extrakt, Spirulina, Sanddorn, Algen und Kalk sowie Mumijo sind Zusatzstoffe in puncto Ernährung, die das Immunsystem und die Zellfunktion des Hundes unterstützen. 

Bei Spondylose solltest Du Deinem Hund auch unbedingt ein ergonomisches Hundebett besorgen. Am besten sind hier Betten aus Memory Foam, welche sich dem Körper anpassen und die Wirbelsäule gezielt unterstützen.

Unsere Empfehlungen für dich:

Sind die Hinterläufe bereits stark von Lähmung betroffen, so gibt es die Möglichkeit, dem Hund eine Art Rollstuhl anpassen zu lassen. So kann er noch so lange als möglich etwas mobiler bleiben. Wenn der Hund auch ohne Rollwagen rutscht und sich gut fortbewegt, solltest Du darauf achten, dass er sich an speziellen Stellen nicht aufscheuert. Durch das Rutschen kommt es häufig zu Abschürfungen am Hinterteil. Durch Polsterungen kannst Du diese Scheuerstellen vermeiden.

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