Home Sussex Spaniel

Sussex Spaniel

von Marcel Hammerich
0 Kommentar

Der Sussex Spaniel stammt aus der englischen Grafschaft Sussex, wo er bereits im frühen 19. Jahrhundert beliebt war. Heute gehört der ruhige und freundliche Apportier- und Stöberhund zu den seltensten Spanielarten. Die FCI (Fédération Cynologique Internationale) führt den Sussex Spaniel unter der Standard-Nr. 127 in Gruppe 8 der Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde. Er gehört als Stöberhund zur Sektion 2. Es handelt sich um einen Arbeitshund, für den als Arbeitsprüfung die Jagdprüfung vorgesehen ist.

Sussex Spaniel im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 38-41 cm
Gewicht: 16-23 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Sektion: 2. Stöberhunde
Herkunftsland: Großbritannien
Farben: Gold-Leber, Gold
Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Geeignet als: Familienhunde
Sportarten:
Charakter: Kontaktfreudig, Ergeben, Ruhig, Fröhlich, Kameradschaftlich, Freundlich
Auslaufbedürfnisse: eher gering
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: mittel
Pflegeaufwand: eher gering
Fellstruktur: glatt, weich und gewellt mit reichlich wetterresistenter Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Die ersten Sussex Spaniels, eine Mischung aus Landspaniels, hielt im Jahr 1795 der Landbesitzer Augustus Elliot Fuller in Rosehill in seinem Zwinger. Über mehr als 50 Jahre züchtete er diese Rassehunde, deren Vorzüge als Hof- und Jagdhunde er schätzte. Nach Fullers Tod kümmerte sich einige Zeit niemand um die Züchtung reinrassiger Sussex Spaniels, weshalb sich deren Zahl durch Kreuzungen mit anderen Rassen verringerte.  Obwohl die Hunde zu den ersten zehn Rassen gehörten, die der American Kennel Club im Jahr 1884 anerkannte, verloren die treuen Jagdbegleiter weiter an Popularität. Erst 1923 unternahmen Züchter in Sussex einen neuen Versuch, das Aussehen und die Eigenschaften der beliebten Rassehunde zu verfestigen.

Sussex Spaniel Welpe

Die Rasse des Sussex Spaniel wäre nach dem Zweiten Weltkrieg fast ausgestorben.

Beinahe war der Sussex Spaniel nach dem Zweiten Weltkrieg schon ausgestorben, aber aus den wenigen verbliebenen Hunden konnte die Zucht erfolgreich fortgesetzt werden. Als im Jahr 1947 nur noch zehn Sussex Spaniels im English Kennel Club registriert waren, setzte sich die Züchterin Joy Freer für deren Rettung ein. Heute gibt es weltweit etwa 1.500 Sussex Spaniels, die alle von diesen zehn Tieren abstammen. Die als gefährdet geltende Rasse ist außerhalb Englands nach wie vor wenig verbreitet, es gibt kleine Zuchten in Frankreich, Belgien und Tschechien, in Deutschland dagegen ist der Sussex Spaniel noch nicht heimisch geworden.

Traditionell kommt der kurzbeinige, stämmige Spaniel bei der Jagd zum Einsatz. Der Hund kämpft sich gemächlich, aber ausdauernd selbst durch dichtes Unterholz, um am Ende jedes Wild aufzuspüren. Heute wird er in erster Linie als Begleithund und Familienhund eingesetzt

Wesen & Charakter vom Sussex Spaniel

Der Sussex Spaniel gilt als der ruhigste Vertreter aller Spaniels, der niemals aggressives Verhalten zeigt. Er zeichnet sich durch eine gemütliche, rollende Gangart aus, die ihn tollpatschig und liebenswert erscheinen lässt. Mit seinem freundlichen Charakter, seiner geselligen Art und seiner anhänglichen Treue geht er langlebige und intensive Bindungen mit Menschen ein. Er läuft am liebsten überall hin mit, entdeckt und lernt in Windeseile und passt sich an alle Gegebenheiten an. Aber trotz seiner Gelassenheit steckt auch viel Temperament in dem stämmigen Briten. Er freut sich immer auf körperliche und geistige Herausforderungen, die er mit besonderer Ausdauer meistern kann.

