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Alpenländische Dachsbracke

von Marcel Hammerich
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Die österreichische Hunderasse Alpenländische Dachsbracke wird von der FCI mit der Standardnummer 254 in die Gruppe 6 der Lauf- und Schweißhunde und in die Sektion 2 der Schweißhunde eingeteilt. Sie wird manchmal auch einfach nur Österreichische Dachsbracke oder Erzgebirgler Dachsbracke genannt. Alpenländische Dachsbracken sind reine Gebrauchshunde, die bei der Jagd dazu genutzt werden, verletztes Wild aufzuspüren. Die Rasse eignet sich aber auch für die Brackier- und Stöberjagd, wo die Hunde laut bellend das Wild verfolgen oder es im Wald aufstöbern. Österreichische Dachsbracken jagen spurlaut und werden nur an Jäger abgegeben, damit sie entsprechend ihrer Anlagen gehalten und gefordert werden können.

Alpenländische Dachsbracke im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 36-38 cm
Gewicht: 16-18 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 2: Schweißhunde
Herkunftsland: Österreich
Farben: Hirschrot-Schwarz, Schwarz-rotbraun
Lebenserwartung: 12-14 Jahre
Geeignet als: Jagd- und Familienhund
Sportarten:
Charakter: Wachsam, Ruhig, Robust, Freundlich, Aktiv
Auslaufbedürfnisse: mittel
Sabber-Potential
Stärke des Haarens
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: dicht und gut anliegend
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: eher ja
Sozial: eher ja

Herkunft und Rassegeschichte

Es gab im 19. Jahrhundert im Bereich der Alpen einige Hunde vom gleichen Typ wie die Alpenländische Dachsbracke. Alle diese Hunde sahen aber ziemlich unterschiedlich aus. Mit Ende des 19. Jahrhunderts wurden Dachsbracken zunehmend im Erzgebirge gezüchtet, was ihnen auch den Namen Erzgebirgler Dachsbracke einbrachte. Im Jahr 1895 wurde beschlossen eine Reinzucht der Alpenländischen Dachsbracke anzustreben und so kam es 1896 zur Gründung des ersten Clubs für die Rasse in München.

Alpenländische Dachsbracke im Sitzen

Der Klub Dachsbracke wurde im Jahr 1910 gegründet und existiert bis heute noch.

Ein allgemeingültiger Rassestandard sollte festgelegt werden. Doch der Club für die Alpenländische Dachsbracke existierte nur für wenige Jahre bis ins Jahr 1908. Erst zwei Jahre später, im Jahr 1910, erfolgte die Gründung eines neuen Clubs, der sich Klub Dachsbracke nannte und bis heute existiert. Im Ersten Weltkrieg ging der Mitgliederbestand des Clubs stark zurück, erholte sich aber ab dem Jahr 1923 wieder.

Im Jahr 1932 wurde die Alpenländische Dachsbracke erstmalig vom Österreichischen Kynologenverband anerkannt. Wie schon im Ersten Weltkrieg ging die Zucht auch im Zweiten Weltkrieg stark zurück. Ab 1945 erholte sie sich aber wieder und die Rasse wurde 1975 von der FCI anerkannt. Seit 1991 wird die Alpenländische Dachsbracke in der Sektion der Schweißhunde geführt.

Wesen & Charakter der Alpenländischen Dachsbracke

Das Wesen dieses Hundes ist sehr robust. Die Alpenländische Dachsbracke lässt sich, wenn sie arbeitet, durch Nichts ablenken oder gar aufhalten und zeigt damit ihr Wesen als reiner Gebrauchshund. Sie kann bei extremen Wetterverhältnissen und schwierigen Bodenbeschaffenheit problemlos eingesetzt werden.

Dieser Hund ist ein leidenschaftlicher Jäger. In seinem Wesen ist er sehr freundlich und unerschrocken und genießt den Anschluss an seine Familie, wo er sich sehr anhänglich zeigt. Wenn die Alpenländische Dachsbracke jagdlich ausgebildet und souverän geführt wird, zeigt sie sich als sehr gehorsam und arbeitet zuverlässig mit dem Menschen zusammen.

Ist eine Alpenländische Dachsbracke ein Familienhund?

