Home Hundewissen von A bis ZHundegesundheit Geburt beim Hund – Das ist jetzt wichtig

Geburt beim Hund – Das ist jetzt wichtig

von Maren Kleymann
0 Kommentar
Kostenloses E-Book Welpen 1x1 zum Download

Vorbereitung auf die Geburt beim Hund

Normalerweise verläuft eine Geburt beim Hund entspannt. Die Hündin benötigt keine Hilfe. Etwas Unterstützung kann aber nicht schaden.

Das Wurflager

Bereits ein bis zwei Wochen vor der Geburt sollte für die Hündin ein Wurflager aufgebaut werden. Ausgestattet wird die Plastikwanne mit weichen Handtüchern oder Bettlaken, damit die Hündin ein bequemes Lager hat.

Als Aufstellungsort des Wurflagers eignet sich ein Raum, in dem sich die Hündin sicher und geborgen fühlt. Wird sie normalerweise in der Küche gefüttert, ist hier in einer ruhigen Ecke der passende Aufstellungsort. Das Liegebett der Hündin sollte in die unmittelbare Nachbarschaft des Wurflagers gestellt werden. 

Damit die Welpen nicht über den Rand des Wurflagers klettern können, sollte eine Abgrenzung durch einen höheren Rand vorhanden sein. Die Hündin kann immer von Bett aus schnell nach den Welpen im Wurflager sehen und sich um diese kümmern.

Vermeidung von Stress

Damit die Geburt beim Hund ohne Komplikationen abläuft, sollten die Tage vor dem errechneten Geburtstermin möglichst stressfrei ablaufen. Besuche fremder Personen in dieser Zeit bedeuten nur Stress für die Hündin, die sich auf die Geburt vorbereiten muss. Damit sich die Hündin schneller an das Wurflager gewöhnen kann, sollte dieses mit einer Lieblingsdecke und Spielzeug ausgestattet werden. Ist die Hündin körperlich und seelisch in Balance, verläuft die Geburt normalerweise ohne Komplikationen.

Wie lange dauert es, bis der erste Welpe geboren ist?

Der erste Welpe wird ein bis zwei Stunden nach dem Auftreten der ersten Presswehen geboren.

Hilfsmittel bei der Geburt beim Hund

Falls Komplikationen bei der Geburt beim Hund auftreten, sollte die Notrufnummer des Tierarztes immer bereitliegen. Der Tierarzt sollte immer über den erwarteten Termin für die Geburt informiert sein, damit er schnell vor Ort sein kann. Für den Transport der Hündin in die Tierarztpraxis sollte ein Auto zur Verfügung stehen. 

Hilfsmittel für die Versorgung der Welpen

Nach der Geburt durchtrennt die Hündin in der Regel die Nabelschnur mit den Zähnen und öffnet die Eihaut vollständig. Tut sie das nicht, muss die Nabelschnur abgebunden und mit einer Nagelschere durchtrennt werden. 

Saubere Handtücher werden benötigt, um die neu geborenen Welpen zu trocknen und warm zu halten. Schreitet die Geburt weiter fort, können die Welpen in einen zweiten Korb gelegt werden. Müssen die Welpen kurz von der Hündin getrennt werden, ist es wichtig, dass die kleinen Hunde warm bleiben. Sie sind kurz nach der Geburt noch nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Die Wärme wird über die Mutterhündin, oder als Ersatz von einer Wärmeflasche gespendet. Damit die Wärmeflasche nicht durch die spitzen Krallen der Welpen beschädigt wird, sollte sie mit weichen Handtüchern umwickelt werden.

Geburt Hund: Hündin mit Welpe liegend

Nach der Geburt durchtrennt die Hündin in der Regel die Nabelschnur mit den Zähnen und öffnet die Eihaut vollständig.

Anzeichen einer Geburt beim Hund

Der Termin der Geburt kann nur ungefähr berechnet werden. Deshalb ist es besonders wichtig, auf die Anzeichen vor der Geburt zu achten. 

