Billy

Der Billy ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse, die aus Frankreich stammt. Kategorisiert wird der Billy von der FCI in die Gruppe 6: Lauf- und Schweißhunde. Er findet sich hier in Sektion 1, der alle Laufhunde zugehörig sind, wobei der Billy spezifischer aufgrund seiner Körpergröße zu Sektion 1.1, der Sektion der großen Laufhunde, gehört.

Billy im Steckbrief

Steckbrief
Größe: Rüdem: 60-70, Hündinnen: 58-62 cm
Gewicht: 24-32 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.1: Große Laufhunde
Herkunftsland: Frankreich
Farben: Weiß, Weiß-Zitrone, Weiß-Orange
Lebenserwartung: 11-13 Jahre
Geeignet als: Jagd- und Begleithund
Sportarten:
Charakter: Tapfer, Aktiv, Erziehbar, Gehorsam, Intelligent, Familienorientiert
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential
Stärke des Haarens
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, glatt, hart, etwas grob
Kinderfreundlich: mittel
Familienhund: mittel
Sozial:

Herkunft und Rassegeschichte

Der erste Billy erblickte im Jahre 1877 das Licht der Welt. Der Züchter Hublot du Rivault benannte die von ihm neu gezüchtete Rasse nach seiner Heimat, dem Ort Billy in Poitou, Frankreich. Du Rivault zog den ersten Billy aus einer Mischung von drei unterschiedlichen Hunderassen, die heute allesamt ausgestorben sind. Diese Rassen waren der Montaimboef, der Larrye und der Ceris. Im Billy vereinen sich die besten Eigenschaften dieser drei Hunderassen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war der Bestand des Billys jedoch so bedrohlich dezimiert, dass es aussah, als würde die Rasse aussterben. Anton du Rivault, der Sohn des Züchters, nahm sich deshalb in den 1950er Jahren dem Vermächtnis seines Vaters an und ließ die Zucht des Billys mit den letzten noch lebenden Tieren wieder aufleben. Seine Billy-Hündin Blondinette aus zweiter Generation wurde zur erfolgreichen Stammmutter seiner Zucht und brachte eine überdurchschnittlich große Zahl gesunder Welpen zur Welt, die den Erhalt dieser Rasse festigte.

Heutzutage finden sich wieder mehrere Billy-Zuchten in Frankreich, über Frankreichs Grenzen hinaus ist diese Rasse jedoch eher wenig bekannt.

Wesen & Charakter vom Billy

Billy Gesicht
Bills sind freundlich und aufgeschlossen.

Ursprünglich wurde der Billy für die Jagd gezüchtet, wo er sich durch Ausdauer und eine sehr gute Nase als äußerst hilfreich und geschickt bewies. Trotz seiner ursprünglichen Zuchtaufgabe ist er auch Menschen gegenüber sehr freundlich und aufgeschlossen und kann heutzutage auch guten Gewissens als ruhiger Familienhund gehalten werden, solange für ausreichend Bewegung und Beschäftigung gesorgt ist. Abseits von seiner täglichen benötigten Beschäftigung ist der Billy sehr entspannt unterwegs und liegt seine ruhigen Stunden gerne in der Sonne ab.

Durch das Leben in der Jagdmeute sind Billys sehr soziale Hunde, die sich mit Artgenossen gut verstehen und gerne einen hündischen Kameraden an ihrer Seite haben. Diese Rasse eignet sich daher gut als Zweit- oder Dritthund. Auch mit Kindern kommt der Billy gut zurecht.

Geht es raus in die Natur, so sollte sein stark ausgeprägter Jagdtrieb beachtet und unter Kontrolle gehalten werden, da er sonst gerne Fährten von Waldtieren aufnimmt und diesen, wie in seinen Genen angelegt, nachjagt. Seine aktive Ader sollte ausreichend gefördert werden, um eine ideale Haltung gewährleisten zu können und somit einen ausgeglichenen und fröhlichen Hund an seiner Seite zu haben.

Seine Intelligenz und der Drang nach Bewegung können am besten von aktiven Hundehaltern erfüllt werden, die sich gerne sportlich betätigen und ihren Billy dabei mitnehmen möchten.

Aussehen des Billy

Billy im Sitzen
Billys sind große Hunde.

