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Dunker / Norwegischer Laufhund

von Marcel Hammerich
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Der Dunker, ebenfalls unter dem Namen „Norwegischer Laufhund“ bekannt, stammt, wie sein Name bereits verrät, aus Norwegen und ist dort eine beliebte Rasse für die Jagd auf Hasen. Die Hunderasse Dunker ist von der FCI anerkannt und gehört zu FCi-Gruppe 6, den Lauf- und Schweißhunden. Eine weitere Unterkategorisierung erfolgt mit der Zuordnung zu Sektion 1.2, den mittelgroßen Laufhunden.

Dunker im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 47-55 cm
Gewicht: 16-22 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.2: Mittelgroße Laufhunde
Herkunftsland: Norwegen
Farben: Schwarz, Braun, Blau Merle, Merle
Lebenserwartung: 10-11 Jahre
Geeignet als: Jagd-, Begleit- (und Familien)Hund
Sportarten:
Charakter: Freundlich, Energiegeladen, Ruhig, Freigeistig
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential:
Stärke des Haarens:
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: gerade, hart, dicht, nicht zu kurz
Kinderfreundlich: mittel
Familienhund: mittel
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Ungefähr im Jahr 1850 begann die Zucht des Dunker durch ihren Namensgeber, den Kapitän Wilhelm Conrad Dunker. Zu seinen Lebzeiten gab es eine Vielzahl an Hunden, die für die Hasenjagd verwendet wurden. Die talentiertesten unter ihnen kreuzte Wilhelm Dunker mit der aus Russland stammenden Harlekin Bracke und erhielt somit einen Hund, der allein über seinen ausgeprägten Geruchssinn ein hervorragender Hasenjäger war, hart arbeiten konnte und dabei auch noch dem rauen Wetter Norwegens trotzte.

Mit dem Zweiten Weltkrieg ging auch die Zucht des Dunker stark zurück, gegen Ende des Krieges gab es nur noch wenige Exemplare dieser Laufhunde. Durch Liebhaber, die sich für den Erhalt dieser Rasse einsetzten, gewann der Dunker wieder etwas an Popularität und Verbreitung und wurde 1956 schließlich als offizielle Rasse von der FCI anerkannt.

In den 1970er Jahren folgte jedoch erneut eine schwere Zeit für die Norwegischen Laufhunde, da zunehmend Hunderassen aus dem Ausland importiert wurden und an Beliebtheit gewannen, so dass die alte, norwegische Rasse beinahe in Vergessenheit geraten wäre. Durch den Rückgang der Population kam zunehmend Inzucht mit ins Spiel, da die wenigen verbleibenden Züchter kaum mehr eine vernünftige Auswahl an Zuchttieren hatten. Durch hohe Inzuchtquoten kommt es in der Regel auch vermehrt zu Erbkrankheiten. Der Dunker war dadurch in hohem Maße von angeborener Taubheit betroffen.

1989 erfolgten daher gezielte Kreuzungen mit anderen Rassen, um den Genpool des Dunkers wieder zu erweitern. Auf den Erhalt der charakterlichen Merkmale wurde hierbei jedoch großer Wert gelegt. Bis heute ist die Verbreitung und Bekanntheit dieser Rasse dennoch sehr gering und der Bestand des Dunker sehr limitiert.

Wesen & Charakter vom Dunker

Da auf das gute und ausgeglichene Wesen des Dunker in seiner Zucht seit jeher viel Wert gelegt wird, handelt es bei dieser Rasse mit einem charakterlich einwandfreien Hund. Er gilt als freundlich, aufgeweckt, offen und liebevoll. Im Umgang mit dem Menschen blüht der Dunker auf und auch mit Kindern kommt er sehr gut zurecht. Er ist äußerst gesellig und bindet sich gerne an seinen Menschen, was sein Wesen auch für die Haltung als Begleithund geeignet macht. Dennoch ist er ursprünglich als Jagdhund gezüchtet, der über eine exzellente Nase verfügt und seiner Arbeit sehr gewissenhaft nachgeht.