Änderung des Verhaltens

Das Futter ist für die Hündin nicht mehr so interessant. Ein häufigeres Absetzen von Harn und Kot ist zu beobachten. Die Hündin sucht die Nähe des Menschen. Da aus der Scheide bereits leichter Ausfluss rinnt, beginnt sie immer wieder in diesem Bereich zu lecken. 

Anzeichen kurz vor der Geburt

Die Hündin ist unruhig. Sie geht immer wieder in die Wurfkiste und scharrt an den Decken. Die Atemfrequenz ist erhöht, zeitweise hechelt die Hündin. 

Wenige Stunden vor der Geburt beim Hund sinkt die innere Körpertemperatur um einen Grad ab. Um das Absinken der Temperatur in der Zeit von 36 Stunden vor der Geburt messen zu können, sollten bereits eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin regelmäßig Messungen der Körpertemperatur durchgeführt werden. Dadurch steht kurz vor der Geburt ein durchschnittlicher Vergleichswert zur Verfügung. Meistens sinkt die Körpertemperatur auf unter 37 Grad Celsius ab. (Die normale Körpertemperatur der Hündin liegt zwischen 37,5 und 39 Grad Celsius)

Wie kündigt sich die Geburt bei Hunden an?

Hündinnen beginnen am Ende der Trächtigkeit immer wieder die Wurfkiste aufzusuchen und ein Nest zu bauen. Wenige Stunden vor der Geburt beim Hund sinkt die innere Körpertemperatur um einen Grad Celsius. Die Hündinnen sind ruhig und hecheln.

Die Phasen der Geburt beim Hund

Bei der Geburt beim Hund werden mehrere Phasen unterschieden:

  • Öffnungsstadium
  • Austreibungsstadium
  • Nachgeburtsphase

Das Öffnungsstadium

Die Eröffnungsphase bei der Geburt beim Hund dauert zwischen sechs und 24 Stunden. Die Hündin ist unruhig und beginnt ein Nest zu bauen. Die Vulva schwillt an. Es treten erste Kontraktionen der Gebärmutter auf. Die Hündin zittert und hechelt. Der Schleimpfropf, der den Gebärmutterhals verschließt, wird flüssiger.

Das Austreibungsstadium

Mit dem Austreibungsstadium startet die Geburt beim Hund. Normalerweise dauert die Austreibung der Welpen zwischen drei und sechs Stunden. Eventuell kann sich dieses Stadium auf bis zu zwölf Stunden verlängern. Die Bauchpresse ist deutlich sichtbar. Wenn alles normal abläuft, erfolgt die Geburt des ersten Welpen innerhalb von 60 Minuten. Jetzt werden die Welpen abwechselnd aus dem rechten und dem linken Horn der Gebärmutter geboren. Zwischen der Geburt der einzelnen Welpen liegt immer wieder eine Pause, die ein bis zwei Stunden dauern kann. Bei der normalen Geburt beim Hund werden die Welpen in Steißlage geboren. Aber auch bei einer Geburt mit dem Kopf voran treten meistens keine Komplikationen auf.

Bei den meisten frisch geborenen Hunden reißt die Eihaut ein, während sie sich noch im Geburtskanal befinden. Ist das nicht der Fall, öffnet die Hündin die Eihaut mit ihren Zähnen. Mit jedem Welpen tritt auch Fruchtwasser aus dem Geburtskanal aus. Dieses ist zuerst klar bis leicht grau. Löst sich die erste Plazenta, sind Beimengungen von Blut und eine grünliche Färbung zu erkennen.

Geburt Hund: Hündin mit Welpe von oben

Mit dem Austreibungsstadium startet die Geburt beim Hund.

In der Austreibungsphase sollte der Hündin nicht ständig Hilfe aufgedrängt werden. Das ständige Eingreifen durch Menschen verursacht Stress. Die Wehentätigkeit wird dadurch unterbrochen.