Ein Sussex Spaniel liebt mehrstündige Spaziergänge, aber zwischendurch kann jederzeit sein Jagdfieber erwachen. Im Gegensatz zu anderen Spaniels büchst er jedoch selten längerfristig aus. Sein Aktivitätsdrang wird am besten durch eine Kombination aus Ausdauersport und intelligenten Suchspielen gestillt. Da die Jagdhunde speziell dafür gezüchtet wurden, eine Spur bis zur Beute zu verfolgen und den Jäger dorthin zu führen, kennen sie ein umfangreiches Repertoire an Lauten. Beim Spielen im Freien bellen sie daher laut und oft. Im Haus allerdings beschränkt sich ihre verbale Kommunikation zumeist auf die Freude über den Beginn der Mahlzeit oder das Wiedersehen mit der Familie.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Sussex Spaniels

Sussex Spaniel im Portrait

Die mittelgroßen Sussex Spaniels haben einen gedrungenen, kräftigen Körperbau mit kurzen, stämmigen Läufen und einem langen, niedrigen Rumpf. Sie erreichen eine Widerristhöhe von 38 bis 41 cm und ein Gewicht von 18 bis 23 kg. An dem breiten Kopf hängen große, lappige Ohren, die von Haarbüscheln bedeckt werden. Ihre Gesichter zeichnen sich durch freundliche, nicht hervorstehende Augen in einem sanften Nussbraun und eine definierte Schnauze aus. Typisch sind ein skeptischer Gesichtsausdruck und der Ansatz eines Doppelkinns.

Das dichte, wasserabweisende Fell des Sussex Spaniels besteht aus einem dicken Unterfell und seidigem Deckhaar. Sein mittellanges Haarkleid liegt am Körper an, nur an Ohren, Läufen, Hinterteil und an der tief angesetzten Rute hängen längere Fransen. Auffällig ist der Farbverlauf des leberbraunen Fells von sattem Braun am Haaransatz zu goldigen Spitzen.

Wie groß wird ein Sussex Spaniel?

Ausgewachsene Hunde erreichen eine Widerristhöhe von 38 bis 41 cm und ein Gewicht zwischen 18 und 23 kg.

Erziehung & Haltung des Sussex Spaniel – Das gilt es zu beachten

Ein Sussex Spaniel ist ein äußerst intelligentes Tier, das schnell begreift, was von ihm verlangt wird. Besonders leicht gelingt die Erziehung dieser Hunderasse mit einem Leckerli als Belohnung für jede erwünschte Verhaltensweise. Aber nur, wenn er von Kindesbeinen an mit viel Liebe und Geduld erzogen wird, kann der Vierbeiner alle seine Fähigkeiten als Jagd- und Apportierhund voll entwickeln. Wichtig ist, dem Hund bestimmte Grenzen zu setzen und diese konsequent auf beiden Seiten einzuhalten. Der sanftmütige und leichtführige Sussex Spaniel lässt sich unproblematisch zur Stubenreinheit anleiten und eignet sich auch für Anfänger.

Wegen seines verspielten Wesens und seiner Kinderliebe ist er als Familienhund prädestiniert. Ein Schoßhund, der sich alles gefallen lässt, ist der gebürtige Jäger allerdings nicht. Und wenn er nicht genug Auslauf bekommt, kann er sogar zerstörerische Tendenzen zeigen. Bei der Haltung eines Sussex Spaniels ist unbedingt zu beachten, dass er viel Bewegung in der freien Natur braucht, um seinen Aktivitätsdrang auszuleben. Er kann sich zwar auch in einer kleinen Wohnung wohlfühlen, dann aber muss mindestens einmal am Tag ein langer Ausflug in den Park oder Wald auf dem Programm stehen. Der anhängliche Sussex Spaniel hat am liebsten ständig menschliche Gesellschaft. Für einige Stunden hält er es gut allein aus, wenn er vorher seinen Auslauf bekommen hat. Auch auf Reisen begleitet die Hunderasse Herrchen und Frauchen gern und folgt ihnen überall auf Schritt und Tritt.

Wie viel Auslauf braucht ein Sussex Spaniel?

