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Japan Chin

von Kolja von edogs
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Der Japan Chin ist vor allem bei Hundeanfängern, Familien und Senioren sehr beliebt. Für den Alltag, den kurzen Spaziergang in der Stadt oder einen Besuch bei Freunden ist das Tier wie geschaffen. Ein große Sportler ist der Japan Chin Hund allerdings nicht. Der Japan Chin gehört zur FCI-Gruppe 9. Die Hunderasse wird der Sektion 8 zugeordnet. Was das Tier so besonders macht, verrät das Rasseportrait.

Japan Chin im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 20-28 cm
Gewicht: 1,5-4 kg
FCI-Gruppe: 9: Gesellschafts- und Begleithunde
Sektion: 8: Japanische Spaniel und Pekingesen
Herkunftsland: Japan
Farben: Rot-Weiß, Schwarz-Weiß, Zitrone-Weiß, Dreifarbig, Sable-Weiß
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Begleit- und Wohnungshund
Sportarten:
Charakter: Liebevoll, Aufmerksam, Loyal, Intelligent, Unabhängig
Auslaufbedürfnisse: eher gering
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: mittel
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: seidig, gerade und lang
Kinderfreundlich: mittel
Familienhund: mittel
Sozial: mittel

Herkunft und Rassegeschichte

Die genaue Herkunft der Hunderasse Japan Chin ist bis heute umstritten. Die Quellen beziehen sich dabei entweder auf eine chinesische oder koreanische Herkunftsgeschichte, wobei der Hund über buddhistische Mönche nach Japan gekommen sein soll. Erzählungen nach könnte der Japan Chin auch ein Geschenk koreanischer Gesandter an den japanischen Kaiser 732 n. Chr. gewesen sein.

Einig ist man sich hingegen über die Kreise, in denen die Hunderasse gehalten wurde: der Kreis adliger Geschlechter. Wie der Pekinese war das Tier nur den höchsten Kreisen adliger Geschlechter vorbehalten. Die Verehrung dieser Hunderasse zeigte sich in Extremen, die mit einer artgerechten Hundehaltung nichts mehr zu tun haben. Kleine Exemplare der Japan Chins wurden teilweise in vergoldeten Käfigen gehalten. Auch die Anbetung des kleinen Vierbeiners stand auf der täglichen Tagesordnung des kulturellen Lebens in Japan.

Obwohl es strengstens verboten war, die Rasse zu exportieren, setzte sich ein englischer Kommandant über dieses Verbot hinweg. Er schmuggelte einige Exemplare nach England. Das erste offizielle Geschenk war der Japan Chin für Deutschland im Jahr 1890. Die japanische Kaiserin schenkte der deutschen Kaiserin Auguste von Deutschland ein reinrassiges Japan Chin Paar. Im selben Jahrhundert erreichte der flauschige Schoßhund mit dem breiten Gesichtsschädel und der kurzen Nase auch die USA. Dort wurde er in den 70er Jahren auch japanischer Spaniel genannt.

Woher kommt der Japan Chin?

Die genaue Herkunft des Japan Chins ist umstritten. Einige Quellen vermuten eine koreanische Abstammung, andere sehen die Wurzeln in China.

Wesen & Charakter vom Japan Chin

Japan Chin Kopf

Der Japan Chin gilt als sehr anpassungsfähig, er ist ruhig und verschmust.

Der Japan Chin verfügt über ein außerordentliches anpassungsfähiges Wesen. Das gilt sowohl für das Alltagsleben als auch für die Lebensgestaltung des Besitzers. Wie es sich für einen in gesellschaftlichen Kreisen gern gesehenen Schoßhund gehört, zeigt er sich ruhig und verschmust. Außerdem verhält sich das Tier gemäß seiner Herkunft geradezu vornehm. Besucher meldet der Vierbeiner mit seinem zarten Stimmchen zuverlässig und unaufdringlich. Übertriebene Nervosität oder Aggressivität ist dieser Hunderasse fremd.

Obwohl der Japan Chin nicht als aufdringlich gilt, braucht der Hund viel Aufmerksamkeit. Gemäß seines Ursprungs liegt es in seiner Natur, im Mittelpunkt zu stehen. Die Hunderasse sollte daher nicht zu lange alleine gelassen werden. Das Tier mit den kurzen Beinen braucht keine übertriebenen sportlichen Aktivitäten. Dafür ist der Hundekörper nicht geschaffen. Vielmehr reichen Spaziergänge aus. Was Platzverhältnisse angeht, ist der Japan Chin anspruchslos. Aus diesem Grund kann das flauschige Wesen in einer Wohnung in der Stadt ohne Probleme gehalten werden. Dabei muss es sich nicht einmal um eine große Wohnung handeln.