Aggressionen, Nervosität oder Angst kommen bei dieser Rasse nicht vor. Eine Eignung als Wachhund ist durch das freundliche Wesen ausgeschlossen, da der Dunker lieber freundlich auf Fremde zugeht, als sie misstrauisch zu beäugen.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Dunker

Die Größe des Dunker richtet sich nach dem Geschlecht. Hündinnen sind meist ein deutliches Stück kleiner als Rüden. Ein ausgewachsener Rüde erreicht eine Widerristhöhe von 50 bis 56 Zentimetern, Hündinnen nur etwa 47 bis 53 Zentimeter. Das Gewicht eines gesunden Dunker liegt meist zwischen 20 und 25 Kilogramm.

Die Läufe dieser Rasse sind im Verhältnis zum restlichen Körper recht hoch, was ihr ein sportliches Aussehen verleiht. Der Körperbau ist rechteckig und kräftig, mit gut bemuskelten Partien, die ihn jedoch nicht stämmig wirken lassen. Die Ohren sind glatt und hängen als Schlappohren am Kopf herab, die Rute verjüngt sich vom Ansatz zur Spitze. Die großen Augen sind meist dunkel, bei Hunden mit der Fellfarbe blue merle kommt es zu sogenannten Glasaugen, also einer Färbung der Augen, die leicht glasig wirkt.

Das Haarkleid dieser Rasse ist kurz und dicht, um optimal gegen schwierige Witterungen geschützt zu sein. Die in der Zucht präferierte Farbe ist schwarz mit loh- oder falbfarbenen Abzeichen, auch weiß kann mitunter vorkommen. Häufig findet man bei dieser Rasse auch Hunde mit der blue merle Färbung.

Wie groß wird ein norwegischer Laufhund?

Die Größe dieser Rasse liegt, je nach Geschlecht, zwischen 47 bis 56 Zentimetern.

Erziehung & Haltung des Dunker – Das gilt es zu beachten

Diese sehr freundliche alte Hunderasse macht in ihrer Haltung und Erziehung sehr viel Spaß. Ihr angeborener Gehorsam und Arbeitswille lässt sie schnell und aufmerksam lernen. Der stark ausgeprägte Jagdtrieb spielt hier jedoch auch mit rein und sollte immer im Hinterkopf behalten werden. Der Dunker ist ein extrem bewegungsfreudiger Hund, dem diese Bewegung auch ermöglicht werden sollte. Sie sorgt für ein ausgeglichenes Wesen und nur Hunde mit einer solchen inneren Ruhe können die nötige Konzentration für die gemeinsame Arbeit mitbringen.

Auch in der Haltung spielt die Bewegungsfreude eine bedeutende Rolle. Am besten eignet sich ein Haus mit einem großzügig umzäunten Grundstück für die Haltung dieser Rasse, auf dem sie sich nach Herzenslust frei bewegen kann, ohne dass die Möglichkeit zum Weglaufen besteht. Eine kleine Wohnung und noch dazu in einer dichtbesiedelten Stadt werden einem Dunker auf Dauer nicht gerecht.

Was kostet ein norwegischer Laufhund?

Das der Dunker in Deutschland kaum verbreitet ist, sind Preisprognosen sehr schwer zu treffen. Gesunde Welpen aus guter Zucht starten in Norwegen preislich bei rund 7000 Norwegischen Kronen, was ungefähr 650€ entspricht.

Ernährung des Dunker

Die Robustheit des Dunkers zeigt sich auch in seinem Fressverhalten. Bekannte Unverträglichkeiten was das Futter angeht sind nicht bekannt, somit gibt es auch keine Futtermethode, die sich ganz besonders gut eignen würde. Ob mit Nass- oder Trockenfutter gefüttert wird oder nach der BARF-Methode mit rohem Fleisch, muss jeder Halter nach eigener Recherche für sich entscheiden.

