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Pfotenverband beim Hund: So legst Du ihn richtig an

von Finia Fischer
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Es ist erstaunlich, wie robust Hundepfoten sind – selbst auf steinigen Wegen, wo wir Menschen nur mit derben Schuhen laufen, toben unsere Vierbeiner unbekümmert herum. Dennoch kann es passieren, dass der Hund sich an einer Pfote verletzt, etwa an einem besonders spitzen Stein, einer herumliegenden Glasscherbe oder einer Dornenranke. Das Blut fließt, das Tier hat Schmerzen – als Erste-Hilfe-Maßnahme muss ein Pfotenverband beim Hund angelegt werden. Wie das richtig geht, erklären wir Dir in diesem Artikel.

Was muss beim Anlegen eines Pfotenverbandes beachtet werden?

Die Hundepfote darf nicht zu fest umwickelt werden, damit die Durchblutung nicht gestört wird. Der fertige Verband muss gegen Nässe geschützt werden.

Pfotenverband beim Hund – worauf muss ich achten?

Zunächst muss unterschieden werden zwischen einem Druckverband, um eine starke Blutung an der Pfote zu stillen, und einem reinen Wundverband, um eine Verletzung vor Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen und ruhig zu stellen. Da die Pfotenballen bei Hunden gut durchblutet sind, kann auch eine oberflächliche Wunde stark bluten, ist aber nicht lebensbedrohlich. Anders sieht es bei tiefen Verletzungen an der Pfote aus.

Ist die Pfotenverletzung so tief oder groß, dass eine starke, pulsierende Blutung auftritt, muss die Wunde so schnell wie möglich mit einem Druckverband versorgt werden. Dieser Verband ist eine akute Notfall-Maßnahme, um einen zu großen Blutverlust des Hundes zu verhindern, bis das Tier so schnell wie möglich von einem Tierarzt weiter versorgt werden kann.

Ein Wundverband dagegen soll die Hundepfote nach einer Verletzung an Ballen, Zwischenzehenhaut oder Kralle zum einen vor Verschmutzungen und Infektionsgefahr schützen, zum anderen die Wunde auch so weit wie möglich ruhig stellen, bis sie wieder verheilt ist. Ein solcher Verband muss daher besonders gut sitzen, damit der Hund ihn nicht nach kurzer Zeit schon verliert, und er muss auch regelmäßig erneuert werden.

Das nötige Equipment für den Pfotenverband beim Hund

Da die Pfoten unserer Hunde immer stark beansprucht werden, ist es ratsam, bei Spaziergängen, Wanderungen oder auch beim Hundesport eine Grundausrüstung für Notfälle dabei zu haben. Eine Schnittverletzung, ein eingetretener Fremdkörper, ein wundgelaufener Ballen oder eine eingerissene Kralle sind für den Vierbeiner schmerzhaft und hindern ihn am Weiterlaufen. Auch kann Schmutz in die Wunde gelangen und zur Entzündung führen.

Ein kleines Erste-Hilfe-Päckchen aus der Apotheke oder Drogerie kann zum Beispiel am Gürtel oder der Hundeleine befestigt werden und sollte folgende Gegenstände enthalten:

  • 2-3 sterile Wundkompressen
  • 2-3 Mullbinden, verpackt
  • 1 Heftpflaster-Rolle
  • 1 elastische, selbsthaftende Binde
  • 1 kleine Schere (zum Schneiden der Pflaster-Strips)
  • 1 Pinzette (zum Entfernen von Fremdkörpern aus der Pfote)
  • Watte
  • Einmalhandschuhe
  • 1 Pfotenschuh

Wie macht man einen Pfotenverband beim Hund?

Bevor die Pfote verbunden wird, müssen alle Zehen und Ballen mit Watte gut abgepolstert werden. 

Pfotenverband anlegen

Der Tierarzt wird einen professionellen Verband anlegen und je nach Schwere der Verletzung den Vierbeiner zu regelmäßigen Verbandswechseln einbestellen.

Pfotenverband beim Hund – so gehts!