Besonders sticht auf den ersten Blick der kleine, zierliche Kopf des Billy ins Auge, eines der markantesten Merkmale dieser Rasse. Zusätzlich hierzu haben fast alle Billys schwarz umrandete Augen, die sich vom ansonsten hellen Fell abheben. Größentechnisch erreichen ausgewachsene Billys eine Widerristhöhe von ca. 60 bis 70cm, wobei Rüden etwas größer und schwerer gebaut sind, als Hündinnen. Ein erwachsener und gesunder Hund dieser Rasse bringt zwischen 25 und 32 Kilogramm auf die Waage.

Das Fell des Billy ist kurz und glatt und sehr hell. Die typische Grundfärbungen dieser Rasse sind allerlei Weißtöne, aber auch gelb bis hellorange können auftreten. Zum Teil ist das Fell mit Flecken durchsetzt, die einen etwas dunkleren Weißton haben als der Rest des Fells. Der Nasenschwamm ist, ebenso wie die Augenumrandung, schwarz.

Billys sind recht schlank und grazil gebaut und wirken dadurch sehr elegant in ihrem Auftreten. Ihr Knochenbau ist trotz des zierlichen Äußeren sehr stabil und robust. Die Ohren hängen in Form von großen Schlappohren am kleinen Kopf herab und betonen so nochmal gut die besondere Kopfform dieser Rasse.

Wie groß wird ein Billy?

Rüden dieser Rasse werden ca. 65-70 cm groß, Hündinnen erreichen eine ungefähre Wiederristhöhe von 60-65 cm, sind also etwas kleiner und zierlicher gebaut.

Erziehung & Haltung des Billy – Das gilt es zu beachten

Durch seine ursprünglich angedachte Verwendung bei der Jagd, bringt der Billy einen sehr ausgeprägten Jagdtrieb sowie ein großes Maß an benötigter Bewegung mit. Der Jagdtrieb sollte vom Welpenalter an kontrolliert werden, im besten Fall mit professioneller Unterstützung eines Trainers oder in einer Hundeschule. Aufgrund dieser Tatsache eignet sich der Billy nur bedingt als Hund für Anfänger. Geduld, Konsequenz und Durchhaltevermögen werden in seiner Erziehung dringend benötigt, optimal wäre eine gewisse Vorerfahrung mit Jagdhunderassen.

Sein Bewegungsdrang kann hervorragend mit langen Spaziergängen oder gemeinsamen sportlichen Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren befriedigt werden. Hier zeigt der Billy sich als motivierter und überaus ausdauernder Begleiter, der seine Menschen gerne beim Auspowern unterstützt. Ein Laufhund, der seinem Drang nach Bewegung durch falsche Haltung nicht nachkommen kann, kann Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, weshalb diesem Bedürfnis stets ausreichend entgegengekommen werden sollte.

Durch seine Intelligenz lernt der Billy außerdem sehr schnell und ist leicht für Denksportaufgaben oder das Erlernen von Tricks zu begeistern.

Was kostet die Hunderasse Billy?

Durchschnittlich muss man mit mindestens 800€ beim Kauf eines Billys rechnen. Der Preis hängt von Alter, Geschlecht und Herkunft des Hundes ab.

Ernährung des Billy

Die Hunderasse Billy ist generell eine Rasse mit sehr großem Appetit. Durch die viele Bewegung, die eine artgerechte Haltung des Billys mit sich bringt, steigen auch sein Grundumsatz und somit der Grundbedarf an Futter. An Hunger mangelt es einem gesunden Billy nie. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass das gewählte Futter ausreichend wichtige Nähr- und Mineralstoffe enthält, um eine optimale Ernährung zu bieten. Es sollte eine ausgewogene Balance zwischen Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralien herrschen. Gerade jagdlich gehaltene Hunde benötigen während der Jagdsaison ein großes Maß an Proteinen.

Das Thema Futter kann sehr komplex wirken und ist in seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzen, weshalb es immer ratsam ist, den behandelnden Tierarzt zu Rate zu ziehen. Dieser kennt den Hund am besten und kann anhand von dessen Gesundheitsstatus, seinem Alter und der täglichen Bewegung, die der Billy bekommt, einschätzen, was und wie viel der Vierbeiner bekommen sollte.