Sein „will to please“ macht den Hund leicht erziehbar. Darüber hinaus zeigt er sich gelehrig und anpassungsfähig. Gibt man dem ruhigen Begleiter einen kleinen Ball zum Spielen, entpuppt sich das Tier als verspielt und lebhaft.

Inhaltsverzeichnis

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Japan Chin

Charakteristisch für diese kleine Hunderasse ist das weiche und seidige Fell, das viel Pflege bedarf. Dieses ist entweder schwarz und weiß, rot und weiß oder dreifarbig in den Tönen schwarz, weiß und rot.

Insgesamt handelt es sich um einen zierlichen Hund, der lediglich einen Größe von 20-25 cm aufweist und 2-6 kg wiegt. Der Körperbau ist quadratisch, sodass Körperlänge und Widerristhöhe in etwa gleich sind. Hündinnen haben dabei einen minimal längeren Körper als die Rüden. Auffällig sind zudem die weit auseinander stehenden Augen, die sich auf einer Linie mit der Nase befinden.

Wie groß wird ein Japan Chin?

Der Japan Chin erreicht eine Größe von 20 bis 25 cm.

Erziehung & Haltung des Japan Chins – Das gilt es zu beachten

Leichter als mit einem Schoßhündchen, das schon immer adlige Kreise gewohnt war, kann man es nicht haben. Vor allem bei der Erziehung macht sich das bemerkbar. Von anderen kleinen Hunderassen hört der Hundefreund jedoch oft das Gegenteil: Aufmüpfiges bis lautes Verhalten stehen bei einigen kleinen Vierbeinern auf der Tagesordnung. Dabei machen sie sich größer als sie eigentlich sind. Ein solches Verhalten braucht der Interessent nicht zu fürchten. Das heißt: Mit Nachbarn in einem Wohnhaus wird es keine Probleme geben. Ein Bell-König ist das Tier gewiss nicht. Dazu reichen seine Stimmbänder nicht aus. Der Japan Chin kann mit seinen bescheidenden stimmlichen Eigenschaften kaum hervorstechen oder stören. Obwohl man einen Hund auch mal einige Zeit alleine lassen kann, ist das für den Japan Chin nicht empfehlenswert. So angenehm und anpassungsfähig das Tier auch ist, es braucht viel Aufmerksamkeit. Fehlt diese, können sich auch bei dieser sonst umgänglichen Hunderasse unerwünschte Verhaltensweisen zeigen.

Der Japan Chin ist seinen Lieblingsmenschen sehr zugetan und ist frei von jeglichen Bindungsstörungen. Schmusen gehört zu seinen liebsten Beschäftigungen. Wer das Tier in sein Herz schließt und gut behandelt, gewinnt schnell das Vertrauen. Der Japan Chin gibt sich mit kurzen Spaziergängen zufrieden. Für einen ausgedehnten Ausflug in einen Park, ist das angenehme Wesen auf jeden Fall zu haben.

Ist ein Japan Chin ein Familienhund?

Der Japan Chin ist ein idealer Familienhund, er ist freundlich und genießt die Nähe von Bezugspersonen.

Ernährung des Japan Chins

Bei der Ernährung sollten sich die Besitzer bei jeder Hunderasse für ein hochwertiges Futter entscheiden. Gesundheitsbeeinträchtigungen aufgrund nachlässig und falsch gewählter Ernährung sind schlicht verantwortungslos. Auch diese kleine Hunderasse braucht gutes Futter mit einem hohen Fleischanteil, welcher das Tier reichlich mit Proteinen versorgt. Mindestens 80 bis 90 Prozent Fleisch sollte im Futter enthalten sein. Zusätze wie Zucker, Getreide, Konservierungsmittel oder diverse künstliche Geschmacksverstärker sind im Hundefutter fehl am Platz. Dabei sein darf hingegen Gemüse.

Auch beim Japan Chin sollten die Ernährungsfaktoren wie Alter, Gewicht, Größe, Aktivität und die spezifischen Japan Chin Krankheiten und Allergien berücksichtigt werden. Das Tier darf auf keinen Fall zu große Mengen an Futter zu sich nehmen, weil es sich nicht so viel bewegt wie andere Hunderassen. Den niedlichen Chins kann der Hundefreund sowohl Nass- als auch Trockenfutter geben. Auch eine Rohfütterung (BARF) kommt in Betracht. Dabei sein dürfen unterschiedliche Gemüsesorten.