Der Jäger und Schnüffler braucht täglich mindestens ein bis zwei Stunden Bewegung im Freien und möchte mit Sport und Spielen gefordert werden.

Ernährung des Sussex Spaniels

Das Futter muss den Hund in erster Linie mit allen nötigen Nährstoffen versorgen. Dabei ist nicht entscheidend, ob er Trocken- oder Nassfutter roh oder gekocht bekommt. Der Sussex Spaniel braucht vor allem Fleisch, das ihn mit ausreichend Proteinen versorgt. Als weitere Nährstofflieferanten sollten Gemüse, Nudeln, Reis und andere Nahrungsmittel in einer ausgewogenen Kombination auf dem Speiseplan stehen.

Wie viel der Spaniel essen sollte, hängt von seiner körperlichen Konstitution und dem Umfang seiner Aktivität ab. Welpen haben einen anderen Grundumsatz als ältere Hunde. Zudem richtet sich der Kalorienbedarf nach dem Gewicht. Sussex Spaniels haben zwar keine besonders empfindlichen Mägen, aber in Einzelfällen treten bei dieser Hunderasse Magendrehungen auf. Das Risiko dieser Krankheit lässt sich reduzieren, wenn der Hund mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen am Tag bekommt. Für die meisten Tiere aber sind zwei tägliche Mahlzeiten ideal. Außerdem braucht der Sussex Spaniel immer viel frisches Trinkwasser.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Sussex Spaniels zeichnen sich durch ihre robuste Gesundheit aus und haben eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Rassetypische Erkrankungen sind nicht bekannt, vielmehr sind die reinrassigen englischen Jagdhunde weitaus weniger krankheitsanfällig als die meisten ihrer Kollegen. Selbst an Gelenkproblemen leiden die kurzbeinigen Spaniels mit ihren schweren Knochen nicht häufiger als andere Rassehunde. Wenn sie richtig ernährt und ausreichend bewegt werden, neigen sie nicht zu Übergewicht.

Besonders wohl fühlen sie sich unter ähnlichen klimatischen Bedingungen wie in ihrer englischen Heimat. Mit ihrem dichten Unterfell sind Sussex Spaniels nicht besonders kälteempfindlich, Hitze kann ihnen allerdings zu schaffen machen. In heißen Sommern müssen sie sich deshalb häufig ausruhen und ihre Aktivitäten drosseln.

Wer sichergehen möchte, einen gesunden Sussex Spaniel Welpen zu erwerben, sollte seinen Hund bei einem seriösen Züchter kaufen. Anerkannte Sussex Spaniel Züchter befolgen die FCI-Rassestandards und händigen zu jedem verkauften Welpen dessen Ahnentafel aus. Dazu können Röntgenbilder und ein Gentest als Anhaltspunkte dafür dienen, dass keine besonderen Krankheitsrisiken bestehen. Auch wenn diese Untersuchungen und Dokumente keine absolute Garantie geben können, bestehen damit gute Chancen auf ein langes, gesundes Hundeleben.

Wie alt wird ein Sussex Spaniel?

Die Lebenserwartung eines Sussex Spaniels beträgt 12 bis 15 Jahre. Es handelt sich um eine Rasse von robuster Gesundheit ohne bekannte rassetypische Erkrankungen.

Pflege des Sussex Spaniels

Um das seidig-glänzende Fell des Sussex Spaniels immer schön zu erhalten, sollte es zwei- bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden. Wer bei diesen Gelegenheiten auch die Pfoten und die behaarten Ohren begutachtet und reinigt, kann eventuelle Auffälligkeiten sofort entdecken und Entzündungen vermeiden.

Der Sussex Spaniel legt sich jeweils im Frühjahr und Herbst ein neues Fell für die anstehende Saison zu. Deshalb ist ein gleichmäßig verteilter Haarverlust während dieser Schuppenperioden kein Anlass zur Sorge. Nur wenn der Vierbeiner seine Haare büschelweise abwirft, kann dies ein Anzeichen für eine ernst zu nehmende Erkrankung, Parasitenbefall oder eine Fehlernährung sein. Einige Spaniels reagieren auch auf den dauernden Aufenthalt in geheizten Räumen mit dem Abwerfen ihrer Haare. Ein Tierarzt kann am besten ermitteln, welche der vielen möglichen Ursachen den Haarausfall auslöst.

