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Otterhound

von Marcel Hammerich
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Der Otterhound, im Deutschen auch Otterhund genannt, ist ein mittelgroßer Jagdhund aus Großbritannien, der ursprünglich für die Jagd am und im Wasser gezüchtet wurde aber auch hervorragend als Laufhund auf festem Boden eingesetzt werden kann. In Deutschland findet sich die Rasse nur bei wenigen Liebhabern und ein paar Züchtern. Als Familienhund zeigt der Otterhound sein freundlichen Wesen und seine ruhige und geduldige Art. Dabei braucht er dennoch sehr viel Auslauf und Beschäftigung und kann eine echte Herausforderung für Hundeanfänger sein, wenn diese seine Bedürfnisse nicht erfüllen. Im FCI ist der Otterhound in folgender FCI-Gruppe zu finden: FCI-Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen, Sektion 1.1 Große Laufhunde ohne Arbeitsprüfung mit der Standardnummer 294.

Otterhound im Steckbrief

Steckbrief
Größe: 60-67 cm
Gewicht: Rüden: 41-50 kg, Hündinnen: 29-41 kg
FCI-Gruppe: 6: Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen
Sektion: 1.1: Große Laufhunde
Herkunftsland: Großbritannien
Farben: Schwarz, Grau, Wheaten, Blau-Creme, Leber-Hellbraun, Schwarz-Braun
Lebenserwartung: 10-13 Jahre
Geeignet als: Familienhund (Jagdhund)
Sportarten:
Charakter: Ausgelassen, Liebenswürdig, Temperiert
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential: gering
Stärke des Haarens: eher hoch
Pflegeaufwand: eher hoch
Fellstruktur: Lang, dicht, rauh, hart, undurchlässig
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Herkunft und Rassegeschichte

Otterhound Welpen

Otterhunde sind richtige Wasserratten und besitzen kleine Schwimmhäute zwischen den Zehen.

Der Otterhund wird zwar zu den Hunderassen aus Großbritannien gezählt, seine Vorfahren stammen teilweise jedoch aus Frankreich. Die Forscher gehen davon aus, dass Französische Laufhunde und Französische Wasserhunde nach England gebracht wurden und dort mit der heimischen Linie der original englischen Hounds gekreuzt. Die daraus entstandenen Jagdhunde wurde speziell für die Jagd nach Ottern eingesetzt. Sie sollten in der Lage sein, den gesamten Tag am und im Wasser zu arbeiten.

Dieses Erbe ist immer noch sehr tief in der Rasse des Otterhound verankert. So besitzt der Hund kleine Schwimmhäute zwischen den einzelnen Zehen und kann sehr lange und ausdauernd einer Beute nachsuchen und konzentriert arbeiten. Die besten Otterhounds schaffen es einer Spur bis zu 12 Stunden zu folgen und mehrere Stunden lang zu schwimmen. Wenn er seine Beute gefunden hat, zeigt er dies durch sehr lautes Bellen an. Durch diese Eigenschaften wird er auch als Rettungshund vermehrt eingesetzt. In der Jagd wird er nur noch zur Nachsuche bzw. für die Schweißarbeit genutzt, da die Otterjagd bereits seit vielen Jahren verboten ist. Besonders bei der Polizei und den Rettungskräften in Großbritannien ist er heute als Suchhund sehr beliebt. Die Hunderasse kann neben Menschen auch jede Art von Drogen oder andere Schmuggelware suchen und verlässlich Anzeigen.

Wesen & Charakter vom Otterhund

Der Otterhound hat ein sehr freundliches und ausgeglichenes Temperament. Wenn er einer Aufgabe nachgeht, ist er hochkonzentriert und lässt sich von nichts ablenken, doch im Alltag ist er sehr aufmerksam und beobachtet gerne seine Menschen. Er kann die Stimmung von Menschen gut einschätzen und ist sehr anhänglich und verschmust bei seiner Familie. Auch fremden Menschen begegnet der Otterhound sehr offen oder ist neutral. Jede Form von Nervosität oder Aggression wird von den Züchtern nicht zur Zucht zugelassen.

Ein Otterhund ist ein sehr guter Familienhund, da er äußerst geduldig mit Kindern ist und im Haus sehr ruhig und verschmust. Mit anderen Hunden und Kleintieren versteht er sich gut, wenn er früh an diese gewöhnt wird. Sein meldendes Bellen kann sehr laut sein und sollte in privaten Haushalten unbedingt kontrolliert werden, damit die Nachbarn sich nicht über einen bellenden Hund beschweren. Seine Ausdauer und Intelligenz lässt sich sehr gut für die Erziehung nutzen und auch für einen fördernden Hundesport. Er genießt die Zeit mit seiner Familie und ist nur ungern von seinen Menschen getrennt, weswegen sehr oft das Alleinbleiben gut trainiert werden muss.