Wie lange braucht ein Hund bei der Geburt?

Hat die Austreibungsphase begonnen, wird der erste Welpe innerhalb von ein bis vier Stunden geboren. Nach einer Pause von 30 bis 60 Minuten wird der nächste Welpe geboren. Die Geburt der kleinen Hunde dauert abhängig von der Anzahl der Welpen mehrere Stunden. 

Die Nachgeburtsphase

Eine Viertelstunde nach der Geburt eines Welpen wird auch die Plazenta, der Mutterkuchen, ausgetrieben. Die Nachgeburt wird von der Hündin sofort gefressen. Spätestens innerhalb von zwei Stunden nach dem Ende der Geburt sollte auch die letzte Nachgeburt aus dem Geburtskanal herausgekommen sein.

Wurden nicht alle Nachgeburten ausgeschieden, muss auf alle Fälle der Tierarzt angerufen werden. Bleiben Reste der Plazenta in der Gebärmutter der Hündin zurück, wird eine fieberhafte Infektion der Gebärmutter verursacht. Es treten Giftstoffe in die Blutbahn über, die ohne Behandlung den Tod der Hündin verursachen können. 

Hilfeleistung während einer Geburt beim Hund

Während einer Geburt sollte nur dann Hilfe geleistet werden, wenn es wirklich erforderlich ist und Probleme bei der Geburt auftreten. Ungeduld ist in dieser Zeit falsch

Unterstützung der Hündin

Bringt die Hündin gerade einen weiteren Welpen zur Welt, sollte in der Regel eine Unterstützung bei der Versorgung der bereits geborenen Welpen erfolgen. Eventuell müssen die Nase und die Atemwege der Welpen von den Resten des Fruchtwassers befreit werden. Durch Reiben gegen den Fellstrich wird die Atmung der Welpen angeregt. Hat die Hündin die Nabelschnur nicht durchtrennt, wird diese ungefähr drei Zentimeter vom Körper entfernt abgebunden und mit einer Nagelschere durchgeschnitten. 

Komplikationen bei der Geburt

Wird nach der Geburt des ersten Welpen innerhalb von vier Stunden kein weiterer Welpe geboren, besteht eine Wehenschwäche. Diese kann durch einen Mangel des Hormons Oxytocin verursacht sein. In diesem Fall muss auf alle Fälle ein Tierarzt gerufen werden. Durch Infusionen mit anregenden Medikamenten wird versucht, die Wehen wieder zu verstärken. Ist das erfolglos, muss ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Bei bestimmten Rassen wie der Französischen Bulldogge ist das Becken für den großen Kopf der Welpen zu klein. Hier muss oftmals ein Kaiserschnitt erfolgen, da die Geburt auf natürlichem Weg nicht möglich ist. 

Geburt Hund: Zwei Welpen im Körbchen

Während einer Geburt sollte nur dann Hilfe geleistet werden, wenn es wirklich erforderlich ist und Probleme bei der Geburt auftreten.

Steckt ein Welpe im Geburtskanal fest, blutet die Hündin stark aus der Scheide und zeigt Anzeichen von Schmerzen. Abhängig von der Position des Welpen im Geburtskanal wird dieser mit tierärztlicher Hilfe herausgezogen, oder es erfolgt ein Kaiserschnitt.

Besteht bei der Hündin ein Mangel an Kalzium, öffnet sich der Gebärmutterhals nicht. Der Schleimpfropf bleibt fest und löst sich nicht auf. Trotz des Abfalls der inneren Körpertemperatur beginnt keine Wehentätigkeit. Die Welpen müssen durch einen Kaiserschnitt geboren werden.

Kann während der Trächtigkeit ein stinkender und blutiger-grünlicher Ausfluss aus der Scheide beobachtet werden, sollte der Tierarzt kontrollieren, ob sich die Plazenta bereits vor der Geburt abgelöst hat. 