Die Alpenländische Dachsbracke ist kein Familienhund. Sie würde sich zwar aufgrund ihres freundlichen Wesens dazu eignen, besitzt aber einen zu hohen Arbeitswillen, um in einer Familie glücklich werden zu können.

Hunde dieser Rasse

Aussehen der Alpenländischen Dachsbracke

Die Alpenländische Dachsbracke ist ein niederläufiger Hund mit einer Widerristhöhe von bis zu 42 Zentimetern. Ihr Gewicht ist im Rassestandard nicht definiert und kann zwischen 16 und 18 Kilo betragen. Der Körperbau der Österreichischen Dachsbracke ist robust, die Knochen sind stark. Der Körper des kleinen Jägers ist sehr muskulös und länger als hoch.

Alpenländische Dachsbracke von vorne

Die Alpenländische Dachsbracke ist ein niederläufiger Hund.

Die Ohren sitzen relativ weit oben und hängen glatt und lang seitlich der Wangen herunter. An ihren Spitzen sind sie abgerundet. Die Augen dieses Hundes sind braun.

Das dichte Fell des Vierbeiners besteht aus Stockhaar und weist eine dicke und wärmende Unterwolle auf. Im Idealfall ist der Hund in seiner Farbe hirschrot und kann eine leichte schwarze Stichelung aufweisen.

Manchmal ist die Österreichische Dachsbracke auch schwarz und besitzt einen braunen Brand im Bereich des Kopfes, der Brust und der Beine. Diese Farbvariante wird auch Vieräugl genannt. Ein weißes Abzeichen auf der Brust ist laut dem Rassestandard erlaubt.

Erziehung & Haltung der Alpenländischen Dachsbracke – Das gilt es zu beachten

Die Alpenländische Dachsbracke ist ein sehr freundlicher Hund, benötigt aber dennoch eine sehr konsequente Erziehung, in der vor allem die ausgezeichnete Führung des Menschen wichtig ist. Die Erziehung des kleinen Hundes kann recht zeitaufwendig sein, denn er ist sehr starrköpfig. Wer ihn erziehen möchte, benötigt ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und viel Geduld. Dafür sind erreichte Ziele in der Erziehung der Dachsbracke aber von Erfolg gekrönt, denn alles was der Vierbeiner jemals gelernt hat, vergisst er nicht mehr.

So wie dies für die positiven Dinge gilt, gilt es aber auch für die negativen: Marotten, die sich eingeschlichen haben, sind kaum noch abzutrainieren. Eine schlechte Behandlung wird die Alpenländische Dachsbracke ebenso immer im Kopf behalten und sie niemals vergessen. Es handelt sich also um einen sehr nachtragenden Hund.

Die Alpenländische Dachsbracke testet gerne ihre Grenzen aus und stellt den Gehorsam dabei hinten an. Wenn dieser Hund mit Härte erzogen werden soll, wird er starke Trotzreaktionen zeigen und jegliche Zusammenarbeit mit dem Menschen verweigern. Wer sich einer Alpenländischen Dachsbracke gegenüber inkonsequent verhält, wird von ihr nie wieder mehr ernst genommen.

Die kleinen Hunde haben einen enormen Bewegungsdrang, den man ihnen aufgrund ihrer kurzen Beine vielleicht überhaupt nicht zutraut. Der Hund muss deshalb regelmäßig einen Rundgang in seinem Revier machen. Er kann sowohl im Haus als auch in einem Zwinger gehalten werden. Zudem sollte er auf dem Land leben und nach Möglichkeit sich in einem großen Garten frei bewegen können. Die Alpenländische Dachsbracke kann nicht in einer Stadtwohnung gehalten werden und sollte keine Treppen in obere Geschosse erklimmen müssen. Sehr wichtig ist für diesen Hund ein enger Anschluss an seine Familie, auch wenn er im Zwinger gehalten wird.

Die Alpenländische Dachsbracke muss auf jeden Fall eine jagdliche Ausbildung erhalten, deshalb sollte diese Rasse nur bei aktiven Jägern leben.

Was kostet eine Alpenländische Dachsbracke?

Wer einen Welpen der Alpenländischen Dachsbracke von einem seriösen Züchter kaufen möchte, muss mit einem Preis von etwa 1.000 Euro rechnen.