Trotz seines Jagdtriebes ist er auch für Anfänger geeignet, die bereit sind sich mit Verhalten zu beschäftigen und den Otterhund auslasten können. Durch seine freundliche Art und sein unkompliziertes Wesen wird er einem Anfänger kaum Probleme bereiten.

Ist der Otterhound ein Familienhund?

Der Otterhound ist ein sehr guter Familienhund, wenn die Familie genügend Zeit für den Hund hat und bereit ist, mit diesem einen Hundesport auszuführen. Mit Kindern ist er sehr freundlich und offen im Umgang und er lässt sich gut auf mehrere Personen ein. In einer Familie hat der Otterhound sogar den Vorteil, dass mehrere Menschen mit ihm aktiv arbeiten können und meist immer jemand Zeit für den Hund hat.

Hunde dieser Rasse

Aussehen des Otterhundes

Otterhound Kopf

Das Fell hat eine ölige Struktur zum Schutz vor dem kalten Wasser.

Der Otterhund ist ein großer Hund mit einem langen eher zotteligen und öligem Fell und einem treuen Blick. Mit einer Widerristhöhe von rund 69 cm bei den Rüden und etwa 61 cm bei den Hündinnen sind Otterhounds eine große Erscheinung. Durch das lange Fell und besonders durch den wachen und freundlichen Blick wirkt der große Hund jedoch keinesfalls bedrohlich, sondern eher wie ein netter Familienhund.

Neben seiner Größe ist besonders auffallend am Otterhound sein Fell. Dieses ist sehr dicht und wirkt zottelig und rau, es hat im Durchschnitt eine Länge von 4 bis 8 cm. Die Struktur des Fells ist eine Zwischenstufe zwischen Glatt-und Rauhaar. Besonders ist zudem die ölige Struktur des Deckhaares und der Unterwolle. Dieses natürliche Öl, welches vom Fell gebildet wird, schützt den Hund davor, dass beim Schwimmen das kalte Wasser direkt auf die Haut dringt – ähnlich, wie Wasservögel ihre Federn einfetten und Otter ebenfalls ein sehr öliges Fell besitzen. Ein großer Vorteil des Felles ist, dass der Otterhund nicht haart. Allerdings bleibt in der leicht rauen Struktur schnell Blätter und Äste hängen.

Als Fellfarben sind im FCI folgende Farben erlaubt: einfarbig grau, sandfarben, rot blau und weizenfarben sowie mehrfarbige Fellfarben mit schwarz-lohfarben, blau-lohfarben, schwarz-cremefarben, gelb mit lederbraunem Sattel und lohfarben-weiß.

Impressionen der Hunderasse

Erziehung & Haltung des Otterhound- Das gilt es zu beachten

Der Otterhund ist recht einfach in der Erziehung, da er sich sehr an seinem Besitzer orientiert. Das der Hund gerne mit seinem Halter zusammenarbeitet, lernt er die Grundkommandos ohne Probleme. Nur beim Freilauf sollte der Besitzer mehr Zeit investieren und diesen sehr gründlich aufbauen, damit er auch abrufbar ist, wenn er die Spure eines Wildtieres in die Nase bekommt. Mit einem guten Antijagdtraining kann der Otterhound trotzdem ein zuverlässiger Begleiter werden, auch im Freilauf. Eine Hundeschule oder ein Hundeverein sind für Anfänger immer ratsam, diese können bei der Erziehung helfen und schnell bei Problemen eingreifen. Zudem wird der Otterhund im Hundeverein gut sozialisiert und lernt verschiedene Hunderassen kennen.

Der Otterhound ist für Anfänger gut geeignet, da er einfach zu führen ist und ein offenes und freundliches Wesen besitzt. Es sollte jedoch jedem Hundeanfänger, der sich einen Otterhound holen möchte, klar sein, dass er einen Hundesport betreiben sollte, um den aktiven und großen Hund artgerecht auszulasten.

Wie viel kostet ein Otterhound?

Da der Otterhound in Deutschland noch sehr unbekannt ist, gibt es auch nur wenige Züchter. Dies schlägt sich auch auf den Preis der Tiere nieder. Ein reinrassiger Otterhound kann zwischen 1500 und 1800 Euro kosten. Der Preis ist besonders hoch, wenn Otterhounds noch aus einer aktiven Jagdlinie oder von preisgekrönten Eltern stammen.