Hat sich der Hund unterwegs an einer Pfote verletzt, solltest Du zunächst dafür sorgen, dass er sich nicht in Panik von Dir entfernen kann. Leine den Vierbeiner an und sprich beruhigend auf ihn ein. Dann schau Dir die Verletzung an – eventuell solltest Du dem Hund die Schnauze zubinden, damit er Dich nicht beißen kann, denn Pfotenverletzungen sind meist sehr schmerzhaft.

Druckverband

Ist die Wunde groß, tief klaffend und blutet stark, eventuell sogar pulsierend, muss sofort ein Druckverband angelegt werden:

  • Wunde mit einer sterilen Wundkompresse abdecken
  • Eine Mullbinde aufgerollt in der Verpackung fest auf die Kompresse drücken
  • Mit einer zweiten, ausgepackten Mullbinde so umwickeln, dass starker Druck auf die untere Mullbinde ausgeübt wird
  • Den Hund schnellstmöglich zu einem Tierarzt bringen (vorher telefonisch den Notfall ankündigen), dabei die verletze Pfote möglichst erhöht lagern

Ein Druckverband ist immer eine Notfallmaßnahme und darf nur so lange an der Hundepfote bleiben, bis die Blutung gestoppt werden konnte oder der Hund vom Tierarzt versorgt wird. Ansonsten droht das Absterben des Gewebes aufgrund der Mangeldurchblutung.

Wundverband

Bei kleineren Verletzungen an der Pfote, etwa einer eingerissenen Kralle oder einem eingeschnittenen Ballen, schützt ein Wundverband vor Verschmutzungen und Infektionen und hält die Wunde ruhig. Einen eingetretenen Fremdkörper solltest Du nach Möglichkeit entfernen. Geht das zu schwer, muss der Tierarzt dies unter Betäubung machen. So machst Du einen Wundverband:

  • Pfote mit sauberen, handwarmen Wasser reinigen und abtrocknen
  • Haare um die Wunde herum möglichst etwas wegschneiden
  • Wunde vorsichtig anschauen, groben Schmutz, Steinchen oder Dornen entfernen oder mit Watte dick umpolstern
  • Alle Zwischenzehenbereiche und auch die Daumenzehe (Wolfskralle) mit Watte gut abpolstern (verhindert Druck und Reibung, nimmt Schweiß und Feuchtigkeit auf)
  • Wunde mit steriler Kompresse abdecken
  • Die gesamte Pfote vorsichtig noch einmal mit einem großen Stück Watte umwickeln und polstern, dabei auch die hinteren Ballen mit einbeziehen
  • Mit einer Mullbinde alles einmal locker vom Handwurzel- oder Sprunggelenk von vorne über die Krallen nach hinten bis über das Gelenk fixieren, dann etwas fester von hinten seitlich um die Pfote herum über Kreuz wieder nach vorne unten, unter der Pfote hindurch auf der anderen Beinseite wieder über Kreuz nach oben und um das Bein herum; auf diese Weise immer weiter umwickeln, bis die Mullbinde verbraucht und die Pfote rundherum verbunden ist
  • Fixierung der Mullbinde mit Pflasterstrips oder besser mit einer selbsthaftenden, elastischen Binde (Achtung: nicht zu fest wickeln, um eine Stauung der Blutgefäße zu verhindern)
  • Den unteren Bereich mit wasserfestem Klebeband umwickeln oder mit einem speziellen Pfotenschuh gegen Feuchtigkeit schützen

Wie oft sollte man den Pfotenverband wechseln?

Bei frischen Wunden muss der Verband täglich erneuert werden. Das gilt auch, wenn er feucht geworden ist, der Hund daran geknabbert hat oder bei hohen Außentemperaturen, wenn der Hund über die Pfoten schwitzt. 

Pfotenverband

Kein Hund mag es, wenn seine Pfote verbunden ist oder er einen Pfotenschuh tragen soll. Der Schutz der Wunde ist aber für eine ungestörte Abheilung extrem wichtig.

Pfotenverband beim Hund – darauf musst Du beim Verbandswechsel achten!

Bei frischen Verletzungen muss ein Verband täglich erneuert werden. Dabei wird die Wunde genau untersucht und bei Bedarf oder je nach Therapieanweisung mit Salbe oder Jodlösung behandelt. Auch eine starke Durchfeuchtung mit Blut oder Wundsekret oder durch Nässe von außen macht einen Verbandswechsel notwendig. Und bei hohen Außentemperaturen schwitzen Hunde vor allem an den Pfoten, auch dann muss ein Verband täglich gewechselt werden.