Wie aufwendig ist die Fellpflege eines Sussex Spaniels?

Zwei- bis dreimal pro Woche muss das Fell des Sussex Spaniels gründlich gebürstet werden. Dabei sollten auch die Ohren und Pfoten untersucht und gesäubert werden.

Sussex Spaniel – Aktivitäten und Training

Sussex Spaniel im Auslauf

Der Sussex Spaniel liebt Apportierspiele oder Nasenarbeit.

Während Sussex Spaniel Welpen noch nicht mit zu viel Aktivität überfordert werden sollen, braucht ein ausgewachsenes Tier mindestens ein bis zwei Stunden Bewegung am Tag. Für die ursprünglichen Jäger und Schnüffler eignen sich vor allem Apportierspiele und Nasenübungen. Ob beim Hundesport oder bei selbst erdachten Spielen, der Vierbeiner freut sich über jede Beschäftigung, die ihn körperlich und geistig fordert. Mit ihrem hervorragenden Geruchssinn lassen sich Sussex Spaniels zum Beispiel darauf trainieren, verlegte Gegenstände aufzuspüren. Sie erschnüffeln Handy und Schlüsselbund in jedem abgelegenen Winkel und bringen sie ihrem Besitzer freudig zurück.

Wofür eignet sich der Sussex Spaniel?

Der Sussex Spaniel, ursprünglich ein Stöberhund, wird heute zumeist als Begleithund eingesetzt und ist ein beliebter Familienhund. Damit er alle in ihm angelegten Fähigkeiten ausbilden kann, müssen sein Geruchssinn und seine Intelligenz in Suchspielen trainiert werden.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Sussex Spaniels

Aufgrund der Seltenheit der Sussex Spaniels ist es oftmals schwierig einen guten Züchter für diese Hunderasse zu finden. Interessanten müssen sich folglich als längere Wartezeiten einstellen.

Nachteile des Sussex Spaniels

Der freundliche, etwas phlegmatische Sussex Spaniel hat fast keine nachteiligen Charaktereigenschaften. Nur wenn er zu lange allein gelassen wird oder zu wenig Beschäftigung bekommt, wird er destruktiv oder macht seinem Unmut lautstark Luft. Obwohl sie keine Wachhunde sind, entwickeln einige Vertreter dieser Rasse ein wachsames Bellen bei jedem ungewohnten Geräusch. In manchen Fällen kann sich das häufige laute Bellen der Hunderasse zu einem ernsten Problem in der städtischen Nachbarschaft ausweiten. Mit der richtigen Erziehung von Beginn an lässt sich übermäßigem Wachverhalten jedoch entgegenwirken.

Passt der Sussex Spaniel zu mir?

Ein Sussex Spaniel eignet sich wegen seiner besonders liebevollen Art gegenüber Kleinkindern ideal für Familien. Wenn der Hund gut erzogen ist, können auch etwas ältere Kinder mit ihm umgehen. Senioren, die sich durch tägliche Spaziergänge fit halten möchten, freuen sich ebenfalls über die Begleitung des anhänglichen Spaniels. Beim Stöckchen werfen bekommt der Vierbeiner genug Beschäftigung, ohne dass Herrchen oder Frauchen sich anstrengen muss. Wer sich einen Sussex Spaniel anschaffen möchte, sollte sich nur gut überlegen, ob er ihm täglich einen langen Ausflug in die Natur und viel menschliche Gesellschaft verschaffen kann.

Sussex Spaniel im Sitzen

Der Sussex Spaniel eignet sich hervorragend für Familien oder auch Senioren.

Der Sussex Spaniel ist ein geselliger Hund, der nicht gern allein bleibt und sich schnell vernachlässigt fühlen kann. Mit anderen Haustieren kommt er gut zurecht, wenn er schon im Kindesalter an sie gewöhnt wurde. Er kann sich nicht nur mit anderen Hunden, sondern sogar mit Katzen anfreunden. Ein älteres Tier noch mit einem weiteren Haustier bekannt zu machen, kann sich jedoch schwierig gestalten. Denn der ausgewachsene Spaniel neigt instinktiv dazu, sein Territorium zu verteidigen.