Ernährung des Otterhound

Der Otterhound ist in der Ernährung recht einfach, da er einen robusten Magen besitzt. Er verträgt sowohl Trocken- als auch Nassfutter und leidet nur selten unter Futterallergien. Dennoch gibt es einige Dinge bei der Fütterung zu beachten, die die Lebenserwartung des Otterhound deutlich steigern werden. So sollte bei einer Fütterung mit Nassfutter immer zum Ausgleich ausreichen Kauartikel angeboten werden, denn bei Nassfutter gibt es keinen Zahnabrieb, wie bei Trockenfutter. Durch sie Kauartikel kann der Hund auf natürliche Weise seine Zähne reinigen und bleibt länger fit und gesund. Bei Trockenfutter ist der Zahnabrieb besser gewährleistet, dennoch freut sich der Otterhund über einen gelegentlichen Kauartikel.

Wichtig bei der Wahl des Futters ist es auch, den Bedürfnissen des Hundes gerecht zu werden und in erster Linie ein Futter mit einem sehr hohen Fleischanteil zu wählen. Nur wenn Fleisch der Hauptbestandteil des Hundefutters ist, ist dieses wirklich ein hochwertiges Futter und bietet dem Hund alle wichtigen Nährstoffe.

Die Menge des Hundefutters muss auch vom Besitzer reguliert werden, denn der Otterhund neigt dazu, Übergewicht anzusetzen, wenn sein Besitzer die Nahrungszufuhr nicht reguliert. Dabei finden sich immer Richtwerte auf den Verpackungen. Diese sind zwar hilfreich, jedoch sollte man sich immer an dem aktuellen Ernährungsstand des Hundes orientieren. Denn ein Übergewicht kann zu Erkrankungen im Bewegungsapparat führen und das Herz-Kreislauf-System schädigen.

Außerdem sollte der Besitzer des Otterhounds das Futter an das Alter des Hundes anpassen. Der Otterhund braucht im Wachstum besonderes Welpenfutter, das er bis zu seinem siebten Lebensmonat bekommen sollte. Im Alter stellen sich die Bedürfnisse des Hundes um, deshalb sollte er ab dem achten Lebensjahr auf Seniorenfutter umgestellt werden.

Gesundheit – Lebenserwartung & häufige Krankheiten

An sich hat er Otterhund eine gute Gesundheit und ist ein fitter und aktiver Hund. Er sollte aber von einem seriösen Züchter kommen, der auf die Gesundheit der Tiere achtet und nicht rein nach dem Aussehen oder gar dem Profit geht. Im Durchschnitt wird der Otterhound mit guter Gesundheit zwischen 12 und 13 Jahre alt. Er leidet nur selten unter erblichen Krankheiten, doch da es sich um einen großen Hund handelt, kann es zu Problemen im Bewegungsapparat kommen, besonders wenn der Hund unter Übergewicht leidet.

Durch das besondere Fell wird der Otterhound nicht frieren, doch im Sommer kann ihm die Hitze durchaus Probleme bereiten und das Fell sollte unter Umständen gekürzt werden, um dem Hund durch den Sommer zu helfen. Die Schlappohren des Hunds sollten öfter kontrolliert werden, da dort ein sehr feucht-warmes Klima herrscht und es leicht zu Entzündungen oder Pilzen im Ohr kommen kann.

Wie alt wird ein Otterhound?

Der Otterhound wird mit einer guten Gesundheit ein langes und gutes Leben führen. Er kann 12 bis 13 Jahre alt werden. Das Alter des Hundes hängt sehr vom Züchter und der Haltung des Hundes ab. Es gab auch schon Otterhounds, die 15 Jahre alt wurden, dies ist jedoch sehr selten.

Pflege des Otterhound

Der Otterhund ist in der Pflege erstaunlich einfach. Obwohl er recht langes und zotteliges Fell hat, bereit er nur wenig Arbeit, denn der Otterhound haart nicht. Dies bedeutet, der Fellwechsel fällt aus und die Pflege des Fell ist recht simpel. Leider verfängt sich schnell Laub, Äste und andere kleine Elemente im zotteligen Fell, weshalb der Otterhound nach jedem Spaziergang einmal gebürstet werden sollte.

Nach dem Fressen ist der Bart des Hunds oft verunreinigt und sollte vorsichtig sauber gemacht werden. Die Ohren müssen vom Besitzer kontrolliert werden und er sollte darauf achten, das die Krallen nicht zu lang sind und das dichte Fell nicht die Sicht des Hundes behindert. Ansonsten braucht der Otterhund keine spezielle Pflege.

Otterhund – Aktivitäten und Training

Otterhund im Auslauf

Der Otterhound ist ein toller Begleiter bei Reitausflügen oder Fahrradtouren.