Sieht der Japan Chin-Besitzer eine Futterumstellung vor, muss diese schrittweise erfolgen. Magen- und Verdauungsprobleme können die Folge sein, wenn das Futter von einen Tag auf den anderen gewechselt wird. Es kann auch passieren, dass der Hund das neue Futter erst einmal komplett ablehnt. Nach und nach sollte das neue Futter dem alten Futter untergemischt werden.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Der Japan Chin zählt zu den Hunderassen, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Krankheiten bekommen können. Deshalb achten seriöse Züchter auf die Gesundheit ihrer Zuchttiere. Darüber hinaus unterwerfen sie sich auch den strengen Zuchtkontrollen. Dennoch kann es zu Neigungen hinsichtlich bestimmter, rassetypischer Krankheiten kommen.

Vor allem folgende Augenkrankheiten kommen häufig vor:

  • Trichiasis (Liderkrankung)
  • Distichiasis (Doppelwimperung)
  • Trockenauge (Tränenflüssigkeit fehlt)
  • und Katarakt (Augenlinse ist getrübt)

Andere Erbkrankheiten sind:

  • GM2-Gangliosidose (Gleichgewichts- und Sehstörungen)
  • Hyperurikosurie und Hyperurikämie (beides führt zur Bildung von Harnsteinen)
  • Maligne Hyperthermie (bewirkt zusammen mit der Einnahme bestimmter Medikamente Herzrasen)

Der Japan-Chin-Besitzer sollte eventuelle gesundheitliche Veränderungen stets beobachten und sofort reagieren. Zudem haben die Hunde dieser Rasse Probleme mit den Atemwegen, weil der Gesichtsschädel vorne verkürzt ist. Auch kann Übergewicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigung führen. Weil der Hund nicht gerade eine Sportskanone ist, sollte die Fütterung immer im Verhältnis zum Ausmaß der Aktivität stehen.

Neben den rassetypischen Krankheiten funktioniert auch die Regulierung der Körpertemperatur nicht richtig. Der Japan Chin neigt deshalb zur Überhitzung. Im Sommer braucht das Tier stets einen Schattenplatz oder Spaziergänge auf schattigen Wegen. Auch sollte der kleine, etwas geplagte Hund dann auch ausreichend Wasser zu sich nehmen.

Obwohl die Hunderasse vielen Krankheiten unterliegen kann, beträgt die Lebenserwartung immerhin 12 Jahre. Zu verdanken ist das vor allem den seriösen Züchtern, die nach den Anforderungen des FCI züchten.

Pflege des Japan Chins

Japan Chin von der Seite

Das lange Fell des Japan Chins sollte zwei bis dreimal wöchentlich gründlich durchgebürstet werden.

Das lange und seidige Fell des Japan Chins lässt intensive Fellpflege vermuten. Wer jetzt an tägliches Bürsten denkt, der irrt sich. Wenn gerade nicht ein Fellwechsel ansteht, braucht das Fell nur zwei bis dreimal wöchentlich gründlich durchgebürstet werden. Zudem kommt es darauf an, welche Wege der Hundefreund mit dem kleinen Vierbeiner begeht. Im Wald können sich leicht kleine Äste in den langen Haaren verfangen. Nach einem Ausflug in der Natur ist es empfehlenswert, das Fell von den Fremdkörpern zu befreien und zu bürsten. Das Bürsten an sich gestaltet sich bei dem Tier als unkompliziert. Schon im Welpenalter ergibt es Sinn, das Tier an das regelmäßige Pflegeritual zu gewöhnen. Dem Japan Chin wird das sehr gefallen, weil er es mag, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen.

Zur regelmäßigen Pflegeroutine gehört auch die Kürzung der Krallen, wenn sie sich nicht auf natürliche Weise abnutzen. Läuft der Vierbeiner überwiegend auf weichem Boden, sollte die Länge der Krallen immer im Auge behalten werden. Lange Krallen können an unterschiedlichen Gegenständen oder Fremdkörpern hängen bleiben. Für Zähne kommen Hundezahnbürste und Hundezahnpasta zum Einsatz. Es eignen sich aber auch bestimmte Kauartikel für Hunde zur Zahnpflege aus dem Fachhandel. Auch die Augenwinkel muss der Besitzer stets säubern, damit keine Entzündungen entstehen.

Japan Chin – Aktivitäten und Training

Japan Chin im Auslauf

Der Japan Chin sollte täglich an die frische Luft, braucht aber keine ausgiebigen Spaziergänge.

Der Japan Chin zählt nicht zu den sehr aktiven Hunden. Während bloße Spaziergänge andere Hunderassen weitaus unterfordern, reicht dieses dem quirligen Vierbeiner vollkommen aus. Für den Hundesport ist das Tier schon aufgrund seiner körperlichen Beschaffenheit und seines Gesundheitszustandes nicht geeignet. Überfordernde Anstrengungen sind zu vermeiden, weil der flache Gesichtsschädel für ein erschwertes Atmen auch im Ruhezustand sorgt. Konditionell ist der Japan Chin nicht für sportliche Aktivitäten geschaffen.