Ob bei der Fütterung Trocken- oder Nassfutter gewählt wird oder nach der BARF-Methode mit rohem Fleische gefüttert werden soll, sollte durch den Besitzer individuell nach der Umsetzbarkeit im Alltag bestimmt werden. Der Billy ist in seinen Ansprüchen nicht sehr hoch angesetzt und frisst so gut wie alles, wobei ihn sein robuster Magen unterstützt. Dennoch sollte eine gute Qualität des Futters immer oberste Priorität haben, um für ein gesundes Leben sorgen zu können und den Hund bestmöglich zu unterstützen.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

Billy im Liegen
Billy im Liegen

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Billys liegt, wie bei den meisten großen Hunderassen, bei ungefähr 11 Jahren. Bei sorgsamer und artgerechter Haltung kann er aber durchaus auch noch ein paar Jahre älter werden.

Durch den kleinen Genpool, aus dem diese Rasse hervorgeht, ist die genetische Varianz sehr gering und es kommt leider häufiger zu Erbkrankheiten und anderen Erkrankungen. Besonders häufig beim Billy zu finden sind Erbkrankheiten wie HD (Hüftdysplasie) oder eine Pankreas Insuffizienz. Bei dieser Erkrankung arbeitet die Bauchspeicheldrüse des Hundes nicht richtig, wodurch die Nährstoffe, die im Futter enthalten sind, nicht richtig aufgenommen werden können und es trotz ausreichender Fütterung zu Mangelerscheinungen und Unterernährung kommen kann.

In einigen Fällen kann auch eine degenerative Myleopathie bei Hunden dieser Rasse auftreten, eine neurologische Erkrankung des Rückenmarks. Die Rückenmarksleitungen sind bei dieser Krankheit von einem langsamen Absterben betroffen, wodurch der Bewegungsapparat betroffener Hunde immer weiter eingeschränkt wird, bis es schlussendlich zu einer vollständigen Lähmung kommt.

Um diesen Krankheiten vorbeugen zu können, sollte die Zucht stets gut unter die Lupe genommen werden. Seriöse und verantwortungsvolle Züchter achten genau auf den allgemeinen und gesundheitlichen Zustand ihrer Zuchttiere, sodass Erbkrankheiten minimiert werden können. Des weiteren empfiehlt es sich, regelmäßige Check-Ups beim Tierarzt vorzunehmen, um mögliche Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Zu Übergewicht neigt der Billy in der Regel nicht, da er sich gerne viel bewegt und die durchs Futter aufgenommene Energie so wieder verbrennt. Er ist zudem weder besonders kälte- noch hitzeempfindlich, er liebt es sogar in der Sonne zu faulenzen und sich den Pelz wärmen zu lassen.

Wie alt wird ein Billy?

Der Billy hat eine ungefähre Lebenserwartung von elf Jahren.

Pflege des Billy

Das kurze Fell eines Billys ist sehr pflegeleicht und kommt mit wöchentlichem Ausbürsten gut zurecht. Hierbei werden Schmutz und abgestorbene Haare entfernt, wodurch auch ein übermäßiges Haaren in Haus oder Wohnung vermieden werden kann. Zudem sollten die Ohren und Augen ab und an mit einem weichen, feuchten Tuch gereinigt werden, um Krankheiten vorzubeugen. Die Schlappohren begünstigen durch fehlende Belüftungsmöglichkeit ein feuchtwarmes Klima in den Ohren, das Nährboden für Pilze und Bakterien bietet.

Ist der Billy viel im Wald unterwegs, solltest Du zusätzlich auf einen guten Schutz gegen Zecken achten und das Fell des Hundes regelmäßig nach diesen und weiteren Parasiten absuchen. Zähne, Ohren, Pfoten und Augen sollten auch dem Tierarzt regelmäßig vorgeführt werden, um eventuell entstehende Krankheiten früh und erfolgreich bekämpfen zu können.

Welche Fellfarbe kann ein Billy haben?

Billys haben ein sehr helles Fell. Der Grundton ist weiß mit meist großen Flecken darin, die in ihrer Farbe von Milchkaffee über gelblich bis weiß-orange gehen können.