Der Dunker ist sehr verfressen und nicht wählerisch. Umso wichtiger ist es daher, auf eine gute Qualität des Futters zu achten. Die Ernährung ist der Grundstein für die gesunde Entwicklung eines jeden Lebewesens und die im Futter enthaltenen Nährstoffe, Mineralien und Vitamine unterstützen den Hund bestmöglich bei allen Aktivitäten, denen er nachkommt. Proteine, Fette und Kohlenhydrate sollten daher in ausreichender und ausgewogener Menge gefüttert werden, ebenso lebenswichtige Vitamine und Mineralien.

Wer sich mit dem Thema Fütterung nicht sicher ist oder nicht genau weiß, welches Futter in welcher Menge für den eigenen Hund richtig ist, sollte sich mit dem behandelnden Tierarzt besprechen. Dieser kennt den Hund, seinen Aktivitätsgrad und den allgemeinen Zustand und kann anhand dessen eine fachgerechte Einschätzung abgeben.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Die Rasse des Dunker hat eine Lebenserwartung von rund 12 Jahren, wobei gute Pflege und ein ausgelastetes Wesen zum Erreichen eines hohen Alters beiträgt. Im Allgemeinen gilt die Hunderasse als sehr robust. Die Prädisposition für bestimmte Erbkrankheiten ist jedoch aufgrund ihrer Zuchtgeschichte noch nicht vollständig bereinigt. Immer wieder kommt es beim Dunker zu Fällen von Schwerhörigkeit, die sich bis hin zur völligen Taubheit entwickeln kann. Hunde mit Schlappohren tendieren generell auch schneller zu infektiösen Erkrankungen der Ohren, da durch die unzureichende Belüftung hier ein feuchtwarmes Klima herrscht, welches Infektionen begünstigt.  Auch Hüftgelenks– und Ellenbogendysplasien sind erblich bedingt möglich. Eine jährliche Vorstellung beim Tierarzt bietet sich an, um vorsorglich auf Erkrankungen hin zu untersuchen und so frühzeitig eingreifen und behandeln zu können, sollte etwas nicht in Ordnung sein.

Zu Übergewicht neigt diese Rasse nicht, da sie hierfür zu bewegungsfreudig ist und sich von alleine gerne bewegt, was das Ansetzen von Fett erschwert. Durch die rauen Klimabedingungen von Norwegen sind Kälte und Nässe kein Problem für den Dunker. Sein Fell ist sehr wasserabweisend und die dicht zusammenstehenden Haare halten Kälte gut ab. Hitze hingegen verträgt er nur bedingt. An sehr heißen Tagen sollte die Bewegung daher auf die kühleren Stunden am Morgen und Abend verlegt und der Hund in der Mittagssonne geschont werden.

Welche Lebenserwartung hat ein norwegischer Laufhund?

Bei einem gesunden und artgerechten Leben erreicht der Dunker ein ungefähres Alter von 12 Jahren.

Pflege des Dunker

Das kurze Fell dieser Rasse macht sie sehr pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten reicht aus, um Schmutz und lose Haare aus dem Fell zu entfernen. Hierbei können zudem Parasiten wie beispielsweise Zecken bemerkt werden, auf die nach Ausflügen in den Wald immer kontrolliert werden sollte. Bei starken Verschmutzungen kann der Hund mit geeignetem Shampoo oder einfach warmem Wasser abgeduscht werden. Dies sollte jedoch nicht zu oft passieren, da sonst die natürliche Hautbarriere des Hundes angegriffen werden könnte.

Augen, Ohren, Pfoten und Zähne sowie Zahnfleisch sollten durch den Besitzer stets im Auge behalten werden, da man an diesen Regionen häufig frühzeitig Anzeichen für Erkrankungen feststellen kann. Ohren und Augen können zudem einfach mit einem weichen, feuchten Tuch alle paar Tage gereinigt werden, um Verschmutzungen zu lösen und Infektionen zu vermeiden.