Wichtig: Wenn Du Komplikationen vermutest, solltest Du unbedingt einen Tierarzt kontaktieren.

Wie lange dauert die Eröffnungsphase beim Hund?

Die Eröffnungsphase bei der Geburt beim Hund dauert zwischen sechs und 24 Stunden.

Die Phase nach der Geburt beim Hund

Die Welpen, bei denen die Nabelschnur bereits durchtrennt wurde, beginnen bereits während der Geburt weiterer Welpen nach dem Gesäuge der Mutter zu suchen. Sie werden dabei ausschließlich von Wärme- und Geruchsreizen geleitet. Die Augen und Ohren der Welpen sind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig geschlossen. Die Welpen trinken die Kolostralmilch aus dem Gesäuge. In dieser Milch sind Antikörper der Mutterhündin enthalten, die die Welpen für einige Wochen vor Infektionen schützen. 

Da die kleinen Hunde zu diesem Zeitpunkt noch kein eigenes funktionsfähiges Immunsystem besitzen, sind sie auf die Antikörper aus der Muttermilch angewiesen, um gesund zu bleiben. Nach vier bis fünf Tagen ändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch. Sie enthält keine Antikörper mehr. Der Gehalt an Eiweiß und Fett ist erhöht

Nach der Geburt können Komplikationen auftreten

Wird mit der Milch zu viel Kalzium ausgeschieden, ist im Blut der Hündin zu wenig Kalzium vorhanden. Es kommt zu einer Eklampsie. Die Hündin ist unruhig und leidet unter Krämpfen. Die Eklampsie tritt vor allem bei kleinen Hunderassen auf. Hat sich die Hündin während der Geburt sehr angestrengt, ist sie infolge eines zu niedrigen Zuckergehalts (Hypoglykämie) im Blut schwach. Die Muskeln krampfen. Nach der Geburt beim Hund sollte immer wieder kontrolliert werden, ob alle Welpen geboren wurden. Bleiben abgestorbene Welpen oder Reste der Plazenta in der Gebärmutter zurück, entstehen Infektionen, die tödlich verlaufen können. 

Durch Hormonstörungen kann es vorkommen, dass der Milchfluss nicht in ausreichender Menge einsetzt. Kann die produzierte Milchmenge durch eine Behandlung des Tierarztes nicht erhöht werden, müssen die Welpen mit Ersatzmilch aufgezogen werden.

Geburt Hund: Hündin und Welpen im Stroh

Die Welpen, bei denen die Nabelschnur bereits durchtrennt wurde, beginnen bereits während der Geburt weiterer Welpen nach dem Gesäuge der Mutter zu suchen.

Verhalten der Hündin nach der Geburt

Nach der Geburt ist die Hündin von der Anstrengung geschwächt. Sie benötigt Wasser und leicht verdauliches Futter, um wieder zu Kräften zu kommen. Die Hündin muss die Möglichkeit bekommen, im Freien Harn und Kot abzusetzen. Alle Tücher aus der Wurfkiste sollten entfernt und durch neue, weiche und saubere Tücher ersetzt werden. 

Finden die Welpen die Zitzen der Mutter nicht, können sie an diese angelegt werden. Mit der Zeit erkennt jeder Welpe seine Lieblingszitze, aus der er bevorzugt trinkt. 

Die Hündin beginnt sofort, nachdem sie sich gestärkt hat, die Welpen liebevoll zu umsorgen. Sie wärmt die kleinen Hunde mit ihrem Körper und sorgt dafür, dass alle trinken. Durch Belecken der Körper mit der Zunge, regt die Hündin die Verdauung der Welpen an.

Damit die Hündin genügend Energie für die Produktion von Milch und die Versorgung der Welpen zur Verfügung hat, benötigt sie ein energiereiches Futter

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.