Billy – Aktivitäten und Training

Mit dem Billy holt man sich eine Hunderasse nach Hause, die sehr viel Bewegung braucht, um glücklich zu sein. Dementsprechend solltest du als zukünftiger Halter ein aktives Leben pflegen, bei dem dein Billy dich begleiten kann. Lange Spaziergänge, gemeinsame Rad- oder Joggingrunden oder auch die Begleitung bei einem Ausritt lasten den Billy aus und fördern die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Hierbei sollte die jagdliche Zucht dieses Hundes immer im Hinterkopf behalten werden und der Rückruf sitzen, damit der Billy sich nicht auf eigene Faust hinter einer erschnüffelten Fährte her begibt.

Auf Gehorsamkeitstraining spricht der Billy sehr gut an und ist offen für alle Arten von Hundesport, wobei die Arbeit mit der Nase geradezu für ihn gemacht ist.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Billy

Besonders bekannt ist der Billy für seinen Galopp, in dem er sich gerne, leichtfüßig und ausdauernd präsentiert. Durch sein freundliches Wesen eignet er sich nicht als Wachhund, da er mögliche Eindringlinge vermutlich freudig begrüßen würde.

Der Billy gilt als sehr freundlich und aufgeschlossen gegenüber Kindern, er zeigt im Umgang mit dem Menschen keinerlei Aggressionen oder Ansätze zum Schnappen oder ähnlichem.

Generell ist die Zucht der Billys nur sehr klein, die Rasse ist nicht besonders weit verbreitet und eigentlich fast ausschließlich in Frankreich anzutreffen. Jagdlich geführte Billys gibt es heute so gut wie überhaupt nicht mehr.

Billy zu zweit
Die Billy-Zucht ist sehr klein.

Nachteile des Billy

Die viele Bewegung, die diese Rasse benötigt, kann sicherlich auch zu einem Nachteil werden, wenn nicht genügend Platz und Zeit zum nötigen Auslauf vorhanden sind. Wird sein Wunsch nach Bewegung nicht erfüllt, so kann der Billy Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, durch die er seine Unzufriedenheit ausdrückt und die den Umgang und das Verhältnis zwischen Mensch und Hund belasten. Eine artgerechte und auf die Ansprüche der Rasse zugeschnittene Haltung ist deshalb, wie bei allen anderen Hunderassen auch, sehr wichtig.

Die generell erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten sollte auch bei der Anschaffung eines Billys beachtet werden. Ein krankes Tier benötigt noch mehr Pflege und Aufmerksamkeit, als ein gesundes und es können hohe Kosten für die im Ernstfall notwendigen ärztlichen Behandlungen aufkommen, die gedeckt werden können müssen.

Passt der Billy zu mir?

Der Billy ist definitiv kein Schoßhund. Trotz seiner sehr freundlichen Art ist er aufgrund seiner Größe und seinem ursprünglichem Zuchtziel als Jagdhund ein nicht zu unterschätzendes Kaliber. Er sollte nur in eine Familie kommen, die sehr aktiv ist und ausreichend Platz hat, damit der Billy sich austoben kann. Für eine Haltung in einer kleinen Wohnung ist der Billy daher ungeeignet. Kinder in der Familie sind hingegen absolut kein Problem.

Durch ihre frühere Haltung in der Meute sind Billys auch gut für einen Mehrhundhaushalt geeignet, sie freuen sich über artgenössischen Kontakt und kommen gut mit anderen Hunden klar. Als Hund für Senioren eignet sich der Billy eher weniger, da sein Bewegungsdrang und seine Größe ihn für ältere Menschen schwerer händelbar machen.
Generell sollte der Kauf eines Hundes immer gut durchdacht werden, da für die gesamte Zeit der Lebenserwartung des Hundes abgesichert sein sollte, dass es ihm gut geht und alle seine Bedürfnisse erfüllt werden können. Hunde binden sich an ihre Menschen und möchten nach Möglichkeit ihr ganzes Leben bei ihrer Familie verbringen.

Neben den Anschaffungskosten für den Hund an sich und die Erstausstattung, müssen auch monatliche Kosten für Futter, Versicherung, Tierarzt und andere Ausgaben in das benötigte Budget eingerechnet werden. Es sollte zudem immer ausreichend Zeit für den Hund vorhanden sein und ein geeigneter Ort, an dem Dein Billy bleiben kann, wenn Du einmal in den Urlaub fahren möchtest und Dein Hund Dich nicht begleiten kann.

Nicola

Nicola

In meiner Freizeit fotografiere ich Hunde für mein Leben gern. Meistens geraten mir die edogs Bürohunde vor die Linse.

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