Ernährung der Alpenländischen Dachsbracke

Der aktive Jagdhund sollte zwei Mal am Tag gefüttert werden und ein hochwertiges Futter mit hohem Fleisch- und Proteinanteil bekommen. Für die Fütterung eignet sich sowohl Trockenfutter als auch Barf. Beim Trockenfutter sollte darauf geachtet werden, dass es keine künstlichen Zusatzstoffe enthält, die die Hunderasse krank machen können. Es kann zur Abwechslung für den Vierbeiner mit einem guten Nassfutter gemischt werden.

Nassfutter alleine ist für die Zähne des Hundes zu weich, kann aber eine gute Futterergänzung sein. Die empfohlene Menge des Futters ist zwar auf den Verpackungen angegeben, muss aber trotzdem an die Aktivität und das Alter des einzelnen Hundes angepasst werden. Wer sich für Barf entscheidet, also die Rohfütterung, benötigt ein höheres Know How und einen höheren Zeitaufwand für die Fütterung des Hundes. Die Nährstoffzusammensetzung muss selbst erstellt und genau beachtet werden. Allerdings ist die Rohfütterung die gesündeste Art der Ernährung für den Schweißhund.

Natürlich kann die Alpenländische Dachsbracke auch Selbstgekochtes fressen, wenn es nicht gewürzt wird. Zusätzlich zum Futter sollte der Hund regelmäßig Kauknochen bekommen, um seine Zähne zu pflegen und die Bildung von Zahnstein zu verringern.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Alpenländische Dachsbracke ist nicht überzüchtet und erreicht bei einem gesunden Lebenswandel ein hohes Alter von gut 15 Jahren. In seltenen Fällen können diese kleinen Hunde sogar bis zu 20 Jahre alt werden. Sehr wichtig für die Gesundheit dieses Hundes ist es, dass er artgerecht ausgelastet wird und arbeiten darf.

Alpenländische Dachsbracke Welpe

Aufgrund der kurzen Beine und des langen Rückens hat die Alpenländische Dachsbracke in einigen Fällen Rückenprobleme.

Manchmal hat die Österreichische Dachsbracke aufgrund ihrer kurzen Beine und des langen Körpers Probleme mit dem Rücken, vor allem dann wenn diese Hunde übergewichtig werden. Sie bewegen sich zwar sehr gerne, sind aber auch gierig und betteln, wenn es ums Futter geht.

Hunde, die lange und hängende Ohren haben, neigen vermehrt zu Ohrenentzündungen. Deshalb müssen die Ohren regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Die Krallen sollten ebenfalls kontrolliert und geschnitten werden, wenn sie zu lang sind, damit der Hund sich nicht an ihnen verletzen kann.

Die Alpenländische Dachsbracke besitzt ein sehr dichtes Fell mit einer wärmenden Unterwolle. Sie hat daher kein Problem mit Kälte und kann das ganze Jahr über im Freien leben. An sehr heißen Tagen und vor allem bei längeren Hitzeperioden sollte die kleinen Hunde aber weniger arbeiten und geschont werden.

Wie alt wird eine Alpenländische Dachsbracke?

Eine Alpenländische Dachsbracke wird normalerweise etwa 15 Jahre alt. Einige Vertreter dieser Rasse werden aber manchmal auch bis zu 20 Jahre alt.

Pflege der Alpenländischen Dachsbracke

Die Alpenländische Dachsbracke benötigt recht wenig Pflege. Ihr Fell ist abweisend gegen Feuchtigkeit und Schmutz. Der Hund muss nicht gewaschen werden, denn getrockneter Schmutz lässt sich einfach aus dem Fell heraus bürsten. Gelegentliches Bürsten hilft außerdem dabei, die Unterwolle des Fells zu lockern und die losen Haare zu entfernen. Zu besonders starkem Haarausfall neigt der kleine Jagdhund normalerweise nicht.

Alpenländische Dachsbracke – Aktivitäten und Training

Die Alpenländische Dachsbracke muss als Jadghund agieren. Die kleinen Bracken haben große Freude daran, Beute aufzustöbern. Sie meistern jede Spurensuche mit Bravour und treiben die Beute erfolgreich in die Hände des Jägers. Eine große Leidenschaft dieses Hundes ist auch das Apportieren.