Zum Entfernen des alten Verbandes nutzt Du eine spezielle Schere, wie sie in allen Verbandskästen vorhanden ist. Das verdickte Ende des unteren Scherenflügels verhindert Verletzungen am Hundebein. Damit wird der Verband nun auf der Wund-abgewandten Seite der Pfote von oben bis unten aufgeschnitten, sodass alle Schichten gleichzeitig abgenommen werden können.

Schaue Dir die Verletzung genau an: Blutet sie noch, wie sehen die Wundränder aus, ist das umliegende Gewebe gerötet oder entzündet? Bist Du unsicher, ob der Heilungsprozess gut verläuft, frage sicherheitshalber den Tierarzt. Hast Du die Verletzung frisch versorgt, legst Du den neuen Wundverband genau so an wie vorher beschrieben. Da Verletzungen an den Hundepfoten durch die dauernde Belastung beim Laufen oft nur langsam heilen, muss diese Prozedur manchmal über mehrere Tage oder sogar Wochen durchgeführt werden.

Schreitet der Heilungsprozess aber gut voran, kann ein gut sitzender Verband später auch zwei Tage an der Pfote bleiben, solange er trocken und unbeschädigt ist. Sobald er aber durch das Laufen auf nassem Untergrund feucht geworden ist, der Hund daran geleckt oder geknabbert hat oder sehr warme Außentemperaturen den Hund schwitzen lassen, solltest Du wieder häufiger einen frischen Verband wickeln.

Wann muss der Hund zum Tierarzt?

Auch bei kleineren Verletzungen sollte der Hund nach Möglichkeit einmal beim Tierarzt vorgestellt werden. Gerade an der Pfote heilen Wunden durch die ständige Belastung oft schlecht, auch können sie sich leicht entzünden, sodass eine Versorgung mit Medikamenten nötig wird. Größere oder klaffende Wunden müssen eventuell unter Narkose genäht werden.

Der Tierarzt wird einen professionellen Verband anlegen und je nach Schwere der Verletzung den Vierbeiner zu regelmäßigen Verbandswechseln und Wundkontrollen einbestellen oder Dir eine genaue Anleitung geben, wie Du selber den Verband richtig wechseln kannst.

Was kann man machen, damit der Hund die Pfote nicht leckt?

Der wirksamste Schutz vor einem Belecken der Wunde ist ein medizinischer Halskragen.

Pfotenverband beim Hund: Tipps gegen Lecken und Knabbern 

Kein Hund mag es, wenn seine Pfote verbunden ist oder er einen Pfotenschuh tragen soll. Der Schutz der Wunde ist aber für eine ungestörte Abheilung extrem wichtig. Daher muss der Hund zumindest, wenn er unbeaufsichtigt ist, daran gehindert werden, den Verband aufzureißen und an der Wunde zu lecken.

Die effektivste Methode, den Hund an der Bearbeitung des Pfotenverbandes zu hindern, ist das Anlegen eines Halskragens. Dieser Kunststofftrichter ist beim Tierarzt zu bekommen und wird, jeweils in der passenden Größe für den Hund, am Halsband befestigt. Auch wenn der Vierbeiner von dieser „Tüte“ zunächst sehr irritiert und in seiner Bewegung eingeschränkt ist, gewöhnen sich die meisten Hunde nach einiger Zeit daran und akzeptieren den Halskragen. 

Es gibt auch alternative Modelle aus weichem Kunststoff, aufblasbare Halskrausen oder scheibenförmige Halskragen – wichtig ist, dass der Hund effektiv daran gehindert werden muss, den Verband und die verletzte Pfote mit Zunge und Zähnen zu erreichen. Für die täglichen Spaziergänge, wenn der Hund sich unter Deiner Aufsicht befindet, kann der Halskragen abgenommen werden. Mit einer verletzen Pfote sollte der Vierbeiner grundsätzlich nicht zu stark belastet und nur an der Leine ausgeführt werden. 

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