Da der Otterhound ein aktiver Jagdhund ist, sehr ausdauernd einer Spur nachgeht und viele Stunden schwimmen kann, braucht er auch in privater Haltung viel Beschäftigung und Bewegung. Deshalb sollte er jeden Tag dreimal am Tag für mindestens eine Stunde Gassi gehen und zusätzlich noch einen Hundesport ausüben. Mit seiner hohen Ausdauer ist er auch ein sehr guter Begleiter am Pferd oder auf dem Fahrrad. Dies wäre eine sehr gute Möglichkeit, den Bewegungsdrang des Hunds optimal zu befriedigen. Da er ein großer und kräftiger Hund ist, kann er auch Dinge ziehen und sogar einen Menschen am Roller ziehen. Neben sportlicher Aktivität genießt der Otterhound aber auch die ruhigen Momente mit seiner Familie und sucht den Kontakt zu seinen Menschen.

Für den Otterhund eignen sich diverse Sportarten, besonders Fährtenarbeit, Obedience und Turnierhundesport sind für den Otterhuund interessant. Longieren und Hopers können auch passend für den aktiven Hund sein. Wer dem Otterhound eine Aufgabe geben will, kann ihn zum Rettungshund ausbilden. Denn er besitzt eine sehr feine Nase und kann besonders lange und ausdauernd einer Spur nachsuchen.

Wie viel Bewegung braucht ein Otterhound?

Der Otterhound braucht sehr viel Bewegung. Der Hund sollte jeden Tag mehrere Stunden ausgeführt werden und auch außerhalb der Spaziergänge beschäftigt werden. Er ist daher nur ein Hund für Menschen, die viel Zeit und auch Lust haben, mit einem aktiven Hund zu arbeiten. Im Idealfall kann er mit zur Arbeit genommen werden oder es ist immer ein Familienmitglied zu Hause beim Hund.

Gut zu wissen: Besonderheiten des Otterhound

Der Otterhound ist perfekt für die Jagd im und am Wasser ausgestattet, er besitzt ein öliges Fell, welches vor dem Unterkühlen schützt. Zudem hat diese Hunderasse kleine Schwimmhäute zwischen seinen Zehen. Er kann mehrere Stunden schwimmen und sogar so mancher Strömung trotzen. Seine ursprüngliche Beute waren Otter, doch die Jagd nach diesen wasserliebenden Tieren wurde verboten und der Otterhound rückte aus dem Fokus der Jäger. Er wurde nur noch vereinzelt zur Nachsuche eingesetzt und die Rasse nahm stetig an Bestand ab. Doch mit der Ausbildung als Rettungshund und Maintrailer erlebte der britische Otterhound eine neue Beliebtheit. Durch sein freundliches Wesen wird er aber auch sehr gerne als Familienhund gehalten.

Nachteile des Otterhound

Der Otterhund ist immer noch ein Jagdhund und besitzt ein ausgeprägtes Jagdverhalten. Mit einem guten Training lässt sich dies schnell in den Griff bekommen und auch ein Freilauf ist mit einem erzogenen Otterhound kein Problem. Jedoch haben meist Hundeanfänger Probleme dem Hund das Jagen zu verbieten.

Zudem besitzt der Otterhund ein sehr lautes Bellen, mit dem er eigentlich seine Beute anzeigen soll. Als Familienhund kann das Bellen jedoch zum Problem werden, besonders wenn sich Nachbarn gestört fühlen. Es sollte daher auch das Bellverhalten des Otterhounds trainiert werden.

Passt der Otterhund zu mir?

Der Otterhound ist ein großer und sehr bewegungsfreudiger Hund, der nur zu sportlichen Menschen mit viel Zeit passt. Er ist kein Schoßhund, obwohl er in ruhigen Momenten durchaus sehr verschmust ist. Die Hunderasse braucht vor allem eine Aufgabe und eine feste Bezugsperson.

Otterhund im Liegen

Der Otterhund ist relativ leicht zu erziehen und eignet sich auch toll für Familien.

Da er einfach zu erziehen ist, ist der Otterhund auch gut für Familien und Senioren geeignet, aber nur wenn die Senioren den kräftigen Hund auch halten können. Der Halter sollte jeden Tag viel Zeit für seinen Hund haben und am besten bereit sein mit diesem zu arbeiten. Im besten Fall wird der Otterhound zu einem Rettungshund oder Maintrailer ausgebildet, dies wird den Hund ideal auslasten und hilft auch noch Menschen in Not.

Unabhängig davon in welches Zuhause der Otterhound kommt: Der Kauf sollte immer gut überlegt sein, denn der Otterhound ist ein großer Hund mit vielen Bedürfnissen und einer engen Binden an seinen Besitzer, der unter einer plötzlichen Trennung auch sehr leiden würde.