In seltenen Fällen werden vereinzelt Alpenländische Dachsbracken in Händen von Hundebesitzern landen, die keine Jäger sind. In diesem Fall bietet sich für sie die Fährtenarbeit und das Apportieren als Beschäftigung an. Damit der Hund auf ausgedehnten Spaziergängen auch frei laufen kann, sollte mit Hunderassen, wie der Alpenländischen Dachsbracke, ein Anti-Jagd-Training durchgeführt werden.

Alpenländische Dachsbracke im Schnee

Die Alpenländische Dachsbracke liebt die Fährtenarbeit und das Apportieren.

Gut zu wissen: Besonderheiten der Alpenländischen Dachsbracke

Die Alpenländische Dachsbracke ist kein Modehund und wird von Züchtern normalerweise nur an Jäger abgegeben. Berufsjäger werden bei der Welpenvergabe vor Hobby-Jägern bevorzugt behandelt. Die Vermittlung der Welpen übernimmt der Club Dachsbracke. Die Wartezeit kann zwischen drei und fünf Monaten betragen, ein Welpe kostet etwa 1.000 Euro.

Wer keinen Jagdschein besitzt und unbedingt eine Bracke haben möchte, könnte im Tierschutz unter den verschiedenen Vertretern dieser Art fündig werden. Oft gibt es hübsche Bracken-Mischlinge oder Hunde, die sich aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht zu jagdlichen Zwecken eignen. Nicht jeder Jagdhund muss auch jagdlicht geführt werden, allerdings haben alle diese Hunde ein extremes Bedürfnis nach Bewegung, stark ausgeprägte Sinne und einen hohen Arbeitswillen.

Wie groß wird eine Alpenländische Dachsbracke?

Die Alpenländische Dachsbracke kann bis zu 43 Zentimeter groß werden.

Nachteile der Alpenländischen Dachsbracke

Die Alpenländische Dachsbracke sollte nicht als Familien– oder Begleithund gehalten werden. Sie wird ausschließlich an Jäger abgegeben, da sie eine starke Führung benötigt und als typischer Gebrauchshund unbedingt arbeiten muss.

Passt die Alpenländische Dachsbracke zu mir?

Eine Alpenländische Dachsbracke kommt nur für Menschen in Frage, die entweder Jäger sind, oder dazu in der Lage, sich viel mit dem Schweißhund im Freien aufzuhalten und ihn artgerecht zu beschäftigen. Wer eine Vollzeit-Arbeitsstelle hat, wird diesem Hund nicht gerecht werden können. Die Österreichische Dachsbracke verlangt mindestens vier Stunden der täglichen Zeit ihres Besitzers. Normalerweise kann eine Alpenländische Dachsbracke nicht beim Züchter gekauft werden, wenn man keinen Jagdschein besitzt. Daher könnte schon die Anschaffung dieses Hundes schwierig werden. Die beste Möglichkeit ist es, sich im Tierschutz oder im Tierheim nach einem passenden Hund umzusehen und dabei noch ein gutes Werk zu tun.

Die Alpenländische Dachsbracke braucht auf jeden Fall eine sinnvolle Beschäftigung. Bekommt sie diese nicht, kann sie Verhaltensstörungen entwickeln. Sie sollte auf jeden Fall auf dem Land leben in einem Haus mit Garten. Eine Wohnung in der Stadt eignet sich für diesen Hund nicht. Auch sollte die Dachsbracke aufgrund ihres Körperbaus nicht viele Treppen laufen müssen. Diese Hunde können in einem Zwinger leben, wenn sie genug Anschluss an die Familie bekommen. Zudem sind sie in der Lage, sich das ganze Jahr über im Freien aufzuhalten.

Als reiner Begleit- oder Familienhund eignet sich die Alpenländische Dachsbracke nicht, obwohl sie freundlich, anhänglich und sozialverträglich ist. Auch für Hundeanfänger ist dieser Hund nicht geeignet, denn er muss sehr konsequent und mit souveräner Führung erzogen werden. Etwas einfacher könnte die Anschaffung eines Bracken-Mischlings für Anfänger sein, obwohl auch ein Mix mehr oder weniger typische Charaktereigenschaften einer Bracke zeigen kann.