Nicht vergessen darf der Fan die fehlerhafte Regulierung der Körpertemperatur. Sie sorgt für einen Zustand der Überhitzung, was dem kleinen Hund zu schaffen machen kann. Zu viele sportliche Trainingseinheiten sind daher tabu. Gerne aber spielt das kurze Fellnäschen mit einem kleinen Ball. Am liebsten aber ist das Tier mit Frauchen oder Herrchen zusammen. Der Japan Chin bleibt sein Hundeleben lang stets an der Seite seines Lieblingsmenschen. Dafür ist ein Haus mit Garten nicht notwendig, auch wenn die flauschige Erscheinung nichts dagegen hätte.

Der Hund eignet sich ideal für eine Wohnung. Sie muss noch nicht einmal groß sein. Der Japan Chin ist in Hinsicht auf Platzverhältnisse anspruchslos. Das Großstadtleben und Spaziergänge auf Bürgersteigen statt Waldboden reichen dem japanischen Vierbeiner ebenfalls aus. Dennoch sollte der Besitzer mit seinem kleinen Liebling täglich an die frische Luft, um den Bewegungsapparat im Rahmen seiner Möglichkeiten auszuschöpfen.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Japan Chins

Tatsächlich hat es der Japan Chin schon nach Hollywood geschafft. In dem Film „2012“ von Roland Emmerich spielt das Tier das Schoßhündchen der Figur „Tamara“. Damit beweist das Tier die leichte Erziehbarkeit und lässt sich sogar für Filmrollen anlernen.

Nachteile des Japan Chins

Japan Chin Welpe

Der Japan Chin ist anfällig für einige rassetypischen Krankheiten.

Die Hunderasse asiatischer Herkunft ist nichts für sehr aktive Hundeliebhaber. Wer gerne Sport treibt und seinen Hund beim Joggen, Fahrradfahren oder Reiten dabei haben möchte, wählt lieber eine andere Rasse. Der Anfänger, der sich zum ersten Mal einen Hund zulegen möchte, sollte also einen ähnlich ausgeprägten Sinn für Gemütlichkeit haben.

Die rassetypischen Krankheiten wirken sich zum Nachteil des Tieres aus. Einige Krankheiten können sogar schon in den ersten zwei Lebensjahren auftreten. Dessen muss sich der Interessent bewusst sein. Entscheidet er sich dennoch für das Tier, sollte er vorsichtshalber Vorsorge treffen und über die finanziellen Mittel verfügen, um dem Tier im Krankheitsfall eine medizinische Versorgung garantieren zu können.

Passt der Japan Chin zu mir?

Freunde der „Schoßhunde-Gesellschaft“ entscheiden sich für den Japan Chin. Der Hund ist in gesellschaftlichen Kreisen ein immer gern gesehener Gast. Unaufdringlich, angenehm und treu ergeben zeigt sich der gut erzogene Japan Chin daher nicht nur daheim, sondern auch im Café, Restaurant oder Urlaub. Auch auf Flugreisen ist die Mitnahme des Japan Chins kein Problem.

Der ideale Begleiter für Anfänger, Hundeerfahrene und Senioren braucht zwar nicht übermäßig viel Auslauf, dafür umso mehr stetige Aufmerksamkeit. Fehlt es daran, meldet sich die kleine Fellnase dezent zu Wort. Auch in einer Familie kann sein Charakter schnell eingebunden werden. Als festes Familienmitglied wird sich der Japan Chin in den Händen seiner Lieblingsmenschen wohl fühlen. Je mehr streichelnde Hände es gibt, desto wohler und geliebter fühlt er sich.

Auch wenn sich der Japan Chin als idealer Alltagshund erweist, sollte sich der Interessent den Kauf gut überlegen, denn der gesundheitliche Zustand ist bei dieser Hunderasse nicht immer zum Besten bestellt. Minimieren lässt sich die Verwirklichung eines Krankheitsrisikos mit der Wahl eines seriösen Züchters, der entsprechende Dokumente zu bestimmten Untersuchungen der Elterntiere der Welpen vorweisen kann. Gänzlich ausschließen lässt sich das Auftauchen einer Krankheit damit aber auch nicht. Interessenten sollten daher auch die Zeit haben, sich bei Krankheiten gut um das Tier kümmern zu können.

Was kostet ein Japan Chin?

Ein Japan Chin Welpe kostet bei einem seriösen Züchter um die 1000 Euro.