Dunker – Aktivitäten und Training

Der Dunker zählt zu den aktiven Hunderassen und benötigt viel Bewegung. Wird er jagdlich geführt, so bekommt er die nötige Auslastung bei der Arbeit im Wald. Als Begleithund, der nicht mit auf die Jagd genommen wird, benötigt diese Rasse dementsprechend andere Beschäftigungen, um ausgeglichen zu sein. Lange Spaziergänge oder die Begleitung beim Radfahren oder Joggen ermöglichen die körperliche Auslastung. Ebenso geeignet sind Hundesportarten aller Art, wobei der Dunker sich am liebsten mit Sportarten beschäftigt, bei denen sein Geruchssinn gefordert wird.

Die Erziehung dieser Hunde sollte konsequent aber stets liebevoll erfolgen. Besonders junge Hunde sollten in den ersten Wochen so viel wie möglich kennenlernen, um sie größtmöglich zu sensibilisieren und sie mit allen Eventualitäten vertraut zu machen. Bei Hunden mit erhöhtem Jagdtrieb ist besonders das Training des Rückrufes wichtig, damit man seinen Jagdhund auch in schwierigen Situationen gut unter Kontrolle halten kann.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Dunker

Durch die geringe Bekanntheit dieser Laufhunde außerhalb Norwegens finden sie so gut wie keine Erwähnung in medialen Werken. Ihre Popularität und Beliebtheit begrenzt sich bis heute auf Norwegen. Eine Besonderheit ist der exzellente Geruchssinn und das auffallend freundliche Wesen, welches so ausgeprägt nicht häufig in der Zucht von Jagd -oder Arbeitshunden zu finden ist.

Nachteile des Dunker

Die große Freude am Jagen und sein mitunter quirliges Wesen kann für unerfahrene Menschen schnell zur Belastung werden. Das Aufstöbern von Fährten ist sein angeborener Beruf und so löst sich die Nase eines Dunkers draußen nur ungerne vom Boden. Es kann daher auch passieren, dass Hunde dieser Rasse auf eigene Faust zum Jagen losziehen und mitunter auch etwas anrichten, was sie nicht tun sollten. Richtiger Freilauf auf nicht umzäunter Fläche wird daher vermutlich mit dieser Rasse kaum oder nur mit sehr viel Training realisierbar sein.

Zudem kann sein Jagdtrieb die Haltung mit anderen Haustieren wie Kaninchen oder Katzen unmöglich machen, da er diese als Beutetiere ansehen könnte und ein friedliches miteinander daher ausgeschlossen ist.

Passt der Dunker zu mir?

Der Kauf eines jeden Hundes sollte gut und langfristig geplant und durchdacht sein, damit auch wirklich alles passt und der Hund, der in deine Familie kommt, dort auch seinen Platz auf Lebenszeit findet. Hunde wie der Dunker sind vom Menschen abhängig und binden sich sehr stark, weshalb sie auch sehr darunter leiden, wieder von ihrer Familie getrennt zu werden. Um solch ein Szenario vermeiden zu können, sollte man sich einiger Faktoren bewusst sein.

Der Dunker ist aufgrund seiner hohen Aktivitätsrate kein Schoßhund, auch wenn er sich nach einem langen, erfüllten Tag gerne ein paar Kuscheleinheiten abholt. Hunde dieser Rasse brauchen überdurchschnittlich viel Bewegung und sollten daher nur zu aktiven Menschen kommen, die auch genug Zeit für Training und ausgedehnte Spaziergänge haben. Ist die nötige Auslastung geboten, so eignet sich der Dunker auch als Familienhund, da sein freundliches Wesen ihn im Umgang sehr angenehm macht. Nur mit kleineren Kindern sollte, alleine aufgrund der Größe und der damit einhergehenden Kraft, ein wenig die Vorsicht walten und das gemeinsame Spiel unter Aufsicht erfolgen. Für Senioren ist diese Rasse tendenziell eher ungeeignet, da diese meist nicht die über Jahre nötige Fitness mitbringen können, die für eine Haltung dieser Hunde gebraucht wird.

Hat man alle diese Punkte guten Gewissens bedacht und einige Vorsorgen getroffen, so kann der Dunker als aktiver, aufgeweckter und menschenbezogener Partner das Leben sehr bereichern und viele tolle Jahre als treuer Partner an deiner Seite mitlaufen.